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Emilia. Sie setze sich fort in die umbrische, deren Grāber in Bologna und Corneto zu Tage gefördert sind. Nachher erst, wie die Bogenfibel durch die Certosa-Fibel verdrängt wird, erscheint das etruskische Element, jedoch meint der Verf., dass die alte Bevölkerung, welche nur Leichenbrand übte, nicht verschwunden, sondern nur, wie die in Este, von der neuen Cultur durchdrungen sei. Ganz spät erst und sparsam erscbienen Fibeln aus Bronze und Eisen von gallischem Typus (La Tène). Damit habe dann jene Barbarisirung des Volkes begonnen, welche die Römer antrafen. Wie man sieht, berührt der Verf. eine grosse Reihe der schwierigsten Fragen, und er selbst erkennt bereitwillig an, dass seine Lösungen nicht zweifellos sind. Aber jeder unbefangene Leser wird anerkennen, dass hier ein bedeutungsvolles Material mit grosser Klarheit dargestellt worden ist.

R. Virchow.

Wilh. Roscher und Rob. Jannasch, Kolonien, Kolonialpolitik und Aus

wanderung. Dritte Auflage. Leipzig 1885. C. F. Winter. 8°. 469 S. R. Stegemann, Deutschlands koloniale Politik. Mit einem Vorwort:

Deutsche Politik der nächsten Jahre. Berlin 1884. Puttkammer & Mübl

brecht. 8°. 128 S. Herm. v. Ihering, Rio Grande do Sul. (Ueber's Meer. Taschenbibliothek

für deutsche Auswanderer, herausgegeben von Rich. Lesser und Rich. Oberländer. Bd. XI u. XII.) Gera 1885. P. Genschel. kl. 8°. 250 S. mit einer Karte.

Es kann nicht Aufgabe einer rein wissenschaftlichen Zeitschrift für die Erforschung des Völkerlebens und des Menschen sein, in die praktischen Tagesfragen einzugreifen. Aber die Probleme der Politik berühren sich gerade auf dem Gebiet der Auswanderungs- und KolonialBestrebungen mit denen der Wissenschaft so nahe, dass es unmöglich ist, eine feste Grenze zu ziehen. Eine Frage namentlich ist es, welche beide Gebiete, das wissenschaftliche und das politische, gleich stark angeht: das ist die Frage von der Acclimatisation. Sonderbarerweise ist sie aber die letzte, mit welcher sich die Schriftsteller beschäftigen, wenn sie ibr überhaupt ihre Aufmerksamkeit zuwenden. In dem grossen Buche der Herren Roscher und Jannasch, dessen Werth wir gern anerkennen, wird sie nicht einmal gestreift, aber auch Hr. v. Ihering, dem sie eigentlich recht nahe gelegen bätte, bringt so wenig darüber bei, dass man die Lücke recht schmerzlich empfindet. Was könnte wichtiger für den deutschen Auswanderer und Kolonisten sein, als zu wissen, ob das Land seiner Wahl ihm günstige Bedingungen für Leben und Gesundheit bietet? Aerzte und Anthropologen haben umfassende Untersuchungen darüber angestellt, aber sie sind lückenhaft geblieben, weil sowohl die Localbeobachter, als die gelehrten Statistiker mit einer gewissen Leichtigkeit darüber fortgehen. Möchten diese Bemerkungen, die schon an anderer Stelle gemacht sind, etwas dazu beitragen, dass diese Lücke allmählich gefüllt werde.

Im Uebrigen ist es bemerkenswerth, dass alle drei genannten Schriften darin übereinkommen, dass sie Südamerika, besonders Südbrasilien als einen besonders günstigen Platz für deutsche Auswanderer empfehlen. Jeder, der sich über diesen Punkt unterrichten will wird in ihnen gute Auskunft finden. Insbesondere liefert Hr. v. Ihering, zum Theil aus eigener Anschauung, zum Theil auf Grund sorgfältiger Studien, ein recht anziehendes Bild der Verbältnisse in der brasilianischen Provinz Rio Grande do Sul.

