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fehen werdet , des Menschen Sohn figen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels.“ So haben ihn die Propheten schon im Geist gesehen. Id fahe in diesem Gesicht des Nachts, sagt Daniel: „Und fiehe, es kam Einer in des Himmels Wolken, wie eines Menschen Sohn.“ [Dan. 7., 13.) Wer ist nun dies ser Menschensohn? Gott ist geoffenbaret im Fleisch. „Der selge Schöpfer aller Ding', zog an eines Knechtes Leib gering, daß er das Fleisch durchs Fleisch erwürb' und fein Geschöpf nicht alles verdürb'." Gott ist ein Mensch geboren worden. Nicht allein das, sondern uns ter den Menschen ist er ein armer Mensch und unter ihnen der allerverachteste gewesen. Er nahm Knechtsges stalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er sahe so aus, wie Iefaiaß ihn beschreibt: „Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir fahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachteste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; das rum haben wir ihn nichts geachtet.“ [fef. 53, 2. 3.] Und weil die Natur der Menschen sich noch nicht ges ändert hat, so ist kein Zweifel daran, wenn er sich heutzutage in eben der geringen Gestalt wiedersehen ließe, so würde er eben so gut wie damals von dem Volk, das sich nach seinem Namen nennt und ihn doch wenig kennt, verspottet, verspeiet und verschmähet wers den. Und wenn er sprache: Ich bin Gott und keiner mehr; so würde man wie damals eine Lästerung daraus machen und sagen: „Er raube dem Vater die Ehre." Er lebte bis in sein dreißigstes Jahr in dem verrufenen Nazareth, wo man ihn für nichts weiter ansah,, als für Josephs des Zimmermanns und der Maria Sohn. Dazu war er arm, To arm daß er nicht hatte, da er sein Haupt hinlegte. Etliche Weiber die er gefund ges

macht hatte von den bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria Magdalena, von welcher waren sieben Seufel ausgefahren und Johanna, daß Weib Chusa des Pflegers Herodis, und Susanna und viel andere mehr, thaten ihm Handreichung von ihrer Habe. Bem? Wen erhielten sie von ihrer Habe? Des Menschen Sohn! Und wer war das? Wer ist das? Der lebendige Gott Himmels und der Erden. Jehovah!' der Schöpfer als ler Dinge. Gott über Alles gelobet in Ewigkeit.

Er hat sich seiner Armuth nie gefchämt, und schämt fich derselben nicht, auch in der Herrlichkeit, in der er jeßt lebet. Er würde von ihr sonst auch in die Bibel nichts haben niederschreiben lassen. Ich sollte demnach dens ken, wir hätten gleichfalls nicht Ursache uns derselben zu schämen, sondern wir können und sollen uns recht viel mit einem solchen Gott wissen, der so arm gewors den ist um unsertwillen, auf daß wir durch seine Ars muth reich würden. Das ist also der Mann, der ein: mal wieder kommen wird. Des Menschen Sohn, der so arm, so elend in der Welt gelebt. Er ging in einer armen Gestalt, den Seufel wollt er fangen. Und nachs dem er als des Menschen Sohn ihn gefangen; nachdem er als des Weibes Saame ihm den Kopf zertreten und des Satans Reich zerstört, hat er sich zur Rechten ges feßt der Majestät in der Höhe. Sein Lauf tam vom Bater her, und ging wieder zu dem Vater; er fuhr hins unter zur Hölle und wieder zu Gottes Shron! Der ist es, der erscheinen wird und von dem er selbst spricht: „Alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen.“ Bird aber feine Erscheinung auch vorher verkündigt werden? Und wird man Merkmale haben, daraus man shließen kann, daß er kommen wird ? Allerdings. „818 da na“ heißt es, „alsdann!“ Denn es werden Zeichen geschehen an der Sonne, Mond

und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange feyn

seyn und werden zagen 2. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen. Sehet da die Vorausandeutungen, welche vor dem Sage seiner Erscheinung vorhergehen werden. Wir wol. len uns bei der Erklärung der Zeichen, welche den Tag der Zukunft unsers Herrn melden werden, nicht aufhalten.“ Wir können uns, ehe sie in ihre Erfüllung gehen, keine rechten Begriffe davon madsen. Wir glauben daß Alles geschehen werde, wie Er gesagt hat. Sonne und Mond werden der Schein verlieren und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden sich bewegen.

