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. 3. Täglich, jeden Morgen, mußte er ein Bad nehmen in einem quellenden Wasser oder in einem offenen See, auch nach jeder Verunreinigung mußte ein Bad folgen. . 4. Seine Nahrung durfte nur aus Obst und Rüben bestehen, Fleischkost und geistige Getränke mußten streng vermieden werden.

5. Unter 25 Jahren und nach einem Alter von 50 Jahren war es nicht gestattet, Rabbalist zu werden.

6. Jeder Rabbalist mußte verheiratet sein, er durfte jedoch nur Samstags mit seiner Frau verkehren. Diesen Tag selbst mußte er heilig halten.

7. Die eigenen Kinder, wie auch die Haustiere durften das Zimmer des Rabbalisten nie betreten.

8. Eine Hauptbedingung war strengste Gottesfurcht.

9. Nie durfte der Rabbalist einem Menschen, und wenn derselbe auch dem Heidentum angehörte, etwas zu Leide thun.

10. Er mußte jeden Menschen, mit welchem er einen Streit gehabt, sei er im Recht oder im Unrecht gewesen, um Verzeihung bitten.

11. Sein Schlaf durfte während der Nacht höchstens 4 Stunden dauern. Um 1 Uhr Nachts mußte er sich vom Lager erheben. Mehrere Stunden des Tages mußte er in heiligen Büchern, z. B. die Psalmen, lesen, die übrige Zeit mußte er ehrfürchtig an Gott denken.

12. Nur am Mittwoch darf er Anderen Wohlthaten erweisen, z. B. franke pflegen oder Arme unterstüßen.

13. Die Dauer dieses Studiums, oder besser gesagt, dieses Gelübdes, währte nur 2 Jahre.

Dies waren die Vorschriften, die ein Kabbalist zu erfüllen hatte. Eine Erleichterung für die Vollziehung des Gelübdes wäre es gewesen, wenn dasselbe hätte im Freien absolviert werden können, statt im Zimmer. Auch in Palästina wurde ersteres vorgezogen. Doch mögen wohl sanitäre Gründe für den Aufenthalt im geschlossenen Zimmer gestimmt haben. Selbstverständlich war keineswegs ein ununterbrochener Aufenthalt im Zimmer vorgeschrieben.

Waren die 2 Jahre Prüfungszeit nun erledigt, so begann der Kabbalist mit den Geistern zu verkehren, er begann hellsehend zu werden und überhaupt übernatürliche Kräfte und sonstige phänomenale Eigenschaften zu zeigen.

Diese Sekte der Kabbalisten ist nun keineswegs ausgestorben; noch heutigen Tages sind dieselben zu finden, und zwar sind dies die sogenannten Wunder-Rabbiner in Rußland und in Galizien. Nun dürfen wir aber keineswegs glauben, daß die Kabbalistenvereinigung stets unangefochten und unbehelligt durch die Welt gegangen ist. Im Gegenteil, zu allen Zeiten sind heftige Gegner den Kabbalisten und ihrer Lehre entstanden, wie dies auch heutzutage noch der Fall ist; aber das Merkwürdigste ist, daß die Hauptgegner der Kabbalistenlehre speziell aus den Reihen der Rabbiner und überhaupt der jüdischen Gelehrtenwelt hervorgegangen sind. Die ücünde, warum die Rabbalisten mit dieser heftigen Gegnerschaft zu kämpfen hatten, sind sehr einfacher Natur. Die Widersacher der

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Essäerbestrebungen hatten sich, und vielleicht auch gar nicht mit Unrecht, darauf gestüßt, daß, wenn irgend jemand erst angefangen hatte, diese mystischen Bestrebungen in sich aufzunehmen, dann aber die vorgeschriebenen Geseße nicht in ihrer vollen, ganzen Strenge befolgte, leicht zu den verworfensten und sittenverdorbensten Geschöpfen gezählt werden mußte. Durch ein Untreuwerden den essäischen Vorschriften gegenüber konnte er leicht der Sünde und der Gottesverlassenheit vollkommen in die Arme fallen, er konnte also von einem Strenggläubigen, Gottergebenen sehr leicht zum Verächter Gottes und der Menschen werden. Ein Beispiel finden wir wieder in der Heiligen Schrift“. Durch sie erfahren wir, wie Korah und seine Jünger gegen Moses aufrührerisch und verachtend gehandelt haben, trozdem sie mit ihren leibhaftigen Augen die Wunder sahen, die Moses vollbrachte. Sie sahen, wie Moses die zehn Plagen auf das Egypterland herabbeschwor, sie sahen, wie sich auf Moses Befehl das Meer teilte, um die Juden auf ihrer Flucht durchzulassen, sie sahen das Mannah vom Himmel fallen und den Quell aus dem sich öffnenden Felsen rieseln, und dennoch lehnte sich Korah und seine Sippschaft in gottverlassener Sündhaftigkeit gegen den Vertreter des Herrn, gegen Moses, in der verwerflichsten Weise auf.