R. Virchow.

W. Schwartz, Indogermanischer Volksglaube. Ein Beitrag zur Religionsgeschichte der Urzeit. Berlin 1885. Oswald Seehagen. 280 S.

Gegenstand des Inhalts sind: 1. Der himmlische Lichtbaum der Indogermanen in Sage und Kultus; II. Die mythischen Schmarotzerpflanzen am himmlischen Lichtbaum (und ihr Hineinspielen namentlich in der Aeneas, Baldur., [Isfendiar-) und Brunhildsage); III. Die einäugigen Gewitterwesen und der böse Blick; IV. Weitere Erörterungen der gewonnenen Ergebnisse.

Der indogermanische Volksglaube umfasst die Glaubensmassen, welche bei den Indogermanen nachweisbar sind, obne gemeinsame Bestandtheile mit anderen Völkergruppen zu entbehren, deren Menge bei sich erweiternder Kenntniss zunimmt. Das Ergebniss seiner Untersuchungen spricht der Verfasser aus in dem Satz (S. 227): Man muss den bisherigen Wabn aufgeben, als ob (mythologische] „Gestalt“ mit „Gestalt“ sich decke. Nur die Elemente, aus denen sie gebildet sind in den verschiedenen Mythologien der Indogermanen analog, die Gestaltung im einzelnen ist ein historischer Prozess, der sich auf dem Boden derjenigen Nationalität, welcher sie angehört, vollzogen lat.

Die mythologische Richtung des Verf. hat durch ihren Widerspruch gegen die frühere klassisch-philologische Befangenheit in der mythologischen Betrachtung viel Gutes gewirkt und das Verhältniss des einfachen Volksglaubens zur höheren Götterbildung geklärt; indess sie hat Anhänger und Gegner. Der Verfasser gesteht nach unserem Dafürhalten, indem wir eigene frühere Irrthümer in Hinsicht hierauf eingestehen, in der mythologischen L'rentwicklung den meteorologischen Erscheinungen eine unberechtigte Alleinherrscbaft zu. Dazu kommt, dass die Gewitterverhältnisse für ihn immer massgebender werden und zu steigendem Widerspruch herausfordern müssen, wie dieser namentlich in Frankreich durch die Mélusine gegen Max Müller und die Kuhn-Schwartz'sche Richtung lebhaft vertreten wird. Dies ist kein Uebel, denn auf Zweifeln schreitet die Wissenschaft fort. Der allgemeinen, dichterischschöpferischen Anlage des menschlichen Geistes weist der Verfasser eine zu untergeordnete Stellung zu, während doch sicher erscheint, dass in Bezug auf den Ursprung der Mythologie, also die Urreligion, der freien Schaffenskraft der menschlichen Einbildung eine bedeutend vielseitigere Anregung zu Theil geworden ist, als die blosse, in ihrer Art ja sehr mannichfache, meteorologische, die wiederum vom Verfasser eug begrenzt wird. Es würde gewiss die Sicherheit der Folgerung gewinnen, das Urtheil des Forschers selbst mehr zum Misstrauen stimmen und dem Wesen der vergleichenden Mythologie recht eigentlich entsprechen, wenn die Ueberfülle leitender Erklärungen fortfiele und mehr die einfachen nackten Belege und Beispiele, nach Massgabe ihrer Vergleichspunkte, in auf- oder absteigender Folge zusammengestellt wurden. Es würde dabei auch dem Leser eine grössere Unbefangenheit des Urtheils gewabrt bleiben. Ob im Allgemeinen die vom Verfasser betonte andauernde Stätigkeit der mythologischen Urentwicklung vom Niederen zum Höheren geschichtlich erweisbar wäre, muss dahingestellt bleiben. Unterbrechungen und Rückschläge in der religiösen Urentwickelung, hervorgerufen durch nicht mehr bekannte Einflüsse oder Störungen, sollten ebenso anzunehmen sein wie in der übrigen Culturentwickelung. In geschichtlicher Zeit sind solche nachweisbar. Aeusserlich reicher gestaltete Lebensverhältnisse bedingen nicht durch sich Reinheit und Höhe der Auffassung; diese braucht hinsichtlich ihres inneren Werthes nicht mit jener Schritt zu halten. Schliesslich dürfte es sich empfehlen, wo Glaubensanschauungen in bildlichen Darstellungen der Völker ihren Ausdruck finden, diese letzteren in den Kreis der Betrachtung zu ziehen. Sie würden unter Umständen, sei es für, sei es gegen eine Meinung, überzeugender wirken als die blosse Beweisführung mit Worten. Ingleichen wäre bei Bezugnahme auf die slavische Sagenwelt eingehend die russische wie südslavische Ueberlieferung zu berücksichtigen.

