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Bismarck durch seine diplomatischen Schlauheiten, das erreicht, was Andere, wie z. B. Mohamed, nur durch das Schwert errungen haben, oder wie die katholische Religion sich im Mittelalter nur durch Auto da fé's und die Folterwerkzeuge zu sichern vermochte.

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Da in dem vorliegenden Werke im ersten, wie auch im zweiten Teil sehr oft von der Sekte der Essäer die Rede sein wird, ist es zum Verständnis des Ganzen durchaus notwendig, daß wir zunächst die Aufmerksamkeit unserer geschätten Leser in Anspruch nehmen müssen, indem wir uns des Weiteren über das Wesen dieser eigentümlichen Sekte auslassen. Im Laufe des Jahrhunderts sind hierüber unendlich viel Bücher, wie auch einzelne Abhandlungen z. B. in Lericas, Sammelwerken u. T. w. geschrieben worden. Ueberall sind die Verfasser zu dem trügerischen Schluß gekommen, daß die Sekte der Essäer erst 200 Jahre vor Christus an die Oeffentlichkeit getreten ist, oder besser gesagt, daß damals erst die Iranfänge in der Entstehung der Essäervereinigung sich zeigen. Alle diese Publizisten jedoch, sowohl die, welche sich in großen, eingehenden Werken, als auch die, welche sich nur vorübergehend mit den Essäer befaßten, sind von einem großen Jrrtum befangen gewesen und noch heute herrscht hierüber keineswegs völlige Klarheit. Es ist also durchaus von Wichtigkeit auf den Ursprung der Essäer forschungsweise zu kommen. Geschieht dies aber, so wird der unumstößliche Beweis erbracht, daß die Essäer schon zu Moses Zeiten, also lange vor der bisher angenommenen Zeit, bekannt geworden sind. Nur traten sie damals nicht unter dem Namen Essäer an die Deffentlichkeit, sondern sie bestanden zu dieser Zeit noch unter dem Namen der Nasiräer, auf deutsch, der Enthaltsamen. Nasir heißt „absondern, einer Sache fremd werden.“ Nasiräat würde also in unserer deutschen Muttersprache gleichbedeutend sein mit Enthaltsamkeit. Gin Nasir war ein durch seine Enthaltsamkeit Gott Geweihter, ein Mensch, der sich von pielen Genüssen, denen andere fröhnen, völlig fern hält, der einen gottgefälligen, ausschließlich Gott gewidmeten Lebenswandel führte. Das Nasiräat nun war das Gelübde in negativer Gestalt, es befahl dem Gelobenden sich des Weines und alles dessen, was vom Weinstock kommt, sowie jedes sonstigen berauschenden Getränkes zu enthalten, also, wenn man sich in unsere jeßigen, modernen Verhältnisse verseßen würde, mit einem Wort gesagt, den Alkohol in jeder Form zu meiden. Das Nasiräat gebot, das Haar frei wachsen zu

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lassen, feine Scheermesser auf das Haupt kommen zu lassen und endlich sich an keiner Leiche zu verunreinigen; hierin waren selbst die Leichen der Eltern und Geschwister inbegriffen. Im Falle der Verunreinigung an einer Leiche sollte der Nasiräer am siebenten Tag, dem Reinigungstag, das Haupthaar scheeren und am achten Tag zur Sühne das Nasiropfer bringen, worauf sein Nasiräat von neuem begann, ohne daß ihm die früheren Tage in Anrechnung gebracht wurden. Aus allem diesem geht hervor, daß das Ganze nichts mit einer Ordensstiftung, etwa gleich dem Mönchstum, zu tun hatte. Das Gelübde war im Gegenteil ein vollkommen freies. Heilig leben und heilig wandeln war der Zweck des Nasiräats. Die Geseße der Nasiräer waren auch der heiligen Schrift einverleibt worden und zwar finden wir sie im 4. Buch Mose, Kapitel 6, Vers 1-8. Der Vollständigkeit halber wollen wir uns eine kleine Wiederholung zu Schulden kommen lassen, und dieselben im Auszug aus der heiligen Schrift im richtigen Wortlaut folgen lassen. Moses sagt also folgendes : Und der Herr redete mit Mose und sprach: „Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder Weib ein sonderliches Gelübde tut, dem Herrn sich zu enthalten, der soll sich Weins und starken Getränks enthalten, Weinessig oder starken Getränkes Essig soll er auch nicht trinken, auch nichts, das aus Weinbeeren gemacht wird; er soll weder frische noch dürre Weinbeeren essen; so lange solch sein Gelübde währet, soll er nichts essen, das man vom Weinstock macht, vom Weinkern bis zu den Hülsen. So lange die Zeit solches seines Gelübdes währet, soll kein Scheermesser über sein Haupt fahren, bis da die Zeit aus sei, die er dem Herrn gelobt hat; denn er ist heilig, und soll das Haar auf seinem Haupt lassen frei wachsen. Die ganze Zeit über, die er dem Herrn gelobt hat, soll er zu keinem Toten gehen. Er soll sich auch nicht verunreinigen an dem Tod seines Vaters, seiner Mutter, seines Bru ders oder seiner Schwester; denn das Gelübde seines Gottes ist auf seinem Haupt. Die ganze Zeit über seines Gelübdes soll er dem Herrn heilig sein.

