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Am andern Christtagé.

Laß uns weiden in den Freuden Deiner Kindheit Jesu Christ! komm das Leben uns zu geben, da Du drum ge; storben bist. Amen.

Iit's' denn möglich, daß Menschen die Nachricht hören können; Euch ift der Heiland gebohren! und ihn nicht al, lein nicht aufnehmen, sondern noch dazu hanen? Ich frage nur: Ist das mög: lich?

Daß der Satan, der ein Feind des menschlichen Geschlechts ist, auch den Erlöser der Menschen hasset; das ist natürlich und kein Wunder. Daß die Hölle neidisch und das Reich der Finsterniß erbittert ist, weil Jes sus Himmel und Erde mit einander versöhnet und Fries den stiftet, das ist leicht zu begreifen. Daß der Fürst dieser Welt, wenn die Erde seiner Gewalt und unreats mässigen Herrschaft entrissen wird, sauer siehet, und weil er das Geschäft der Erlösung der Menschen nicht hintertreiben kann, gegen ihren Erlöser murret; und daß er die Erlösten auf alle Art und Weise an dem Genusse der ihnen erworbenen Seligkeit zu hindern fua chet; das bringt seine Natur, die Natur seiner Feinds schaft mit sich. Allein, daß die Erlösten des Herrn fich auf eine, feindselige Art gegen ihren Erlöser Tegeng und ihn hassen, kann das möglich sein? 5.;.'

Höret die Antwort auf diese Frage aus dem Munde eures besten Freundes. « Ihr findet sie Pf. 69, 5, Die mich ohne Ursache hassen, derer ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupte habe; die mir unbillig sind, und mich perderben, sind mächtig.

Es ist schon unrecht, seinen Feind hassen. Denn, ihr habt gehöret, daß da gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen! Ich aber sage euch: Liebèt eure Feinde! spricht Christus, laut Matth. 5, 43. 44. Seinen Feind hassen, ist zwar natürlich, aber unchristlich. Seinen Freund und Wohlthäter nicht lieben, ist nicht natürlich und menschlich. Aber seinen Wohlthäter hassen, und, mit Feindschaft verfolgen, ist widernatürlich und teuflisch.

Was thun nun die Menschen? Sie hassen mich. Sie sind mir Feind. Sie reden giftig wider mich allents halben. Sie streiten wider mich. Sie sind wider mich. Šie beweisen mir Böses um Gutes, und Haß um Liebe.

Und wer sagt das? Unser Schöpfer sagt es. Ja der nicht nur unser Schöpfet, der auch unser Erlöser ist, und sein eigen Leben an uns gewagt hat, nur uns Arme zu ervetten, von des Teufels Sündenketten. Wäre das wohl glaublich, daß die Menschheit so weit sollte verfallen senn, wenn es derjenige, der sie gemacht hat, und der ihren Verfall am besten kennet, nicht selbst sagte? Lehrt es ja doch der Augenschein und die täg: liche Erfahrung! ." Und wavum haffen denn die Menschen ihren Gott, der ihr Heiland ist? Sie haffert mich, sagt er, ohne Ursache. Sie sind mir unbillig feind. Sie streis ten wider mich ohne Ursache. Daher fraget er durch den Propheten: Was habe ich dir gethan, mein Volk? Und womit habe ich dich beleidiget? Mich. 6, 3. Das sage mir. -- In der Welt hasset kein Mensch'den andern ohne Ursache, zum wenigsten meinet man Ursache dazu zu haben, wenn man Jemanden als seinen Feind hasset. Uber der Haß, der in unserm Herzen gegen den Heiland wüthét, hat nicht die geringste Ursache zum Grunde, und ist daher nicht nur unbillig, Tondern uns vernünftig. Ja, man kanu mit Wahrheit : Fagen,

mehr als satanisch. Denn der Satan hafset Gott, der ihn mit Recht aus dem Himmel verstoßen hat. Der Mensch aber hasset seinen Gott, der ihn, da er verworfen war, mit seinem Blute wieder zur Seligkeit erlöset hat. Der Satan ist ein Feind des Gottes, der ihn nicht sucht. Und der Mensch ist ein Feind des Gottes, der für ihn am Kreuze gestorben ist, und unermüdet beschäftiget ist, ihn selig zu machen. Dafür, daß ich sie liebe, sind sie wider mich, fagt der Heiland; fie beweisen mir Böses um Outes, und Haß um Liebe.

Aus dieser Quelle, aus dieser unvernünftigen und recht rasenden Feindschaft, stammt das Verhalten der Menschen her, die durch das Evangelium zu ihm berufen werden, wenn es von ihnen heißt: Sie wollten nicht kommen. Sie verachteten das, und giengen hin, einer auf seinen Ucker, der andere zu seiner Handthies rung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Matth. 22, 3. 5. 6.