Wir müssen hier an dieser Stelle auf kurze Zeit den Gang unserer geschichtlichen Erörterungen unterbrechen und einen kleinen Seitensprung machen; wie wichtig eine vorübergehende Abweichung für den Verlauf des Ganzen ist, werden wir später klar und deutlich sehen. Wir müssen uns nun auf kurze Zeit den sogenannten falschen Propheten zuwenden, welche gerade damals anfingen, ihr Wesen zu treiben, und welche dann später, ungefähr 600 vor Christus, in geradezu erschreckender Anzahl auftauchten. Korah darf als der eigentliche Stammvater dieser falschen Prophetensippe betrachtet werden. Im Ganzen aber finden wir in der „Heiligen Schrift“ neben Moses und den 48 anerkannten Propheten nebst 7 Prophetinnen noch eine ganze, große Anzahl sogenannter falscher Propheten, welche durch ihre Verkündigungen und Lehren das Volk zu bethören suchten.

Der Prophet Jeremia gibt uns in verschiedenen Kapiteln genügend Anhaltspunkte für unsere Annahme. Wir wollen der Vollständigkeit halber nicht versäumen, die verschiedenen, auf unsere Ausführungen bezughabenden Quellen nacheinander anzuführen. Sie lauten:

Kapitel 5, Vers 31: Die Propheten weissagen falsch, und die Priester herrschen in ihrem Amt und mein Volk hat’s gern also. Wie will es euch zuleßt drob gehen?

Kapitel 20, Vers 6: Und du Pashur sollst mit allen deinen Hausgenossen gefangen gehen, und gen Babel kommen; daselbst sollst du sterben, und begraben werden samt allen deinen Freunden, welchen du Lügen predigst.

Kapitel 23, Vers 13–15 und 32: Zwar bei den Propheten zu Samaria sah ich Thorheit, daß sie weissagten durch Baal, und

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Zebaothapiter 29,

verführten mein Volk Israel. Aber bei den Propheten zu Jerusalem sehe ich Greuel, wie sie ehebrechen, und gehen mit Lügen um, und stärken die Boshaftigen, auf daß sich ja niemand bekehre von seiner Bosheit. Sie sind alle vor mir gleich wie Sodom, und die Bürger von Jersualem wie Gomorrá. Darum spricht der Herr Zebaoth von den Propheten also: Siehe, ich will sie mit Wermuth speisen und mit Galle tränken, denn von den Propheten zu Jerusalem kommt Heuchelei aus in's ganze Land. Siehe ich will an die, so falsche Träume weissagen, spricht der Herr, und erzählen dieselben und verführen mein Volk mit ihren Lügen und losen Teidingen, so Ich sie doch nicht gesandt, und ihnen nichts befohlen habe, und sie auch diesem Volke nichts nüße sind, spricht der Herr...

Kapitel 29, Vers 8–9, 30--32 : Denn so spricht der Herr Zebaoth, der Gott Jsraels: Laßt euch die Propheten, die bei euch sind, und die Wahrsager nicht betrügen, und gehorcht euren Träumen nicht, die euch träumen. Denn sie weissagen euch falsch in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt, spricht der Herr. - Darum geschah des Herrn Wort zu Jeremia und sprach: Sende hin zu allen Gefangenen und laß ihnen sagen: So spricht der Herr wider Semaja von Nehalam: Darum, daß euch Semaja weissaget, und ich hab ihn doch nicht gesandt, und macht, daß ihr auf Lügen vertrauet, darum spricht der Herr also: Siehe, ich will Semaja von Nehalam heimsuchen samt seinem Samen, daß der Seinen keiner soll unter diesem Volke bleiben, und soll das Gute nicht sehen, das ich meinem Volke thun will, spricht der Herr. Denn er hat sie mit seiner Rede vom Herrn abgewendet.

