Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

Helsingfors 1889) erhoben. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir als den eigentlichen Vater dieser Idee keinen Geringeren als DARWIN betrachten, der wegen der Eifersucht, die wir bei vielen Vierfüsslern finden, eine ursprüngliche Gesamtehe, »kurz bevor der Mensch seinen heutigen Platz auf der tierischen Stufenleiter erreicht hatte,« für unwahrscheinlich erklärt (The Descent of Man, London 1871, Bd. 2, S. 361 ff.); aber auch er muss bekennen, nach den Forschungen von MORGAN, Mc LENNAN und LUBBOCK sei anzunehmen, dass der Brauch der Ehe, in irgend einer engeren Bedeutung des Worts, sich allmählich entwickelt habe, und dass ein fast regelloser oder sehr loser Verkehr einst überall sehr allgemein war«. (it seems certain, that the habit of marriage has been gradually developed, and that almost promiscuous intercourse was once extremely common throughout the world). Ich glaube, dass nichts geeigneter ist, den Darwinianer WESTERMARCR zu widerlegen, als dieses eigene Zugeständnis DARWIN's.

Zu S. 17, A. 5: Über ähnliche Sagen aus dem ältesten Indien und China, vergl. WESTERMARCK a. a. O., S. 11.

Zu S. 19, A. 2, Z. 2 als Anm. 3a. Aus den vereinzelten Beispielen für ein Zusammenleben von wenigen Individuen mit einander, bis hinab zu einem Mann und einem Weib, wie man sie zuweilen bei Naturvölkern gefunden hat, lassen sich Schlüsse auf eine ursprüngliche Einzelehe mit Sicherheit nicht ziehen. Auch WESTERMARCK, ein Hauptvertreter dieser Ansicht, sagt ausdrücklich (a. a. O., S. 60), dass der Grund für das Vorkommen solcher abgesonderter Existenzen auf Mangel an Nahrung zurückzuführen ist, welcher ein Hordendasein unmöglich machte. Völlig gleich ist der Verlauf der Schicksale der Menschheit nirgends gewesen; dazu hängen wir zu sehr, und zumal je näher unserm Ursprung, um so mehr von der uns umringenden Natur ab.

Ganz bedenklich aber erscheint es, wenn WESTERMARCK die massenhaft uns bezeugten Reste des Hetärismus aus Vor

und Mitwelt damit bei Seite schieben will, dass es sich um Korruptionserscheinungen und sittliche Abweichungen handle. Dazu ist das Tatsachenmaterial zu gross und das ermittelte Gebiet des Vorkommens zu breit, um es wie ein Naturspiel, das als Ausnahme abseits der ewigen Gesetze der Entwickelung stehe, abzutun.

Zu S. 21, A. 3: Gerade von den Australnegern sagt der schwedische Reisende LUMHOLTZ (héi WESTERMARCK a. a. O., $. 160), dass es bei den Eingeborenen von Queensland für die jungen Männer schwer sei, sich mit Frauen zu versorgen, weil die älteren Leute, vermöge ihres grösseren Ansehens, sie fast immer vorwegnehmen. »Diese sind im Besitz der jüngsten und hübschesten Frauen, während ein junger Mann sich glücklich schätzen kann, wenn er einer alten Hexe habhaft wird.«

Zu S. 23, A. 1: Auch auf Samoa kennt man Ehe auf Zeit, z. B. auf zwei Jahre (B. v. WERNER, Ein deutsches Kriegsschiff in der Südsee, S. 260).

Zu S. 26, A. 4 hinter »S. 150 ff.«: WESTERMARCK a. a. O., S. 38, 39. 42.

Am Schluss derselben Anmerkung: Ähnliches wird uns von dem ostindischen Bergstamm der Hos von E. T. DALTON, descriptive Ethnology of Bengal, Calcutta 1872, S. 196 ff. berichtet.

Zu S. 27, A. 3 hinter »S. 120 ff.«: PERRIN, Reise durch Hindostan, Bd. 2, S. 33 ff.

