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auf Gefeße bauen, wie fie Ver

nunft und Menschenmeinung Mel. 155: Sieh, hier bin ich 2c.

stellt; du kannst den Knoten mit Schweigt vom Glüde und Ge- dem Schwert zerhauen und sanft schicke, die ihr Gottes Tun nicht auflösen, wie es dir gefällt. Du wißt! Mir genüget, was Gott reißest wohl das stärkste Band füget, welcher Erd und Himmel entzwei; was sich entgegenseßt, mißt, der lebendig, der beständig, muß sinken hin, ein Wort von der der rechte Vater ist. dir bricht oft den härtsten Sinn;

2. Alle Schritte, alle Tritte sind dann geht dein Fuß auch durch dem Vater wohlbekannt; wenn Unwege frei. ich falle, da ich walle, fall ich 3. Was unsre Klugheit will doch in seine Hand. Gehn die zusammenfügen, teilt dein VerGänge durchs Gedränge, gehn sie stand in Ost und Westen aus. doch zum Vaterland.

Was mancher unter Joch und 3. Das ist feste: auf das beste Last will biegen, setzt deine Hand führt mich Gott auf seiner Bahn; frei an der Sterne Haus. Die und ich fühle an dem Ziele, was Welt zerreißt, und du verknüpfft er tut, sei wohlgetan. Shm ge- in Kraft; sie bricht, du baust; sie höre Dank und Ehre, weil er selig baut, du reißest ein; ihr Glanz führen kann.

muß dir ein dunkler Schatten sein; Philipp Friedrich Hiller. † 1769. dein Geist bei Toten Kraft und

Leben schafft. 299.

4. Wen die Vernunft oft fromm

und selig preiset, den hast du Eigene Melodie. 157.

längst aus deinem Buch getan. So führst du doch recht selig, Doch mem die Welt dies Zeugnis Herr, die Deinen, ja selig und nicht erweiset, den führst du in doch meistens wunderlich! wie der Stille himmelan. Den Tisch fönntest du es böse mit uns mei- der Pharisäer läßt du stehn und nen, da deine Treu nicht kann speisest mit den Sündern, sprichst verleugnen sich? Die Wege sind sie frei. Wer weiß, was mancha oft krumm und doch gerad, wor= mal deine Absicht sei? wer kann auf du läßt die Kinder zu dir der tiefsten Weisheit Abgrund gehn. Da pflegt es wunderfelt: sehn? sam auszusehn; doch triumphiert 5. Was alles ist, gilt nichts in zuleßt dein hoher Rat.

deinen Augen; was nichts ist, hast 2. Du willst dein Werk nicht du, großer Gott, recht lieb. Der

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Worte Pracht und Ruhm kann Muttertreu. Wo niemand meinet, dir nicht taugen, du gibst die daß es deine sei, da hegest du dein Kraft durch deines Geistes Trieb. Schäflein, lässests nie. Die besten Werke bringen dir kein 9. So gehest du nicht die geLob, sie sind versteckt, der Blinde meinen Wege, dein Fuß wird geht vorbei; wer Augen hat, sieht selten öffentlich gesehn, damit du sie, doch nie so frei; die Sachen fehst, was sich im Herzen rege, sind zu fein, der Sinn zu grob. wenn du in Dunkelheit mit uns

6. D Herrscher, sei von uns ge- willst gehn. Das Widerspiel legt benedeiet, der du uns tötest und sich vor Augen dar von dem, lebendig machst. Wenn uns dein was du in deinem Sinne hast; Geist der Weisheit Schak ver- wer meint, er hab die Absicht leihet, so sehn wir erst, wie wohl recht erfaßt, der wird am End du für uns wachst. Die Weisheit ein andres oft gewahr. spielt bei uns, wir spielen mit; 10. Auge, das nicht Trug bei uns zu wohnen, ist dir lauter noch Heucheln leidet, gib mir Lust, die reget sich in deiner Vater- des scharfen Blickes Sicherheit, brust und gängelt uns im zarten der die Natur von Gnade unterKinderschritt.

