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Gott ist die liebe! - Damit begrüße ich Sie heut alle freudig im freudigen Kreife; damit begrüße ich Sie, glückliche Weltern dieses Kindes; begrüße ich Sie, die Sie einst auf Vater und Mutterarmen trugen den Vater und die Mutter dieser Neugebore nen; begrüße ich dich, geliebter; Anfdmm ling in unserer Mitte; und mit diesem Gruße gebe ich dir den ersten Segen der Religion und die Weiße des Gottlichen. Soll ich von dem wechselnden Jahre, oder von der

Bey einer Zaufe im Haufe ain <rsten Tage des neuen Jahres.

Freundschaft und ihrem Troste, oder von tausend schönen Erfahrungen Ihres Lebens, die sich heut in heller Klarheit vor Ihre Sees len stellen, beståtigen lassen, was ich jekt fprach? Nein, diese Neugeborne allein foll die Verkündigerin jener Wahrheit seyn, und Sýnen und sich selbst damit ein heiliges Licht anzünden. Zwar schwach und hůlflos, wie des Staubes Gebilde insgesammt, ist sie doch ein großes Herrliches Geschöpfe : Aufa wårts schauet iør Auge, und in ihrem In. nern keimet ein fühlendes Herz und ein den. kender Geist. Gottes allmächtige Hand führte sie ins Leben durch Todesgefahr, und legte sie auf der Mutter Schooß und in des Baters Arme, daß beyde nicht mehr dåchten an die Angst, um der Freude willen, weil ihr Kind iğnen geboren ware; und gab sie als EnHelin den Vätern und Müttern ihrer Weltern, daß sich an ihrem Anblicke der Schmerz bittes rer Erinnerungen milderte; und schenkte fie uns allen, denn was Gott Jönen, theure Hela tern dieses Kindes, Gutes gewährt, das gewährt er uns allen, weil wir alle. Sie Herzlich lieben. Ja, dein Erwachen, geliebtes Kind, deine und deiner Mutter Erhaltung in der Stunde der Gefahr, ihre und deines Vaters Freudenthránen; Großåltern, Ihre Rührung; Freunde, Jør Aller Gefühl, wel. ches gewiß auch das meinige ist, berechtiget mich), treibt mich an, daß ich mit dem gros ßen Spruche des Erlófers „Gott ist die lies be". -- weihe und regne dieß Kind. Aber das Göttliche steht über dem Menschlichen, auch wenn es völlig unbefleckt und schuldlos ift. leben ist schon und werth, fóstliche Gottesgabe genannt zu werden. Aber auch Blumen leben und Thiere des Feldes. Les ben im Lichte der Wahrheit, leben mit reis nem Sinn und Heiliger Kraft, leben mit findlichem Glauben und frommer Hoffnung, und eben daher mit Ruhe, die kein Sturm des Unglücks und fein Schreckbild des Todes erschüttern kann, das ist das schönste, ist das einzig: wahre Leben des Menschen, der Gottes Bild an sich trågt; und wenn wir für diefes Leben unserer Kinder Hoffen fónnen gleich bey ihrer Geburt, dann umstrahlt ihre Wiege der Helleste Glanz göttlicher Milde. Gott ist die liebe-rufe ich noch ein Mal mit höherer Freude dir zü, geliebtes Kind. Denn ich nehme dich heute feyerlich in die christliche Welt auf; ich taufe dich auf Pater, Sohn und Geist; ich weihe dich mit Gebeten der Liebe Gott; ich stelle unter die Erldseten Jesu dich hin; ich übergebe dich seinem Geiste; ich sichere dir alle Hülfen, alle Tróstungen des Evangeliums zu; ich tündige dir den Benstand einer Religion an, an deren Hand es dir nie an licht und Aufschluß, an Kraft und Much zur Pflicht, an Frost und an Frieden fehlen wird, und von der geleitet und beschůßt, du zum Leben aufa blühest, das über alle Wechsel der Zeit sich erhebt, nie altert und schwach wirb, sondern mit immer jugendlicher Munterfeit walter und wirkt, weil es das Leben der Unschuld, das Leben der Liebe, das Leben des Glaua bens ist. Ja, Goti ift die Siebe

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dieß sagt uns dein Erwachen, dieß bezeugen die Freuden, die du geschaffen und die Sorgen, die du verscheucht hast,dieß beståtigt deine Lufnahme in der Christen þeiligen Friedensbund. Faffen Sie heut alle, geliebte Anwesende, fråftig dieß Wort von der göttlichen Liebe auf. Wie dieß Kind, so traten auch wir einst alle in Schwache und Húlflosigkeit in die Welt. Uber eine liebende Gottheit nahm sich unfer an, übergab uns fühlenden Herzen, und führte uns selbst von Jahre zu Jahre, durch immer wechselnde Erfahrungen, bald durch Freude, bald durch seid, manche durch harte Prüfungen, alle durch stürmische Zeic und zwischen Gräbern edler Entschlafenen, bis in diese erste feyerliche Abendstunde eines neuen Jahres, die wir, fchon mehr als ein Mal, felbst in diesem Hause, mit der Herzlich. feit treuer Freunde und liebender Verwandten gefeyert haben. Dunkel liegt die Zukunft vor uns da; aber wir zagen nicht, denn dies ser Såugling ruft uns zu: Gott ist die liebe. Hören Sie insbesondere, werthe M. Büdels Iaufr. 10 Botine

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