Als besonderes Verdienst fällt dem Verfasser zu, jene Behauptung Sophus Bugge's zurückgewiesen zu haben, wonach im Tode Baldurs eine wesentliche Ursprungsbeziehung zur Kreuzigung Jesu zu finden sei, wie diese in der jüdischen Schrift „Toledoth Jeschu“ geschildert wird. Nach dem Toledotb Jeschu wollte kein Holz Jesum tragen, nachdem er gesteinigt worden, weil er alles Holz in Eid genommen hatte, bis Judas einen Kohlstengel brachte, woran sie Jesum henkten.

Dem verdienten Werke, reich an sachlichen Beiträgen und sorgfältig vom Standpunkte des Verfassers aus durchgeführten Untersuchungen, gebührt angelegentliche Empfehlung.

W. v. Schulenburg.

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V.

Das Lama

(Auchenia Lama Fisch)
in seinen Beziehungen zum altperuanischem Volksleben.

Von
J. J. v. Tschudi.

Khetšua-Namen: L’ama, das Lama; urko l'ama, der Lamabock; tšina l'ama, das Lamaschaf; malta l'ama, ein halb ausgewachsenes Lama; wakayka oder wakahuya, Lastlama; komi tšina l'ama, ein unfruchtbares Lama; ñauray l'amakuna oder ñauray l’ama (vergl. meinen Organismus der Khetšuasprache S. 377), alle vierfüssigen Thiere.

Aymará-Namen: Kaura, das Lama; urko kaura, Lamabock; katšu kaura, Lamascbaf; keui kaura oder hintšu liui, Lama mit langen, etwas herabhängenden Ohren; kunkaña kaura, Lama mit besonders langem Halse, auch sokali genannt, wakaa urko oder katšu kaura, geschorener Lamabock oder -Schaf: pul'a kaura, Lama mit halblanger Wolle; taurani kaura, starkwolliges Lama; tšuka kaura, Lama mit doppelfarbiger Scbnauze; kol'ul'u ahanoni kaura, mit Halsband geschmücktes Lama; ankru kaura, Opferlama (so hiessen auch die Lamas, die bei gewissen Anlässen den Kurakas geschenkt werden mussten); hintšuma kaura, Weihlama; purum kaura oder l'amu kaura, Lama das noch nie beladen wurde; lama kaura, hinkendes, labmes, müdes Lama; wari kaura, Bastard von Wikuña und Lama oder Pako.

Motšiko- oder Yunka-Name: Kol, Lama; kalao, Lamalamm.
Tšil'id'gu-Name: Weke, Lama.

Die Thatsache, dass das Lama, welches für die Khetšuas, sowie für die Aymarás, ebenso beim religiösen Cult, wie im Staatshaushalte das allerwichtigste Thier war, bei beiden Nationen gänzlich verschiedene, sprachlich von einander unabhängige Namen trug, ist auch für das gegenseitige Verhältniss beider Sprachen hoch bedeutsam.

Das Lama ist eine der vier bestimmt geschiedenen Aucheniaformen, die den kalten Regionen des südamerikanischen Festlandes angehören; es sind dies das Lama, das Pako oder Alpako, das Wanáko und die Wikuña. Die zoographische Beschreibung dieser Thiere kann füglich übergangen werden 1).

