Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

Des andern Tages wollte er gewiß erkunden, warum er verklaget würde von den Juden und löste ihn von den Banden und hieß die Hohenpriester und ihren ganzen Rat kommen und führte Paulus hervor und stellete ihn unter sie.

In diesem Kapitel bekennt sich zuvörderst Paulus selbst als Jude. Im Vers 14 aber wird der Gott der Juden auch als Gott der Christen geschildert, späterhin Paulus aufgefordert, sich taufen zu lassen, trozdem er auch weiter dem jüdischen Glauben treu blieb. Weitere Aufklärung erhalten wir im Kapitel 23. Dieses ist überschrieben:

Paulus vor dem hohen Rat, Pharisäer und Sadducäer seinetwegen uneins. Der Herr spricht ihm zu.

Paulus aber sah den Rat an und sprach: Ihr Männer, lieben Brüder, ich habe mit allem guten Gewissen gewandelt vor Gott bis auf diesen Tag.

Der Hohepriester aber, Ananias, befahl denen, die um ihn stunden, daß sie ihn aufs Maul schlügen.

Da sprach Baulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand! Sißest du, nich zu richten nach dem Gefeße und heißest mich schlagen wider das Geleg? Die aber umherstunden, sprachen: Schiltst du den Hohenpriester Gottes ?

Und Paulus sprach: „Lieben Brüder, ich wußte es nicht, daß er der Hohepriester ist. Denn es stehet geschrieben: ,,Dem Obersten deines Voltes sollst du nicht fluchen."

Da aber Paulus mußte, daß ein Teil Sadducäer war und das andere Teil Pharisäer, rief er im Rat: Ihr Männer, lieben Brüder, ich bin ein Pharisäer und eines Pharisäers Sohn; ich werde angeklagt um der Hoffnung und Auferstehung willen der Toten.

Da er aber das sagte, ward ein Aufruhr unter den Pharifäern und Sabducäern, und die Menge zerspaltete sich.

Denn die Sadducäer sagen, es sei keine Auferstehung, noch Engel, noch Geist; die Pharisäer aber bekennen's beides.

Es ward aber ein groß Beschrei; und die Schriftgelehrten von der Pharisäer Teil stunden auf, stritten und sprachen: Wir finden nichts Arges an diesem Menschen; hat aber ein Geist oder ein Engel mit ihm geredet, so können wir mit Gott nicht streiten.

Da aber der Aufruhr groß ward, besorgte sich der oberste Hauptmann, sie möchten Paulus zerreißen;

und hieß das friegsvolf hinabgehen und ihn von ihnen reißen und in das Lager führen:

Des andern Tages aber in der Nacht stund der Herr bei ihm und sprach: Sei getrost, Paulus! denn wie du mir zu Jerusalem gezeuget hast, also mußt du mir auch zu Rom zeugen.

Mordanschlag wider Paulus, vereitelt durch seine Abführung nach Gäsarea.

Da es aber Tag ward, schlugen sich etliche Juden zusammen und verbanneten sich, weder zu essen, noch zu trinken, bis daß sie Paulus getötet hätten.

Ihrer aber waren mehr denn vierzig, die solchen Bund machten.

Die traten zu den Hohenpriestern und Aeltesten und sprachen: Wir haben uns hart verbannet, nichts zu essen, bis wir Paulus getötet haben.

So thut nun kund dem Oberhauptmann und dem Rat, daß er ihn morgen zu euch führe, als wolltet ihr ihn besser verhören; wir aber sind bereit, ihn zu töten, ehe denn er vor euch kommt.

Da aber Paulus' Schwester Sohn den Anschlag hörte, ging er hin und fam in das Lager und verfündigte es Paulus.

Paulus aber rief zu sich einen von den Unterhauptleuten, und sprach: Diesen Jüngling führe hin zu dem Oberhauptmann, denn er hat ihm etwas zu sagen.

Der nahm ihn und führte ihn zum Oberhauptmann, und sprach: Der gebundene Paulus rief mich zu sich, und bat mich, diesen Jüngling zu dir zu führen, der dir etwas zu sagen habe.

Da nahm ihn der Oberhauptmann bei der Hand, und wich an einen besonderen Ort und fragte ihn: Was ist's, das du mir zu sagen hast?

Er aber sprach: Die Juden sind eins worden, dich zu bitten, daß du morgen Paulus vor den Rat bringen lassest, als wolltest du ihn besser verhören.

Du aber traue ihnen nicht, denn es halten auf ihn mehr denn vierzig Männer unter ihnen, die haben sich verbannet, weder zu essen, noch zu trinken, bis sie Paulus töten; und sind jeßt bereit, und warten auf deine Verheißung.

