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Man vergleiche ausserdem noch über diese Inschrift und ihr Vorkommen des berühmten Jesuiten Athanasius Kircher's Scrutinium pbysico-medicum contagiosae luis, quae dicitur Pestis, Lipsiae 1659, p. 332 f'), und Richard Peinlich's Geschichte der Pest in Steiermark, Graz 1877–78, 1, 371 und II, 524—30. Letzterer verweist II, 527 auf das Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie in Kärnten X, S. 219, und auf J. P. Beierlein, oberbairisches Archiv für vaterländ. Geschichte, 17. Bd., I. 1857, S. 42, welche Citate ich leider nicht nachsehen kann.

Noch folgende zerstreute Beispiele für das Vorkommen der Zacharias-Inschrift, die ich gelegentlich gefunden habe, seien hier mitgetheilt.

Aus L. Pfeiffer’s und C. Ruland's Pestilentia in nummis, Tübingen 1882, S. 105, Nr. 298, ersehe ich, dass es einen ovalen Pestpfennig der Sebastianskirche am Anger zu München vom Jabr 1637 giebt, der also beschrieben ist:

Avers: Ein Kreuz mit einer Schlange, auf welche Moses deutet, vorn liegen drei Todte. Hinten München. Im Abschnitt: MONACHIOM. Umschrift: † Z † D. I. A † B. I. Z † S. A. B. † Z † H. G. F † B. F. R. S.

Revers: Zwei stehende Heilige, zwischen ihnen ein Benedictus-Scbild. Oben das Auge Gottes. S. SEBASTIANE 0. P. N. S. ROCHE O. P. N.

Nach Alex. Scholtz, In

schriften und Häuserzeichen der +

Stadt Glogau (im Programm des Z

Königl. Evangelischen Gymna+

siums zu Gross-Glogau, Ostern

1875), S. 41, findet sich an dem D I A

Hause Kupferschmiedestr. Nr. 9 +

„über dem Portale nach rechts D

(das Gebäude ist eines der älteI

ren Glogaus)“ das nebenstehende

Kreuz.
H G F I 2 B F B S

A. Scholtz bemerkt dazu +

noch: „Dieses Kreuz, Pestkreuz

hier genannt, befindet sich in S

länglich viereckiger Einfassung. A

Es ist schwarz mit gelben RänB

dern, die Buchstaben und Kreuze +

darin sind gelb (früher vielleicht

Gold). - Trotz aller Nachfragen Z

ist eine Deutung der Buchstaben +

noch nicht erlangt worden.“

Auf diesem Kreuze haben sich einige Fehler eingeschlichen: ein D (statt B) auf dem Kreuzesstamm und auf dem zweiten Querbalken ein I (statt t) und B S (statt RS).

Endlich habe ich noch zu erwähnen, dass J. Löbe in den „Mittheilungen der Geschichts- und Alterthumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes“, Bd. VII, Alten

1) „Hoc est sagt Kircher – „celebre illud amuletum contra pestem, quod a nescio quo Graeco Archiepiscopo tanquam sacrosanctum et mirificae virtutis arcanum evulgatum ajunt, quod quicunque portaverit, illum infallibili divinae gratiae protectione ab omni pestifero afflatu immunem futurum, perperam sibi persuadent.“ Der drittletzte Buchstabe ist bei Kircher nicht ein F, sondern ein E, was wohl nur Druckfehler ist.

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burg 1874, S. 457, am Schlusse einer Anzahl von Segensprüchen und Volksınitteln „aus dem Altenburgschen,“ nebenstehendes Kreuz unter der Ueberschrift, Ein Feuersegen“ giebt.

Dazu bemerkt J. Löbe: ,,Dieser Feuersegen wurde gefunden 1846 beim Neubau eines Hauses in Roda in einer Thürpfoste steckend, in einem dazu gebohrten Loche, das mit einem Zapfen verkeilt war; das Haus war angeblich über 200 Jahr alt.“

Die Bezeichnung dieses Kreuzes als Feuersegen ist natürlich nur eine irrige Vermuthung.

Auch auf diesem Kreuze ist die Inschrift nicht ohne Fehler. Man muss BI Z lesen statt B † Z, H G F † statt HSF I und B F R S statt B E R G.

Solche Fehler sind sehr begreiflich, wenn man bedenkt, dass die Bedeutung der einzelnen Buchstaben und Kreuze pur sehr wenig bekannt gewesen sein wird.