Diese Gesepe nun, welche wir soeben im Wortlaut der „Heiligen Schrift“ wiedergegeben haben, sind aber im großen Ganzen dieselben, auf welche sich auch die später auftauchenden ascetischen Sekten stüßten, also auch die Essäer. Werden wir uns später im Verlaufe dieses Kapitels mit der Sekte der Essäer näher befassen, so werden wir sehen, wie irrig es also war, den Ursprung der Essäer erst 200 Jahre vor Christus zu verlegen. Wir werden ferner erfahren, daß die Nasiräer entschieden für alle die später auftauchenden ascetischen Sekten den Grund gelegt haben, also man möchte sagen die Stammpäter aller späteren ascetischen Seften gewesen sind. Tausend und aber Tausend Anhänger dieser Sekten sind im Lauf der späteren Jahrhunderte aufgetaucht, nur die Namen der einzelnen Sekten veränderten sich während den verschiedenen Zeiten. Die späteren Seher oder Propheten gehören ebenfalls den Nasiräern an und also auch, man möchte jagen, den Essäern. Daß sich die

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Seher und die Propheten ebenfalls zu Sekten und großen Vereinigungen zusammengethan hatten, geht ebenfalls aus der „Heiligen Schrift“ hervor. Da wir schon zu Anfang unseres Buches in unserer Einleitung gesagt haben, daß wir uns in unseren Ausführungen auch auf dieses Buch der Bücher stüßen werden, so halten wir es für das Beste, an den geeigneten Stellen die betreffenden Bibel stellen im Wortlaut wiederzugeben.

Ueber diese Vereinigung der Seher und Propheten finden wir also im ,,1. Buch Samuelis, Kapitel 10, Vers 10–13" Folgendes aufgezeichnet: Und da sie kommen an den Hügel, siehe, da kam ihm ein Prophetenhaufe entgegen; und der Geist Gottes geriet über ihn, daß er unter ihnen weissagte. Da ihn aber sahen alle, die ihn. vorhin gekannt hatten, daß er mit den Propheten weissagte, sprachen sie alle untereinander: Was ist dem Sohn des Ais geschehen? Ist Saul auch unter den Propheten? lind da er ausgeweissagt hatte, kam er auf die Höhe.“ Ein weiterer Beweis ist in dem „Buch II der Könige, Kapitel 6, Vers 1" enthalten: Die Kinder des Propheten sprachen zu Elisa: Siehe, der Raum, da wir vor dir wohnen, ist uns zu enge. „Kapitel 9, Vers 1" unterstüht unsere Annahme noch mehr. Hier steht: Elisa aber, der Prophet, rief der Propheten Rinder einem und sprach zu ihm: Gürte deine Lenden und nimm diesen Delkrug mit dir und gehe hin gen Aamoth in Gilead. - Greifen wir aber noch einmal auf das „I. Buch der Könige, Kapitel 18, Bers 4 und 13" zurück, so finden wir in diesem die Worte: Denn da Isebel die Propheten des Herrn ausrottete, nahm Obadja hundert Propheten und versteckte sie in Höhlen, hie fünfzig und da fünfzig und versorgte sie mit Brot und Wasser. Ist's meinem Herrn nicht angesagt, was ich gethan habe, da Isebel die Propheten des Herrn erwürgte? daß ich der Propheten des Herrn hundert versteckte, hie fünfzig und da fünfzig, in Höhlen und ver