Da ließ der Oberhauptmann den Jüngling von sich und gebot ihm, daß er niemand sagete, daß er ihm solches eröffnet hätte:

und rief zu sich zween Unterhauptleute und sprach: Rüstet zweihundert Kriegsknechte, daß ste gen Cäsarea ziehen und siebenzig Reiter und zweihundert Schüßen auf die dritte Stunde der Nacht;

und die Tiere richtet zu, daß sie Paulus darauf seben und bringen ihn bewahret zu Felir, dem Landpfleger.

Und schrieb einen Brief, der lautete also:
Claudius Lysias, dem teuren Landpfleger Felir Freude zuvor!

Diesen Mann hatten die Juden gegriffen und wollten ihn getötet haben; da fam ich mit dem Kriegsvolk dazu, und riß ihn von ihnen, und erfuhr, daß er ein Römer ist.

Da ich aber mich wollte erkundigen der Ursache, darum fie ihn beschuldigten, führte ich ihn in ihren Rat.

Da befand sich, daß er beschuldigt ward von wegen Fragen ihres Gesekes, aber keine Anklage hatte des Todes oder der Bande wert.

Und da vor mich kam, daß etliche Juden auf ihn hielten, sandte ich ihn von Stund an zu dir und entbot den Alägern

auch, daß sie vor dir sagten, was sie wider ihn hätten. Gehab dich wohl!

Die Kriegsknechte, wie ihnen befohlen war, nahmen Baulus, und führten ihn bei der Nacht gen Antipatris.

Des andern Tags aber ließen sie die Reiter mit ihm ziehen, und wandten wieder um zum Lager.

Da die gen Cäsarea famen, überantworteten fic den Brief dem Landpfleger und stellten ihn Paulus auch dar.

Da der Landpfleger den Brief las, fragte er, aus welchem Lande er wäre? Und da er erkundet, daß er aus Cilicien wäre, sprach er:

Ich will dich verhören, wenn deine Verkläger auch da sind, und ließ ihn verwahren in dem Richthause des Herodes.

Auch dieses Kapitel enthält das Bekenntnis Paulus für die jüdische Religion.

Kapitel 24, Paulus vor dem Landpfleger Felir.

Ueber fünf Tage zog hinab der Hohepriester Ananias mit den Aeltesten und mit dem Redner Tertullus; die erschienen vor dem Landpfleger wider Paulus.

Da er aber berufen ward, fing an Tertullus zu verklagen und sprach:

Daß wir in großem Frieden leben unter dir und viel Wohlthaten diesem Volke widerfahren durch deine Fürsichtigkeit aller-, teuerster Felir, das nehmen wir an allewege und allenthalben mit aller Dankbarkeit.

Auf daß ich aber dich nicht zu lange aufhalte, bitte ich dich, du wolleft uns fürzlich hören nach deiner Gelindigkeit.

Wir haben diesen Mann gefunden schädlich, und der Aufruhr erreget allen Juden auf dem ganzen Erdboden, und einen Vornehmsten der Sekte der Nazarener,

der auch versucht hat, den Tempel zu entweihen; welchen wir auch griffen, und wollten ihn gerichtet haben nach unserm Gesek.

Aber Lysias, der Hauptmann, kam dazu, und führte ihn mit großer Gewalt aus unseren Händen,

und hieß seine Verkläger zu dir kommen; von welchen du kannst, so du es erforschen willst, dich des alles erkundigen, um was wir ihn verklagen.

Die Juden aber redeten auch dazu, und sprachen, es hielte sich also.

Paulus aber, da ihm der landpfleger winkte, zu reden, antwortete: Dieweil ich weiß, daß du in diesem Volk nun piele Jahre ein Richter bist, will ich unerschroden mich verantworten;

denn du kannst erkennen, daß nicht mehr denn zwölf Tage sind, daß ich bin hinauf gen Jerusalem kommen anzubeten.

Auch haben sie mich nicht gefunden im Tempel mit jemand reden, oder einen Aufruhr machen im Volk, noch in den Schulen, noch in der Stadt.

Sie fönnen mir auch nicht beweisen, des sie mich verklagen.

Das bekenne ich aber dir, daß ich nach diesem Wege, den sie eine Sefte heißen, diene also dem Gott meiner Väter, daß ich glaube allem, was geschrieben stehet im Geseße und in den Propheten,

und habe die Hoffnung zu Gott, auf welche auch sie selbst warten, nämlich, daß zufünftig jei die Auferstehung der Toten, beide, der Gerechten und Ungerechten.

Dabei aber übe ich mich, zu haben ein unverleßt Gewissen allenthalben, beide, gegen Gott und die Menschen.

Aber nach vielen Jahren bin ich fommen, und habe ein Almosen gebracht meinem Volk und Opfer.

Darüber fanden sie mich, daß ich mich geheiliget hatte im Tempel, ohne allen Lärmen und Getümmel.

Das waren aber etliche Juden aus Asien, welche sollten hier sein vor dir, und mich verklagen, so sie etwas zu mir hätten.

