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Sebst einer vertheidigung

Sngläubige.

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wider die

tanaraanaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

Jena und Leipzig
in Verlag Johan Adam Melchior.

I 7 4

STUD

BIBL:

ACAD:

LAUS

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Vorrede.

1

Obgleich die Feinde des glaubens und

der offenbarung diejenige zu sein
vorgeben, welche die vernunft am
höchsten zu scházen, und ihre una

veränderliche geseze am genausten zu beobachten wüsten; so herrschet doch fast in keinen schriften mehr finsternis, verwirrung und unvernunft, als die einen ungläubigen oder freigeist zum verfasser haben. Man mag entweder die vornehmste gründe ihres lehrgebäudes, oder die besondere meinungen bes trachten, die ihnen gleichsam zu hülfe kommen müssen, wenn jene geschwachet oder gar umbgestürzet worden, so wird man allenthalben mảngel der einsicht und feh: Verder vernunft zeigen können. Es hat bisher niemand wider die geoffenbarte religion gestritten, der nicht dies sen saz zum Hauptgrund seines widerspruchs gemacht hátte: Es sei nicht möglich, etwasvor war zu

( 2

hala

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halten, was man nicht mit seiner vernunft bes
greifen kan. Ist aber wol irgend eine meinung zu
erdenken, die unvernünftiger wäre, als diese? Die vers
nunft überzeuget uns, daß unser verstand eingeschrán-
ket fei, und daß wirweder alle warheiten erkennen, noch
ihren ganzen zusamenhang übersehen können. Die
vernunft lehret uns, daß wir nur diejenigen dinge bes
greifen, die wir in ihrem zusamenhange mit allen übri-
gen ivarheiten volståndig erkennen. Folget nun nicht
daraus offenbar daß es viele dinge gebe, die kein mensch.
licher verstand zu begreifen vermogend ist? Wie kan
man also sagen, ohne der vernunft selbst zu widerspres
chen, es sei nicht möglich etwas vor war zu halten, das
man nicht begreifen kan? Ist dieses unmöglich, so mus
es auch keine warheiten geben, die uns unbegreiflich
find. Zum andern: Die vernunft verbindet mich,
dasjenige vor war zu halten, davon mid, alle meine fin
nen und mein eigenes bewustfein überzeuget. Gleich
wol giebt es unter diesen dingen viele, die kein mensch bes
greifen und zulänglich erklären kan. Daß ich wirklich
Da sei, daßid gedenfe, schliese, wolle und nicht wolle,
weis ich so gewis, daß ich keine grofere gewisheit vor
möglich halte. Wenn aber die ganze bande der uns
gläubigen alle ihre kräfte der vernunft vereinigten, so
würden sie mir doch schwerlich eine begreifliche erklä-
rung geben, wie ein menschlicher körper aus den ersten
theilgen jusamengesezet
, in mutterleibeerhalten

und er:

nåret,

nåret, und mit einer vernünftigen selevereiniget werdez desgleichen, wie es meine fele mache, daß sie einen ge danken, eine neigung und einen abscheu in ihr selbst hers vorbringe. Zum wenigsten wird es viele unter ihnen geben, die dieses alles nicht wissen. Wollen sie nun auf ihrer meinung bebarren, nichts vor war zu halten, als was sie mit ihrer vernunft begreifen können, so müs fen sie wider das Zeugnis ihrer sinnen und ihres Bewustfeins, und folglich auch wider den ausdrücklichen aus: spruch der vernunft ihre eigne wirklichkeit leugnen. Es giebt tausend dinge in der welt, an denen fein gottes verleugner, kein unglaubiger, kein freibenter zweifelt

, unddiedennoch keiner von ihnen begreifen kan. Der umb die evangelische Kirche unsterblichyverdiente theoloa gus, herr Ernst Salomon Scyprian, der durch seine gründliche erkentnis, sonderbare erfarung, uner: müdete wachsamkeit und redlichen eifer vor die reine leh: re so manche gefärliche anschläge bisherzuschanden ges macht, hatunter andern auch dieses auf eine so überzeu: gende art dargethan, daß man die grofte urfach zu ver: muten hat, es werde sich inskünftigeniemand unterste ben, den glauben von dieser seite anzugreifen. (a)

Wennich die absicht hätte, die unvernunft der ungläubigen in dieser Vorrede volständig vorzustellen, so fonte ich eine ganze menge solcher fáze anfüren, auf die

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sie

(a) Lefet feine vortrefliche schrift: Bernünftige warnung für dem

irtuir von gleidgültigkeit derer gottesdienste.

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