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(9) Hr. H. Jentsch übersendet unter dem 16. d. M. folgenden Bericht über einen

Rundwall auf der Lubst-Hutung bei Guben. 800 Schritt stromauf von dem, Vern. 1884 S. 436 ff. besprochenen Rundwall im Werderfelde sind in den ersten Tagen des April d. J. die Reste der dritten auf dem südlichen Randgebiete befindlicheu derartigen Anlage zwischen den beiden bisher bekannten festgestellt worden (Verh. 1879 S. 370; 1882 S. 364 f.). In die dem Gubener Gymnasialprogramm 1885 beigegebene Kartenskizze würde diese an der Stelle des neben dem Lubstlaufe befindlichen Pfeiles einzutragen sein. Der Fluss beschreibt hier gegenwärtig einen kleinen, nach Osten convexen Bogen; dass er aber früher seinen Lauf der Wallanlage näher hatte, zeigt einerseits die deutlich erkennbare, vielfach gewundene Bodenvertiefung von 12 Schritt Breite, andererseits die Zugehörigkeit der östlich von dem Walle bis an das jetzige, von ihm etwa 150 Schritt entfernte Flussbett sich erstreckenden Wiesen zu den „Ueberlubstäckern“, dem jenseits des Flusses gelegenen Terrain. Die Umgebung war früher so morastig, dass sie nur im Winter befahren werden konnte und dass man bei ihrer allmählichen Austrocknung den Weg nach dem Rundwalle hiplenkte und seinen festeren Boden für jenen mitbenutzte. Daher kommt es, dass noch jetzt der sogenannte Tiefwiesenweg ihn durchschneidet. Die südwärts an ibn anstossende Flur heisst als frühere Hutung der Thiergarten. Gegenwärtig wird die Anlage am kürzesten auf dem vom Chausseestein 1,1, von welchem ihr Westrand 300 Schritt entfernt ist, abgehenden Ackerraine erreicht.

Die Erhöhung ist bis auf den nordwestlichen, noch 1,2 m hohen Rand abgetragen, da die westliche, beackerte Hälfte durch den Plug eingeebnet ist, von der östlichen aber der Sand auf den sonst zu fetten umliegenden Boden übertragen, der Kern von etwa 2 cm im Durchmesser baltenden Steinen zum Verkauf abgefahren, schliesslich im Interesse des Anbaues der Eisenstein aus der Tiefe beseitigt ist. Bei der Abtragung sind die aschenhaltigen Stellen, die gebräunten Knochen und die zahlreichen Scherben aufgefallen; auch ist im Osten ein halber Einbaumkahn") ausgegraben und alsbald verbrannt worden. Eisenfunde sind, weil nicht genug beachtet, nicht mehr festzustellen. Der Durchmesser der Gesammtanlage beträgt 120 Schritt. Der Besitaer, Hr. A. Küchhold, hat jede Untersuchung bereitwilligst gestattet. Eingrabungen führten bei wenigen Spatenstichen in das Grundwasser; auf der Oberfläche aber sind über 80 Gefässfragmente aufgelesen worden, darunter etwa 30 gezeichnete.

Verdient die Anlage vorzugsweise wegen der auffallenden Nähe der 4 gleichartigen Wälle in Abständen von 600, 1600, 500 m Beachtung, allerdings zunächst lokale, insofern sie für verhältnissmässig dichte Bevölkerung der Gegend in der Slavenzeit zu sprechen scheint, so bietep doch auch ihre Einschlüsse, obwohl weder aussergewöhnlich reichhaltig noch eigenartig, einzelnes Bemerkenswerthe, Zunächst zeigt ein Scherben ersichtlich, ein anderer minder deutlich das Wellenornament durch punktirte Linien in Curven von 2 cm Höhe dargestellt. Ferner haben sich von einem dunkelziegelrothen Topfe zerstreut an einander anschliessende Bruchstücke aufgefunden, deren Innenseite zum Theil ganz verschiedene Färbung angenommen hat, je nach dem umgebenden Boden. Aus denselben kann ein senkrechter Streifen des Gefässes zusammengesetzt werden mit folgender Verzierung: : unter dem mässig nach aussen gebogenen Rande läuft eine Querreihe schräger, kräftiger Einstriche; unmittelbar daran schliesst sich eine 3 cm breite Zone von 6 nach unten dichter aneinander gerückten, ausgerundeten, wagerechten Furchen; in A bständen von je 1,5 cm wiederholt sich dann dasselbe Ornament der 6 hier gleichmässig dicht aneinander gezogenen Querlinien noch dreimal.

