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beim Ermangeln deutlichen Abschlusses, eine mehr oder weniger gläubige Hingabe verlangt. Bei klärendem Einblick wird Vieles aus dem ärelpor (platonischer Materie) in feste Formen des (pythagoräischen) Begrenzten der Formen (durch nepas) geschieden und so dem Wissen gewonnen werden, aber unabsehbar dehnt darüber hinaus ringsum sich noch die Weite ewiger Unendlichkeit und, den blöden Augen des an Denkarbeit ungeübten Wilden besonders, rasch in das düster dunkelnde Todtenreich verschwindend. diesem daher vor Allem schweben die Schatten hervor, die den Geist mit ihren Schattirungen überschatten, und in der Angstbeklemmung der Deisidämonie überall auf der Erde für die Sühne der Abgeschiedenen zunächst, das Gefühlsdrängen der Religion in die äusseren Umrisse eines Cultus umgestalten (vom Ahnen-Cultus aus dann zu weiteren mythologischen Schöpfungen fortschreitend).

In der „unheilvollen Entzweiung mit Gott“, bei der Möglichkeit und Wirklichkeit eines bösen Gewissens, „bilden den Mittelpunkt der Religion die Opfer“ (Peip), und der zum Ausgleich solcher Entzweiung in die Aussenwelt geworfene Reflex spiegelt (durch pavégwo1s) am nächsten sich (wie beim Aitu fale Samoa's und indianischen Dodaim) im heiligen Thier (s. Religionsphilosophische Probleme, 2, S. 52), mag aber auch mit des Baumes lebendigem Wachsthum schon Befriedigung erhalten durch die vuan dëvdoctis, in mystischer Anknüpfung des Dualla (wie in Meleager's Scheit), und wie Geryon's Blut (bei Philostr.), geht das des Polydorus in den Baum über, der bei Verletzung blutet (Virgil). Stirbt derjenige, der sein Leben sympathisch mit dem Baum (zum Verwachsen eines Leibschadens) verknüpft hat, zuerst, so geht die Seele als Klabautermann über, bis in das Schiff, das aus dem Holz gezimmert wird (auf Rügen); Waga (Canoe) bezeichnet (auf Fiji) the shrine of a god (Hazlewood).

Ehe die Siamesen den zum Bootbau geeigneten Baum (Takhien) umhauen, bringen sie (unter den Phrüksa-Thevada) der Mntter (Meh) oder Dame (Nong) desselben Opfer dar, und nach Vollendung des Schiffes bildet dann die Nymphe des Waldbaums (Nong Takhien) den Kiel, als Kaduk Ngu oder Schlangenrückgrat, und erhält Weibung für gute Fahrt, besonders wenn, wie mitunter, leiblich erscheinend, in Schlangengestalt oder als Frau (s. Völker des östl. Asiens III, S. 251), Aehnlich werden beim Canoebau auf Hawaii die dem Holz innewohnenden Elementarkräfte magisch gebunden für später glückliches Wohlergehen (s. Aus Hawaiischen Manuscripten, Zeitschr. d. Ges. f. Erdk., .1882).

Gemeinsam überall ist das beim Begraben vorgesorgte Seelische der δημητριοι, was in wohlthitigen Werken der χρηστοι beim Aufwachsen der Pflanzen aus dunklem Erdengrund hervorsteigt.

Bei den Maori bringt man deshalb die Schädel der Verwandten auf das Fruchtfeld oder in Tanna) die Zähne alter Ahnen (im Saen der Sparten). Bald in poetisch schwellenden Gefühlen des Dankes oder der Angst, bei Ungewissheit der Ernte

(und somit des täglichen Brod's), im Wechsel also von Trauer und Freude, klärt sich das Göttliche, denn der „Ackersmann hat eine feine Bibel“ (Luther). Auf altem Stumpf sitzt eine gebückte Alte als Roggenmuhme bei den Karen oder Babajedza (Kornmutter), und wenn Rongo (oder Lono) jährliche Besuche abstattet, seines Amtes zu walten unter unterirdischen Mächten, herrscht heiliges „Silentium“ auf den polynesischen Inseln, sein Werk nicht zu stören, während dem Indianer Hiawatha's Jünglingsgestalt schmuckvoll, gleich Jarilo's (in Weissrussland), emporstrahlt, im Niederkämpfen finsteren Winters.