S. 30, A. I: VINSON, Voyage à Madagascar, S. 271.

S. 32, A. 1: Wegen der Babylonier vergl. Gesetzbuch des HAMMURABI § 130.

Ebenda A. 2: Vergl. auch DALTON a. a. O., S. 63:
Ebenda A. 5: Vergl. auch PERRIN a. a. O., S. 6.

Ebenda A. 7: Auch für Java gilt dasselbe (Hellwald in Trewendt's Handwörterbuch der Zoologie u. S. W., Bd. 4, S. 245).

S. 33, A. 2: Wegen der Suaheli Niesé in Zeitschrift, Bd. 16,

Ebenda A. 3: CRUICKSHANK, 18 years on the Gold-Coast Bd. 2, S. 192; BEECHAM, Ashantee and the Gold Coast, S. 126.

S. 36, A. 2: Über eigentümliche alte Gebräuche auf Korsika, die auf ein von der Familie der jungen Frau ehedem ausgeübtes Recht der Brautnacht zurückdeuten mögen, berichtet GREGOROVIUS in seinem prächtigen Buch über Korsika (Bd. 1,

S. 197).

S. 38, A. 6 hinter »S. 23 ff.<: Daneben gab es im alten Babylon noch dem Gott geweihte Tempelmädchen (vergl. Gesetzbuch des HAMMURABI $S 178 ff.).

S. 41, Z. 13, hinter »scheint« als A. 3 a: In Russland soll bis in das 19. Jahrhundert hinein ein solches Recht vom Adel in Anspruch genommen sein (KULISCHER im Archiv für Anthropologie, Bd. II, S. 228 ff.).

S. 43, A. 1, Z. 1 hinter »S. 87«: in seinen Studien zur deutschen und schweizerischen Rechtsgeschichte, S. 84 ff. S. 46, Z. 1 hinter » Südseeinseln« als Anm. 1a:

Über die Samoainseln, wo die alte Sitte noch besteht, aber gern gesehen wird, wenn der Gast sie ablehnt, B. von WERNER, Ein deutsches Kriegsschiff in der Südsee, S. 260; dort auch S. 425 über die gleiche Gepflogenheit im Bismarck-Archipel. Also im östlichen, wie im westlichen Teil Polynesiens.

S. 49, A. 6, Z. I hinter »A. 2«: und WESTERMARCK, Origin of human marriage, S. 89 ff.

S. 53, A. 1: Vergl. auch B. VON WEENER a. a. O., S. 78. 121.

S. 56, A. 1: Vergl. auch SPIEGEL, eranische Altertumskunde, S. 678 und R. DARESTE, Etudes d'histoire de droit, S. 107 ff.

S. 57, A. 1: Es scheint dies auf sehr alten Vorstellungen zu beruhen; denn in der Kaiserfamilie der Inkas von Peru heiratete der Thronfolger stets seine älteste leibliche Schwester (R. B. Brehm, das Inka-Reich, Jena 1885, S. 42).

S. 58, A. 4: ERMAN, Ägypten, Bd. 1, S. 221.

S. 59, A. 1: Wegen Hinter-Indiens vergl. HESSE-WARTEGG, Siam, S. 36, wonach dort die Königin, die Halbschwester des

I:

Königs ist.

Ähnlich konnte im alten Inkastaat von Peru der Herrscher legitime Erben nur von seiner ältesten Schwester erzeugen (MARTENS, ein sozialistischer Grossstaat vor 400 Jahren, S. 55).

Auch in Japan bestand wahrscheinlich bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. hinein, Geschwisterehe, sodass das Wort Imo zugleich das Weib und die jüngere Schwester bedeutete. (WEIGERT in Mitteilungen der deutschen Gesellschaft für Naturund Völkerkunde Ostasiens, Bd. 5, S. 95).

