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Die quantitative Analyse ergab:
Kieselsäure.

56,92 pCt.
Magnesia

12,56 Kalkerde .

21,92 Eisenoxydul.

1,88 Manganoxydul

0,24 Thonerde.

4,35 Kali

0,15 Natron.

0,29 Wasser

1,84

100,15 pCt. U. d. M. bei gekreuzten Nicols erscheint die Textur, ganz der eines ächten Nephrits gleichend, kurz verworrenfaserig mit eingelagerten längeren Fasern. Als Einschlüsse treten grosse unregelmässige Hämatit- und kleine Magnetit-Körner auf, sowie zablreiche Staubpartikeln, wie solche beim Apatit vorkommen; ferner ist der Schliff ganz von braunen und schwarzen gebogenen, parallelgelagerten Adern durchzogen, wahrscheinlich Infiltrationsprodukten in Folge der Zersetzung des Minerals. Dem chemischen Befunde zufolge haben wir keinen Nephrit, sondern ein dem Malakolith ähnliches Material vor uns.

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Nr. 6, bezeichnet als Nephrit von Sou-tchou-fu, Provinz Kansu, China, vom Grafen Széchényi und Ingenieur Loczy (am Nationalmuseum in Pest), auf ihrer Reise in Asien von ihnen selbst gesammelt. Das Stück ist das Fragment eines Gerölls mit frischem Bruch. Makroskopisch ist keine Textur zu erkennen. Spec. Gewicht = 2,943. Farbe im Bruch gelbgrüngrau, Radde 36 p, mit weissen Flecken; die Gerölloberfläche ist braun. Die quantitative Analyse ergab: Kieselsäure.

57,72 pCt. Magnesia

9,42 Kalkerde

28,67 Eisenoxydul .

0,18 Thonerde

3,85
Kali

Spuren.
Natron.

Spuren.
Wasser

0,79

100,63 pct. U. d. M. bei gekreuzten Nicols erscheint die Textur im Ganzen körnig; in derselben befinden sich breite und auch ganz schmale langgestreckte Lamellen eingelagert. Beide Arten zeigen Amphibol - A uslöschung von 5—16°, einzelne Nadeln zeigen gerade Auslöschung, scheinen also auf dem Orthopinakoid zu liegen. Hellbraune Adern von wahrscheinlich diffundirtem

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Brauneisen durchziehen das Gestein. Auch dieses Material ist seiner chemischen Zusammensetzung nach, womit das optische Verhalten im Einklang steht, dem Malakolith ähnlich.

54,83 pCt.

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Nr. 35, bezeichnet als Pai-Yù von Khorkue (Kalakuei) Chamil, 94° östl. L. von Ferro, 42° nördl. Br. Die drei vorhanden gewesenen kleinen Stücke waren auf mehreren Seiten gesägt, eine Seite zeigte Gerölloberfläche. Spec. Gewicht = 2,973, Farbe weiss. Makroskopisch ist keine Textur wahrnehmbar. Die quantitative Analyse ergab:

Kieselsäure
Magnesia .

25,50
Kalkerde

8,13 Eisenoxyd

1,04 Thonerde.

4.77 Natron

5,71 Wasser

0.23

100,21 pct. Die chemische Zusammensetzung weicht also wesentlich von der eines Nepbrits ab.

U. d. M. bei gekreuzten Nicols macht die kurzfaserige, mit eingelagerten grösseren Fasern versehene Textur aber ganz den Eindruck eines solchen. Auffällig ist, dass die Fasertextur schon bei nicht gekreuzten Nicols ziemlich deutlich erkennbar ist, was, wie bereits erwähnt, sonst bei Nephrit fast nie zutrifft. Immerhin ist der Dünnschliff dieses Minerals gleich dem von Nr. 3 insofern lehrreich, als er zeigt, wie nothwendig es ist, dass die optische Prüfung mit der quantitativen Analyse Hand in Hand gehe, um einen sicheren Schluss auf Nephrit ziehen zu können.

III. Aechte Jadeite. Nr. 63, bezeichnet als Jade!) impérial von Monghoung (Barma), vom Dr. E. Riebeck aus Halle auf dem Markte in Bhamo gekauft. Das Stück zeigt überall Bruch und hat eine prächtig smaragdgrüne Farbe (Radde 15 1). Spec. Gewicht = 3,138. Makroskopisch sind einzelne faserige Stellen, wie bei allen barmanischen Jadeiten, gut erkennbar. Die quantitative Analyse ergab: Kieselsäure.

