Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub
[ocr errors][merged small]

keiner weiteren Erörterung. Der Griff der Guitarre hat 2-3 cm Durchmesser und ist massiv, während der Körper 5-8 cm Tiefe hat und der Resonanz wegen, wie auch bei unseren entsprechenden Instrumenten, hohl ist. Das Ganze ist aus einem Stück gearbeitet und auf der Kehrseite mit einer Holzplatte geschlossen, die in der Mitte eine kleine Oeffnung hat; ein specielles Bild gewährt die Zeichnung.

Das originellste Instrument, welches die Eingebornen besitzen, ist der Togo. Der Togo (Taf. III Fig. 23) besteht aus einem Bambuinternodium von etwa 8 cm Durchmesser und 50—60 cm Länge, an welchem zu beiden Seiten noch etwa 10 cm der Nachbarinternodien stehen gelassen sind. In gleichen Distanzen rings um den Bambu sind von der Oberfläche desselben etwa 1 mm Durchmesser haltende Längsstreifen losgearbeitet, so dass dieselben mit ihren zwei Enden noch mit den beiden Internodienenden zusammenhängen. Unter diese, an ihren Enden also festsitzenden Bambusfäden werden kleine Joche geklemmt. Ein 1 cm breiter, in das Innere des Bambu gehender Längsausschnitt dient zur Herstellung der Resonana. Da, wo die Enden der herausgearbeiteten Fäden mit dem Ganzen zusammenhängen, sind einige Bejucobänder umgewickelt, um das Abreissen der Saiten seltener zu machen; findet dieses jedoch statt, so wird einfach neben dem abgerissenen Faden ein neuer herausgearbeitet. Werden die Saiten mit den Fingern gespielt, so geben sie einen angenehmen Ton, ähnlich dem unserer Guitarren; durch Rücken der Joche kann man die Saiten vollständig abstimmen und leicht unsere Melodien auf diesem Instrumente, welches wohl das einfachste dieser Gattung ist, spielen. Die Bagobos setzen sich bei Benutzung des Togo hin, stützen das Instrument auf einen Schenkel und spielen es mit beiden Händen. Die Enden des Instrumentes sind meist mit zahlreichen Einschnitten oder Farbestrichen verziert und der Aussenrand pinselförmig, wie bei den Schilden, mit Borsten besetzt.

Die Bagobos legen gern Schmucksachen an. Armringe, Balinatung oder Butdé (Taf. III, fig. 3 und 12), lieben sie besonders und tragen dieselben täglich; sie sind entweder aus Bronze, Kupfer oder Muschel gefertigt und werden am Unterarm getragen. Die Weiber haben in der Regel 70, die Männer 9; sie legen dieselben sehr selten ab. Die Armringe der Weiber gehen bis zu einem Durchmesser von nur 5.1 cm herab, – ein Zeichen ihrer zierlichen Gliedmaassen. Die Muschelringe sind aus den zwei unteren Windungen einer Tritonart geschnitten, haben etwa 3 cm Wandhöhe und sind an den Seiten rundgeschliffen. Von ihnen werden nie mehr als zwei getragen und sie haben einen höheren Werth als die Metallringe, da ihre Herstellung viel Geduld und Zeit erfordert, während die Metallringe zu grösserer Anzahl auf einmal in Formen gegossen und dann auf Steinen pachgearbeitet werden. Die Oberfläche der Metallringe bedecken zahlreiche Verzierungen, bestehend in regelmässigen, erhabenen Stäbchen, Buckeln, sternförmigen Combinationen u. s. w. Ausser ihnen sind noch einfache, aus

dickem Draht zusammengebogene Ringe Mode. Ganz ähnliche Metallringe, nur von grösserem Durchmesser, werden von den Weibern um die Fussknöchel getragen, um die Zehen kleinere aus Draht, der sprungfederartig in 10 Windungen übereinander gebogen ist.

Hin und wieder sieht man Fingerringe, welche aus dem unteren Ende eines Krokodilzahnes geschnitten sind.

Die Frauen tragen im Haar, welches am Hinterkopf geknotet ist, Kämme (Taf. III, Fig. 8), analog denen unserer Damen, nur kleiner. Dieselben haben eine Höhe von 5-7 cm, wobei ein Drittel auf das triangelartig ausgeschweifte, zinkenlose, obere Theil kommt, welches häufig mit Messingblech, das mit differenten Mustern versehen ist, belegt wird; das obere Ende ist 5–7 cm breit. Der Kamm hat 6–8 Zinken, er ist aus hartem Holz, meist aus Corypha minor geschnitzt.

