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tenden und vielleicht vergrösserten Theilen des Steiss- und Kreuzbeins erörtert, so lange bedarf man, wie leicht ersichtlich, des Hereinziehens der Descendenzlehre in keiner Weise. Will man sie trotzdem hereinziehen, so ist das mehr Gemüths. sache. Ein bloss coccygealer oder allenfalls auch sacraler Schwanz ist nicht yunmenschlich“; kommt er gelegentlich beim Erwachsenen vor, so ist das doch nicht mehr, sondern weniger, als dass er typisch beim Fötus vorkommt. Ein Rückschlag setzt mehr voraus, nehmlich das Wachwerden schlummernder Gestaltungstriebe, welche in einer früheren Art oder Gattung typisch zur Erscheinung gekommen, dann aber scheinbar verschwunden

Hoffentlich wird Hr. Ornstein trotz seiner Begeisterung für die Descendenztheorie diese Unterscheidung anerkennen. Auf alle Fälle darf er aber sicher sein, dass wir sein grosses Verdienst in dieser Frage nicht schmälern wollen und dass jeder neue Beitrag uns in hobem Maasse willkommen sein wird.

waren.

(13) Hr. Virchow bespricht ein neues, ihm durch Hrn. A. Ernst zugesandtes

Nephritbeil und die Klangplatten von Venezuela. Das Schreiben d. d. Caracas, 19. Februar, berührt zuerst einen Brief, in welchem ich Hrn. Ernst die Bitte vorgetragen hatte, er möchte doch alle Anstrengungen darauf richten, die benachbarten Gebirge, insbesondere die Cordillere von Merida, auf das Vorkommen von anstehendem Nephrit und von Nephritgeröllen zu erforschen. Die Häufigkeit der gerade in Venezuela gefundenen bearbeiteten Nephrite und der theilweise Geröllcharakter derselben schien mir mit einer gewissen Nothwendigkeit auf einen autochthonen Ursprung hinzuweisen. Als ich in der Sitzung vom 18. October v. J. aus einer grösseren Sendung des Hrn Ernst zwei besonders schöne Nephrit-Gegenstände, darunter auch ein kleines Beilchen, vorlegte, habe ich schon darauf hingewiesen, dass es einheimisches Fabrikat sein müsse (Verh. S. 454).

Im Weiteren schreibt Hr. Ernst Folgendes: „Ich beeile mich Ihoen heute ein neues Stück von Nephrit zu übersenden, welches ich vor wenig Wochen von einem befreundeten Ackerbauer erhielt, der in Maracay, am Ostende des Sees von Valencia, wohnt.

„Gerade heute erhielt ich auch die Verhandlungen der Sitzung vom 17. Mai 1884, in welchen Sie eines weiteren der Nephritfunde in Schlesien Erwähnung thun. Es ist sehr möglich, dass Aehnliches auch hier stattfindet und zwar aus zwei Gründen. Einmal giebt es im Westen Venezuelas viel Serpentin, der jedenfalls ein secundäres Gestein ist. Sodapp kenne ich von mehreren Stellen recht schöne Actinolith-Muster, in deren Lagerstätten, oder in der Nähe derer, das Vorkommen von Nephrit nicht sonderbar ware. Augenblicklich bereist ein deutscher junger Geologe, Dr. Wilh. Sievers aus Hamburg, die Berge von Mèrida. Ich babe ihm heut geschrieben und ihm die Nephrit-Angelegenheit dringend empfohlen. Binnen wenig Tagen gedenke ich selbst eine der mir bekannten Fundstellen des Actinoliths (Schlucht Quenepe, dicht bei Maiquetia, westlich von Lekuaira) wieder zu besuchen, um mich nach Nephrit unzusehen.