scheidet, das eigne Licht von deiner 7. Bald scheinst du etwas hart Herrlichkeit. Laß doch mein töricht uns anzugreifen, bald fährest du Herz dich meistern nicht, brich mit uns ganz säuberlich. Ge- ganz den Willen, der sich selber schiehts, daß unser Sinn sucht liebt; erweck die Lust, die sich auszuschweifen, so weist die Zucht nur dir ergibt und tadelt nie uns wieder hin auf dich. Da gehn dein heimliches Gericht! wir denn mit blöden Augen hin; 11. Will etwa die Vernunft du küsseft uns, wir sagen Bessrung dir widersprechen und schüttelt zu: drauf schenkt dein Geist dem ihren Kopf zu deinem Weg, so Herzen wieder Ruh und hält im wollst du ihre Festung niederZaum den ausgeschweiften Sinn. brechen, daß ihre Höhe sich bei

8. Du kennst, o Vater, wohl zeiten leg. Rein fremdes Feuer das schwache Wesen, die Ohnmacht sich in mir entzünd, das ich vor und der Sinne Unverstand; man dich in Torheit bringen möcht, kann es fast an unsrer Stirne womit ich gar dir zu gefallen lesen, wie es mit schwachen Kin- dächt! Ach selig, wer dein Licht dern sei bewandt. Drum greifst ergreift und findt. du zu und hältst und trägest sie, 12. So zieh mich gänzlich denn brauchst Vaterrecht und zeigest nach deinem Willen und trag und

heb und führ dein armes Kind! auch hin und wieder mich des Dein innres Zeugnis soll den Höchsten Arm gedeckt; mich geZweifel stillen; dein Geist die schüßt mit Vatertreue, seit er mir Furcht und Lüfte überwind. Du mein Wesen gab und das Leben, bist mein Alles, denn dein Sohn das ich hab und des ich mich ist mein, dein Geist regt sich ganz ießt noch freue. Alles Ding kräftiglich in mir. Ich brenne währt seine Zeit, Gottes Lieb in nur nach dir in Heilsbegier; wie Ewigkeit. oft erquickt mich deiner Wahrheit 3. Sein Sohn ist ihm nicht Schein.

zu teuer, nein, er gibt ihn für 13. Drum muß die Kreatur mich hin, daß er mich vom ewgen mir immer dienen, kein Engel Feuer durch sein teures Blut schämt nun der Gemeinschaft sich; gewinn. Ddu unergcündter die Geister, die vor dir vollendet Brunnen, wie will doch mein grünen, sind meine Brüder und schwacher Geist, ob er sich gleich erwarten mich. Wie oft erquicket hoch befleißt, deine Tief ergründen meinen Geist ein Herz, das dich können! Alles Ding währt seine und mich und alle Christen liebt! Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Ists möglich, daß mich etwas 4. Seinen Geist, den edlen noch betrübt? Komm, Freuden: Führer gibt er mir in seinem quell! weich emig, aller Schmerz! Wort, daß er werde mein ReGottfried Arnold. † 1714. gierer durch die Weltzur Himmels

pfort, daß er mir mein Herz er300. fülle mit dem hellen Glaubens

licht, das

das des Todes Reich Eigene Melodie. 159.

zerbricht und die Hölle selbst Sollt ich meinem Gott nicht macht stille. Alles Ding währt singen? sollt ich ihm nicht fröhlich seine Zeit, Gottes Lieb in sein? Denn ich seh in allen Dingen, Ewigkeit. wie so gut ers mit mir mein. 5. Meiner Seelen WohlIst doch nichts als lauter Lieben, ergehen hat er ja recht wohl bedas sein treues Herze regt, das dacht; will dem Leibe Not entohn Ende hebt und trägt, die in stehen, nimmt ers gleichfalls wohl seinem Dienst fich üben. Alles in acht. Wenn mein Können, Ding währt seine Zeit, Gottes mein Vermögen nichts vermag, Lieb in Ewigkeit.

nichts helfen kann, kommt mein 2. Wie ein Adler sein Gefieber Gott und hebt mir an sein Verüber seine Jungen stredt, also hat mögen beizulegen. Alles Ding

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währt seine Zeit, Gottes Lieb gefangen hält, durch das Kreuze in Ewigkeit

zu ihm lenke. Alles Ding währt 6. Himmel, Erd und ihre seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Heere hat er mir zum Dienst 10. Das weiß ich fürwahr und bestellt. Wo ich nur mein Aug lasje mirs nicht aus dem Sinne hinkehre, find ich, was mich nährt gehn, Christenfreuz hat seine Maße und hält, Tier und Kräuter und und muß endlich stille stehn. Wenn Getreide in den Gründen, in der der Winter ausgeschneiet, tritt der Höh, in den Büschen, in der See, schöne Sommer ein; also wird auch überall ist meine Weide. Alles nach der Pein, wers erwarten Ding währt seine Zeit, Gottes kann, erfreuet. Alles Ding währt Lieb in Ewigkeit.

