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und da seine Verkläger auftraten, brachten sie der Ursachen hier auf, der ich mich versah.

Sie hatten aber etliche Fragen wider ihn von ihrem Aberglauben und von einem verstorbenen Jesus, von welchem Paulus sagte, er lebe.

Da ich aber mich der Frage nicht verstund, sprach ich, ob er wollte gen Jerusalem reisen und daselbst sich darüber lassen richten?

Da aber Paulus sich berief, daß er auf des Kaisers Erkenntnis behalten würde, hieß ich ihn behalten, bis daß ich ihn zum Kaiser sende.

Agrippa aber sprach zu Festus: Ich möchte den Menschen auch gerne hören. Er aber sprach: Morgen sollst du ihn hören.

Und am andern Tage, da Agrippa und Bernice kamen mit großem Gepränge und gingen in das Richthaus mit den Hauptleuten und vornehmsten Männern der Stadt, und da es Festus hieß, ward Paulus gebracht.

Und Festus sprach: Lieber König Agrippa und alle ihr Männer, die ihr mit uns hier seid, da sehet ihr den, um welchen mich die ganze Menge der Juden angegangen hat, beide, zu Jerusalem und auch hier, und schrieen, er solle nicht länger leben.

Ich aber, da ich vernahm, daß er nicht gethan hatte, das des Todes wert sei, und er auch selber sich auf den Kaiser berief. habe ich beschlossen, ihn zu senden.

· Etwas Gewisses aber habe ich von ihm nicht, das ich dem Herrn schreibe. Darum habe ich ihn lassen hervorbringen vor euch, allermeist aber vor dich, König Agrippa, auf daß ich nach geschehener Erforschung haben möge, was ich schreibe.

Denn es dünkt mich ein ungeschickt Ding zu sein, einen Gefangenen schicken und keine Ursachen wider ihn anzeigen.

Das Kapitel 26 faßt die einfache Fortseßung der vorhergehenden in sich und trägt die Ueberschrift: Paulus verantwortet sich vor Festus und dem König Agrippa. Beide erkennen seine Unschuld an.

Agrippa aber sprach zu Paulus: Es ist dir erlaubet, für dich zu reden. Da reckte Paulus die Hand aus und verantwortete sich :

Es ist mir sehr lieb, König ugrippa, daß ich mich heute vor dir verantworten soll alles, deß ich von den Juden beschuldiget werde;

Allermeist, weil du weißt alle Sitten und Fragen der Juden. Darum bitte ich dich, du wollest mich geduldiglich hören.

Zwar mein Leben von Jugend auf, wie das von Anfang unter diesem Volk von Jerusalem zugebracht ist, wissen alle Juden, die mich vorher gekannt haben, wenn sie wollten bezeugen. Denn ich bin ein Pharisäer gewesen, welche ist die strengste Sekte unseres Gottesdienstes.

Und nun stehe ich, und werde angeklagt über der Hoffnung auf die Verheißung, so geschehen ist von Gott zu unsern Vätern,

zu welcher hoffen die zwölf Geschlechter der unsern zu kommen mit Gottesdienst Tag und Nacht emsiglich. Dieser Hoffnung halber werde ich, König Agrippa, von den Juden beschuldiget. Warum wird das für unglaublich bei euch geachtet, daß Gott Tote auferweckt.

Zwar ich meinte auch bei mir selbst, ich müßte viel zuwider · thun dem Namen Jesu von Nazaret.

Wie ich denn auch zu Jerusalem gethan habe, da ich viele Heilige in das Gefängnis verschloß, darüber ich Macht von dem Hohenpriester empfing; und wenn sie erwürget wurden, half ich das Urteil sprechen.

Und durch alle Schulen peinigte ich sie oft, und zwang sie, zu lästern; und war überaus unsinnig auf sie, verfolgte sie auch bis in die fremden Städte.

Ueberdem, da ich auch gen Damaskus reiste mit Macht und Befehl von den Hohenpriestern,

sah ich mitten am Tage, o König, auf dem Wege ein Licht vom Himmel, heller denn der Sonne Glanz, das mich und die mit mir reiseten, umleuchtete.

Da wir aber alle zur Erde niederfielen, hörte ich eine Stimme reden zu mir, die sprach auf Hebräisch: Saul, Saul, was verfolgest du mich ? Es wird dir schwer sein, wider den Stachel zu löcken.

Ich aber sprach: Herr, wer bist du? Er sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest; aber stehe auf und tritt auf deine Füße.

Denn dazu bin ich dir erschienen, daß ich dich ordne zum Diener und Zeugen des, das du gesehen hast und das ich dir noch will erscheinen lassen;

und will dich retten von dem Volk und von den Heiden, unter welche ich dich jeßt sende,

aufzuthun ihre Augen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zu dem Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfahen Vergebung der Sünden und das Erbe samt denen, die geheiliget werden durch den Glauben an mich.

