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und dort viele Tränken 12) anlegen zu lassen zum Nutzen für Menschen und Thiere. [Aber etwas Geringes ist dies, was

man den Nutzen nennt. Sowohl frühere Könige als auch ich haben die Menschen mit mancherlei Segnungen beglückt. Aber ich habe dies gethan, damit die Menschen dem Gesetze Gehorsam leisten.“

Piyadasi, der Göttergeliebte, spricht also: „Meine Gesetzesoberen beschäftigen sich auch mit mancherlei Gnadensachen, sowohl denen, welche die Asketen angehen, als auch denen, welche die Hausväter angehen, und sie beschäftigen sich auch mit allen Glaubensgenossenschaften. Ich habe es so eingerichtet, dass sie mit den Angelegenheiten des Samgha beschäftigt sein werden; gleichfalls habe ich es so eingerichtet, dass sie mit den brahmanischen Âjivikas beschäftigt sein werden; ich habe es so eingerichtet, dass sie mit den Nigamţhas beschäftigt sein werden; ich habe es so eingerichtet, dass sie mit allen) den verschiedenen Glaubensgenossenschaften beschäftigt sein werden. Verschiedene Beamte (sind) für diese und jene, je nach den besonderen Bedürfnissen. Aber meine Gesetzesoberen sind sowohl mit jenen (einzelnen) als auch mit allen Glaubensgenossenschaften beschäftigt" 13).

Der göttergeliebte König Piyadasi spricht also: „Sowohl diese als auch viele andere hohe (Beamte) 4) sind mit der Vertheilung der Gaben beschäftigt, sowohl der meinigen wie der der Königinnen, und in meinem ganzen Harem (lehren] sie in dieser und jener Weise verschiedene Wege zur Befriedigung sowohl hier (in Pațaliputra) als in der Ferne 15). Und ich habe es so eingerichtet, dass sie mit der Vertheilung der Gaben meiner Söhne wie auch der andern Prinzen 16) beschäftigt sein werden, um edle Thaten nach dem Gesetze und den Gehorsam gegen das Gesetz (z u fördern). Denn das sind edle Thaten nach dem Gesetze und das ist der Gehorsam gegen das Gesetz, wodurch Barmherzigkeit, Freigebigkeit, Wahrhaftigkeit, Reinheit, Sanftmuth und Heiligkeit so unter den Menschen wachsen" 17).

Der göttergeliebte König Piyadasi spricht also: „Alle die Werke der Heiligkeit, die ich vollbracht habe, haben die Menschen nachgeahmt und denen folgen sie nach, und dadurch sind sie gewachsen und werden sie noch wachsen in Gehorsam gegen Eltern, in Gehorsam gegen Ehrwürdige, in Ehrfurcht gegen die Alten, in geziemendem Betragen gegen Brahmanen und Asketen, gegen die Armen und die Elenden, ja gegen Sklaven und Diener.“

Der göttergeliebte König Piyadasi spricht also: „Die Menschen haben aber dieses Wachsthum im Gesetze durch zweierlei erlangt, durch Verbote nach dem Gesetze und durch tiefes Nachdenken 1). Aber unter diesen beiden 19) sind die Verbote nach dem Gesetze etwas Geringes, mehr wirkt das tiefe Nachdenken. Die Verbote nach dem Gesetze sind aber fürwahr solche wie), dass ich die Tödtung von verschiedenen Arten von Creaturen verboten habe 20); es gibt aber auch noch viele andere Verbote, die ich erlassen habe.

Aber durch tiefes Nachdenken ist das Wachsthum des Gesetzes mehr unter den Menschen gefördert, so dass sie lebende Wesen nicht schädigen, so dass sie die Creaturen nicht tödten.“

Diese (Befehle) sind zu folgendem Zwecke gegeben, dass sie gelten mögen, so lange meine Söhne und Urgrosssöhne 21) regieren, so lange Sonne und Mond bestehen und dass die Menschen danach handeln mögen. Wenn man so danach handelt, so ist das Heil in dieser und in jener Welt gewonnen. Als ich sieben und zwanzig Jahre gesalbt war, habe ich dieses Religionsedict schreiben lassen."

In Bezug hierauf sagt der Göttergeliebte: „Dieses Religionsedict soll dort eingemeisselt werden, wo sich entweder steinerne Säulen oder steinerne Tafeln finden, damit es lange Zeit bestehe.“

Anmerkungen.

1) Da im Vorhergehenden ichhisu „sie wünschten“ steht, ist es nicht wohl möglich, katham als Fragewort zu fassen. Es wird hier, wie sonst mit kâni öfter geschieht, als pronomen indefinitum gebraucht sein. Auch im Sanskrit wird katham prakârârthe und sambhavane gebraucht.

2) Obschon es nicht absolut unmöglich ist, etam mit Senart als Vertreter von *itra, d. h. atra zu fassen, so ziehe ich es doch vor, es durch etad zu erklären und anzunehmen, dass wir mit einem Accusativ der Beziehung zu thun haben. Derselbe erscheint nicht selten mit Verben, welche „sprechen, wünschen" u. s. w. bedeuten, siehe Delbrück, Altindische Syntax, p. 165 f.

