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Lejetten Tafeln der gütigen Natur, warum wehret ihr denn nicht auch die Habgier der ungerechten Menschen von denselben ab?

Sie sagen : wir haben das Haus, das Feld, die Fabrik in der ihr arbeitet, gekauft, gepachtet oder geerbt, wir werden euch schon so viel geben, daß ihr nicht verhungert während ihr arbeitet, und ihr lasjet es euch gefallen, um nicht zu verhungern: aber es wird ein Tag kommen, an welchem ihr sie werdet fragen: habet ihr mit nus die gleichen Mühen getheilt?

Wenn sie dann ja sagen können, so werdet ihr auch den Ertrag der Arbeit mit ihnen theilen, wo nicht, so werdet ihr sie abweisen, denn wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Jhr arbeitet früh und spät, ein gesegnetes Jahr folgt dem andern, alle Magazine sind vollgespeichert mit den Gütern, die ihr dem Boden abgewonnen habt; und doch entbehren die meisten von euch der, für Nahrung, Wohnung und Kleidung nothwendigsten Gegenstände, doch wird gerade denen von den Gütern der Erde am kargsten zugetheilt, welche sie derselben mühsam im Schweise ihres Angesichts abgewinnen müssen.

Das fömmt von der ungleichen Vertheilung der Arbeit und der durch sie hervorgebrachten Güter. Durch sie wird Armuth und Reichthum erzeugt; denn Arme gibt es nur bei Reichen und Reiche nur unter Armen.

Reich und mächtig sein, heißt ungerecht sein: also so viele Reiche und Mächtige ihr unter euch zählt, so viele Ungerechte gibt es auch unter euch. Nur den Gerechten ist das Himmelreich versprochen.

Wenn ihr Christen seid, so erinnert euch der Worte Christi, als die Erfüllung aller Gebote dem Reichen ein Leichtes, aber das der Gütervertheilung ihm zu schwer war.

Reich oder ungerecht sein heißt ferner: die Macht oder Mittel haben, inehr genießen zu können als man braucht, ohne dafür arbeiten zu müssen. Aljo müssen doch die Uebrigen für den Reichen arbeiten; das was er verschwendet, müssen sie doch entbehren! Durch sie und für sie geschieht es, daß Millionen von euch mit Arbeiten beschäftigt werden, die euch gar nichts nüßen; doch wollen dieje Millionen sid, kleiden und nähren, und ihr müßt also für sie ebenfalls mit arbeiten, ohne daß fie euch durch ihre Arbeiten wesentlich nüßlich sein könnten.

So lange aber, als es noch Menschen gibt, die entbehren, sind alle Arbeiten, die nicht für die Eristenz und die Wohlfahrt Aller nothwendig, sind, unnüşe Arbeiten. Was nüten alle mit so außerordentlichem Fleiß verarbeiteten Lurusartikel der Mehrheit, die sie doch nicht haben kann; aber die Menge der mit ihnen beschäftigten Arbeiter würde der Gesellschaft nüßen, denn durch sie würde die nothwendigste Arbeit erleichtert werden, von welcher alle nothwendig haben um zu leben; denn jeder will sich vor Witter: ung und Kälte schügen, sich kleiden und nähren. Nun rechnet noch die Unzahl von bezahlten Müssiggängern, und die welche in ihren Diensten stehen, um ihren Bequemlichkeiten zu fröhnen, so wie die Bajonettenheere, um ihre Ungerechtigkeit 311 beschüßen, und ihr müßt erstaunen über die ungeheure Zahl rüstiger Arme, welche der nütlichen Beschäftigung entzogen werden, und deren Arbeitstheil die Andern mit übernehmen müssen!

Aber die Ungerechtigkeit dieser Feinde der Menschheit begnügt sich nicht damit, alle eure Geistes- und Körperkräfte zu ihrem alleinigen Vortheil zu verwenden, ihre Habsucht verweigert euch auch den gleichen Genuß der Lebensgüter ; von welchen der größte und beste Theil, so wie sie es in ihrer künstlichen, betrügerischen, bürgerlichen Ordnung eingerichtet haben, von ihnen für sich, oder für die, welche für sie freiwillig oder gezwungen arbeiten, in Anspruch ges nommen wird. Darum hat man die besten Lebensbedürfnisse vertheuert und euern Lohn so eingerichtet, daß ihr nur immer wenig von den schlechtern haben könnt. Man würde euch gar nichts mehr zukommen lassen, wenn ihr dann nicht sterben würdet; aber dann müßten sie arbeiten, und das ist ihnen unerträglich.