Ein Schmuck, welcher gleichfalls täglich, wie die Armringe, von Männern und Weibern getragen wird, sind Ohrgehänge, die in die Ohren eingeknöpft werden. Die Häuptlinge tragen solche aus Elfenbeinplatten, die oft einen Durchmesser von 8 cm erreichen; weniger Wohlhabende schleifen sich aus einem Porzellanteller runde Scheiben, auf welche sie an der Rückseite einen Knopf zum Einknöpfen in die Ohren mit Harz ankitten.

Die Weiber tragen gleiche Ohrgehänge aus hartem Holz (Taf. III, Fig. 7), in welches äusserst kunstvoll sternartige Muster von Metall eingelegt sind.

Die Ohrgehänge sind stets unter dem Kinn durch einen Faden aus Musa textilis mit einander verbunden, an dessen Stelle bei Festlichkeiten Perlenschnüre treten.

Als Wadenschmuck tragen die Männer Ringe aus dem Bast der Caryota onusta; dieselben sind kunstvoll mit besagtem Bast umwunden, zwischen welchem eingeflochtene helle Bejucostreifen Master bilden (Taf. III, Fig. 4). Die Dicke eines einzelnen Ringes beträgt etwa 1 mm. Sie tragen bis 200 unter der Kniekehle.

Halsbänder (Taf. III, fig. 5), welche meist nur Frauen tragen, sind aus runden Ringen von 2 mm Durchmesser gefertigt, die aus Schweinsborsten sehr kunstvoll geflochten sind. Zur weiteren Verzierung hängen daran kleine Quasten aus buntgefärbten Fäden, runde Stückchen von Calao - Schnäbeln (Buceros Mindanensis), Glasperlen, bunte Saamen (namentlich Abrus praecatorius) u. A.

Bei festlichen Gelegenheiten tragen die Männer Ketten aus kleinen Messingringen, die wohl 6 Mal um den Leib geschlungen werden. Die übrigen Schmucksachen, welche die Eingeborenen bei festlichen Gelegenheiten anlegen, habe ich bereits bei der oben beschriebenen Hochzeit erwähnt.

Des Abends Brennen die Bagobos Licht (Taf. III, Fig. 11); zu diesem Zweck befreien sie die Frucht von Aleuritis lobata (Enphorb.) von ihrer Schale und spiessen gegen 30 Früchte hinter einander auf einen dünnen

[ocr errors]
[ocr errors]

Bambuspahn oder auf die dünne Rippe eines Palmenblattes und legen das Ganze horizontal auf eine Art Gabel, welche an einem Pfeiler des Hauses befestigt ist. Wird der vordere Kern angezündet, so brennt er gleichmässig auf und zündet zugleich vor seinem Verlöschen den nächsten Kern an, so dass das Ganze eine Brennfähigkeit von etwa Stunden hat. Das Licht, welches die Kerne von Aleurites verbreiten, ist hell' und wenig russend; es gleicht dem einer starken Stearinkerze. Die Bagobolichte werden in grosser Anzahl auf einmal gefertigt, in dicken Bambus aufgehoben und sind stets in ausreichender Anzahl vorhanden. In hochgelegenen Rancherien, wo diese Euphorbiacee nicht vorzukommen scheint, brennt man Bambussplisse. Auf Märschen in der Dunkelheit bedienen sich die Bagobos langer, gut getrockneter Bambusbrände oder Fackeln, welche aus einer aus dem Hüllblatt der Betelpalme hergestellten cylindrischen Röhre verfertigt sind, in der Harzstücke auf einander geknetet oder geschmolzen werden. Diese Fackeln haben eine Länge von etwa 1 m und besitzen ohne Wind eine Brennfähigkeit von einigen Stunden; sie dienen auf Nachtmärschen, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, ganz vorzüglich.

Zum Feuermachen bedienen sich die Bagobos des Feuersteins, des Zunders und Eisens, oder sie stellen das Feuer durch Reibung zweier Bambus aneinander her, wie die Negritos, von denen ich es bereits früher beschrieb (Zeitschr. f. Ethnolog. 1880).