Hundert verfte Brot und Waner Beweis zu

behaupteten

Es ist nun an uns, den Beweis zu erbringen, daß sich die Essäer schon lange vor dem von anderen behaupteten Zeitpunkt, nämlich 200 Jahre vor Christus, bemerkbar gemacht haben. Zu diesem Behufe weisen wir noch auf das „I. Buch Samuelis, Kapitel 9, Vers g" hin, in welchem geschrieben steht: Vor Zeiten in Israel, wenn man ging, Gott zu fragen, sprach man: Kommt, laßt uns gehen zu den Sehern! Denn, die man jept Propheten heißt, die hieß man vor Zeiten Seher. – Was beweist uns nun dieser Ausspruch im I. Buch Samuelis ? Daß die Seher und die Propheten eins gewesen sind, daß die Seher wohl zu früheren Zeiten gelebt haben als die Propheten, daß jedoch Seher und Propheten ein und dasselbe gewesen sind in ihrem Thun und Treiben, daß ihre Anschauungen, ihre Sitten und Gebräuche, soweit die verschiedenen Zeitalter es gestatteten, vollkommen übereinstimmend gewesen sind; kurz und gut, daß wir es hier mit ein und derselhen Sekte zu thun haben, die im Laufe der verschiedenen Zeiten nur den Namen geändert hat, sich nur in ihrem Neußern den wechselnden Zeitverhältnissen angepaßt hat.

Aus allen diesem geht hervor, daß schon von Moses an diese Sekten eristiert haben. Die später auftauchenden Essäer haben sich gebildet aus den während den laufenden Jahrhunderten bestehenden Nasiräern, den Sehern, den Propheten. Diese Sekten pflegten ihre Sitten und Gebräuche immer weiter, streng in sich abgeschlossen, bis plößlich 200 Jahre vor Christus, oder ganz genau genommen 187 vor Ehristus, durch zwei bedeutende Gelehrte der damaligen, schon der Kultur zustrebenden Zeit, zwei Schulen eröffnet wurden.

José, Sohn Joëser's, aus dem Städtchen Zereda, und José, Sohn Jochanans, aus Jerusalem, hießen diese beiden Männer, welche mit Kraft und Energie wieder für die Nasiräersekte eintraten, und -welche diese Lehre überall im ganzen Land stark verbreiteten.

Die Gründung dieser beiden, das ganze damalige wissenschaftliche Leben Israels beeinflußenden Schulen geschah nach der Zerstörung des ersten Tempels durch den Kaiser Nebukadnezar, und nach der zur gleichen Zeit erfolgten Rückkehr der Juden von der Gefangenschaft in Babylon nach Jerusalem. Die Studierenden und die den Sagungen dieser beiden Schulen anhängenden Propheten nannten sich nun nad den Gründern dieser Schulen Jysseer --Essäer —, und von diesem Zeitpunkte an tritt der Name der Essäer an die Deffentlichkeit. Die Bezeichnung Essäer für diese Sekte, welche sich bis dahin Nasiräer und auch Kinder des Propheten nannte, wurde nunmehr bis 300 Jahre nach Christus geführt.

Schon hier wollen wir unseren weiteren Auseinandersebungen vorgreifen und bemerken, daß von diesem Zeitpunkte an, also von dem dreihundertsten Jahre nach Christus die Essäer sich in die Atabbalisten umwandelten. Unter diesem Namen hat sich die Sekte bis auf den heutigen Tag fortgepflanzt. Wollen wir den Namen Kabbalisten verdeutschen, so kommen wir auf die Bezeichnung weiße Magier.

Noch einen anderen Beweis können wir anführen für unsere Behauptung, die Essäer seien identisch mit den Propheten, oder besser gesagt, sie seien aus diesen entstanden. „I. Joseph Anth, 15, 10, 5." Hiernach bekleidete in Synedrion ein Essäer Menahem bei König Herodes die Würde eines Propheten, während ein anderer Essäer, Simon genannt, dem König Archelaus in gleicher Weise diente. Im „Talmud" selbst finden wir unzählige Stellen, welche darauf hinweisen, daß die Essäer zu gleicher Zeit auch Propheten waren. Sie waren vor ihren Mitmenschen in hohem Grade bevorzugt, Es war ihnen nicht nur gegeben, Kranke zu heilen, sie hatten selbst die Macht, Tote wieder zu neuem Leben zu erwecken.

