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frische und energischem Mannessinur nachfolgen. Darum, ihr Schüler und Freunde in aller Welt draußen:

Es grüne die Tanne, e8 wachse das Erz
Gott gebe uns Allen ein fröhliches Herz.

A.

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Von Emil Zittel, Dekan in Karlsruhe, ist erschienen Dr. Martin Luther von 1483-1507. Also die Geschichte des jungen Luther bis zu seinem 30. Jahr. Leider ist keine Fortseßung zu erwarten, da sich der Verfasser durch ein Augenleiden zum Abbruch seines Werkes gezwungen sieht. Aber was er bietet, ist so überaus wohl erwogen und lebensvoll dargestellt, auch mit so köstlichen Auszügen aus Luther's Schriften über Kinderzucht, Studienzeit und Klosterleben gewürzt, daß das auf's Schönste ausgestattete Büchlein audy als Stüdwert ein werthvolles Ganzes bildet.

Deunoch Gott! Auf einem Freidenker-Kongreß in New-York wurde hundert Mal in Neden und Liedern das Thorenwort wiederholt: „e8 gibt keinen Gott!“ Als es aber zum Schluß eine Kollefte zu Gunsten des Sdyreibers der Gesellschaft jeßte, war der arme Mensch so überwältigt von Dankbarkeit für die freilich sehr bescheiden ausgefallene Gabe, daß er ganz aus seiner Rolle fiel und mit den Worten herausplaßte: „God bless you all!“ Gott segne eud Ade! Basler Kirchenzeddel Sonntag den 24. Dezember.

Münster St. Peter St. Leonhard St. Theodor Morgenpredigt

9 Ilhr
Stockmeyer Böhringer • Roth

E. Linder (Communion) (Communion) (Communion) (Communion) Kinderlehre

A. Linder Brändli Schaffner

Wirth Miville Altherr Th. Barth Abendpredigt 3

(für Tausen) Abends 5 Uhr zu St. Leonhard Abendfeier.

Weihnachtstag den 25. Dezember.
Morgenpredigt

9 Uhr
Wirth
Miville

Brändli E. Stähelin
(Communion) (Communion) (Communion) (Communion)
Abendpredigt
Prf. Kiggenbach A. Linder Roth

B. Riggenbach Stephanstag den 26. Dezember. Jugendgottesdienst 9 Uhr Edlin | Böhringer | Altherr | E. Linder

Einladung zum Abonnement. Das , Schweizerische Protestantenblatt" hofft aud im neuen Jahr erscheinen zu können, wenn nämlich seine bisherigen Leser ihm treu bleiben. Kann Jemand in seinem Freundes- und Bekanntentreis ihm einen neuen Leser gewinnen, so ermuthigt er die Herausgeber in ihrer nicht unbeträchtlichen Arbeit, für die ihre Zeit oft außerordentlich knapp bemessen ist, und er hilft eine Lebensanschauung verbreiten, welche den Frieden Gottes im Herzen brinn und in der Welt draußen schaffen helfen möchte.

Das Blatt kann auf jedem Postamt abonnirt, aber auch bei der Erpedition, Steinenvorstadt 12, Bafel, direkt bestellt werden. Preis halbjährlich 2 Fr.

Druď und Erpedition von J. Frehner, Steinenvorstadt 12, Basel.

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Fünfter Jahrgang.

No 52. Samstag, 30. Dezember 1882.

Sdweizerisches Proteflantenblatt

Herausgeber:
Pfr. A. Altherr und E. Linder in Basel, Pfr. Bion in Zürich.

Wir sollen nur nicht in Sinn nehmen, daß der heilige Geist gebunden sei an Jerusalem, Rom, Wittenberg oder Basel, an deine oder eine andere Person. In Christo allein ist die Fülle der Gnade und Wahrheit.

Decolampad an Luther.

Erscheint jeden Samst ag. Man abonnirt auf jedem. Postamt der Schweiz und des Auslandes. Preis halbjährlich franko zugesandt 2 Fr. Wer das Blatt in Basel gratis erhalten will, kann dasselbe in der Buchdruđerei I. Frehner, Steinenvorst. 12, abholen.

Wie die Geburt Jesu verschieden gefeiert wird.

