Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

logo beschehen, und des Abläugnens gegen einer hohen Dbrigkeit Felbsten bey unternommener formlicher Befragung teine rechte ausge drufte Meldung thut; so gefehet man dennoch gerne, daß selbiger nach allem Vermuthen die Übelthäter auch in dem Fall solcher formlichen Dörigkeitlichen Befragung zu feiner Geffåndnuß verpflichtet zu fenn geglaubet habe. Noch ein mehrers gibt man von dem beschreys ten Hobbes zu, der in dem 2. Cap. seines Buchs de Cive S. 19. Similiter neque tenetur quicquam pactis ullis ad se accufandum, vel alium, cujus damnatione vita sibi acerba futura lit, &c.

Es lielsen sich auch noch wohl einige neuere Scribenten, die hierins nen Pufendorfen nachgeabmet, binzufügen.

Fedoch mit allem deme wird ja verhoffentlich D. L. fich nicht erfi die Einbildung machen, als ob durch dieses gleichen Beyftande seine Sachen wenigst in diesem Stude besser, und der von ihm gebrauchte Vorwand, er habe in der Lehre vom Abläugnen und Verhålen ledig lich Pufendorfen und Barbeyrac gefolget, lo zu reden, ex poft facto, oder nach der That wahrhafft gemachet wurde. Dann 1. ift ia, obne Hier von andern zu gedenden, teiner deren genennten, und einiger mal sen für ihn den bisherigen D. L. zu stehen scheinenden Männern, wols len sagen, weder Pufendorf, noch Hobbes, worunter im übrigen der letste seiner Lehre und Religion halben eben nirgendwo in gutem Ruff ftebet, also grob und plump beraus geplatzet: Ein V17order wäre ein Fiare, wo er seiner Obrigkeit die begangene Verbrechen gestuurde! ehe er sich derselbigen in andere wege überzeuget sähe. Pufendorf dinget auch an diesem zweyten Orte mit Heitern Worten aus: Der verursachte Schade reye genugsam und vollkommlich erlegget ehe sich ein Verbrecher des Läugnens behelffen dörffe i ubi quis damnum a se datum farcivit. Die sich nun dergleichen Erfeßung nach berübtem vorsäßlichen Todschlag, wo man die Wahrheit sagen

rmehr thun laßt; so hat man auch grosse Urfach zu muthmassen, daß selbiger wenigft in dem von D. L. aufgeworffenen und verhandelten Fall fich der Abläugnung gegen dem Richterlichen und Obrigkeitlichen Gemvalt noch gar

nicht günstig erzeiget habe. 2. Fit und bleibet die gesuchte Beschönung; ob hätte Diaconus Leonh. dergleichen Gedanden von Pufendorf und Barbeyrac gesos gen oder hergeholet, immerhin um so mehr falsch und erdichtet, als qerjenige Ort Pufendorfs í worauff folcher Lehrfaß einiger massen

möchte

[ocr errors]

möchte gegründet werden, ihm durchaus unbekannt gewesen ist, und er erst anfeßo von denen Theologis hat müssen borgezeiget werden. Håtte der Mann seine unziemliche Sittenlehr über die bewußte Pflicht aus diesem Auctore erlernet und abgeborgt; en! wie sollte er sich in kiner grösten Noth (da er alle fromme und ehrliche Leute unserer Stadt über seine freflè Erklärung geärgert rabe) des rechten und ges nauen Orts, alwo er dieselbe aufgelesen, zu einiger seiner Entschule digung nicht erinnet haben? wie bats iom begegnen fönnen, daß er zu ganz widrigen und ihn von freyen Studen (chlagenden Dertern seine Zuflucht genommen?

3. Am allerschlimmffen aber gebets dem D. L. bey dem ihm bier borgezeigten, sonsten vielleicht noch etwas weniges zu dessen Behuff dienenden Ort; Am allerschlimmffen gehts ihm da mit dem bis rühmten Mr. Barbeyrac. Dann dá er eben frech und fühn genug Eine Hohe Obrigkeit hatte berfichern dörffen: Dieser gelehrte Scribent erkláre fich in dem von ihm angezogenen Lib. IV. Cap. I. S. 20. noch viel deutlicher für ihn als Pufendorf felbffen, welches schon p. 161. 162. der zweyten Schrifft deutlich ift widerlegt worden ; fo giebet deč andere ihm Drn. Diac. nun erst vom Conventu Theol. vorgewiesene Drt aufs atlecheiterste zu erkennen, daß gedachter Auctor to gar die gelindere Meynung Pufendorfs : skin Übelthäter wäre eben durch kein natürlich Gefar verpflichtet i reine Verbrechen zu erkerivier ; daß selbiger auch diese mit Eyffer und Hefftigkeit verwerffe. Die ziemlich weitläuffige und gründlich ausgeführte Anmercung tan von Dem wissensbegierigen Lefer an dem vorgedachten Ort, Lib. VIII. Cap. 3. S. 4. nach der Långe eingesehen und erwogen werden. Der Innhalt des ro vest tind unwidertreiblich durch Mr. Barbeyrac erwies fenen Saßes gehet dahin: Ein Missethåter fene wohl eben nicht vers pflichtet, fich selbsten von freyen Stücken der Obrigkeit anzugeben; aber, es rene falsch, daß solcher in keine Weise zu denen auf sein Vera brechen geféßten Straffen verbunden revye; folglich, so bald jene die Straffe aufzulegen gedenden, wäre derselbige nicht befügt, sich ders kelbigen durch einen der von Pufendorf angezeigten Wegen zu ents ziehen. Wie hat man dann von diesem nicht minder gelehrten, als eyffrigen Sittenlehrer Barbeyrac also fren vor hoher Obrigkeit auss geben dörffen, als ob derselbige ro gar alles Abläugnen der beganges nen Missethaten für unsündlich oder erlaubt achtete, ja sich im Schreis

DOO

ben

ben dergestalten bergessen hatte, daß fich auch ein offenbarer Mórs der durch solchen entschuldigen liefie, wo der feine greulichste Thaten gegen einer zur Straff des bófen von GOtt gefeßten Obrigkeit mit Läugnen durchzudrucken fuchte, ja folglich gar ein bjarr wäre, dafern er derselben die Wahrheit ohne Zwang oder andere vollkommene Überführung geftunde.

[ocr errors]
[ocr errors]

M Ende der Unterschrifften des Conventus Theol. auf dem 276.

Blat ift noch folgendes anzubången, so an den Plaß, Da Viri pl. Rev. Hrn. Paftoris Trans-Rhenani Namen stehen sollte, in der an E. H. Obr. übergebenen Schrifft beygefüget worden: Serr Pfarrherr » Stódlin bat fich zwar althier nicht unterschrieben. Daß er aber » durchaus uns benstimme, Feiget die Unterzeichnung unserer vorigen 9 Schrifft, und seine in E. E. XIII. Rath Darüber gethane weitläuftige

Erklärung. Erft gestern führeibet er mit eigener Hand an uns : Tch » reße ein so grosses Vertrauen in Viros Venerandos, ihre grosse Ers „ leuchtung, penetration,

Gelehrtheit, Orthodoxie und Enfer für , Gottes Ebte, und die Göttlichkeit unserer wahren, allein feligmas chenden Religion, daß ich alles, was sie in dieser Sach Unsern Sna digen Herren vorstellen, approbire, und gut heisse, ohne » daß ich dasfelbe eben unterschreibe, a.

E N D E.

[ocr errors]
« ͹˹Թõ
 »