Unter den übrigen verzierten Gefässbruchstücken herrscht die Wellenlinie vor, mit zwei- oder dreizinkigem Geräthe gezogen, auch combinirt mit wagerechten Furchen; in einem Falle ist unter einem System von 2 Linien eine einfache gezogen; in einem anderen setzt sich die Verzierung gleichsam aus kleinen, halbmondförmigen, nach unten offenen Bogen zusammen. Ein Scherben zeigt 2 wagerechte, mit dreizinkiger Gabel gezogene Strichsysteme unter einander, auf einem anderen durchkreuzen sich gleichartige in schräger Richtung; bei einem sind kurze, schräge Strichgruppen unter einander geordnet (Verh. 1884 S. 438 Fig. 5). Häufig sind Punkteindrücke, in einem Falle dicht und in senkrechter Linie geordnet, in apderen in schrägen Gruppen. 5 Fragmente zeigen wagerechte, breite Querrinnen, 2 vereinzelte, flüchtig und scharf eingerissene Linien. Die Topfböden sind dick; einer zeigt einen seichten, kreisförmigen Stempel. Die Ränder sind ausgelegt und kantig abgestrichen. Erhalten ist auch der unregelmässig geformte, in der Mitte durchbohrte Knopf einer Topfstürze. Diesem wohl verhältnissmässig späteren Produkte stehen drei dünnere, theils bläuliche, theils gelbliche Stücke stark geriefelter

1) Zu Verh. 1884 S. 574 bemerke ich, dass beim Bau der Achenbachbrücke in der Unterneisse bei Guben ein Theil eines völlig geschwärzten Einbau mkahnes, wie ihn die polnischen Flussschiffer noch zu Anfang dieses Jahrhunderts auf Oder und Neisse benutzt haben sollen, ausgehoben und der Gymnasialsammlung übergeben worden ist.

Gefässe nahe. Spärlich sind die Reste formlosen, mit Stroh) durchkneteten Lehms. Bearbeitete Geweihstücke und Knochengeräth?) haben sich bis jetzt nicht gefunden, dagegen sind einige unbearbeitete Knochen und Pferdezähne aufgesammelt. Die Funde befinden sich sämmtlich in der Gymnasialsammlung.

(10) Hr. Jentsch berichtet ferner über

prähistorische Gefässdeckel. Zu dem Verh. 1884 S. 571, 3 besprochenen Schälchen (Flaschenverschluss) findet sich ein genau gleichartiges Seitenstück in der Sammlung des Hrn. Paschke zu Neuendorf bei Lübben, die sich durch sorgfältige Beachtung der Provenienz der einzelnen Gegenstände auszeichnet. Es stammt aus der Umgegend des Ortes. Ein zweites, etwas grösseres, ebendaher, zeigt kreisförmig gruppirte, ganz feine Einstiche. Für die an diese Geräthe angeschlossene Hypothese (a. a. 0.) sprechen übrigens Funde aus dem den Lausitzer Gräberfeldern ähnlichen Urnenfriedhofe bei Libochowan in Böhmen, wo (s. den Bericht von Fr. Heger in den Mittheilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien Bd. XIII 1883 S, 6 a) die grösseren Beigefässe oft thönerne Deckel in Form von flachen Schalen hatten, die sich in manchen Fällen durch eine kleine Gneiss- oder Phonolithplatte ersetzt fanden (vergl. Verb. 1882 S. 529).

(11) Hr. Jentsch beschreibt ein

verziertes Beigefäss und slavische Leichenurnen von Wirchenblatt, Kr. Guben.

I. 7-800 Schritt nördlich von dem im südlichen Theile des Gubener Kreises gelegenen Dorfe Wirchenblatt erhebt sich, etwa 100 Schritt westlich von dem nach Vettersfelde führenden Wege, 1500 Schritt südsüdöstlich von dem Fundorte des bekannten Goldschmucks, ein Sandbügel, der zum Theil mit Haide bewachsen ist. In demselben ist im Laufe der letzten Jahre eine annähernd kreisförmige Sandgrube mit schmaler Einfahrt ausgeschachtet worden. Bei dieser Gelegenheit sind die bereits mehrfach erwähnten Urnen (s. namentlich Verh. 1881 S. 179 f., 1882 S. 413 f.) gefunden worden, in ungleichen, ziemlich bedeutenden Abständen von einander, wodurch die Aufsuchung erschwert sein würde, eingestellt ohne Steinsatz, während der Boden steinhaltig ist, und in den bisher geöffneten Grüften obne Beigefässe, geschlossen meist durch einen Deckteller. Keiner der Töpfe zeigte ein Ornament; im Leichenbrande enthielten sie Eisensachen vom La Tène-Typus, unter anderem eine zusammengebogene Lanzenspitze und einen Gürtelhalter ausser Fibeln und grösseren Spangen.