Aus diesem Hasse kommt es her, daß die Seelen nicht zu ihm nahen, und ob es gleich mit dem Munde geschiebet, daß ihr Herz doch ferne von ihm bleibet. Matth. 15, 8. Daher muß er in seinen Bothen und Zeugen, wie ehedem über Jerusalem das Klagelied führen: Ihr habt nicht gewollt!

Ob wir das Original von dieser Kopie, das lebendige Bild von dieser übschilderung unter Juden und Heis den, unter andern Religionen suchen müssen; oder ob wir dasselbe an den Menschen, die uns auf allen Gassen begegnen, in unsern Häusern, und an unserer eignen Person sehen, und finden können, das muß ich allen Augen, die nur etwas zu sehen taugen, überlassen. Das Bild ist wenigstens kenntlich genug. Was das Anschauen desselben wirket, das stelle ich dem anheim, der nach unserm Heil bis in den Tod gedürstet hat; der seine Hände ausstredet den ganzen Tag, auch zu einem ungehorsamen Volk, das feinen Gedanken nachwandelt auf einem Wege der nicht gut ist; der alles, auch die nicht wollen, unter seine Gnadenflügel zu sammeln suchet; der aber auch alle, die bei ihrem Nichtwollen bleiben, und damit ihre Sage beschließen, verdammet. Und das von Rechts wegen.

Er wird sein Wort begleiten mit der Kraft, die demselben eigen ist, damit aus seinen Feinden seine erigen Freunde werden. Das ist seine Sehnsucht, weil er todte Feinde genug hat, die sich im Pfuhle vor ihm beugen müssen. D! wenn es doch in dieser Stunde noch einem nach dem andern durchs Herz gienge, daß man Seelen sähe, die mit Ernst fragten: Was sollen wir thun? Herr! Dazu segne dein Wort!

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Evangelium Matth. 23, 34-39. Darum siehe, ich fende zu euch Propheten, und Weise und Schriftgelehrten. Und derselben werdet ihr etliche tódten und kreuzigen 2c.

Wir betrachten fomit: Die Liebe des Heilandes zu denen,

die ihn ohne Ursache bassen!

Höret aus seinem eignen Munde:
I. wie sich seine liebe zu uns offenbas

ret;
II. Wie und wodurch die Menschen den

Haß gegen ihn an den Tag legen;
III. Das Unglü&, welches feine beharr:

lichen Feinde endlich treffen muß! Wenn doch alle unsre Herzen, die nun so da vor Dir stehn, fühlten Deine Liebesschmerzen, und Dein Blut sie könnt durchgehn! Umen.

I. Bie sich seine liebe zu und seinen Selnis

den offenbaret. Seine Liebe bestehet nicht in einem Worte allein, sondern sie beweiset sich in der Shat, in Proben, die uns nothwendig ins Gesicht leuchten müssen. Das unläugbare Merkmal seiner Liebe ist dies: Er hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

Darum siehe, ich sende zu euch Propheten, und Weise und Schriftgelehrten. Co erkläret er sich gleich im Anfange des Evangeliums. Er redét zu den Pharisäern, über welche er gleich vorher acht Mal das. Wehe! ausgerufen hatte. Er hat mit dem jüdischen Volke zu thun, und führet ihnen zu Gemüthe, was das für eine Wohlthat sen, daß er so viele Bothen des Friedens mit den Schäßen des Evangelii zu ihnen sende.

Und so verfähret er überhaupt mit den Menschen, die alle seine Feinde find; denn allen Menschen steht ohne Unterschied das Brandmark vor der Stirne! Die mich hassen 2 B. Mof. 20, 5. Es ist das zwar eine harte Rede. Aber es ist die Wahrheit.

Die Bothschaft, welche wir gestern aus dem Munde des Engels vernahmen: „Euch ist heute der Heiland gebohren!“ Luc. 2, 11. zeigt schon an, daß uns ein Heiland nöthig gewesen, und wenn die ganze Menge der himmlischen Heerscharen in ihrem Lobgesange Luc.' 2, 14. unter andern ausruft: „Friede auf Erden ! " So feßt das eine Feindschaft voraus, welcher dieser Heiland dadurch, ba er in der Welt sichtbar geworden, ein ewis ges Ende gemacht.

Und welche sind denn die im Streite unter einander verwickelten Parteien? „Es ist ein Gott, sagt Paulus 1 Sim. 2, 5. 6. und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nemlich der Mensch Christus Jesus, der sich

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