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große Wahrheit noch iegt wie immer

bewiesen wird. Herzensknabe! Wer Erden Gut und Habe, ist nur Schaden gegen Dich; Du kannst mit ganz wenig Blicken, millionenmat erquicen; wirf auch einen Blick auf mich. 2men.

Wir erwägen 1. das Zeichen, welches den Hirten zum

Beweise der Menschwerdung Gottes gegeben wurde.

Hier müssen wir nun auf die Wahrheit selbst sehen, die ihnen verkündiget wurde. Das ist die: Gott ist ein Mensch geworden, ein Kind, ein wahres Mensdens kind, ein armes Kind.

Der Evangelist beschreibet die Mutter, die ihn gebohren. Maria, die keusche Jungfrau, die nach Luc. 1, 34. von keinem Manne wußte, sondern durch die Kraft des Höchsten empfangen hatte. Das züchtige Haus des Herzens zart, gar bald ein Tempel Gottes ward, ein Mägdleiu trug ein heimlich Pfand, das der Natur war unbekannt. Von dieser Jungfrau ist Gott selbst als ein wahres Menschenkind gebohren. Und sie, Maria, gebahr ihren ersten Sohn; so heißt es im Terte. Daher heißt Maria mit allem Rechte die Gottesgebührerin, die Mutter Gottes.

Der Evangelift beschreibt ferner die Zeit, wenn Gott als ein Kind gebohren worden. Das war eine in dem Rathschlusse Gottes bestimmte Zeit.

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kais ser Uugusto ausgieng, daß alle Welt geschåpet würde. Und diese Schabung war die allererste, und geschahe zur Zeit, da Cyrenius Landpfle

get in Syrten war. Und jedermann gieng, daß er sich schåben ließe, ein jeglicher in seine Stadt, Das geschah aber attes, auf daß die Schrift erfüllet würde. Da die Zeit erfüllet war, schreibt Paulus: Gal. 4, 4. sandte Gott seinen Sohn. Es war eine ganz genau vorher bestimmte, und von dem Volke des alten Testaments längst erwartete Zeit.

Selbst Bileam, nadidem er von dem Sterne aus Jacob geweifaget, konnte sich nicht enthalten auszurufen: Uch! Wer wird leben, wenn Gott folches thun wird! 4 B. Moj. 24, 23. Und wer kein Fremdling in den göttlichen Büchern des alten Testaments ist, dem kann es nicht unbekannt seyn, wie viele tausend Seufzer damals vor den Thron Gottes gebracht worden; daß der Herr seine Ankunft beschleunigen, den Him:nel zerreissen und herabfahren, und sein gefangenes Volk erlös sen möchte. Jef. 64, 1. PT. 14, 7. Indessen giengen von der Schöpfung der Welt an, beinahe vier tausend Jahre vorüber, ehe die Verheißung erfüllet wurde; weil es eine von Gott bestimmte Zeit war.

Eine vorzügliche Weissagung von der Zeit seiner Zukunft finden wir 1 B. Mos. 49, 10. „Es wird das Scepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meis ster von seinen Füssen, bis das der Held komme, und und demselben werden die Völker anhangen.“

Weil nun zu der Zeit, da Jesus geboren wurde, das Scepter von Juda schon so weit entwendet war, daß der Juden König, Herodes, seine königliche Gewalt von den Römern hatte annehmen müssen; so konnten sie daraus schon ganz deutlich erkennen, daß die Zeit da senn müsse, in welcher Gott an sein Wort gedenken, und dasselbe erfüls len würde. Sie mußten sich e6 daher auch gefallen lassen,

daß ihre Namen zu dieser Zeit der allgemeinen Schakung, aufgeschrieben, und in die römischen Schäßungsbücher eingetragen würden.