1. Dunkle Weihnacht. In einem kleinen Dorf an den Ausläufern des Jura wohnte Schuhinacher Dursli. Er hatte ein eigenes Häuschen, das er in den Jahren, wo sein Beruf gut ging, schuldenfrei gemacht. Seit langem war aber sein Verdienst zurückgegangen. Die Leute bezogen ihre Schuhe immer mehr aus einer großen Fabrik des Auslands; Dursli bekam bloß noch zu flicken, und während er früher noch einen Gesellen dazu gebraucht, hatte er zuleßt allein nicht mehr genug Arbeit. Das that ihm wel, er widerstand dem Schmerz nicht und wurde muthlos, muthlos ging ihm Alles schlechter von der Hand, die wenigen treuen Kunden fingen über ihn zu klagen an, er machte Schulden, denn fast jedes Jahr wuchs die Zahl seiner Kinder, und um das Elend zu vergessen, fing er an, in's Wirthshaus zu gehen. Aư' dem sah sein treues Weib mit Bekümmerniß zu, sie drehte die Spindel desto fleißiger, aber der liederliche Mann verließ sich darauf und saß nur desto länger in seiner Kneipe. So kam der heilige Abend heran ; aber in dem kleinen Häuschen war kein festlich Zeichen zu sehen. Die bleiche Mutter drehte hastig ihre Maschine, denn sie mußte das Stück noch fertig bringen, um mit dem Erlös noch Bros in's Haus zu schaffen für den morgenden Tag. Dursli flickte wortlos ein Paar Schuhe, trug sie um 8 Uhr fort und vergebens wartete das arme Weib auf seine Rückkehr bis um Mitternacht. Dann legte sie sich endlich nieder, aber Sorge und Angst ließen sie nicht schlafen. Ihr Man hatte den kleinen Erlös seiner Arbeit wieder in einer abgelegenen Schenke vertrunken. Erst nach Mitternacht riß er sich von den Zechbrüdern los und suchte den weiten einsamen Heimweg. Ein wilder Föhnsturm raste durch den Tannenwald und dicke Finsterniß umgab den taumelnden

Nachtwanderer. Er kam vom rechten Weg ab, stürzte in eine tiefe Steingrube außerhalb des Dorfes und blieb liegen bis zumn Morgen. Aus der Ohnmadıt erwacht, kothig und blutend, kroch er aus der Grube Herauf und wankte auf einem Umweg seinem Häuschen zu. Schon gaben die Glocken das erste Zeichen zur Kirche, als er unerwartet durch die Hausthüre eintrat. Bei seinem Anblick schrie das arme Weib erschrocken auf und die fünf Kinderflohen entsegt vor dem blutenden Mann in alle Winkel hinein. Dieser Aufschrei des braven Weibes und dieses Fliehen der Kinder vor ihin, dem Vater, versekten seinem Herzen einen Dolchstich und das war der Anfang seiner Rettung. Er warf sich laut weinend auf sein Bett, gelobte seinem Weib, von seinen Sündenwegen umzukehren und hat es gehalten. Diese Weihnacht versteht nun Dursli, was es heißt: „Das ist ja gewißlich wahr und ein theuer werthes Wort, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen.“ Aber vor einem Jahre war es noch dunkle Weihnacht.

2. Dunlle und doch helle Weihnacht. Es ist ein nettes Häuschen der Vorstadt, in welches wir eintreten. Vor einem Jahr war eine gar fröhliche Weihnacht drinn, denn der Vater lebte noch. Er war Angestellter in einem großen Geschäft für 200 Franken iin Monat. Damit konnte er seine liebe Frau und die drei herzigen Kinder ordentlich durchbringen. Bei aller Einfachheit lebten sie vergnügt wie die Engel im Himmel, weil Eins am Andern die größte Freude hatte. An der Weihnacht vor einem Jahr sangen sie noch alle fünfe miteinander : Stille Nacht, heilige Nacht! Nun ist das Lied verklungen und der Vater seit Oktober an der Auszehrung gestorben. Mit ihm haben Frau und Kinder ihren Ernährer verloren ; er hatte zwar als ein sorglicher Hausvater sein Leben versichert und nun bekamen seine Angehörigen monatlich eine Prämie von 40 Franken, aber das reicht ja lange nicht für 4 Personen, die Mutter arbeitete daher tief in jede Nacht hinein für verschiedene Geschäfte. Und was, das liebende Herz an Heimwely nach dem Seligen ertrug, war noch viel schwerer als die ökonomische Sorge. Sie konnte sich nicht mehr freuen auf die Weihnacht, sondern erschrack davor und hätte sie am liebsten ganz still vorübergehen lassen. Aber dann raffte sie sich, der lieben Kinder wegen, doch auf und rüstete ein ganz kleines Bäumchen. Sie legte darunter einige selbstverfertigte Sachen, für den kleinsten Knaben Speerreuter aus farbigem Papier, an die Wand hing sie des Vaters Bild, mit Grün lieblich umkränzt. Die Kinder waren hoch erfreut, denn das Kinderherz vergißt gar schnell und lebt im Augenblick. Die Mutter lächelte auch, und wenn es sie übernehmen wollte, ging sie schnell in's Nebenzimmer, um durch ihre Thränen die Kinderfreude nicht zu versalzen. Dann hieß sie das älteste Rind das schöne Weihnachtslied lesen, worin der Vers vorkommt: „Wenn oft mein Herz in Leiden weint und keinen Trost kann finden, rufft du mir zu: ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden“,

und eben las das zehnjährige Mädchen den Schluß des Liedes : „So laß mich deine Wohnung sein; komm', komm', und kehre bei mir ein, mit allen deinen Freuden“, da klopfte es an die Thüre. Ein Diener des großen Fabrikherrn, bei welchem der Vater angestellt gewesen, legte ein schweres Paket auf den Tisch „für die braven Kinder der Wittwe“ und dann zog er einen Brief aus der Tasche, auf dem die Wittwe die Worte las : „Zum Andenken an einen treuen Arbeiter“ und im Brief fand fie die Zusicherung einer jährlichen Pension, durc, welche Mutter und Kinder vor Noth für immer geschüßt wurden. Jegt hielt die Mutter ihre Thränen nidht mehr zurück, aber es waren Thränen innigen Dankes gegen den himmlischen Vater, der noch aus dem Grabe guter Menschen Segensquellen fließen läßt. Mutter und Kinder fühlten, „alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit.“ In diesem Gefühl wurde ihre Anfangs dunkle Weihnacht freudenhell.