3) Abhumnâmayeham ist als Futurum mit conjunctivischer Bedeutung zu fassen, siehe Speijer, Sanskrit Syntax, p. 266 f. und besonders das Beispiel unter b. Wegen des e für i vergleiche Pali paridahessati, u. s. w. E. Müller, op. cit. p. 118.

4) Abhyumnamissati , werden sich emporheben" kann für abhyunnammissati stehen und als Futurum des Passiv von abhyunnamayati gefasst werden. Indess passt auch das Futurum des Simplex abhyunnamati „sich erheben“ recht gut.

5) Hier beginnt der rund um die Säule laufende Theil des Edicts VII, den man früher als Edict VIII zu bezeichnen pflegte. Um gegen Kern gerecht zu sein muss ich bemerken, dass er, wie seine Analyse (Der Buddhismus, vol. II, p. 384) zeigt, die Zusammengehörigkeit der beiden Theile des Edictes VII unabhängig von meinen Angaben, Indian Antiquary, vol. XIII, p. 306, erkannt hat.

6) Ueber die Lajúka oder Lajuka siehe oben Edict IV, über âyatâ, Note 2 zu der Uebersetzung von Sep. Ed. I.

7) Paliyovadâtha ist eines der seltenen Beispiele des vedischen Conjunctivs, die in den alten Prakrits vorkommen, siebe Pischel in Kuhn's Zeitschrift, vol. XXIII, p. 424, E. Müller, Simplified Grammar of the Pali Language, p. 108. Wegen dhammayuta „pflichtgetreu", d. h. königstreu, siehe Note 5 zu Felsenedict V.

8) Etam-eva-me anuvekhamâne kann, wie avijitam hi vijinamane Felsenedict XIII, Z. 36 (Kalsi), als Nominativus absolutus gefasst werden. Es ist indess auch möglich, dass Asoka in Wirklichkeit anuvekhamânena schreiben wollte und ein Fehler vorliegt. Unter dhammathambhâni ,Gesetzessäulen“ werden die Säulen zu verstehen sein, auf denen nur sechs Edicte eingemeisselt sind.

9) Ueber den kurzen Vocal der drittletzten Silbe von ambavadikyâ siehe Note 17 zu dem Edicte der Königin, Indian Antiquary, vol. XIX, p. 123. Ich habe dort mit Bezug auf ambậvadi bemerkt, dass das kurze a dadurch gerechtfertigt werden kann, dass man "vadi als Repräsentant von raddikâ, d. h. vârtikâ ansieht. In "vadikyâ ist das Suffix ya, wie so oft in der Kalsi - Version der Felsenedicte und hier in dem unmittelbar folgenden adhakosi kyâ, ohne Bedeutungsveränderung angefügt. Ueber das lange â von ambao siehe unten Note 21.

10) Adhakosikyâni würde einem Sanskrit ârdhakrośikâyâni entsprechen. Man wird wohl annehmen müssen, dass Asoka den Krośa zu 8000 hasta oder 1/2 gavyûti rechnete, der somit ungefähr dem sogenannten Sultâná Kos zu drei englischen Meilen gleichkommen würde. Die gewöhnlichere Rechnung des Kos zu anderthalb oder ein drei Viertel englischen Meilen passt nicht, weil die Brunnen dann zu nahe aneinander kommen würden.

11) Nimsidhiyâ wird für nisidhiyá stehen, wie Pali mahimsa für mahisa, und dem Worte nishidiya , Wohnung“ entsprechen, welches sich dreimal in dem Compositum vâsanishidiyâ in Dashalatha's Inschriften findet, siehe Indian Antiquary, vol. XX, p. 364 f. Beide Wörter sind Vertreter des Sanskrit nishadyâ „Sitz, Markthalle“, aber aus dem Präsensstamme nishad statt aus der Wurzel gebildet. Das linguale dha wird durch den Einfluss des ursprünglichen sha entstanden sein. Die Jainas gebrauchen nahe verwandte Formen, nifidhi, nishiąhi und nisidhi zur Bezeichnung der Gräber ihrer Heiligen, siehe Indian Antiquary, vol. XII, p. 99. Hier sind nuit nimsidhiya natürlich die öffentlichen Herbergen oder Serais gemeint, die sich an allen Strassen finden und häufig von wohlthätigen Leuten dharmârtham d. h. um des Verdienstes willen erbaut werden. Ushavadata, der fromme Schwiegersohn des Königs und Satrapen Nahapâna, rühmt sich in den Nasik-Inschriften der Errichtung solcher Gebäude, siehe Reports Arch. Sury. Western India, vol. IV, p. 99.