[ocr errors]
[ocr errors]

Die Bagobos sind, wie bereits erwähnt, ungemein ehrlich. Wunderbarer Weise huldigen sie aber sämmtlich dem Raube von Pferden, Mädchen und Kindern, was wohl mehr eine Rasseneigenthümlichkeit, als individuelle Erscheinung zu sein scheint, da sonst Diebstahl ein Unding ist.

An Strafen kennen sie nur Todesstrafe und Strafezahlung, die in Tellern, Hühnern oder sonstigen nützlichen Objecten erlegt wird und sich eventl. im Unvermögensfalle bis zur Sklaverei der Schuldigen erstreckt. Todesstrafe kann in Strafezahlen umgewandelt werden; findet das nicht statt, so wird der Delinquent durch einen Lanzenstich in die Brust ins bessere Jenseits befördert.

Blutrache besteht in vollem Umfange und wird bis zum Extrem gepflegt. Sie mag dazu beitragen, dass diese herrlichen fruchtbaren Gefilde Mindanaos nicht dichter bevölkert sind, denn es genügt nicht, dass der Verfolger nur seinem ausersehenen Opfer nachstellt, sondern jedes Familienmitglied des Verfolgten, das er in seine Gewalt bekommt, fällt durch seine Hand, so dass ganze Rancherien gegenseitig auf Blutrache stehen und nicht eher ruhen, bis eine davon aufgeflogen ist. Eine Versöhnung findet sehr selten statt; sie besteht darin, dass der eine Häuptling dem andern Geschenke überbringt, die jener im Fall der Annahme erwidert.

Von Hausthieren findet man Hunde, Hühner, Büffel und Pferde. Die Hunde gehören der gewöhnlichen Philippinenrasse an; sie stehen etwa zwischen

Jagdhund und Windhund. Es ist nicht zu beweisen, ob die Hunde importirt oder eingeboren sind. In unbewohnten und unwegsamen Gegenden kommen sie heerdenweise wild vor, jagen Hirsche, Schweine und werden auch Menschen, die sich in solche Gegenden wagen, gefährlich. Oft genug wurden wir, mein Reisecollege Koch und ich, durch ihr Geheul im Bivouak aus dem Schlafe geweckt. Gezähmt sind diese Hunde vorzüglich zum Bewachen des Hauses und, wie bereits erwähnt, für die Jagd.

Die Hühner, welche zum Hausstande gehören, stammen von dem dortigen wilden Huhne ab; gegessen werden dieselben nur selten. Sie werden der Eier wegen gehalten.

Büffel findet man in den mehr auf das Meer zu gelegenen Rancherien; sie werden nur als Lastthiere benutzt.

Die Pferde, welche man auf Mindanao antrifft, sind klein und von vorzüglicher Ausdauer. Sie sind so geschickt auf den steilen Gebirgsfaden und im Nehmen von Hindernissen, dass sie manche unserer Circuspferde in den Schatten stellen würden.

Die Insel Mindanao ist eher im Besitze von Pferden gewesen, als die nördlichen Inseln. Beweis dafür ist, dass die Eingebornen Mindanaos nur das malayische Wort cuda für Pferd kennen, während die der nördlichen Inseln, Luzon u. s. w., nur das spanische Wort caballo dafür haben.

Weiter kann man noch Katzen zu den Hausthieren der Bagobos rechnen, die sie der Ratten wegen halten. Hin und wieder sieht man bei ihnen auch gezähmte Affen und Papageien.

Die Bagobos treiben Tauschhandel. Als currentes Geld gehen kleine chinesische Teller (Näpfe von Porzellan in Form einer tiefen Untertasse), wohl auch grössere, die dann entsprechend höheren Werth baben. Die Teller sind je 10 Stück mit Bejuco zusammengeschnürt und werden so in den Hütten aufgehängt. Wie schon erwähnt, werden mit diesen Tellern die Frauen gekauft; 200 Teller ist der Preis einer Durchschnittsfrau.