Daher König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungläubig,

sondern verkündigte zuerst denen zu Damaskus und zu Jerufalem und in alle Gegenden jüdischen Landes, und auch den Heiden, daß sie Buße thäten, und sich bekehreten zu Gott, und thäten rechtschaffene Werke der Buße.

Um deßwillen haben mich die Juden im Tempel gegriffen, und versuchten, mich zu töten.

Aber durch Hilfe Gottes ist mir gelungen, und stehe ich bis auf diesen Tag, und zeuge beiden, den Kleinen und Großen, und sage nichts außerdem, das die Propheten gesagt haben, daß es geschehen sollte, und Moses:

Daß Christus sollte leiden, und der Erste sein aus der Auferstehung von den Toten, und verkündigen ein Licht dem Volk und den Heiden.

Da er aber solches zur Verantwortung gab, sprach Festus mit lauter Stimme: „Paulus, du rasest! die große Kunst macht dich rasend.“

Er aber sprach: Mein teurer Festus, ich rase nicht, sondern ich rede wahre und vernünftige Worte.

Denn der König weiß solches wohl, zu welchem ich freudig rede. Denn ich achte, ihm sei der keines nicht verborgen; denn solches ist nicht im Winkel geschehen.

. Glaubest du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, daß du glaubest.

Agrippa aber sprach zu Paulus : Es fehlet nicht viel, du überredest mich, daß ich ein Christ würde.

Paulus aber sprach: „Ich wünschte vor Gott, es fehle nun an viel oder an wenig, daß nicht allein du, sondern alle, die mich heute hören, solche würden wie ich bin, ausgenommen diese Bande.

Und da er das gesagt, stund der König auf und der Landpfleger und Bernice und die mit ihnen saßen,

und wichen beiseits, redeten mit einander und sprachen: „Dieser Mensch hat nichts gethan, das des Todes oder der Bande wert sei.

Agrippa aber sprach zu Festus: Dieser Mensch hätte können losgegeben werden, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte.

Kapitel 27: Paulus wird als Gefangener nach Rom geführt. Schiffbruch und Errettung. Ankunft in Melite.

Da es aber beschlossen war, daß wir gen Welschland schiffen sollten, übergaben sie Paulus und etliche andere Gefangene dem Unterhauptmann mit Namen Julius, von der Kaiserlichen Schar.

Da wir aber in ein adramyttisch Schiff traten, daß wir an Asien hinschiffen sollten, fuhren wir vom Lande; und war mit uns Aristarchus aus Macedonien, von Thessalonich; .

und des andern Tages kamen wir an zu Sidon. Und Julius hielt sich freundlich gegen Paulus, erlaubte ihm, zu seinen guten Freunden zu gehen und sein zu pflegen. Und von dannen stießen wir ab und schifften unter Cypern hin, darum, daß uns die Winde entgegen waren; und schifften durch das Meer bei Cilicien und Pamphylien und kamen gen Myra in Lycien.

Und daselbst fand der Unterhauptmann ein Schiff von Alerandrien, das schiffte gen Welschland, und ließ uns drauf übersteigen.

Da wir aber langsam schifften, und in viel Tagen kaum gegen Anidus tamen, – denn der Wind wehrete uns – Ichifften wir unter Areta hin bei Salmone; und zogen kaum vorüber, da kamen wir an eine Stätte, die heißet Gutfurt, dabei war nahe die Stadt Lajäa.

Da nun viel Zeit vergangen war, und nunmehr fährlich war, zu schiffen, darum daß auch die Faste schon vorüber war, vermahnte sie Paulus

und sprach zu ihnen: Lieben Männer, ich sehe, daß die

Schiffahrt will mit Leid und großem Schaden ergehen, nicht allein der Last und des Schiffes, sondern auch unseres Lebens.

Aber der Unterhauptmann glaubte dem Steuermann und dem Schiffherrn mehr denn dem, das Paulus sagte.

Und da die Anfurt ungelegen war, zu wintern, bestunden ihrer das mehrere Teil auf dem Rat, von dannen zu fahren, ob fie könnten kominen gen Phönix zu wintern, welches ist eine Anfurt an Kreta, gegen Südwest und Nordwest.

Da aber der Südwind wehte, und sie meinten, sie hätten nun ihr Vornehmen, erhuben sie sich, und fuhren näher an Areta hin.

Nicht lange aber darnach erhub sich wider ihr Vornehmen eine Windsbraut, die man nennet Nordost.

Und da das Schiff ergriffen ward, und konnte sich nicht wider den Wind richten, gaben wir es dahin, und schwebeten also. Wir kamen aber an eine Insel, die heißet Alauda; da konnten wir kaum den Kahn ergreifen.