Wird Fleisch oder anderes Nahrungsmittel in die Stadt gebracht, so nimmt euer Oberherr, heiße er nun Kaiser oder wie immer, für sich und die ihm dienen, den besten Theil. Dann kommen die Andern mit Stücken Goldes und beweisen ihre Ausprüche auf das Uebrige; und wenn für euch nichts übrig bleibt, so könnt ihr den Mund mit trođenem Brod stopfen, wenn euch das noch vergönnt ist: denn sie lieben wohl ihr fetten Hunde, aber der hungrige Arbeiter macht ihnen keinen Rumuner.

ge åriner der Arbeiter ist, für desto mehr Händler und Krämer muß er arbeiten, welche sich alle auf seine unkosten zu bereichern suchen; nicht immer aus eigenem bösen Willen, sondern weil die ganze Gesellschaft nach dem Wuchersystem organisirt ist, und der Gerechte darin sein Brod betteln muß.

Der Arbeiter kauft seine Bedürfnisse in geringerer Quantität von den kleinern Krämern, und muß das Wenige daher immer theurer bezahlen, weil er nicht im Ganzen kaufen fann; denn die, von denen er kauft, und die sich mit dem Kleinhandel beschäftigen, wollen auch leben.

Wenn der Arbeiter Credit braucht, muß er, wenn er ihn erhält, dem Wucherer fürchterliche Zinsen zahlen; wo hingegen der Reiche, wenn er zur Vergrößerung seines Betriebes Kapitalien aufnimmt, nur mäßige Zinsen entrichtet; und alle Zinjen und Abgaben drüdt er wieder unter anderen Namen auf die Schultern des Arbeiters.

Wird in Folge des Wuchers eine Vertheuerung der Lebensmittel oder sonstiger Bedürfnisse herbeigeführt, so will weder der von den Gütern Abgaben Nehmende, noch der damit Handelnde davon eine kleine Bürde übernehmen.

Das ist wieder der Arbeiter, der die ganze Last auf seine Schultern nehmen muß, und wenn er der Last erliegt, so wird selten eines dieser steinernen Herzen ihm zu Hülfe eilen, um ihm seine Last zu erleichtern, und ihm würde selten geholfen werden, wenn nicht in der Brust seiner Leidensbrüder ein besjeres Herz schlüge.

Ihr fühlet alle den Druck der Lasten, unter denen ihr seufzt, aber viele von euch kennen keine Mittel dagegen. Die Einen, man nennt sie Meister, suchen sich durch die Verringerung des Lohnes ihrer Gesellen oder Arbeiter zit helfen; während diese Maßregel ihnen selbst, so wie dem ganzen Handwerke schadet; denn der Preis der Arbeit sinkt herunter mit der Verkürziing des Lohnes der Arbeiter, weil keine geregelte Tare besteht, ihn aufrecht zit erhalten, und weil jeder seiner Selbsthülfe überlassen ist.

Wenn das Wild euren Feldern schadet, jo zieht ihr gegen dasselbe zu-Felde, um ench und eurem Vieh die nöthige Nahrung zu erhalten; und keiner von euch wäre wohl so feige, lieber dem selben die Nahrung zu verringern oder selber Mangel zu leiden. Warum wehrt ihr nicht auch dem Wilde, das in den Produkten eurer Arbeiten Verheerungen anrichtet?

Ihr sucht immer die Ursache eurer Noth in eurer nächsten Umgebung, während sie in Palästen, auf Thronen und auf weichen Teppichen ruht.

Andere schieben die Schuld auf die ganz unschuldigen Maschinen, die ein Glück für die Menschheit sein werden, wenn sie einst wie eine große Familie in Gütergemeinschaft lebt; denn sie leihen der Menschheit die Kraft und Geschwindigkeit, welche ihre Natur nicht zu erreichen im Stande ist, und mit deren Hülfe so viele Arbeiten und Mühen erspart werden.