Um derartig schmuck und schön zu erscheinen, war (nach den schmutzigen Erdarbeiten, wie beim Pflanzen und Erndten unumgänglich) vor Allem ein Bad erforderlich, die „lavatio“ (im Flusse Almo) für Kybele oder für Nerthus (Tacitus), und erst nachdem, am Ende des Festes, der Gott Ratumaibalu von den Priestern gebadet war, durften die Erstlinge des Taro gegessen werden (auf Fiji).

Am auffällig kräftigsten manifestirt sich, unter den Vegetationsformen, die dúvauis aintin im stolz emporstrebenden Baum, und so, um den niedrigen Aehrenbalmen aufzuhelfen, wird der Maibaum herangetragen, als Spross (Latorosl), nachdem Marzanka in’s Wasser geworfen (in Schlesien). An den Wurzeln des Baumes walten schöpferisch die „Vaetter“ genannten Geister (in Dänemark) und unter dem Hollunder wohnt (im Samland) Paschkaitis, der seine Markopolen und Parstücke in die Scheuern zu senden hat (den Erntesegen zu fördern).

„Die Heimchen waren kleine Wesen in blühender Kindergestalt, mit blonden Lockenköpfchen, welche mit unermüdlichem Fleiss dem Landmann bei allen seinen Beschäftigungen an die Hand gingen, ihn oft auch mit schuldlos kindlichem Muthwillen neckten und dann lachend verschwanden. Oft, wenn der Bauersmann den vollen Erntewagen von den steilen Höhen herab nach Hause fuhr, sass ein jubelndes Heimchen, bekränzt mit Aehren, auf dem vorgespannten Zugvieh, und sicher war dann der Besitzer, dass er das Seine wohlbehalten in die Scheune brachte. Zerstreute man die Heuschober, so begab es sich nicht selten, dass ein kleines niedliches Heimchen dem damit Beschäftigten freundlich daraus entgegen kicherte. Schüttelten die Leute das Obst von den Bäumen, so fiel mit der reifen Frucht wohl auch ein Heimchen mit herunter und verschwand unter schalkhaftem Gelächter. In's Freie hinaus setzten die Eltern ihre Kinder, gingen sie zur Arbeit auf das Feld, und überliessen dieselben unbesorgt sich selbst. Kehrten sie am Abend zurück, so erzählten dann die Kleinen, fremde Kinder hätten sie besucht und mit ihnen schön gespielt“ (J. A. E. Köhler), bis Perchta, (die Königin der Heimchen), durch Fremde verdächtigt, fortzog (über die Fähre des Saalstroms). So ist Ceres von „jugendlichem Wesen“ (Hartung), gleịch Liber und Libera oder Koon mit Koons (als Jakchos), ein Bild der Saaten (demetrischer Mysterien) als „Virgines divae“ oder (Vires) „Virae“ (virere und viridis). Demeter schreitet als gouvix078Q (Pindar) über die Spitzen der reifen Aehren, wie die Erntegötter darüber hinschweben bei den Azteken.

Für den feierlichen Cult, der aus Thracien nach Attika gekommen (znm Sitz in Eleusis), wurden in Rom griechisehe Priesterinnen berufen, aus Neapolis und Velia (Cicero), im Anschluss der aus der Fremde (bei Proserpina's Raub in Enna) eingeführten Saatsegen (besonders des Dionysos im Weinbau), wie zu Janus Zeit durch Saturn gelehrt, in Latium (latere) mit dem Verschwinden des Gottes (Plutarch), um bei „Orci nuptiae“ (Servius) wieder emporzusteigen, bis zum Feste der Freudenmädchen (in Floralien), der „Flora illa genetrix et sancta“ (Arnobius) oder (Verrius Flaccus) Faula (Lactantius). Bei der nahegelegten Abhängigkeit des pflanzlichen Gedeihens von fleischlicher Begattung, die, wenn Demeter mit Jasion ruht auf dreimal geackertem Brachfeld (bei Homer), in der Furche, als Sita (im Rigveda) zur Ausübung kommt, beim „Brautlager auf dem Ackerfeld" (Mannhardt), im „Wälzen“ dort, galt der Ritus für Einweihung der Frauen auch im Tempel der Ceres, obwohl mit Ausschluss nächtlicher Orgien (bei geordneter Polizei-Aufsicht in Rom).