Unlängst ist dort das erste verzierte Gefäss in nachfallendem Boden zu Tage gekommen. Es ähnelt in der Form denjenigen der älteren Gräberfelder mehr, als die in seiner Nähe ausgegrabenen Leichenurnen, von denen a. a. 0. drei abgebildet sind. Die Höhe des Töpfchens, das nur mit Sand gefüllt war, beträgt 12 cm,

1) Ein Stück mit dem deutlichen Abdruck einer A ehre von 5 cm Länge befindet sich aus dem abgetragenen Rundwall bei Neuendorf, Kr. Lübben, in der reichhaltigen Sammlung des Hrn. Rittergutsbesitzers Paschke zu Neuendorf.

2) Zu den (Verh. 1882 S. 365 aufgezählten) Funden aus dem Gubener Borchelt bei Schöneich tritt ein beschädigter Spinnwirtel, flach und rundlich, und ein vor dem Schenkelkopf durchbohrter Knochen, zu welchem dieselbe Paschke’sche Sammlung ein Seitenstück mit allerdings feinerer Durchbohrung aus der gleichen Fundstätte bietet. Die Oeffnung diente jedenfalls zur Befestigung. Da die Stücke unvollständig sind, lässt sich nicht mehr erkennen, wozu sie bestimmt waren.

a

der Durchmesser des rundlichen Bodens 5, der oberen Oeffpung 7; die grösste Weite in Höhe von 5 cm misst 12 cm. Die gelblich braune Färbung und das

Material unterscheiden sich von den sonstigen Figur 1.

vorslavischen Gefässen nicht; eigenartig aber ist die Verzierung (Fig. 1). Um den Hals und an der Wandung unterhalb der grössten Weite zieht sich ein doppelter Kranz von nicht völlig wagerecht verlaufenden, gegenständig geordneten, nicht besonders tiefen Eindrücken, die, weil ziemlich gleichmässig, auf mechanische Weise hergestellt zu sein scheinen (zu vergleichen ist etwa das Verh. 1884 S. 502 bezeichnete Ornameut vom zweiten Kiebitzhügel bei Guben). Am Uebergang vom Bauche zum

Halse sitzen 2 Oehsen; über ihrer Ansatzstelle zieht sich ein gleichartiger, aber einfacher Kranz wagerecht hin, von dem aus zu dem unteren Ornament dicht neben einander Gruppen von 3, an einer

Stelle von 4 Reiben derselben Zeichnung schräg 6

herablanfen. 3-5 derartige Streifen gehen pa

rallel. Da, wo durch das Zusammentreffen vera 1/3 natürlicher Grösse. b natür

schieden gerichtete Dreiecke entstehen, ist an liche Grösse.

2 Stellen ein kleineres Dreieck in derselben Weise in das grössere hineingezeichnet.

II. Noch auffallender als dies Gefäss in seiner Umgebung erscheint ein anderes, das auf der höchsten Erhebung des Sandhügels, westlich von den übrigen bisherigen

Funden, nördlich von den zuletzt bescbricFigur 2.

benen, 1 m tief ausgegraben worden ist: es trägt unverkennbar den Typus der wendischen Töpfe und zwar aus späterer Zeit an sich (Fig. 2). Ueber einem Boden von 13 cm Durchmesser erweitert es sich in nicht ungefälliger, übrigens von der in diesem Felde überwiegenden Form der vorslavischen Gefässe (Verhandl. 1881 S. 180 Nr. 497; 1882 S. 413 Nr. 13) nicht auffallend verschiedener

Gestalt bis zu 24 cm Durchmesser in 15 cm a 1/10 natürlicher Grösse. l % natür.

Höhe, um sich dann in Höhe von 26 cm auf Jicher Grösse. c natürliche Grösse.

zu verengen und mit mässig nach

aussen gebogenem, durch eine profilirte Leiste (Fig. 21) verstärktem Rande in 29 cm Höhe 15,5 cm weit geöffnet abzuschliessen, Die Gefässwand ist ziemlich dünn, hart und klingend gebrannt, an der Oberfläche, weil das Material mit Sand gemischt ist, rauh; die Farbe ist graugelblich, im Bruch in den äusseren zwei Dritteln dunkel, nach innen in deutlich markirter Scheidung heller. Die Innenseite ist geriefelt, die äussere nicht. Glimmerblättchen sind nicht zu bemerken. Der Boden ist eben, sorgfältig gearbeitet; in weichem Zustande muss derselbe auf ein viereckiges Brettchen gestellt worden sein, da sich durch zwei senkrecht aufeinander stossende Kanten Kreisabschnitte stark darin abgeprägt haben. Unter dem Gefässhalse laufen in einem Abstande von 1,6 cm zwei, auf der Leiste eine Doppelreihe wagerechter, wohl mit einem Rädchen hergestellter,

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