„Ich bin jetzt damit beschäftigt, die ethnographische Section unseres kleinen Museo Nacional zu ordnen und einen detaillirten Catalog derselben zu schreiben. Wir haben gegen 200 Nummern indianischer Waffen, Instrumente, Kleidungsstücke u. s. w.; gegen 120 Steinbeile verschiedener Form aus allen Gegenden und vielleicht ebenso viele Thongegenstände. Ich werde mir erlauben, Ihnen Zeichnungen und Notizen über verschiedene Nummern zu übersenden, um mir Rath zu erholen und genauere Angaben machen zu können. Die Flechtarbeiten sind sebr interessant: die Art und Weise des Flechtens, die Anwendung der Farben, die allgemeine Form, alles bietet Eigenthümlichkeiten, die meines Wissens bisher noch nicht genugsam beachtet worden sind.“

Diese Mittheilungen erwecken vielerlei Hoffnungen, dass es gelingen werde, einen Schritt weiter zu kommen. Vorläufig danke ich Hrn. Ernst für das prächtige Stück, dass er uns zugesendet bat. Gegenüber der grossen Zahl von Miniaturobjekten pimmt es schon seiner Grösse wegen einen hervorragenden Platz ein. Es ist 155 g schwer, 116 mm lang, voro 45, hinten 17 mm breit, und hat seine grösste Dicke von

18 mm mehr nach vorn, während es hinten kaum 10 mm dick ist. Wie

die in natürlicher Grösse beigefügte zinkographische Vorder- und Seitenansicht zeigt, hat es eine mehr hobelförmige Gestalt, indem die eine Fläche fast ganz platt, die andere flachgewölbt, das vordere Ende breit und zugeschärft, das bintere schmal und stumpf ist.

Die platte Grundfläche ist nach hinten und namentlich nach vorn schwach gewölbt, so dass beim Liegen beide Enden etwas von der Unterlage abstehen. Die gewölbte Oberfläche ist nach der Scbpeide zu in grösse

Ausdehnung abgeschliffen und vorzüglich polirt; diese Fläche bildet ein etwas scbräg gestelltes sphärisches Dreieck mit einer secundären Fläche links. Die Schneide selbst ist an einigen Stellen

ausgebrochen. Die linke Kante ist schräg abgeschliffen, zeigt jedoch noch mebrere unregelmässige Vertiefungen, welche wohl schon an dem Gerölle vorhanden waren; rechts ist die Fläche in poch grösserer Ausdehnung grubig und die Gruben sind mit einer ganz fest anhaftenden rötblichen Masse gefüllt. Nach hinten bio verjüngt sich das Stück beträchtlich, ist hier jedoch upregelmässig, sei es dass es bier nicht weiter bearbeitet wurde, sei es dass es beim Gebrauch verletzt worden ist.

Die Farbe ist schön dunkelgrün, an der linken Seite rothbraun; in der Raddeschen Farbenskala finde ich am meisten entsprechend 15 e (Grasgrün im zweiten Uebergang zu Blaugrün) und 33 f bis 32 (Braun und Zinnobergrau). An der Schneide und den Rändern ist der Stein durchscheinend und zeigt dann einen gelblichen,

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genauer gelbgrünen Ton. Die Zusammensetzung erscheint schwach streifig oder faserig.

Für eine genauere Untersuchung werde ich das Stück an Herrn Arzrudi senden.

Wenn ich bei dieser Gelegenheit noch einmal auf das von Hrn. Ernst früher übersendete und von mir in der Sitzung vom 18. October v. J. (Verh. S. 454 Fig. 4) besprochene ,Lineal oder Falzwerkzeug“ zurückkomme, das ich als eine „Klangplatte“ zu deuten versuchte, so geschieht es, weil ich nachträglich ersebe, dass diese Frage schon früber wiederholt erörtert worden ist. Hr. H. Fischer (Nephrit und Jadeit. Stuttgart 1875 S. 169) giebt eio Citat aus Alex, von Humboldt, der von dem „Fossil, das er aus den Händen der Indianer empfangen“ hatte, aussagt, es sei ,hellklingend in solchem Grade, dass die vormals von den Landeseingeborenen in sehr dünne Platten geschnittenen, in der Mitte durchbohrten und an einen Faden gehängten Stücke desselben einen fast metallischen Schall geben, wenn ein anderer harter Körper daran schlägt.“ Humboldt stellt das Mineral in Vergleichung mit dem Klingstein (Phonolith) und erzählt, dass er diesen „Jade von Parime“ Hrn. Brongniart gezeigt habe und dass dieser „ihn ganz richtig mit den hellklingenden Steinen verglichen habe, welche die Chinesen für ihre, unter dem Namen King bekannten musikalischen Instrumente gebrauchen.“ Hr. Fischer bemerkt dazu, dass Parime ein Gebirge und ein Bezirk südwestlich vom Caura, einem Zuflusse des Orinoko, sei. Weiterhin (S. 179) bringt er eine Notiz von Hausmann über die Klingsteine der Chinesen, welche aus Yü (Nephrit) bestehen, was Abel Rémusat (ebendas. S. 195) bestätigte.