Den weitesten Verbreitungsbezirk hat das Wanáko, denn es dehnt sich

1) Trotz aller Darwin'schen Transformationslehren halte ich entschieden an der schon in meiner „Fauna peruana“ ausgesprochenen Ansicht fest, dass diese vier in Peru vorkommenden Aucheniaformen ganz bestimmt geschiedene Arten sind. Wir bedürfen weder eines wilden Lamas noch eines wilden „Pakos“, um anzunehmen, dass diese beiden Auchenien wirklich eigene Species bilden, und es erscheint dem, der diese Thiere genauer kennt, zum mindesten etwas sonderbar, wenn das Lama nur für ein domesticirtes Wanáko, das kleine Alpako gar nur als Kreuzungsproduct zwischen Wanako oder Lama mit der Wikuña ausgegeben wird, wie es vielfach geschah.

Zeitschrift für Ethnologie. Jahrg. 1885.

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von Mittelperú bis nach Feuerland aus?), den geringsten das Pako. Etwas weiter ist der der Wikuna, er erstreckt sich über Mittel- und Südperú und einen Theil von Bolivia.

Die geographische Verbreitung des Lamas, das schon in uralten Zeiten in der Provinz Kolláo, besonders in den Landschaften um den See von Titikaka, seine grösste Individuen-Dichtigkeit hatte, hat im Laufe der Jahrhunderte einige Einschränkungen erlitten.

Wabrscheinlich schon in vorinka’scher, bestimmt aber in vorspanischer Zeit war der Verbreitungsbezirk ein ausgedehnterer als heute; besonders gilt dies für die westliche und nördliche Richtung. An der Küste des stillen Oceans sind die Lamas nie heimisch gewesen, sondern nur ab und zu als Lastthiere hingekommen. Alle entgegengesetzten Nachrichten älterer Chronisten sind mit der grössten Vorsicht aufzunehmen. Es ist allerdings richtig, dass die Lamas auch in den wärmeren Thälern westlich von den Küstencordilleren vorkamen, aber ausschliesslich in deren hochgelegenen kälteren Theilen, den sogenannten Cabezeras“, wo sie ein entsprechendes Klima und zusagende Nahrung fanden. Aus diesen Gegenden sind sie gegenwärtig fast ganz verschwunden. Dass sich unter den Gräberfunden an der Küste von Ankon, in der Nähe von Lima, auch Lamareste befinden, ist natürlich kein Beweis für einstiges ständiges Vorkommen dieser Thiere an der Küste. Sie wurden mit den Leichen, die aus dem Gebirge zur Bestattung hierher transportirt wurden, von den Höhenindianern mitgebracht und entweder ganz mit den Todten begraben oder in Form von Gerichten denselben als Mundvorrath mitgegeben.

Interessanter und auffallender ist das Zurücktreten der Lamas in ihrer nördlichen Ausbreitung. Es fehlen uns zwar positive Angaben, wie weit sich diese Thiere nach Norden ausbreiteten, wir begegnen aber doch Angaben einzelner Annalisten, die werth sind, hier angeführt zu werden.

Diego de Ordaz (1531) erhielt am Rio Meta, einem Nebenflusse des Orinoco, von den dort ansässigen Indianern die ersten Nachrichten von Lamas, die angeblich auf den Hochebenen der Anden in Neu-Granada vorkamen. Ob Orellano in der That bei einem Indianerhäuptling am Amazonenstrome oberhalb des Einflusses des Rio negro Lamas gesehen habe, ist wohl nicht mehr zu entscheiden, erscheint aber höchst zweifelhaft. Sollte es aber wirklich der Fall gewesen sein, so konnte es sich kaum um etwas Anderes als um ein oder ein Paar vereinzelte Thiere handeln, die dort vielleicht der Curiosität halber gehalten wurden. Die südamerikanischen Indianer sind bekanntlich sehr grosse Thierfreunde. Die Nachricht von Philipp von Hutten, dass der Priesterkönig Kwareka der Nation Omaguas grosse Lamaheerden besitze, gehört einfach in das Reich der Fabeln. Es ist erstaunlich, wie viele der absurdesten Mährchen von den zahlreichen Expeditionen zur Aufsuchung des überschwenglich reichen Dorado verbreitet wurden. Zarate 1) erzählt z. B., dass der Capitain Juan Perez de Guevara?) am Marañon Kenntniss von einem grossen Lande, welches westlich vom Gebirge liege, erhalten habe, in dem es Kamele gebe und auch Schafe, die viel kleiner als die von Perú seien. Unter den Kamelen sind offenbar die Lamas verstanden; was aber mit den Schafen, die kleiner als die peruanischen sein sollen, gemeint sei, ist mir ganz unklar. Aus so vagen Berichten lassen sich keine sicheren Schlüsse ziehen.