Als weitere Tauschmittel dienen Honig, Wachs, Reis, Balabak, Zeuge aus Musa textilis u. A., gegen welche Eisen, Glasperlen, Zeuge, Spiegel, Draht eingetauscht werden. Bei den Tauschgeschäften, die wir mit den Bagobos machten, welche für uns Schlangen, Käfer, Raupen u. s. w. suchten, verfolgten die Leute einen für uns oft recht lästigen Brauch, von dem sie durch nichts abzubringen waren. Derselbe bestand darin, dass sie die gefundenen Käfer u. s. w. nicht auf einmal brachten und im Ganzen verhandelten, sondern Käfer für Käfer, Raupe für Raupe einzeln zum Vorschein brachten. Dass dies für uns meist eine grosse Geduldsprobe war, liegt auf der Hand.

Die Bagobos sind neugierig und belästigten uns dadurch oft, zumal nur wenige von ihnen je Europäer gesehen hatten: sie befühlten unsere Haut, wunderten sich über unsere blonden Haare und blauen Augen und wollten sich stets überzeugen, ob die Hautfarbe unter den Kleidern auch weiss sei. Namentlich lauerten die Weiber, wenn wir zum Schwimmen gingen, um uns aus dem Versteck beobachten zu können. Die Bagobos baden sich oft, schwimmen und tauchen gut. Sie schwimmen anders wie wir, indem sie nicht gleichmässig mit beiden Händen das Wasser herunterdrücken und mit den Füssen gleichmässig stossen, sondern abwechselnd die rechte Hand nach vorwärts gestreckt herunter drücken, um mit dem linken Beine oder Fusse zugleich abzustossen, dann die linke Hand und der rechte Fuss u. s. f. Dabei treiben sie mancherlei Kindereien: bespritzen sich, drücken sich unter Wasser, legen sich schwere Steine auf den Rücken, um damit zu schwimmen

U. S. W.

Treffen die Bagobos einen Befreundeten unterwegs, so grüssen sie nicht, sondern fragen, wo er hingeht (hindacó). Theilweise herrscht der Usus der Beschneidung. Nach meinen Beobachtungen, die ich nur beim Baden der Bagobos, die sich sonst ausserordentlich schamhaft benehmen, machen konnte, beschränkt sich die Beschneidung nur auf die Söhne der Häuptlinge. Sie halten den Zweck, den Ursprung und die mit der Operation verbundenen Manipulationen so geheim, dass ich trotz der langen Zeit, die ich unter ihnen lebte, und trotz vielfacher Erkundigungen absolut nichts darüber erfahren konnte, also auch nichts davon gehört hätte, wenn ich nicht bei den badenden Individuen das bestehende Factum bemerkt hätte.

Ein Bagobo nennt nie seinen eigenen Namen, da er die Befürchtung hegt, sonst in einen Raben verwandelt zu werden, weil derselbe auch seinen eigenen Namen ruft. Im Bagobodialekt heisst der Rabe uág, also so wie er schreit. Ueberhaupt herrscht bei diesen Leuten viel Aberglaube, der eng

mit ihrer Religion verbunden ist. Sie haben eine eigene Schöpfungsgeschichte; dieselbe ist folgende:

Himmel und Erde haben die Hauptgötter Ugismanáma und Mandarangan erschaffen. Durch die Götter Todlai und Malibud kamen die Menschen in die Welt und zwar auf folgende Weise: Im Anfang ragte als einziges Land der Vulkan Apo über die mit Wasser bedeckten Gegenden. Als das Wasser nach und nach zurücktrat, bildete sich Vegetation. Die ersten Pflanzen, welche wuchsen, waren ein Bambu und eine Arecapalme. Todlai nahm den Bambu und öffnete ihn. Es kam ein kleiner Knabe heraus, den er Cambulan nannte. Darauf spaltete Malibud die Palme, es kam ein Mädchen heraus, Namens Beigebei. Cambulan und Beigebei heiratheten sich und bildeten so das Stammelternpaar. Zu ihnen kam, sobald sie sich vermehrt hatten, der Gott Salibud und unterrichtete sie im Tauschhandel.

Die Götter der Bagobos sind folgende: Mandarangan ist der Gott des Bösen; er hat seinen Diener Daragao bei sich und wohnt mit ihm da, wo die Sonne aufgeht. Mandarangan sendet seinen Diener Daragao aus, um die Menschen krank zu machen. Derselbe besitzt zwei grosse Hunde, die er auf die Menschen hetzt, sie zu beissen. So trifft bald diesen, bald jenen ein

« ͹˹Թõ
 »