Auch Hr. A. B. Meyer (Jadeit- und Nephrit-Objecte. A. Amerika u. Europa. Leipzig 1882. S. 5) bespricht diese Angelegenheit und bringt, was hier besonders interessirt, aus dem Hamburger Ethnol. Museum unter Nr. 1611 ein aus Puerto Caballo in Venezuela eingesandtes, ganz ähnliches Stück, das leider defekt ist, bei. Er nennt es eine lange, schön grasgrüne, halbtransparente Platte“, welche, wenn aufgehängt und mit Holzstäben geschlagen, einen starken, schönen Klang giebt."

Nach der Beschreibung hat sie mit unserer Platte die grösste Aehnlichkeit. Hr. Meyer erwähnt bei dieser Gelegenheit ein von Hrn. Ernst beschriebenes, im Museo nacional zu Caracas befindliches Stück „aus Dioritschiefer“ von Carora im Staate Barquisimeto, welches „aufgehängt und mit Holzstäben geschlagen, einen starken Klang giebt“ und bei welchem Hr. Ernst gleichfalls die Frage aufwirft, ob es ein musikalisches lostrument gewesen sei. Hr. Meyer berührt endlich kurz noch einige verwandte mexikanische Gegenstände aus den Museen von München und Basel, sowie einen von Claudio Gay aus Chile.

Da keines von diesen Stücken mineralogisch genau bestimmt ist, so muss es vorläufig dahingestellt bleiben ob sie oder ob wenigstens einzelne von ihnen aus Nephrit bestehen. Dagegen verstärkt sich durch die Augaben die Vermuthung, dass es sich um wirkliche musikalische Klangplatten handelt; es dürfte sich daher der Mühe verlohnen, durch Nachforschung in chinesischen Quellen die Beschaffenheit der dort üblichen Kings aus Yü genauer festzustellen.

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(14) Herr G. Schweinfurth übersendet mit folgendem Brief d. d. Cairo, 28. Februar, eine Sammlung von

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Kiesel-Nuclei aus der arabischen Wüste. Bereits auf früheren Streifzügen durch die östliche Wüste in den Jabren 1876 und 1877 waren mir in dem Uadi Ssanür und Uadi Uarag vereinzelte Kieselsplitter

von planconvex-prismatischer Gestalt und Kieselnuclei aufgestossen. Meine Zweifel hinsichtlich der Häufigkeit von Kieselartefacten in den Wüsten Aegyptens, indem ich bislang manches Vorkommen der Art eben wegen seiner Häufigkeit als eine natürliche Erscheinung zu betrachten gewohnt gewesen, waren mit diesen Funden beseitigt. Meine letzte Reise gestattete einen abermaligen Besuch der erwähnten Oertlichkeiten und diesmal fand ich Gelegenheit, gute Stücke in grösserer Anzahl aufzulesen und zugleich auch die Umgegend genauer in Augenschein zu nehmen.

Zur genauen Feststellung der beiden Fundstellen führe ich an, dass das Uadi Ssapūr, das in südwärts gerichtetem Laufe von den westlichen Plateauhöhen der nördlichen Galala herabkommt, an der betreffenden Stelle genau im Ost von der Stadt Benisuef und 50 km davon entfernt liegt. Daselbst kreuzt der Karawanenweg, welcher von genannter Stadt zum Uadi Arabah und zu den beiden koptischen Wüstenklöstern führt, das Thal. Das Uadi Uarāg, das sich westwärts von der Höhe der nördlichen Galala hinabsenkt, hat seinen Ursprung genau in gleichem Abstande vom Nil und vom Rothen Meere unter 291/2 nördl. Breite. Die Ursprungstelle, die allein Kieselartefacte führt, liegt 80 km in Südost von Cairo.