So mußte sich alles dahin vereinigen, daß die Schrift erfüllet würde. Wenn Israel aus Egypten, wenn Jofeph aus dem Gefängnisse, wenn Jonas aus dem Bauche des Wallfisches, wenn Daniel aus der Löwengrube, und das jüdische Volk aus der Gefangenschaft zu Babel, erlöst werden soll, so weiß Gott schon Mittel und Wege zu finden, um es zu bewerkstelligen. Himmel und Erde sind dann eins. Gott und die Menschen haben dann eis nen Sinn. Und wenn Gottes Gedanken ja nicht der Menschen Gedanken sind, so müssen sie doch wider Wissen und Willen seine Absichten befördern helfen. Und wenn Gott die Menschen aus der Hölle erlösen will, und der Erlöser seinen bestimmten Ort hat, wo er sou gebohren werden, so erhöret Gott die dritte Bitte ohne unser Gebet. Da muß auf der Erde der Wille Gottes geschehen, wie im Himmel, und alles auf der Welt muß sich dazu anlassen, diesen großen Zweck zu befördern. Der Kaiser Augustus läßt ein Gebot ausgehen, daß alle Welt geschätet würde. Er läßt alle Pers sonen einer jeden jüdischen Familie aufschreiben, damit er auf alle Fälle wissen möchte, wie viel Geld er erpresa sen und wie viel Mannschaft er aus dem jüdischen Lande ziehen könnte; und Gott gedenkt dadurch die Weissagung der heiligen Schrift zu erfüllen, indem diese Schabung die Eltern Jesu nach Bethlehem brachte. Denn es heißt: Da machte sich auch auf, Joseph aus Galilåa, aus der Stadt Nazareth, in das júdische Land, zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, da: rum, daß er vom Hause und Geschlechte Das vids war, auf daß er sich schåpen ließ mit Maria seinem vertraueten Weibe, die war schwana ger. Das Land Kanaan, dazu ausersehen, daß der Messias in demselben sollte gebohren werden, war nicht groß. Ungefähr 30 Meilen lang und 20 breit, soviel den zwölf Stämmen Israel zuertheilt worden war, hatte es schon zu Davids Zeiten über neun Millionen Einwohner. Und es ist leicht zu erachten, daß auf ein so mächtiges Volk, aller andern Völker Augen wer: den gerichtet gewesen seyn, zumal da sie in einen so engen Bezirke bei einander wohnten. Das war auch allerdings die Absicht Gottes, daß die ganze Welt ihr Augenmerk auf dies Volk richten sollte, weil der Messias, der von ihnen herstammen würde, nicht nur ein Erlöser der Juden, sondern der ganzen Welt feyn follte. In diesem Lande ist nun Gott im Fleisch geoffen: baret worden, und zwar in der kleinen Stadt Bethlehem, die von dem Propheten Micha Kap. 5, 1. ausdrüdlich dazu benennet war,

Daher beschreibt der Evangelist weiter die Geburt Gottes selbst. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebåhren sollte. Und sie ges bahr ihren ersten Sohn. So wird also Gott selbst von Maria als ein wahres Menschenkind gebohren. Hier wird kein bloßer Mensch, sondern der Mensch gebohren, der nach 2 Sam, 7, 19, Gott der Herr ist.

O Wunder ohne Maaßen, mein Herz betracht es recht, Gott wird ein Mensch! Gott nimmt Fleisch und Blut an. Der Herr der Herrlichkeit erscheinet in einer menschlichen Gestalt.

Hier muß Bernunft der Sache weichen, und kann dies Wunder nicht erreichen. Hier öffnet sich ein Abs grund, in den kein menschlicher Wig, ohne Schwins del binein sehen kann. Hier muß sich die Vernunft

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unter den Gehorsam des Glaubens gefangen geben. Und glückselige Gefangenschaft welche zur Freiheit der Kinder Gottes führet! Gott wird ein Kind, für' unste Sünd' ins Fleisch gekleid't, zu unsrer Sea ligkeit: Theure Wahrheit, welche '

mehr einbringt, als alle Wahrheiten der Vernunft! Und welch eine Nacht, da man Gott als ein Kind in Windeln eingewickelt siehet! da man das Neue siehet, von welchem Jeres mias Kap. 31, 22. gewcissaget: Der Herr wird ein Neues schaffen, das Weib wird den Mann umgeben.

Sie widelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Maria hatte zu Bethlehem, wie hernach ihr Sohn, in der Welt nichts, wo sie ihr Haupt, noch weniger wo sie ihre göttliche Bürde hinlegte. Die Stunde der Geburt kam, und noch dazu in der Nacht. Und weil nirgends kein Raum war, so wickelte sie ihr Kind in Windeln, und legte es in eine Krippe. Hätte alles wohl ärmlicher zugehen können? Wer liegt da als ein kleines Kind? Der Schöpfer der ganzen Welt. Wer liegt in einer engen Krippe, daraus die Reisenden ihr Vieh zu füttern pflegten? Der Vater der Ewigkeit, dessen Thron der Himmel ist, den aller Himmel Himmel nicht begreifen können. Mer findet keinen Raum in der Herberge? Der die ganze Welt erschaffen, die Himmel ausgespannet, und der 2 B. Mos. 19, 5. sagt: Die ganze Erde ist mein. - Glaubet ihr das? Sprecht nicht zu geschwinde: Ja. Ihr möchtet euch übereilen. So fieng es nun schon an, an seinem Geburtstage erfüllet zu werden, was Sesaias Kap. 53, 4. ges weissaget hatte: Er war der allerverachteste und Uns wertheste.

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