59,70 pct. Magnesia

1,87 Kalkerde .

2,52 Eisenoxydul.

0,61 Thonerde

22.77 Natron

13,19 Wasser

0,54 101,20 pct.

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1) Diese Benennung ist unrichtig, weil Jade im Französischen Nephrit und nicht Jadeit bedeutet.

U. d. M. ist die Textur, wie bei allen Jadeiten, mit nicht gekreuzten Nicols z. Th. schon erkennbar. Interpositionen fehlen, einzelne Stellen zeigen ein smaragdgrünes Pigment. Bei gekreuzten Nicols treten lebhafte Polarisationsfarben auf, die Textur besteht aus homogenen grobkörnigen und auch langgezogenen Lamellen mit verticalen Pyroxenspaltungen von 35° Auslöschung. Einzelne Lamellen zeigen die beiden prismatischen Spaltungsrichtungen mit einem gemessenen Pyroxen winkel von 87°.

Nr. 648 ohne nähere Bezeichnung, vom Juwelier Halphen in Paris in den sechziger Jahren aus Asien (angeblich aus Klein-Tibet) bezogen. Ein grösseres Stück mit Gerölloberfläche und in Europa angesägten Flächen. Spec. Gewicht = 3,227. Farbe schmutzig grünbraun, im durcbfallenden Lichte grün. Die quantitative Analyse ergab: Kieselsäure.

59,68 pCt. Magnesia

0,52 Kalkerde.

1,41 Eisenoxydul.

0,60 Thonerde .

22,82 Natron

14,64 Wasser

0,24 99,91 pct.

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U. d. M. im Dünnschliff bei gekreuzten Nicols treten, wie bei allen Jadeiten, lebhafte Polarisationsfarben auf; die Textur besteht, wie bei Nr. 63, aus homogenen grobkörnigen und theilweise breitfaserigen krystallinischen Massen. Das Maximum der Auslöschung in den Längsschnitten beträgt 43°. Interpositionen fehlen, diffundirte braune Streifen durchziehen das Mineral. Dieser Schliff zeigt in grosser Menge ausserordentlich deutlich die beiden prismatischen Pyroxen-Spaltungsrichtungen.

Dem Analysenergebnisse und dem optischen Verhalten zufolge muss dieses Mineral als identisch mit dem barmanischen Jadeit bezeichnet werden; es ist demnach das angebliche Bezugsland Klein-Tibet wohl nicht der Fundort desselben.

Die chemischen Analysen betreffend, ist zu bemerken, dass vom Verfasser selbst eine Anzahl Nephritoide im hiesigen Universitäts-Laboratorium analysirt wurde, um sich die nöthige Fertigkeit in der Ausführung und Beurtheilung derartiger Untersuchungen anzueignen. Die im Vorstehenden veröffentlichten Zahlen entstammen den Controle-Analysen, welche, um unzweifelhaft zuverlässige Resultate liefern zu können, über sämmtliche hier beschriebene Mineralien von bewährter Seite ausgeführt wurden.

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IV. Nephrit mit Nebengestein. Es mögen schliesslich die Untersuchungsergebnisse einiger Handstücke folgen, welche „Collection Schlagintweit Vol. 32 pag. 246 Nr. 744“ bezeichnet und von Hermann v. Schlagintweit-Sakünlünski aus Gulbashén mitgebracht sind (vergl. von demselben „Ueber Nephrit nebst Jadeit und Saussurit im Küplün-Gebirge“ im Sitzungsberichte der k. bayr. Akademie der Wissenschaften 1873. II sowie „Reisen in Indien und Hochasien“ IV. Band pag. 161-185).

Die Stücke bestehen meist aus einem grünlichen und einem weisslichen Material. Bei der innigen Verwachsung beider Theile war es unausführbar, ausreichendes Material eines jeden Theils allein für eine quantitative Analyse abzulösen, weshalb eine qualitative chemische Untersuchung genügen musste. U. d. M. im Dünnschliff weisen sämmtliche Stücke keine nennenswerthen Einschlüsse auf.