Im Vadi Ssanūr sowohl wie im Uadi Uarāg müssen vor Alters wirkliche Kieselwerkstätten ihren Sitz gehabt haben, das beweist die Anhäufung von Nuclei im Gerölle der Thalsohle gerade da, wo die kieselführenden Schichten besonders zugänglich erscheinen. Der geologische Horizont ist in beiden Localitäten derselbe und entspricht demjenigen der Pyramiden von Abu Roasch im Westen von Cairo, wo noch heute, im Dorfe Kerdasse, Kiesel zu den Steinschlossgewehren des arabischen Waffermarktes gewerbsmässig von den Bewohnern verarbeitet werden. Die meist kugligen Feuersteinknollen liegen hier in einer der oberen Schichten des weissen Kalksteins der Nummulitenformation, welchen man als den gewöhnlichen Baustein von Cairo bezeichnet. Nach Analogie der fossilen Einschlüsse müssen diese Kiesellagen dicht über derjenigen Schicht zu liegen kommen, die bei Cairo durch das (our dort beobachtete) Auftreten einer eigenen Krabbengattung, Lobocarcinus, ausgezeichnet ist. Diese in verschiedenen Abtheilungen der ägyptischen Tertiär- und Kreidebildung sich wiederholenden Kieselablagerungen zeigen unter einander abweichende petrographische Eigenthümlichkeiten, denen zu Folge eben diejenigen des erwähnten Horizonts zur Herstellung von Kieselwerkzeugen als besonders geeignet erscheinen. In Kerdasse wird den am dunkelsten gefärbten Kieselknollen der Vorzug grösster Härte zuerkannt. Innerhalb der obersten Nummulitenschichten pflegen die Kiesel eine nur locale Verbreitung zu haben. Bei Cairo selbst und bei den Pyramiden von Gizeh sind sie in diesen Schichten wenig zahlreich, während die in den obersten Eocänschichten daselbst vorkommenden und die von den Denudationen der älteren Miocänschichten auf den Höhen des Mokkattam und bei den grossen Pyramiden übrig gelassenen Kiesel, die dort in so grossen Mengen neben den versteinerten Hölzern auf der Oberfläche angehäuft sind, untauglich erscheinen.

Das Vorkommen von Nuclei und Kieselsplittern aus in unserem Sione prähistorischer Zeit, wie es das Uadi Ssanūr zur Schau stellt, gewinnt ein erhöhtes Interesse durch die Nachbarschaft ausgedehnter Kieselwerkstätten, welche daselbst noch bis vor 30 Jabren in Betrieb waren und aus denselben unerschöpflichen Vorräthen schöpften, welche auf der weiten Fläche im Westen des Thals über einige Quadratkilometer vertheilt sind. Hier sieht man die grossen Kieselgruben, wo für die Steinschlossgewehre der Armeen Mehemed Alis der Bedarf geholt wurde. 3 km im Norden von der Stelle, an welcher die Karawanenstrasse von Bepisuef das Wadi Ssanür kreuzt, steht noch das Steinhaus des Verwalters dieser Gruben. Weit

Ferbandl. der Berl. Anthropol. Gesellschaft 1885.

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und breit im Umkreise ist der Boden mit grossen Anbäufungen moderner Kieselsplitter bedeckt. Alle diese Splitter sind ausnahmslos von flacher und breiter Gestalt, dünne Scherben mit muschligem Bruch; nirgends finden sich unter ihnen jene planconvexen Prismen des Alterthums und nirgends die nicht leicht zu übersehenden Nuclei. Die letzteren sind beide auf das Bett des kleineren Seitenthals beschränkt, welches bei dem erwähnten Steinhause vorbei nach Süden zu in das grosse Uadi Ssanur geht und durch den Diminutivnamen Uadi Ssenenīrunterschieden wird.