Je mehr nun aber im jeßigen Zustande der Gesellschaft Maschinen erfunden werden, und je mehr man sie vervollkommnet, desto elender ist der Zustand der Mehrzahl der Menschheit, denn ohne Maschinen würden die Millionen müßiger, oder unnütz beschäftigter Hände, doch der Anstrengung aller übrigen nothwendig haben, um ihre Begierden sowie ihre Bedürfnisse zu befriedigen, und man würde Keinen ohne Arbeit lassen, der nicht zum Faullenzer berechtigt wäre.

Da man aber Maschinen hat, die mit geringer Beihülfe Un= glaubliches leisten, so hat man die Menge der Arbeiter nicht mehr nöthig, der Wucher berechnet gleich, daß das, was jeder Notywendiges braucht, in die Länge und Menge, ein Ungeheures beträgt; und statt dessen kann man wieder neue Kapitalien, D. h. neue Schwelger und Faullenzer-Privilegien zusammenschachern. So geschieht es in unserem jetzigen erbärmlichen Zustand, daß die Erfindung und Erbauung der Maschinen, welche die Bestimmung haben, die Arbeit des Arbeiters zu erleichtern, nur dazu haben dienen müssen, sein Elend zu vermehren, ohne seine Arbeit zu erleichtern; denn die Arbeitszeit des beschäftigten Arbeiters ist dieselbe geblieben, wo sie nicht verlängert worden ist. Und so lange dieser Zustand dauert, werden die ungerechten Menschen immer das, was der Arbeiter zur Verbesserung seiner Lage ersinnt und erfindet, zu ihren niederträchtigen selbstsüchtigen Zwecken benußen. Dem Erfinder wird höchstens ein Fettbroden unter die Nase geschoben, um den Eifer der Uebrigen nicht erkalten zu lassen, und das ist Alles.

Jhr beklaget euch so oft, daß die Zeiten schlecht sind, unter:

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suchet aber selten, warum sie es sind, und wenn ihr darüber Untersuchungen anstellt, so kommt ihr selten auf den rechten Grund. Der Fabritarbeiter beklagt sich über die Maschinen, der Handwerker über Zunftgefeße, Gewerbsfreiheit, zi1 geringen Aufwand der Vors. nehmen; der Landmann über gute und schlechte Jahre, und Alle über Theurung der Lebensbedürfnisse; und wenige treffen den Nagel auf den Kopf.

Die Ursache dieser immerwährenden schlechten Zeiten ist aber nur die ungleiche Vertheilung und Genießung der Güter, so wie die ungleich vertheilte Arbeit zur Hervorbringung derselben, und das Mittel, diese gräßliche Unordnung zu erhalten, ist das Geld.

Wenn es von heute an kein Geld mehr gäbe oder geben könnte, so würden Reiche und Arme bald genöthigt seint, unter einander in Gütergemeinschaft zu leben. Aber so lange es noch Geld gibt, nach der jeßigen Bedeutung des Worts, wird niemals die Welt frei werden. Wie viel Elend und Unglück hat nicht schon die Menschheit seit der Einführung desselben erlitten. Machet euch ein Verzeichniß aller Laster und Fehler der Menschheit, und ihr werdet einsehen, daß die Mehrzahl, und zwar die schrecklichsten, die öffentliche Wohlfahrt am meisten betrübenden, ohne dajjelbe nicht vorhanden sein würden, und mit der Entfernung dejjelben und der Einführung der Gütergemeinschaft verschwänden. Proklamirt Freiheit und Gleichheit, stürzt Throne, Adel und Pfaffen, schafft die stehenden Heere ab, und bestenert die Reichen, wohl habet ihr danı viel erreicht, aber ihr habt das Glück der Menschheit dann noch nicht gegründet. Wenn unser Werf vollkommen sein soll, so dürfen wir hier nicht stillstellen. Unsere Pflicht ist es, den großen Augenblick zu benußen, in welchem die Menschheit nach Hülfe ringt. Wenn denn der Kampfpreis Blut, Leben und Freiheit ist: so werden wir doch eher nach dem Vollkommen streben, als nach dem Unvoll kommnen, das gleiches Opfer fosten würde.

Die durch Ungleichheit der Stände herbeigeführte Sittenver: derbniß trägt ebenfalls dazu bei, das Elend der Menschheit zu vermehren. Der Adel trägt die Nase höher als der Krämer, dieser dünft sich mehr als der Handiverfer, der direkte Steuerzahlende Meister glaubt mehr zu sein als der Arbeiter, den sie alle verachten, und so wieder Jeder in jedem Stande, der etwas mehr hat

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