3. Øelle Weihnacht und doch buntel. In einer Stadt am See liegt ein prächtiges Haus in einem großen Park, der von einem schweren Eisengitter umschlossen ist. links vom hohen Eingang hat der Portier seine Wohnung. Am heiligen Abend hat dieser Portier viel Arbeit, denn die vielen eingeladenen Gäste, Verwandte und Freunde des Hauses, kommen angefahren, Wagen um Wagen. Im ersten Stock ist die Bescheerung bereitet: in drei ineinander laufenden Säälen je ein prächtiger Christbaum, umgeben von einem Berg der mannigfaltigsten Geschenke. Wie das ein Glanz ist von den hundert Lichtern! Wie sinnig durch die drei Transparente über den hohen Thüren der Spruch leuchtet : Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden – und an den Menschen ein Wohlgefallen! Die Worte des Erstaunens, der Freude und des Dankes zwischen den Herren und Damen, Wohlgerüche des Morgen- und Abendlandes, die Herrlichkeiten der ersten Weltstädte erfüllen den strahlenden Raum! Und doch hat es den Anschein, als sei etwas gar nicht in Ordnung. Das Lächeln der Hausfrau sieht nicht aus, als ob es aus einem fröhlichen Herzen komme, sondern wie eine Gefälligkeit gegenüber den Gästen. Auch ihrem Herrn Gemahl muß etwas quer gekommen sein, denn so theilnahmlos ist Niemand, wie er. Und vollends ihr einziges Töchterlein,

was auf aller Welt ist denn ihm nicht recht ? - Offenbar sucht es etwas, ohne zu finden, mit einem Ausdruck, als wollte es sagen: man thut mir doch nie, was ich will! wendet es sich ab, — Mama geht mit ihm hinaus, Papa hinter ihnen drein, - es setzt draußen Thränen, Vorwürfe, , Disput, das Mädchen wird den Abend nicht wieder gesehen, Vater und Mutter sind mit den Gedanken wenigstens abwesend, -- die Gäste thun, als merkten sie's nicht. Aber o reichlich beseßt die Tafel ist und so farbenprächtig das Anseh'n des Festes, --- durch das Ganze klingt der Ton eines zerbrochenen Glases. So wundervoll der Engelsgruß auf die Gesellschaft niederleuchtet, in den Herzen liegt etwas von tiefer Nacht und peinlichem Unfrieden. In diesem Hause leben offenbar verwöhnte Menschen, sie gerathen über jede Kleinigkeit außer Fassung und inögen einander wenig vertragen. Hier ist die helle Weihnacht nur wie Lichtstrahl auf ein dunkles Grab.

A.

Die Shwestern vom rothen Kreuz.

III. Als Gehülfin des Seelsorgers. Die Schwester in der Gemeindepflege ist aber auch die treue und unentbehrliche Gehülfin des Seelsorgers. „Also auch des Seelsorgers ? Dachte ich doch, daß die Schwestern vom Rothen Kreuz sid, um die Seelen der Kranken nicht bekümmern, gar nicht sich bekümmern dürfen, daß sie sich bloß init dem Leiblichen befassen, so wenigstens ist mir's immer gesagt worden.“ Und wenn das nun, trozdem man es dir „immer“ gejagt hat, falsch wäre ? Zunächst eine persönliche Bemerkung! Die Gemeinde, an der ich stehe, wird zu den wohlhabenden Gemeinden gerechnet und zählt unter etwa 4000 Seelen verhältnismäßig wenig Arme, und doch hat unsere Schwester vollauf zu thun und ich wüßte gar nicht, wie wir Prediger es ohne dieselbe machen sollten. Aufrichtig bin ich Herrn Pastor Functe dankbar dafür, daß er inich zur Einführung dieser, in unseren hiesigen liberalen Gemeinden bisher noch nicht vorhandenen Institution aufgemuntert hat. Die Schwester ist die natürliche Vermittlerin zwischen dem Pfarrhaus und den Häusern seiner Gemeindeglieder, nicht nur der Wohlthaten empfangenden, sondern auch der spendenden. Außer den Kindern, die den Unterricht des Predigers besuchen und von ihm konfirmirt werden sollen, sind ja Arme und Kranke der nächste Gegenstand seiner seelsorgerischen Thätigkeit; der Pfarrer ist Kranken- und Armenpfleger, freilich nicht allein, aber dod mit Kraft seines Amtes, und es wäre schlimm mit diesem jeinem Amt bestellt, wenn er an dieser Sorge für die Mühseligen und Beladenen“ feinen Antheil nähme. Also schon, insofern er das thut, ist die Schwester auch seine Gehülfin.

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