Zweierlei Umstände sprechen für das relativ hohe Alter dieser Kieselartefacte:

1. Sie finden sich nirgends abseits vom Thal, auf den höheren Flächen, wo doch die Fundstätten der Rohkiesel waren. Die alles nivellirende Zeit hat die daselbst vorhandenen Stücke längst thalwärts geführt und unter die Geröllmassen der Sohle vergraben. Die im Thalbett des Uadi Ssenenir gefundenen Nuclei stecken tief und fest eingekeilt zwischen dem Gerölle; die abgesprengten Splitterprismen sind selten, weil sie von den Regenfluthen leicht fortgeschwemmt werden konnten. Dasselbe Verhältniss beobachtete ich am Ursprung des Uadi Uarāg. Auch dort schienen die Nuclei mit zu dem Gerölle der Thalsoble zu gehören. Viele mögen in der Tiefe unter den daselbst im Laufe der Zeit abgelagerten Rohkieseln stecken. Splitter fanden sich auch hier nur vereinzelt. Bevor man, in westlicher Richtung über die Hochfläche der nördlichen Galala schreitend, den Ursprung des Uadi Varāg, d. b. die erste Einsenkung einer ausgeprägten Thalfurche, die diesem Wasserzuge angehört, erreicht, hat man wiederholt wellige Flächen von mehreren Kilometern zu durchmessen, die ausschliesslich mit Kieselknollen des gedachten geologischen Horizonts buchstäblich bedeckt siud. Obgleich ich diese Strecke auf vier verschiedenen Reisen, mit beständiger Aufmerksamkeit die Blicke an den Boden heftedd, durchwandert habe, ist mir nie daselbst ein Nucleus vor die Augen gekommen. Der Umstand, dass bei Heluan, – auf jener Kiesfläche, welche sich 3 km weit vom Fusse des Gebirgsabfalls der arabischen Seite zum engeren Nilthale ahsenkt und die, von den aus den Tbalschluchten herbeigeführten Trümmern und Verwitterungsproducten aufgebaut, einzig ein Erzeugniss der Regenfluthen und Winde ist, bisher noch keine Nuclei aufgefunden worden sind, legt die Vermuthung nahe, der Sitz der alten Kieselwerkstätten müsse tiefer im Gebirge zu suchen sein. Jene Fläche wäre demnach als eine recent-geologische Ablagerung von Kieselsplittern zu betrachten. Die Leute, welche sich daselbst mit dem Einsammeln derselben beschäftigten, haben bemerkt, dass stets nach besonders stürmischen Tagen die Oberfäche mit neuen Kieselsplittern bedeckt erschien, indem diese in Folge der Wegführung der kleineren Kiestheile hervortraten.

2. Das blinde Aussehen, der äusserst matte Glanz der Kieselsplitter und der Sprengflächen an den Nuclei kann nur als die Wirkung eines durch lange Zeiträume hindurch einwirkenden Verwitterungsprocesses zu betrachten sein. Die aus der mittleren römischen Kaiserzeit stammenden Porphyrbrüche am Gebel Duchan bieten uns die Möglichkeit einer Zeitabschätzung des Grades der Verwitterung an jener harten Gesteinsart dar. Dem Aussehen der an dieser Oertlichkeit umherliegenden, 17 Jahrhunderte alten Porphyrsplitter zu Folge erscheint die Verwitterungskruste, die nur durch ein etwas matteres Roth, als es die frisch geschlagenen Stücke darbieten, angedeutet ist, von weit geringerem Belang, als das völlig matte, kaum den Wachsglanz erreichende Aussehen der im Uadi Ssanūr und Varāg auf gefundenen Kieselartefacte. Allerdings ist der carmiprothe Epidotporphyrit ein schlechtes Vergleichsobject für den reinen Kiesel in Bezug auf Verwitterungsfähigkeit, jedenfalls aber wird sich nicht bezweifeln lassen, dass dieses heterogene Gemenge

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