Wie die sabinisclie Messe der Feronia ('Ανθηφόρος oder Φιλοστέφανος) als Persephone (Dionysios), wurde das etruskische Heiligthum der Feronia am Berg Soracte besucht, zur Niederlegung der Erstlinge, beim Fest des Apollo Soranus, dem Jupiter Anxur (Axur) entspricht (Preller) im volskischen Cult der Feronia oder (Servius) Juno Virgo (bei Tarracina), den Freigelassenen, die sich der Saturnalien vorübergehend nur erfreuten, zum dauernden Schutz durch Fidonia (Varro). „Benemeriti servi sedeant, surgent liberi“ (mit dem Hut) und „der spitze rothe Huth mangelte selten“ (Grimm) für Hoidike (Hütchen oder Hodeke).

Vom Verschwinden des Gottes in Latium (latere) unter dem Altar (am Lacus Curtius) wurde Saturn zu den unterirdischen Göttern gerechnet (Plutarch) und stieg im Gedeihen der Saaten herauf, weshalb er für solche Zwecke durch Wollfäden, die nur am Ende der Arbeit, während des Saturnalienfestes, gelöst wurden (Apollodorus), festgehalten wurde, und neben seiner mit Oel gefällten Bildsäule (Plinius) wurzelten die Tritonen im Boden (daraus hervorwachsend), mit Hirtenhörnern (Macrobius).

Zu den erstverehrten Göttern gehört unter den Penaten (oi xtyolou) der Essensgott (auf Tonga) oder Kai, als Kuchen (wenn das Brod zu theuer, am Hofe) vertheilende Anna Perenna, oder (chinesische) Ngo-kak-bo (Mutter der Ernährung). Di me omnes magni minutique et patellarii (Plaut.), und unter Numa wurden nur die Götter des Landbaues verehrt, als Seja (im Säen), Segetia (in den Saaten) und „eine dritte, deren Namen unter Dach auszusprechen nicht erlaubt ist“ (Plinius). Dazu die Erntegöttinnen, als Secia (vom Schneiden), Messia (vom Zusammenbinden), Tutelina (vom Aufbewahren). Gemeinsam umfassend wurde die „Omniparens dea Syria“ (bei Apulejus) als

„rerum naturae prisca parens“ verehrt (in Atergatis), gleich Vari-ma-tetakere (in Mangaia). „According to the Siamese there is a Me-pha-sop or primary principle, from which grain sprung“ (Low), und wenn die Ernte eingebracht ist, legen die Siamesen Kuchen auf das Feld für die Göttinnen des Reis (Meh oder Nong Phosoph), wie die Peruaner ihre Zara-mama verehrten (für das Wachsthum des Mais).

Indem unter der im harmonischen Kosmos erlangten Wechselwirkung eines allgemein verknüpfenden Gesetzes der psychologische Wachsthumsprozess, der beim Menschen über das animalisch Sinnliche hinauszustreben beginnt, in dem Problem des Welträthsels seine bejahende Ergänzung sucht, reflectirt sich ihm dieselbe unter der, seiner eigenen Auffassung entsprechenden Religion niederen oder höheren Standpunkts, in gläubig geschauten Symbolen, da mit dem (jenseits des Irdischen) im Transcendentalen verlorenem Abschluss ein deutlich umschriebener Wissensbegriff (soweit nicht aus der Subjectivität dialectisch construirt) auszufallen hat. Sofern die Religion, als Entzweiung des Menschen mit sich selbst zu fassen (bei Feuerbach), das eigene Wesen des Menschen nach Aussen verlegt, so erscheint, mit Negirung aller Anthropomorphismen, frei davon, der Gott (im Gegensatz des eigenen Bewusstseins) als die von allen Schranken losgelöste Intelligenz, und wenn schon in der griechischen Philosophie der Gott in menschlicher Vollendung nur dem Menschen (wie den Ochsen und Pferden der ihrige in eigener Gestalt) sich zu zeigen, wenn Epictet's „vernünftiges Wesen“ Gott zu singen hatte (wie Nachtigall und Schwan nach ihrer Art), so mag auf niederen Stufen dagegen der Gottesbegriff noch thierische oder pflanzliche Formen (auch todte Steine selbst) bekleiden, obwohl bald bereits in phantastisch, aus der Phantasie gewobenem Nimbus mythologischer Atmosphäre spielend, im bunten Maskengetriebe, wie, aus dem Cult, im Theater später überlebselnd (bis der „Harlequin“ auch dort vertrieben).