Nr. 1. Der weissliche Theil des Stückes, dessen spec. Gewicht 3,172 ist, zeigt u. d. M. eine Textur von ganz feinen Lamellen bis zu 0,876 Millimetern Länge, die theils parallel gelagert, theils von einem Punkte aus sehr schön strahlig angeordnet sind und in der Längsrichtung eine PyroxenAuslöschung von 44° aufweisen; auch ist an einzelnen Lamellen die prismatische Pyroxen-Spaltbarkeit gut erkennbar. Die Polarisationsfarbe sämmtlicher Fasern ist eine ausserordentlich lebhafte. Dem optischen Befunde und dem spez. Gewichte zufolge haben wir es hier mit Jadeit zu thun, womit die Ergebnisse der qualitativen Analyse übereinstimmen.

Eine ähnliche strahlige Anordnung der Lamellen ist bei Jadeit, bezw. dessen Varietät Chloromelanit, nicht selten, wie wir u A. an den Dünnschliffen eines Jadeit-Beils von der Pfahlbaustation Oefeliplätze bei Gerlafingen, sowie zweier Chloromelanit-Beile von Patras und Neu-Guinea feststellten.

Der grüngraue Theil (Radde 37 r) mit dem spec. Gewicht 2,979 zeigt die theils feinkörnige, theils parallelkurzfaserige Textur des GulbashénNephrits und ist hiervon auch in dem oben beschriebenen Schliffe des weisslichen Theils noch eine Partie vorhanden. Da das Stück schon makroskopisch eine Schiefertextur aufweist, so wurde noch ein zweiter Schliff senkrecht zur schieferigen Lagerung hergestellt, der u. d. M. ausser deutlich schieferiger Textur viele das Mineral parallel durchziehende Risse zeigt.

Nr. 2. Der weisse Theil, dessen spec. Gewicht 2,682 ist, zeigt bei gekreuzten Nicols eine feldspathartige Grundmasse, die wegen der äussersten Dünne des Schliffes blaugrau polarisirt. Darin befinden sich viele ausgebildete trikline Feldspathe mit Zwillingsstreifung. Eine Lamelle zeigt die zwei anscheinend senkrecht zu einander liegenden Spaltungsrichtungen des Mikroklin. Ferner treten zerstreut im ganzen Schliffe noch grosse PyroxenLamellen mit prächtigen Polarisationsfarben und Dichroismus auf, der selbst noch bei der grossen Dünne des Schliffes bemerkbar ist.

Der grüngraue Theil (Radde 37 1) mit dem spec. Gewichte 3,180 lässt bei gekreuzten Nicols grobkörnige homogene krystallinische Massen mit lebhaften Polarisationsfarben, wie sie der Jadeit zeigt, erkennen; der grösste Theil dieser Körner weist nach Spaltungs- und Auslöschungswinkel auf Pyroxen hin. Im Schliffe finden sich ausserdem noch feldspathartige Partien von hellgrauer Polarisationsfarbe, welche dem oben beschriebenen weissen Theile des Minerals angehören, der an einzelnen Stellen den grüngrauen Theil durchsetzt. Die qualitative Analyse bestätigt auch hier die Ergebnisse der optischen Untersuchung, indem ausser accessorischen Bestandtheilen in dem weisslichen Theile des Stückes Natron neben Thonerde reichlich vertreten ist.

Nr. 3 mit makroskopisch wahrnehmbaren Glimmerflitterchen. Der weissliche Theil des Stückes zeigt u. d. M. Calcit-Körner mit den bekannten Zwillingsstreifungen und Farbenerscheinungen ohne Analysator, sodann mit der diagonalen Auslöschung der Rhomboëder bei gekreuzten Nicols. Diese körnige Textur des Kalkspathes geht dann über in eine anisometrische. An der Contactstelle des grünen und des weisslichen Theils des Stückes treten lichtbläulich polarisirende Faserbündel auf, während die Hauptgrundmasse des grünen Theils (Radde 14 f) eine feinkörnige, von feinen Fasern theilweise durchsetzte Textur zeigt. Dem ganzen optischen Verhalten nach ist der letzte Theil Nephrit, der dempach mit Calcit im Contact ist. Die Ergebnisse der qualitativen Analyse stimmen gut mit dem optischen Befunde überein.

Als Resultat vorstehender Untersuchungen würde sich also ergeben, dass unter den von H. v. Schlagintweit von Gulbashén mitgebrachten Handstücken sich Jadeit findet und zwar in Verwachsung mit Nephrit. Es wäre dies das erste Beispiel der Paragenesis dieser beiden Mineralien, und es soll wegen dieses interessanten Vorkommnisses versucht werden, was bis jetzt noch nicht gelang, ausreichendes Material für eine quantitative Analyse von dem mit Nephrit verwachsenen Jadeit zu erhalten.

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