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und uns seiner schmählichen Gestalt so sehr rühmen?“ Alle Herrlichkeit Gottes sehen wir in des Menschen Sohne und zwar in seinem Zeichen, das ihn von allen andein Menschenkindern unterscheidet, in seinen für uns ihm aufgerissenen und also verdienstlichen Wunden; sonst wird sie uns schrecklich und unerträglich, sonst werden wir heulen müssen mit den Geschlechtern der Erde, wenn er nun in Kraft und Herrlichkeit erscheinen wird.

Darum sind die Augen der Seinen unverwandt auf dieß Zeichen gerichtet, und das ist ihre Weisheit. Ladyt die Welt gleich darüber, so können wir das freilich nicht hindern. Wir wollen aber sehen, wer am legten lachen wird! Wenn das Zeichen erscheinen wird, dann wird sich's zeigen, wer lachen wird. Wenn wir in der Zeit etwas miteinander reden wollen, das wahrhaftig erbaulich, das bleibend ist, daran sich unser Herz stillen, fättigen und beruhigen kann, davon wir in der Erigkeit unsere Gespräche fortsegen und unsere Lieder mit verklär: ten Zungen fortsingen werden; so muß es von diesem Zeichen und was irgend sich darauf beziehet, handeln. „Ihr sollt den Tod des Herrn verkündigen bis daß er kommt.“ (1. Cor. 11, 20. ] Shun wir das jeßt, so ist es uns nichts Fremdeé. Paulus sagt, die Liebe Christi übertrifft alle Erkenntniß. Und was ist das für eine Liebe? Johannes antwortet: „ Darin ftehet die Liebe, nicht daß wir Gott geliebet haben, sondern daß er uns geliebet hat und gesandt seinen Sohn zur Verföhnung für unsere Sünden.“ Woran erkennen wir das ? Ach fehet nur sein Zeichen an. „ Ans Kreuz ward er geschlagen und tausend and're Plagen, hat man ihm angethan; man kann vor Liebesthränen die Sache kaum erwähnen; ach seht nur seine Wunden an!" *** In diez fem Zeichen sehen wir unsere Gerechtigkeit, unsere Seiliz gung und Erlösung.

Unb in diefem Zustande erwarten wir nun JII. Die Erscheinung des großen Gottes unsers Heilandes Iesu Christi mit freu: den, in demjenigen Zustande, in welchem wir an des Menschen Sohn glauben und im Glauben in seine Wun. den eingeschlossen, leben. Wollte Jemand fragen: Wie uns bei seiner wirklichen Erscheinung zu Muthe seyn werde, so können wir ihm zum Voraus sagen: Wir werden uns freuen und fröhlich seyn; wir werden jauch: zen und auch Grund dazu haben. „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so lehet auf und hebet eure Häups ter auf, darum, daß sich euere Erlösung nahet.“ Das ist der selige Befehl, den wir zur Zeit mit tausend Freuden ausrichten werden. Friede und Freude wird von unserm Angesicht glänzen und in dieser Verfassung werden alle Seelen, die hier gewußt an wen sie glaubten und mit diesem Bewußtseyn aus der Zeit gegangen sind, sich dem Richter nahen, der in den Wolken des Hims mels, inmitten der Seerschaaren, die vor seinem Shronė stehen, zu ihrer völligen Erlösung von allem Uebel ankommen wird. Sie werden mit großer Zuversicht alle Böléer der Erde und Zungen und Sprachen aus den vier Winden des Himmels zum Stuhle des Lammes versammeln, mit bewundernówürdiger Freudigkeit die Bücher aufgethan seben und den Spruch des Richters mit Frohloden anhören.

Hier lasen sie es in der Schrift, daß alle, die an den eingeborenen Sohn Gottes glauben, nicht sollen ver: loren werden, sondern daß ewige Leben haben. Sie hörten aus dem Worte der Wahrheit, daß nichts Verdammliches an denen ist die in Christo Jesu find. Diese frobe Nachricht wurde ihnen von ihren Predigern auf der Kanzel, in der Beichte und noch auf dem Sterbebette verkündigt. Sie glaubten und nahmen selbige an, nicht als Menschenwort, sondern, wie sie es in Wahrheit ist, als Gottes Wort. Sie gingen in diesem Glauben zum Abendmahle und empfingen noch am Ens de ihrer Tage wenn es seyn konnte, dieß heilige Sacra. ment auf diesen Glauben. Der heilige Geist versiegelte das Wort: Nach diesem Elend, ist uns bereit, ein Leben in Ewigkeit! vermittelst seines inwendigen Zeugnisses, durch diese Mittel der Gnade in ihren Seelen. Sie starben ohne Furcht, und gingen mit diesem Siegel in die Ewigkeit. Wie? werden sie es dort anders finden als sie hier geglaubt haben, so müßte ja unser Herr sein Wort widerrufen. Kann er das? Wie spricht er? „ Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Borte nicht.“ Sie rubeten in der Welt nicht. Sie legten ihr Haupt nicht ehe sanft nieder, bis sie wußten daß sie sein waren. Sie gaben sich nicht zufrieden bis sie es glauben konnten, daß sie von aller Schuld und Strafe der Sünden erlöst, das ewige Leben hätten und nicht ins Gericht kämen, sondern vom Jode zum Leben hindurchgedrungen wären. Wenn sie nun am Tage der Erscheinung ihres Herrn mit Augen sehen werden, was fie in den Tagen ihrer Ballfahrt geglaubt, muß sie dann nicht Freude und Bonne ergreifen? Wenn sie die Augen und den Mund, den Leib für sie verroundt, da sie To fest drauf trauten, alsdann schauen werden, wie wer: den sie da grüßen, die Mahl an Händen und Füssen! Es ist wahr. Sie werden auch ihren Richter sehen, aber den Richter, der sie bis in den Tod geliebt hat. Der fie richtet, ist des Menschen Sohn, ihr Bluts: freund, ihr bester Freund, von dem sie hier, so oft ges sungen haben. „Weil wir bei ihm in Gnaden stehn, fo kann's uns niemals übel gehn.“ Der sie richtet ist ihr gewogener Fürst und auf ihrer Seite. Er erscheinet zu dem Ende um sie zu fich zu nehmen in sein seliges Reich, daß fie in der Herrlichkeit um ihn bleiben allezeit.