feine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein 11. Weil denn weder Ziel noch Sorgen und ermuntert mein Ge- Ende sich in Gottes Liebe findt, müt, daß ich alle liebe Morgen ei, fo heb ich meine Hände zu dir, schaue neue Lieb und Güt. Wäre Vater, als dein Kind; bitte, mein Gott nicht gewesen, hätte wollft mir Gnade geben, dich mich sein Angesicht nicht geleitet, aus aller meiner Macht zu umwär ich nicht aus so mancher fangen Tag und Nacht hier in Angst genesen. Alles Ding währt meinem ganzen Leben, bis ich seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit

. dich nach dieser Zeit lob und lieb 8. Wie ein Vater seinem Kinde in Ewigkeit

. sein Herz niemals ganz entzeucht,

Paul Gerhardt. † 1676. ob es gleich bisweilen Sünde tut und aus der Bahne weicht, also

301. hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zugut, will

Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. mein Fehlen mit der Rut und Wunderanfang, herrlich Ende, nicht mit dem Schwerte rächen. Wo die wunderweisen Hände Alles Ding währt seine Zeit, Gottes führen ein und aus! Gottes Lieb in Ewigkeit. Wunderweislich ist sein Raten,

9. Seine Strafen, seine wunderherrlich seine Taten, und Schläge, ob es mir auch bitter du sprichst: Wo wills hinaus? scheint, dennoch, wenn ichs recht 2. Denke doch: es muß 10 erwäge, sind es Zeichen, daß gehen, was Gott weislich heißt mein Freund, der mich liebet, geschehen, ihm und dir zur Herrmein gedenke und mich von der lichkeit

. Ob der Anfang feltsam schnöden Welt, die mich hart scheinet, ist das End doch gut

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gemeinet, Friede folget nach dem machen, End und Anfang geben Streit.

frei. Er wird, was er angefangen, 3. Gottes Weg ist in den lassen so ein End erlangen, daß Flüssen und in großen Wasser- es wunderherrlich sei. güssen, und du spürst nicht seinen 6. D laß dir doch nimmer Fuß. So auch in dem Meer grauen, lerne deinem Gott vers der Sorgen hält Gott seinen trauen, sei getrost und guten Muts. Pfad verborgen, daß man nach Er fürwahr, er wird es führen, daß ihm suchen muß.

du wirst am Ende spüren, wie er 4. Weil der Herr im Dunkeln dir tut lauter Guts. wohnet und fein Reich im Trauen 7. Du wirst seinen Ruhm erthronet, da man glaubt, ob man zählen und nicht vor der Welt nicht sieht: bleibet unnüß unser verhehlen, was die blinde Welt Sorgen; wer nicht trauen will nicht kennt. Er wird dir dein auf morgen, dem auch keine Hilfe Kreuz versüßen, daß du wirst be: blüht.

kennen müssen: Wunderanfang, 5. Gott muß man in allen herrlich End! Sachen, weil er alles wohl kann

Heinrich Arnold Stodfleth. † 1708.

3. Der zweite Artikel: Gott der Sohn.

A. Die Erlösung. aus deinem Kerker gehen. Du
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warst in Fluch und Tod versenkt,

sollst nun durch den, den Gott Mel. 41: Ermuntre dich, mein 2c. geschenkt, Erlösung, Trost und Joh. 3, 16.

Gaben des engen Lebens haben. Alfo hat Gott die Welt geliebt, 3. Ich freue mich, so oft und das merke, wer es höret! Die viel ich dieses Sohns gedenke; Welt, die Gott so hoch betrübt, dies ist mein Lied und Saitenspiel, hat Gott so hoch geehret, daß er wenn ich mich heimlich kränke; den eingebornen Sohn, den ein- wenn meine Sünd und Missetat gen Schak, die einge Kron, das will größer sein, als Gottes Gnad, einge Herz und Leben, mit Willen und wenn mir meinen Glauben hingegeben.

mein eigen Herz will rauben. 2. Warum doch das? Daß du, 4. Ei, sprech ich, war mir Gott o Welt, frei wieder möchtest stehen geneigt, da wir noch Feinde waren, und durch ein teures Lösegeld so wird er ja, der kein Recht beugt,

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