Nach dem, dem menschlichen Denken eingepflanzten Causalgesetz ergiebt sich in der „theologia rationis humanae) der nothwendige gesetzliche Abgleich zwischen Ursache und Wirkung, so dass – im Gewissen, als dem Wissen vom Allwissenden (bei Kant) unter zwingender „Karma“ die Früchte des Guten und Bösen zu essen sind, der Neger in unauflöslicher Einknüpfung mit seinem Mokisso verfesselt ist, und in der (hellenischen) Tragödie des Menschenlebens sich unerbittlich der aus Urquelle des Daseins geschöpfte Rathschluss des Schicksals erfüllen muss.

Wenn tiefere und feinere Gefühlsregungen, in verfeinertem Naturell, mitsprechende Macht gewinnen, tritt in die Götterschöpfung die anthropomorphische Gestaltungsweise hinzu, und wenn hier durch Opfer, in der Speise des Viraj, (Yajnavalkya), zu bedingen, folgt dann auch wieder Gegenseitigkeit der Verpflichtungen, im Geben und Nehmen, und Anspruch also auf (im Gebet) gesuchte (oder erkaufte) Gnade.

Bei fernerer Ausweitung dagegen, aufs Neue in unendliche Weite des

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Alles auswärts, über die Enge der Menschennatur hinweg, verschwindet der mitwirkende Einfluss dieser auf beschränktestes Mass, so dass wiederum nur unbedingte Allmacht der Gottheit zuerkannt werden muss, selbst in tyrannischer Willkür einer Prädestination, bis bei Rückkehr zum gesetzlichen Walten solches für das Denken auch fassbar wäre, in naturwissenschaftlicher Psychologie (durch Hülfe ethnologischen Materiales anzubahnen).

,,Das göttliche Wesen ist nichts anderes, als das menschliche Wesen, oder besser: das Wesen des Menschen gereinigt, befreit von den Schranken des individuellen Menschen, verobjectivirt, d. h. angeschaut und verehrt als ein anderes, von ihm unterschiedenes eigenes Wesen“ (bei Feuerbach), und so mag man der, wie in aller Wesenheit, auch in der menschlichen waltenden Gottheit anbetend sich nähern, in heiliger Scheu, oder auf vertrautem Fusse verkehren, wie Tibull seinen Genius zum Geburtsfest einladet, bekränzt oder geölt“ dort zu erscheinen, mit freudiger Hingebung „indulgere Genio“ (Persius).

Und die göttliche Kraft wirkt dann zurück in Wirkung der menschlichen, manchmal auch den Schleier lüftend, der irdische Augen umflort. „Nirgent ist Gott als eygentlicher Gott, als in der Seele.“

Tantôt c'est le Génie familier, qui donne des avis salutaires sur ce qui doit arriver, tantôt c'est une visite qu'on recoit de l'Ame de l'objet, auquel

rêve (bei den Indianern) und so als „chose sacrée“ (Charlevoix) erscheint der Traum (Orakel gewährend). Est Deus in nobis (Cicero). Man schwur bei seinem eigenen Genius und bei dem geachteter und grosser Personen (Hartung), und der Schwur beim Kaiser war heilig, wie der beim Kopf des Königs (in Aschantie). Veita - uvu (Thurston) denotes people who worship the same god, who may swear at each other (in Fiji).

Apud majores omnes in domibus sepeliebantur, unde ortum est, ut Lares colerentur in domibus (Servius) als Penates, neben Lares Viales (unter „dii animales)“. Auch beim Gedeihen der Pflanzen wirken die Ahnenseelen mit, wie bei Tannesen oder Maori, (s. Inselgruppen in Oceanien, S. 200), und mit den Semonen werden die Laren für Segnen der Fluren angerufen (von den Arvalbrüdern). Geligktijdig met de intrede in the wereld von den mensch wordt de Lamoa sindao geboren, die onder toezicht von den Lamoa Sindata het kind tot aan zyn dood beschermt (Riedel) unter den Topantunuasu (auf Celebes), und so fällt Dsogbe in den Geburtstag (bei den Eweern).

Die im Leben (geachtet und gefürchtet) Voranstehenden, die Herren blieben auch Heroen in der Erinnerung; οι δε ηγεμόνες των αρχαίων μόνοι ήσαν ήρωες, οι δε λαοί άνθρωποι (bei Aristoteles), und in Siam ist es der Chao (der Prinz und Gebieter), der einfährt in sein Gefäss bei heiliger Besessenheit (s. Völker des östlichen Asiens III, Seite 286).

In Aegypten legt man das Kind in ein Sieb (Klunzinger), in Däne

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