Oder laß diese selbst sagen, ob sie etwas Unrechtes an mir gefunden haben, dieweil ich stand vor dem Rat,

ohne um des einzigen Wortes willen, da ich unter ihnen stand und rief: Ueber der Auferstehung der Toten werde ich von euch heute angeklagt.

Da aber Felir solches hörte, zog er sie hin, denn er wußte gar wohl um diesen Weg, und sprach: Wenn Lysias, der Hauptmann herabkommt, so will ich mich eurer Dinge erkundigen.

Er befahl aber dem Unterhauptmann, Paulus zu behalten und lassen Ruhe haben, und daß er niemand von den Seinen wehrte, ihm zu dienen oder zu ihm zu kommen.

Nach einigen Tagen aber fam Felir mit seinem Weibe Drusilla, die eine Jüdin war, und forderte Paulus, und hörte ihn von dem Glauben an Christum.

Da aber Paulus redete von der Gerechtigkeit und von der Neuschheit und von dem zukünftigen Gerichte, erschrack Felix, und antwortete: Gehe hier auf dies Mal; wenn ich gelegene Zeit habe, will ich dich her lassen rufen.

Er hoffte aber daneben, daß ihm von Paulus sollte Geld gegeben werden, daß er ihn losgäbe, darum er ihn auch oft fordern ließ, und besprach sich mit ihm.

Da aber zwei Jahre um waren, kam Portius Festus an Felir' Statt. Felir aber wollte den Juden eine Gunst erzeigen, und ließ Paulus hinter sich gefangen.

Paulus bekennt in diesem Kapitel, dem Gott seiner Väter zu dienen. Im Uebrigen erwächst uns beim genauen Lesen dieses Kapitels immer mehr und mehr der Gedanke, daß wir es mit einer unterschobenen Dichtung zu thun haben, welche in die heilige Schrift mit eingeschoben wurde, um die Bekehrung der Heiden zu unterstüßen und für den israelitischen Glauben günstig zu beeinflußen. Kapitel 25: Paulus beruft sich vor dem Landpfleger Festus auf den Kaiser.

Da nun Festus in's Land kommen war, zog er über drei Tage hinauf von Cäsarea gen Jerusalem. Da erschienen vor ihm die Hohenpriester und die Vornehmsten der Juden wider Paulus, und ermahnten ihn, und baten um Gunst wider ihn, daß er ihn fordern ließe gen Jerusalem; und stelleten ihm nach, daß sie ihn unterwegs umbrächten.

Da antwortete Festus, Paulus würde ja behalten zu Cäsarea; aber er würde in kurzem wieder dahinziehen.

Welche nun unter euch sprach er können, die lasset mit hinabziehen, und den Mann verklagen, so etwas an ihm ist.

Da er aber bei ihnen mehr denn zehn Tage gewesen war, zog er hinab gen Cäsarea; und des andern Tags segte er sich auf den Richterstuhl und ließ Paulus holen.

Da derselbige aber vor ihn fam, traten umher die Juden, die von Jerusalem herabkommen waren, und brachten auf viel und schwere Klagen wider Paulus, welche sie nicht mochten beweisen,

dieweil er sich verantwortete: Ich habe weder an der Juden Gesek, noch an dem Tempel, noch am Kaiser mich versündiget.

Festus aber wollte den Juden eine Gunst erzeigen, und antwortete Paulus und sprach: Willst du hinauf gen Jerusalem, und dajelbst über diesem dich vor mir richten lassen?

Paulus aber sprach: Ich stehe vor des faisers Gericht, da soll ich mich lassen richten; den Juden habe ich kein Beid gethan, wie auch du auf's Beste weißt.

habe ich aber jemand Leid gethan, und des Todes wert gehandelt, so weigere ich mich nicht, zu sterben. Ist aber der feines nicht, des sie mich verklagen, so kann mich ihnen niemand übergeben. Ich berufe mich auf den Kaiser.

Da besprach sich Festus mit dem Rat, und antwortete: Auf den Naiser hast du dich berufen, zum Katser sollst du ziehen.

Aber nach etlichen Tagen kamen der König Agrippa und Bernice gen Cäsarea, Festus zu empfahen.

Und da jie viele Tage daselbst gewesen waren, legte Festus dem König den Handel von Paulus vor, und sprach:

Es ist ein Mann, von Felir hinterlassen gefangen, um welches willen die Hohenpriester und Aeltesten der Juden vor mir erschienen, da ich zu Jerusalem war, und baten, ich sollte ihn richten lassen,

welchen ich antwortete: Es ist der Römer Weise nicht, daß ein Mensch übergeben werde umzubringen, ehe denn der Verklagte habe seine Kläger gegenwärtig, und kaum empfahe, sich der Anflage zu verantworten.

Da sie aber her zusammenfamen, machte ich keinen Aufschub, und hielt des andern Tags Gericht und ließ den Mann vorbringen;

« ͹˹Թõ
 »