12) Apâna kann hier natürlich nicht seine gewöhnliche Bedeutung Wirthshaus, Scbänke“ haben. Es muss, wie Kern, Der Buddhismus, vol. II, p. 385, annimmt, einen Ort zum Wassertrinken bezeichnen. Wahrscheinlich sind Hütten gemeint, in denen Wasser gratis oder gegen Bezahlung verabreicht wird und die sonst mit dem Ausdrucke prapâ bezeichnet werden. Mitunter steht vor denselben ein Trog aus Backstein oder Cement zum Tränken der Thiere, wozu die prapãpâlî gleichfalls das Wasser liefert.

13) Der Samgha ist natürlich der Orden der buddhistischen Mönche. Die Âjivikas sind wahrscheinlich, wie Kern annimmt, brahmanische und zwar vishnuitische Asketen, siebe meine Besprechung der Frage im Indian Antiquary, vol. XX, p. 362 ff. Die Nigamțhas sind, wie schon Lassen erkannt hat, die Jaina-Mönche. Ich fasse pativisitham patīvisitham ,je nach den besonderen Bedürfnissen“ als gleichbedeutend mit prativisesham, siehe B. W. sub voce. Tesu-tesu „für diese und jene“ wird sich sowohl auf verschiedene Classen von Menschen als auf verschiedene Zwecke beziehen, für welche die ungenannten Beamten angestellt waren. Zu vergleichen ist das Ende des Felsenedictes XII, wo „die Aufseher der Frauen, die Vachabhumikas und andere Collegien“ erwähnt werden. Ueber die Dharmamahâ mâtras, die Gesetzesoberen, habe ich in Note 4 zum Felsenedict V gesprochen. Ich will hier hinzufügen, dass Hiuen Tsiang, Siyuki vol. I, p. 176 (Beal), aus späterer Zeit von einem Könige von Jalandhara berichtet, dass derselbe von dem Herrscher „of Mid-India“ zum „sole inspector of the affairs of religion throughout the five Indies“ ernannt wurde. In dieser Eigenschaft soll er ganz Indien bereist, den Wandel der Mönche erforscht, die Tugendhaften belohnt und die Schlechten bestraft haben. Dieser Mann scheint also eine Art von Dharmamahâmâtra für die Buddhisten gewesen zu sein. Der Wirkungskreis der Dharmamabâ mâtras des Asoka war natürlich ein viel ausgedehnterer, da er sich auf alle Glaubensgenossenschaften, auf die Vertheilung der milden Gaben des Hofes und anderes erstreckte. Es ist aber interessant, dass ähnliche Ideen wie die, welche Asoka leiteten, auch später wieder auftauchten.

14) Mukhâ ist entweder im Sinne von Sanskrit mukha m. , Anführer" (B. W. sub voce) gebraucht, oder es steht für mukkhâ und entspricht Sanskrit mukhyâh ,Haupt- oder hohe (Beamte)".

15) Tuthâyatanôni ist nicht, wie Senart meint, zu emendiren. Es entspricht dem Sanskrit tushtyâyatanâni ,Wege oder Mittel zur Befriedigung“, und hierunter sind mit Kern, Der Buddhismus, vol. II, p. 386, „günstige Gelegenheiten zur Wohlthätigkeit“ zu verstehen, welche dem Geber und dem Empfänger Befriedigung verursachen. Bei dieser Auffassung ist die Ergänzung pați[ pâilayamti] selbstverständlich.

16) Devikumâla Prinz“ bedeutet wörtlich „Sohn einer Königin“, d. h. einer Frau, welche den Titel devî führt. Da die Söhne des Königs vorher speciell genannt sind, so können die andern Prinzen“ nur die Söhne der devê betitelten Gemahlinnen der Vorgänger des Asoka sein, d. h. seine Brüder und vielleicht seine Oheime väterlicherseits. In der Parallelstelle, Felsenedict V, sagt Asoka auch wirklich, dass die Gesetzesoberen in den Frauengemächern seiner Brüder und Schwestern zu thun haben.

17) „So unter den Menschen wachsen werden“, d. h. in der vom Könige gewünschten Weise.

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18) Nijhati ist von Senart ohne Zweifel richtig von dem Causative nidhyâi abgeleitet und durch „reflexion“ übersetzt. Es ist zu beachten, dass im Sanskrit nididhyâsanâ der Bedeutung nach genau entspricht und gleichfalls von nidhyâi, wenn auch mit andern Suffixen, abgeleitet ist.

19) Tata , d. h. tatra, hat hier, wie oft im Sanskrit, distributive Bedeutung, und tata chu steht für tayos tu.

20) Siehe oben Säulenedict V.

21) In putâpapotike steht der Nominativ des Plurals für den Stamm, genau wie oben Z. 2 in ambávadikyâ. In ähnlicher Weise wird der Nominativ des Singulars in den Mathurâ - Inschriften, Epigraphia Indica, vol. I, p. 375, sehr häufig für den Stamm gebraucht und es finden sich auch Beispiele derselben Eigenthümlichkeit im Pali, z. B. Jåtaka, IV. 184. 18 sakhâbhariyam „die Frau eines Freundes“ (Acc.).

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