Wir haben nun eingehend über unsere Behauptung gesprochen, daß die Essäer lange vor Christus schon eristiert haben, wir haben diese unsere Behauptung durch zahlreiche einzelne Beweise bekräftigt. Wir wollen nun zu einer eingehenden Charakterisierung der einzelnen Sekten, von den Nasiräern an gerechnet, übergehen, und werden wir dadurch noch oft genügend Gelegenheit finden, unsern. aufmerksamen Leserkreis zu überzeugen, daß wir mit unserer Mei

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Wie wir schon erwähnten, war die Sekte der Nasiräer der eigentliche Ursprung all der anderen später unter anderen Namen auftauchenden Sekten oder Vereinigungen. Wir sind also auch gezwungen, uns folgerichtig zuvörderst mit den Nasiräern zu befassen.

Schon zu Anfang unseres Werkes haben wir uns mit kurzen Worten über die Eigenschaften dieser Sekte ausgesprochen. Wir mußten dies, damit unsere geschäßten Leser durch ihre Charakterisierung leichter auf den Essäerstand eingehen konnten. Es ist daher leicht möglich, daß wir gezwungen werden, in unseren Ausführungen kleine Wiederholungen mit unterlaufen lassen zu müssen, über die wir uns jedoch des leichteren Zusammenhanges wegen leider nicht hinwegseßen können. Wir bitten also, diese kleinen Zufälligkeiten gütigst nochmals in den Kauf zu nehmen. Die Nasiräer waren unter dem israelitischen Volke eine ganz besondere Art heiliger Personen, welche weder durch ihre Geburt bevorzugt waren, noch durch irgend ein Amt zu einer hervorragenden Stellung emporgewachsen waren, sondern die sich durch ein freiwilliges Gelübde Gott geweiht hatten, und welche nun diese ihre Zugehörigkeit zu Gott durch ihr ganzes Leben, welches sich in ganz bestimmten, geregelten Formen abspielte, beweisen mußten. Trat nun irgend jemand, gleichviel ob Mann oder Weib, in den Stand dieser Gottgeweihten ein, so hatte er sich in erster Linie während der ganzen Zeit seines Gelübdes streng an die Saßungen derselben zu halten. Wir führten dieselben schon zu Anfang unserer Besprechung an, wir haben dieselben mit dem Wortlaut der „Heiligen Schrift“ unterlegt, so daß wir nunüber dieselben hinweggehen können.

Dieses ganze Gesez bespricht aber nur die Außenformen des Nasiräats und die mit demselben verbundenen gottesdienstlichen Gebräuche. Daß diese Gebräuche natürlich mit der Zeit verschiedentlich gedeutet worden sind, daß alle diese Gesekesformeln, unter welchen der durch das Gelübde Gebundene handeln mußte, auf ganz bestimmte Anlässe zurückgeführt wurden, ist wohl selbstverständlich; sie kommen jedoch für uns und für unsere Ausführungen nicht in Betracht. Die Gesebe haben bestanden, dies ist durch die Bibel klar dargelegt, und uns dienen sie zur Beweisführung für unsere Behauptung, daß die Essäer nur die wissenschaftlichen Nachkommen der Nasiräer gewesen sind. Dies wird uns die später folgende Charakterisierung der Essäervereinigung klar bezeugen. Uns kommt es nur noch der Vollständigkeit halber darauf an, auf den Zweck überzugehen, den das Nasiräat gehabt und verfolgt haben mag. Es wollte Menschen erziehen, die auf der höchsten Stufe der damaligen menschlichen Vollkommenheit standen, die sich durch Keuschheit und Reinheit sowohl der Seele als auch des Körpers, durch Unantastbarkeit ihrer Sitten und Gebräuche hoch über die damalige gewöhnliche Bildungsklasse der allgemeinen Menschheit erhoben. Auch ist es keineswegs gesagt, daß das Nasiräat stets den gleichen Ausgangs

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