Auch der Prophet Micha kann im 2. Kapitel, Vers 11, als Beweis herangezogen werden; wir lesen dort: Wenn ich ein Irrgeist wäre und ein Lügenprediger, und predigte, wie sie saufen und schwelgen sollten, das wäre ein Prediger für das Volk.

Sogar im „Neuen Testament" finden wir eine Bestätigung unserer Meinung. Im Evangelium Marci, Kapitel 13, Vers 22, stehet geschrieben; Denn es werden sich erheben falsche Christi und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder thun, daß sie auch die Auserwählten verführen, so es möglich wäre.

Vorläufig müssen wir uns mit dieser einfachen Konstatierung zufrieden geben, zum geeigneten Zeitpunkt werden wir doch gezwungen werden, nochmals auf dieses Thema zurückzukommen. Für jekt wollen wir uns wieder den Kabbalisten zuwenden.

Das Leben Elisas Ben Abuja, welcher im 2. Jahrhundert nach Christus gelebt hat, spricht ebenfalls dafür, wie berechtigt die gegnerische Strömung war. Dieser, einer der größten Gelehrten seiner Zeit und Mitarbeiter des Talmuds, war ein intimer Freund des Rabbi Akiba. Als diese beiden Gelehrten in der Vollkraft ihres Wissens standen, entschlossen sie sich mit noch zwei Gefährten zusammen, plößlich der Kabbalistischen Lehre beizutreten. Die andern Beiden hießen Ben Asai und Ben Soma. Was wurde nun aus diesen pier gelehrten Männern? Nur Rabbi Aliba erreichte das Ziel

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seiner Wünsche, er wurde ein bedeutender Kabbalist, der später noch viel von sich reden machte. Ben Asai wurde in einen plößlichen Schreden verseßt, er starb unversehens. Ben Soma perfiel in Jrrsinn. Elisa Ben Abuja aber versank volständig in Unsittlichkeit, mit dem Auswurf der Menschheit pflegte er seinen Umgang, er wurde sogar zum Denunzianten. (Chagiga 14.) Im Talmud können wir alle die Gräuelthaten lesen, die diesem Elisa Ben Abuja zur Last gelegt werden. Es würde zu weit führen, wollten wir das ganze Sündenregister dieses Elisa Ben Abuja hier anführen, nur das soll nicht verschiegen werden, daß er tausende und abertausende seiner jüdischen Glaubensgenossen an die Römer verriet, worauf sie von

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Elisa Ben Ahuja, dieser große Gelehrte, dieser Mitarbeiter des Talmud, wurde durch die Kabbala derartig demoralisiert, daß er schließlich sogar zum Heidentum übertrat, er sank fogar unter den Ungläubigen auf eine ganz niedrige Stufe der Moralität herab.

Hochinteressant ist die Geschichte des Sabbatai Zewi, eines bedeutenden Aabbalisten, welcher 1626 nach Christi in Smyrna geboren wurde. Dieser Phantast hat in der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts nicht blos seine Heimat Kleinasien sondern beinahe das ganze damals bekannte Weltall durch seine kabbalistischen Thaten, und in Verbindung mit diesen, durch seine religiösen Schwärmereien und Träumereien in eine solche Aufregung und Verzüdung verseßt, daß dadurch beinahe eine Gefährdung der ganzen Weltordnung eingetreten wäre. Brachte er es doch in seinen Bestrebungen sogar so weit, daß er sich im Jahre 1666 selbst als Messias seinen Anhängern zu erkennen gab und Hunderttausende diesen Akt mit Jubel und Begeisterung aufnahmen. Doch wir wollen unserer Erzählung nicht vorgreifen. Sabbatai Zewi war der Sohn eines reichen Juden in Smyrna. Die Mutter Natur hatte ihn durch eine bezaubernde Persönlichkeit vor vielen seiner Mitmenschen bevorzugt. Er war groß und schön gewachsen, hatte schönes schwarzes Bart- und Kopfhaar und ein modulationsfähiges, angenehmes Organ. Durch seine Sprache, und mehr noch durch seinen Gesang, wußte er alle, die ihm nahekamen, mit mächtiger Gewalt anzuziehen. In geistiger Beziehung war er, wie wir schon andeuteten, im höchsten Grade phantastisch veranlagt; er hatte einen besonderen Hang zum Außergewöhnlichen, ja zum Abenteuerlichen. Besonders liebte er die Einsamkeit. Schon im frühesten Knabenalter vermied Sabbatai den Verkehr mit seinen Altersgenossen, er zog sich völlig aus ihrem Kreis zurück und versank in ein tiefes Grübeln und Nachdenken. Dabei verfügte er keineswegs über eine außergewöhnliche Bildung. Zwar studierte er, als er sich dem Jünglingsalter näherte, den Talmud, aber auch hierin wurde er keineswegs Meister. Bei seiner eigentümlichen geistigen Veranlagung war es feineswegs zu verwundern, daß er sich schon in jungen Jahren der Kabbala zuwendete. Er teilte die damals noch allgemein verbreitete Meinung, daß die Aabbala sich lediglich durch ascetische Mittel erwerben lasse. Um nun