S. 62, A. Einen Nachhall dieser uralten Vorstellungen hat die Sage der Völker in dem weitverbreiteten Melusinen. mythus festgehalten; hier erscheint das Tierweib, das nach Hervorbringung von Nachkommen zu den Ihrigen zurückkehrt, geradezu als Stammmutter berühmter Geschlechter (genaue Nachweise unter Betonung des totemistischen wie mutterrechtlichen Zusammenhangs dieses Mythenkreises bei J. KOHLER, der Ursprung der Melusinensage, Leipzig 1895). Die Sahoneger am roten Meer, unfern von Massaua, nennen sich Abkömmlinge eines gewissen Aa'saor, des Sohnes ciner Löwin und Bewohners der Berge (Graf GOBINEAU, Ungleichheit der Menschenrassen, deutsche Übers., Bd. 2, Stuttgart 1899, S. 4 Anm. **)

S. 64, Abs. I, letzte Zeile als Anm. 2: Schurtz (Urgeschichte der Kultur, S. 107 ff., und Altersklassen und Männerbünde, S. 173 ff.) vermutet, dass der Anstoss zur Bildung der Gruppen und zur Gruppenehe in der Sympathie der Gleichalterigen, vor allem der männlichen Jugend zu suchen sei, die sich vielfach in den sogenannten Männerhäusern zu gemeinschaftlichem Leben zusammenfand (so insbesondere in Australien und Südamerika). Hieran ist sicherlich soviel richtig, dass die Gruppenverbände nicht ausschliesslich den Zwecken der Eheverfassung, sondern auch ganz allgemeinen sozialen Zwecken dienten, und dass daher Gründe zu ihrem Ursprung auch in denselben Tatsachen zu suchen sein mögen, die einen wichtigen Einfluss auf die Stammes. und Staatenbildung hatten

(vergl. unten, Bd. 3, S. 9). Aber man hüte sich, deswegen in Einseitigkeit zu verfallen – denn jede für die Menschheit wichtige Einrichtung hat nicht lediglich einen einzigen Grund ihres Aufkommens, sondern sehr viele Wurzelfäden, weil sie mit den verschiedensten menschlichen Bedürfnissen verquickt ist.

S. 65, A. 1: Möglich ist, dass auch nicht ohne Einfluss trübe Erfahrungen waren, die man mit der Beschaffenheit der Nachkommenschaft bei Heiraten innerhalb engerer Verbände gemacht haben mochte. Freilich scheint mir die Ansicht der Physiologen über die schlimmen Wirkungen, welche die Innenehe zeitigen soll, in einem gewissen Widerspruch mit der Tatsache zu stehen, dass kräftige und hochbegabte Völker sie, soviel wir wissen, ohne Schaden sehr lange Zeiträume hindurch festgehalten haben.

Ebenda, A. 4 a. E.: und dem Mischlingsvolk der Suaheli (Zeitschrift, Bd. 16, S. 231).

S. 72, A. 2: KRAUSE, Tlinkit-Indianer, S. 130 ff., 312. S. 220: » Niemals werden die Ehen zwischen Angehörigen desselben Geschlechts oder Stammes geschlossen; der zum Rabenstamm gehörige Tlinkit muss sich eine Frau aus dem Wolfsstamm suchen und umgekehrt.«

S. 75, A. 1, Z. 1 hinter »S. 324 ff.«: PRICHARD, Naturgeschichte des Menschengeschlechts, übersetzt von Wagner und WILL, Bd. 4, S. 281. 282.

S. 76, A. 1: Schurtz, Urgeschichte der Kultur, S. 99 ff.

S. 77, A. 8: POWELL, Wanderings in a wild country, London 1884, S. 86.

S. 78, A. 2: Vergl. auch DALTON, Descriptive Ethnology of Bengal, S. 63.

S. 80, A. 6: A. B. ELLIS, Tshispeaking peoples, London 1887, S. 206 ff. Bei den Damara gibt es Stämme, die bestimmte Tiere nicht essen dürfen: »Diese Familie isst keine Buschkopfschafe. Da ist hier nebenan die Werft (Dorf) von Humbo, die essen keine Steinböcke. Duiker und Springböcke dürfen

« ͹˹Թõ
 »