Alsdan wird der Spott der Spötter: „Wie wenn der Himmel einfiele!“ ein Ende haben. Denn die Menschen werden wahrhaftig des Himmels Einfall befürchten. Es wird ihnen auf Erden bange fern und sie werden zagen. Das Meer wird wüthen und die Wasserwogen werden braußen. Was Wunder, , wenn die Kräfte der Himmel sich bewegen werden, daß auch die Erde beben soll von ihrer Stätte, durch den Grimm des Herrn Zebaoth und durch den Tag seines Zorns, daß alsdann die Menschen sich fürchten, ja verschmachten werden vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden! Die Rede ist freilich von Menschen die alsdann keine sichere Zuflucht, keinen Schirm noch Schuß mehr haben, wenn die Welt wie ein Sterbender zittern, wie mit dem Tode ringen und sich zu ihrem Ende neigen wird. Denn zu seinen Freunden sagt der Heiland: „Wenn ihr das alles ses het angehen, so wisfet daß das Reich Gottes nahe ist. Wenn dieß anfängt zu geschehen, so sehet auf und hes bet eure Häupter auf, darum daß sich euere Erlösung nahet.“

Und wie wird er denn erscheinen? Antwort: In den Wolken wird er kommen mit großer Kraft und

Herrlichkeit. Eine Wolke nahm ihn auf, vor der Men: schen Augen weg. (Apostelgsch. 1, 9.] Und eine Wols ke wird ihn den Augen der Menschen wiederbringen. Eine Wolke war sein Triumphwagen, auf welchem er gen Himmel fuhr; und eine Wolke wird der Stuhl fenn auf welchem er fiken und wiedererscheinen wird. wird mit großer Kraft und Herrlichkeit kommen. Mit einer Kraft, der Niemand wird widerstehen, noch ents fliehen können. Seine erste Zukunft in die Welt war in großer Schwacheit. Er äußerte sich au’ feiner Ges walt, der Allmächtige ließ fich Hände und Füsse bins den und sich kreuzigen. In seiner zweiten Zukunft aber, wird er seine große Kraft und Herrlichkeit offenbaren. Er wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters; in der Herrlichkeit und Klarheit, die er bei dem Vater hatte, ehe die Welt war; in der Herrlichkeit, in wela cher ihn die Apostel auf dem Berge sahen, da er vor ihs ren Augen verkläret ward ; in der Herrlichkeit, in wels dhe er durch seine Leiden eingegangen.

Es ist des Menschen Sohn, auf den wir mit un ferm Glauben, von ganzem Herzen zu vertrauen gewie: fen sind, daß wir uns an ihn halten und Leben und Ses ligkeit von ihm erwarten sollen. Der Heiland hat sich selbst diesen Namen gegeben. Was wir Hohes, Majes stätisches, Erhabenes von Gott denken wollen und köns nen, das müssen wir von des Menschen Sohn, von dem Menschen Jesus denken. „Denn in ihm wohnt die gan ze Fülle der Gottheit leibhaftig; im Menschen Christus, in Ihm wohnt die Fülle der Gottheit.“

Wollen wir also den Vater sehen? Hier ist er! Bir sehen ihn in des Menschen Sohn. Wer ihn siehet, der siehet den Vater. Wie'er zu Philippo spricht: „Glaubst du nicht, daß ich im Vater und der Vater in mir ist? Die Worte die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir felbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derfelbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater und der Vater in mir ist.“. (Vgl. Joh. 14, 10. 11.]

Boten wir den Sohn in der Gottheit sehen, so müssen wir des Menschen Sohn ansehen. „Das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes voin Vater voller Gnade und Wahrheit.“

Wollen wir den Geift des Herrn sehen? Der Geist des Herrn ist bei ihm; auf Ihm, úuf dem Menschen

Jesu, ruhet der Geist des Herrn; der Geist der Weisheit und des Verstandes; der Geist des Rathes und der Stärke; der Geist der Erkenntniß und der Furcht des Herrn.

Was heißt es demnach, Gott außer Christum, der da herkömmt aus den Vätern nach dem Fleische, außer des Menschen Sohn suchen? Was heißt es, von Gott, außer dem Menschen Fesu von Nazareth reden und predigen? Was heißt es, Gott außer der Menschheit Jesu anbeten? Wenn das ein Heide thut, der nie von dem großen Geheimnisse gehört hat, daß Gott eines Men: schen Sohn geworden ist, so können wir ihm das zu gute halten. Und wenn das ein Jude thut, so wissen wir, daß der Unglaube die Ursache seines Understandes ist. Allein wie soll man Leute nennen, die das thun und sich doch nach dem Namen ihres Gottes auf dessen Sod sie getauft sind, Christen nennen? Man kann sie ja für nichts anders halten, als für Feinde der Menschheit Gottes.

Man schämt sich des Gottes, den man in eines Zim: mermanns Sohn und endlich in einem gekreuzigten Menschen anbeten soll

. Was wollen wir läugnen? Und diese falsche Schaam ist offenbar vom Teufel, weil der Seufel allezeit ein Feind der Menschheit Gottes gewesen ist und bleiben wird. Und was kann darauf anders fol:

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