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dieser Wissenschaft auch wirklich gründlich teilhaftig zu werden, kasteiete er seinen Leib auf unerhörte Weise. Er badete im offenen Meer bei Tag und bei Nacht, im Sommer wie im Winter. Daneben hielt er sich auf's Strengste an die kabbalistischen Vorschriften. Als er die Mannesreife erlangt hatte, empfand er keinerlei Neigung für das weibliche Geschlecht. Nach der damaligen Sitte sehr jung verheiratet, mied er seine schöne jugendliche Frau so hartnäckig, daß diese schließlich die Scheidung der Ehe beantragte. Mit Freuden ging er darauf ein. Bald darauf verheiratete er sich auf Wunsch seiner Angehörigen zum zweitenmal; aber auch seine zweite Frau machte dieselbe Erfahrung wie ihre Vorgängerin. Auch diese Ehe wurde bald wieder geschieden. Alles dieses lenkte bald die allgemeine Aufmerksamkeit auf ihn und sein Treiben, und nicht lange dauerte es, so war er von einem großen Areis getreuer Anhänger umgeben, die sich von ihm in die kabbalistischen Geheimnisse einführen ließen. Sein durch die allgemeine Bewunderung langsam sich einstellender Hochmut wurde durch die geradezu tadelnswerte Verehrung, die ihm sein Vater zuteil werden ließ, noch in hohem Grade bestärkt. Dazu kam noch, daß von diesem allerlei sensationelle, den Geist aufregende Gerüchte nach Hause gebracht wurden, welche natürlich nicht verfehlten, auf den jungen Träumer den größten Eindruck zu machen. So brachte der Vater Sabbatais, Mardachai Zewi, eines Tages die Mär von einem Ausgange mit nach Hause, daß er gehört habe, im Jahre 1666 werde der Messias erscheinen, er werde den Juden eine neue Herrlichkeit bescheeren und sie wieder nach Jerusalem zurückführen, wo das alte jüdische Reich in neuer Blüte wieder erstehen sollte. Daß Sabbatai dieses prophetische Wundermärchen mit aller Macht, mit wahrer Begierde in sich auffog, ist bei seiner geistigen Verfassung gewiß nicht zu verwundern. Unwillkürlich kam dem überspannten, durch die beständige geistige Aufregung beinahe schon krankhaft veranlagten Jüngling der Gedanke, daß er am Ende selbst berufen sei, diese MessiasMission zu erfüllen. Die ganze Mystik der Kabbala, ihre wunderlichen Lehren, hatten dem jugendlichen Schwärmer den Kopf dermaßen verdreht, daß er sich immer mehr und mehr in diese Idee verrannte. Aber der Zweiundzwanzigjährige hatte bei all seinem frommen, mystischen Lebenswandel doch noch zu wenig Autorität bei seinen Glaubensgenossen, als daß er sogleich mit seinen Gedanken, mit seinen Wahnvorstellungen hätte Erfolg haben können, ja, im Gegenteil, die Rabbiner wandten sich gegen ihn und nach einigen Jahren wurde über ihn und seinen Lehrer Joseph Eskasa der Bann ausgesprochen. Im Jahre 1651 wurde er und seine Jünger aus Smyrna verjagt. Dies hinderte jedoch Sabbatai keineswegs, auf seinem Vorhaben zu beharren, im Gegenteil, die Verfolgung, die ihm zuteil wurde, bestärkte ihn und seine Jünger, unter denen sich auch hochachtbare Gelehrte befanden, nur noch mehr in dem Gedanken an seine Messias-Mission, und so trieb Sabbatai sein Wesen ruhig weiter, von Stadt zu Stadt wandernd, immer nur neue An

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