Den huben wir auf, und brauchten der Hilfe, und unterbanden das Schiff, denn wir fürchteten, es möchte in die Syrte fallen und liegen die Segel herunter, und fuhren also. Und da wir große Ungewitter erlitten, thaten sie des nächsten Tags einen Auswurf.

Und am dritten Tage warfen wir mit unsern Händen aus die Gerätschaft im Schiffe.

Da aber in vielen Tagen weder Sonne noch Gestirn erschien, und nicht ein klein Ungewitter uns drängte, war alle Hoffnung unseres Lebens dahin.

Und da man lange nicht gegessen hatte, trat Paulus mitten unter sie und sprach: Lieben Männer, man sollte mir gehorchet und nicht von Kreta aufgebrochen haben, und uns dieses Leides und Schadens überhoben haben.

Und nun ermahne ich euch, daß ihr unverzagt seid; denn keines Leben aus uns wird umkommen, nur das Schiff.

Denn diese Nacht ist bei mir gestanden ein Engel Gottes, des ich bin und dem ich diene.

Und sprach: Fürchte dich nicht, Paulus, du mußt vor den Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott hat dir geschenkt alle, die mit dir schiffen.

Darum, lieben Männer, seid unverzagt; denn ich glaube Gott, es wird also geschehen, wie mir gesagt ist.

Wir müssen aber anfahren an eine Insel.

Da aber die vierzehnte Nacht kam, daß wir im Adria-Meer fuhren, um die Mitternacht, wähneten Sie Schiffleute sie kamen etwa an ein Land.

Und sie senkten den Bleiwurf ein und fanden zwanzig Klafter tief; und über ein wenig von dannen, senkten sie abermal und fanden fünfzehn Alafter.

Da fürchteten sie sich, sie würden an harte Orte anstoßen, und warfen hinten vom Schiffe vier Anker, und wünscheten, daß es Tag würde.

Da aber die Schiffleute die Flucht suchten aus dem Schiff und den Kahn niederließen in das Meer, und gaben vor, sie wollten die Anker vorne aus dem Schiffe lassen, sprach Paulus zu dem Unterhauptmann und zu den Kriegsknechten: Wenn diese nicht im Schiffe bleiben, so könnt ihr nicht am Leben bleiben.

Da hieben die Ariegsknechte die Strice ab von dem Nahn und ließen ihn fallen.

Und da es anfing licht zu werden, ermahnte sie Paulus alle, daß sie Speisen nähmen und sprach: Es ist heute der vierzehnte Tag, daß ihr wartet und ungegessen blieben seid, und habt nichts zu euch genommen.

Darum ermahne ich euch, Speisen zu nehmen, euch zu laben, denn es wird euer keinem ein Haar von dem Haupt entfallen.

Und da er das gesaget, nahm er das Brot, dankte Gott vor ihnen allen, und brach's und fing an zu essen.

Da wurden sie alle gutes Muts, und nahmen auch Speise.

Unser waren aber alle zusammen im Schiffe zweihundert und sechsundsiebendzig Seelen.

Und da sie satt worden, erleichterten sie das Schiff und warfen das Getreide in das Meer.

Da es aber Tag ward, kannten sie das Land nicht; einer Unfuhr aber wurden sie gewahr, die hatte ein Ufer; da hinan wollten sie das Schiff treiben, wo es möglich wäre.

Und sie hieben die Anker ab, und ließen sie dem Meer, löseten zugleich die Bande der Steuerruder auf, und richteten die Segel nach dem Winde, und trachteten nach dem Ufer.

Und da wir fuhren an einen Ort, der auf beiden Seiten Meer hatte, stieß sich das Schiff an, und das Vorderteil blieb fest stehen, unbeweglich; aber das Hinterteil zerbrach von der Gewalt der Wellen.

Die Kriegsknechte aber hatten einen Rat, die Gefangenen zu töten, daß nicht jemand, so er anschwömme, entflöhe.

Aber der Unterhauptmann wollte Paulus erhalten, und wehrte ihrem Vornehmen, und hieß die da schwimmen könnten, sich zuerst in das Meer lassen, und entrinnen an das Land;

die andern aber etliche auf Brettern, etliche auf dem, das vom Schiffe war. Und also geschah es, daß sie alle gerettet an's. Land kamen.

Das 28. Kapitel spricht besonders von Paulus Wunderthat und von seiner Anfunft und Predigt in Rom.

Und da wir gerettet waren, erfuhren wir, daß die Insel Melite heiße.

Die Leutlein aber zeigten uns nicht geringe Freundschaft; zündeten ein Feuer an, und nahmen uns alle auf, um des Regens, der über uns kommen war, und um der Kälte willen.

Da aber Paulus einen Haufen Reiser zusammenfaßte und legte es aufs Feuer, fam eine Otter von der Hibe hervor, und. fuhr Paulus an seine Hand.

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