1). Was gedankenlose Phrasenmacherei leisten kann, zeigt uns ein neuer argentinischer Schriftsteller (Francisco Moreno, Viage en la Patagonia austral p. 275), indem er vom Wanáko sagt:

vom Aequator (!) bis zum Feuerlande dehnt sich sein Verbreitungsbezirk (arco de habitacion) aus; vor ihm entfalten sich die grossen Scenen der südamerikanischen Natur; im Sommer sucht es Schatten in den tropischen Urwäldern (bajo las selvas virgenes del trópico!!) und schützt sich im Winter in den düsteren, von antarktischem Schnee bedeckten Hainen.“ Jedenfalls ist das Wanáko in den Urwäldern ein Novum, ebenso ein Thier, das im Sommer die Hitze feuchter, schwüler Urwälder, im Winter den antarktischen Schnee aufsucht.

Nach den eben angeführten Berichten wären also die Lamas zur inkaschen Zeit in Landschaften des heissen Ostens Südamerikas vorgekommen. Humboldt 3) meint, diese Sage scheine darauf hinzudeuten, dass die Hausthiere Quitos und Perús bereits angefangen hatten, von den Cordilleren herabzukommen und sich allmählich in den östlichen Landstrichen von Südamerika zu verbreiten. Mir scheint dieser Schluss des gelehrten Forschers nicht berechtigt, denn das Lama hat sich in grösseren Heerden gewiss nicht nach einem ihm geradezu todbringenden Klima verbreitet. Das dicht- und langfliessige Hochgebirgsthier kann in der heissen feuchten Waldregion nicht fortkommen. Die Existenzbedingungen der Aucheniaarten sind daselbst die möglichst ungünstigen; eine „Accomodation“ findet nicht statt. Die örtliche Ausbreitung des Lamas zur vorspanischen Epoche im Sinne der obenangeführten Angaben einiger Conquistadoren und Goldsucher darf nur mit dem grössten Misstrauen aufgenommen werden.

Ueber die nördliche Ausbreitung des Lamas habe ich bei den alten Chronisten Perús keine bestimmten Angaben gefunden. Nach vagen Berichten wäre dasselbe auch zahlreich in Neu-Granada vorgekommen. Ich bezweifle durchaus die Richtigkeit derselben, denn neben dem Mangel jeder glaubwürdigen Nachricht über das Vorkommen der Aucheniaarten auf dem Hochlande Neu-Granada's, steht es fest, dass die dortigen Einwohner sich zur vorspanischen Zeit nur baumwollener, aber keiner wollenen Kleider

1) Agustin de Zarate, Hist. del descubrim. etc. Lib. IV cap. 22.

2) Zur ferneren Illustration des Berichtes von Guevara füge ich seine Angabe bei, dass es in allen Flüssen jener Gegend gewisse Fische von der Grösse und Form der grössten Hunde gebe, welche die in die Flüsse oder auch nur neben denselben gehenden Indianer tödten und auffressen, denn diese Thiere verlassen auch das Wasser und gehen ans Land.“ Was soll damit gemeint sein? doch gewiss keine Alligatoren, die ja dem Berichterstatter entweder unter diesem Namen oder unter der Bezeichnung „Lagartos“ längst bekannt sein mussten; sollten vielleicht die zu den Sägesalmlern gehörigen, so allgemein gefürchteten, überaus blutdürstigen Karibes (Karibita, Umati, Piranha, Pygocentrus piraya) gemeint sein, die aber weder Form noch Grösse eines Huudes haben, sondern nur 14-16 cm lang sind, und auch nicht ans Land geben? 3) Reisen durch die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continentes ed. Hauff IV S. 275.

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