Sie sehen ihn in seiner Pracht, in seiner Majestät mit Freuden. So lange sie auf der Erde walleten, sah ihr Glaube ihn mit sehnlichen Bliden an in seiner armen Gestalt. Das Kind in Windeln gewidelt und in einer Krippe liegend, und wie es an den Brüsten der Mutter lag; der Knabe im Sempel zu Jerusalem; der Zimmer: manns Sohn von Nazareth; der arme von den Fürsten seines Volkes verhafte und verfolgte Menschensohn, war ihr hochberrlicher großer und erhabener Gott. Seine Bande womit er sich feffeln ließ, als er gefangen wurde; der Pfahl, an welchem er gegeißelt ward; waren ihnen lauter Beweisthümer, daß sie ihren Gott erblicten. Angespieen ins Angesicht, konnte er ihnen nicht so un: kenntlich werden, daß sie nicht das hochheilige Untlik des eingeborenen Sohnes Gottes erkannt hätten. Sein zerfleischter Rücken; die Backenstreiche, die ihm gea geben wurden, sein Blut und seine Gestalt am Kreuz; das alles konnte ihnen nicht alt werden; das lag ihs nen im Sinn, wo sie gingen und stunden. Wer das ihs nen verdeckte, der hieß ihnen Satan. Darin hatte ihr Glaube seine beständige Nahrung, seine reiche und über: fließende Beide. Hier sahen sie lauter Schöne, lauter Bunder, lauter Herrlichkeit.

Jebt sehen sie ihn noch in seinem blutbespritten k8niglichem Kleide; dann aber erscheint er mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wie rührend, wie reißend, wie entzüdend wird sein Anblick fenn!. Sie gehen ihm mit Freuden entgegen. Sie sehen sein Zeichen und es fällt ihnen dann ein: Das ist der, der sein Leben für mich gelaffen, der am Holze für mich gestorben, der Blut für mich geschwitzt hat, der den Buß und Todes: tampf für mich ausgestanden hat! Das ist mein Herr und Gott, mein Mann, mein Haupt. Nun wird die ganze Welt fehen, daß es alles wahr ist, was ich von

ihm geglaubt habe. Jedermann wird es sehen, daß kein anderer Gott ist, als Er. Und weil sie das vorher wiss fen, darum erwarten sie seine Erscheinung mit Freuden. Sie haben Grund, gewissen und zuverlässigen Grund, diesen Dag, diesen schrecklichen Sag, an welchem auf Erden den Leuten bange seyn wird, mit Freuden zu ers warten; sie wissen, sie glauben, daß sie würdig seyn werden, zu entfliehen diesem alen das geschehen foll und zu stehen vor des Menschen Sohn. Und worauf gründet fid, dieser unser Glaube ? Nicht auf uns felbst. Wir sind Sünder; geborene Sünder; wirkliche Sünder. Wir können unserm Heren, nie auf tausend nur Eins antworten. Das haben unsere Alten wohl erkannt. Dars um sangen fie: Ein fröhliches Auferstehen mir vers leih, am jüngsten Gericht mein Fürsprecher sey und meiner Sünden nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schent !" Sie getraueten sich am jüngsten Gerichte noch nicht durchzukommen, wenn der Heiland ihrer nicht gedenken und Er nicht ihr Fürsprecher seyn wollte. Auch dann noch wollen sie aus Gnaden das Les ben geschenkt haben und müssen ihnen also ihre guten Werke nicht einfallen.

Vielleicht erwarten wir aber darum diesen Sag mit so getrostem Muthe weit wir alles so gut machen Weil wir so treu sind und immer sagen können: Herr! es ist geschehen, was du befohlen hast! O nichts weniger als das! Es ist nicht wahr; auch unsre besten Bemüha ungen sind nicht rein! Unsre besten Shaten sind höchft mangelhaft und unvollkommen, daher können wir uns unmöglich darauf berufen! Borauf steift sich nun der Glaube, der daran nicht zweifelt, daß er würdig soll ers funden werden zu stehen vor der Menschen Sohn? Wir lehnen uns auf unsern Freund der uns erlöst, der uns mit seinem Blut erkauft und durch seinen Jod mit Gott

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