Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

schrieben worden wäre. Wäre vispuhr ins Armenische übergegangen, so wäre nach dem Muster von arm. šapuh pbl. šūhpuhr zunächst vispuh daraus entstanden, das im historischen Armenischen aber als vspuh (resp. respuh) vorliegen würde, vgl. arm. včar

phl. vičūr-; arm. voir = phl. vičir; arm. Vstam aus pers. Vistahm ?) etc. Ein Abfall eines anlautenden v oder vi kommt im Armenischen überhaupt nicht vor. Also aus vispuhr wäre im Armen. vspuh, aber nicht sepuh geworden. Nun meine ich aber gar nicht, dass jenes phl. vispuhr wirklich so gesprochen wäre, sondern glaube (und werde darauf zurückkommen), dass es in älterer Zeit vitpuhr, später vihpuhr gelautet hätte, woraus sich armen. sepuh noch weniger herleiten lässt.

5) SuyuruytrXu'u maškaperčan. In Geiger's Jātkār i Zariran p. 55, § 25 kommt zum ersten Mal im Pehlevi ein Wort 777025:02 für „Zelt“ vor, das den Armenisten längst bekannt ist. Es findet sich zweimal bei Faustus v. Byzanz (ed. Venez. 55 und 189) und zweimal bei Sebēos (ed. Patkan. p. 27 und 42). Die Stellen lauten 1) F.B. p. 55: der Perserkönig Nerseh nahm seine Truppen sammt Tross etc. mit zahllosen Waaren und den eigenen Zelten (maškapačenauk“) und allen Frauen sammt der Königin; 2) F. B. p. 189: sie erbeuteten die Schätze des Perserkönigs und nahmen die Königin sammt den andern Frauen gefangen. Und der Heerführer Mušeh bemächtigte sich des ganzen Zeltes (maškavarzan) und befahl, alle Vornehmen, etwa 600 Mann, zu schinden etc.; 3) Seb. 27: sie bemächtigten sich des ganzen Lagers sammt den königlichen Schätzen und nahmen die Königin (bambišn) und das Lager (?) und erbeuteten das Zelt (mašaperčan), den ganzen Wagen (despak 2), den goldnen, viele Talente werthen, der mit Edelsteinen und Perlen verziert war und bei ihnen (den Persern) , Wagen der Herrlichkeit“ (despak parac) hiess ; 4) Seb. 42: Und es geschah, als sie in das Lager eingetreten und in die Nähe des königlichen Zeltes (maškaperčan) gekommen waren, da kam ihm der Befehl entgegen mit wenig Mannen vor den König zu kommen; er aber willigte nicht ein, sondern kam mit seinen Truppen nahe an die Thür des königlichen Zeltes (zoran) etc. Es liegen also fünf Varianten des Wortes vor: bei Faustus maškapačen- im Nominativ also maškapacēn oder -pacean) und maškavarzan; bei Sebēos: mašaperčan und maškaperean und die phl. Form 77008wa, in der aber wohl auch ¢ für z gelesen

1) Im Pehl, wird meist v für anlautendes vi geschrieben; die Armenier werfen i und u in nicht-letzter Silbe aus. Daher irrt Horn, KZ. 32, p. 581.

2) Arm. despak (aus dem Pers.?) wird als Sänfte oder Kutsche, Wagen erklärt. Die Frauen des Perserkönigs aber fuhren in Wagen (Tabari 137:8).

und i in ū corrigirt werden kann, in welchem Falle die urspr. Pehleviform maškāparcān gewesen wäre. Es war die Bezeichnung für das Zelt des Perserköniges.

6) L-12lu vašy. Arm. vašą (i-St.) Wucher (Joh. Mandak. p. 63 ff., Arist. Last. p. 111 etc.) ist aus dem Persischen entlehnt: phl. varš interest (of money), increase, aber auch: sunrise, growing (Ganjeshāyagan, Bombay 1885, Glossar p. 19; West, Pehl. Texts IV, 138); zd. vaysa Wachsen, Zunehmen, Aufgang (der Sonne). Umstellung von pers. Xš zu sy ist im Armenischen Regel.

7) զուր zur. Arm. zur heisst ungerecht (ädızos Exod. 23, 7), unverdient, falsch, eitel, unnütz; als adv. umsonst (sizñ Galater 3, 4), vergebens, unrecht, ohne Grund, und ist aus dem Persischen entlehnt:

np. zūr falsch, Lüge, nach Vullers allerdings arabisch, in Wahrheit das Original zu arab. zūr falsum, mendacium etc.; phl. zūr a lie, falsehood, untruth (Gloss. and Ind. 151), vgl. ebenda zūr-gukūsih false evidence, perjury; paz. zur (= phl. zūr) a lie (Shik. Gum. Vij. p. 275); zd. zura in zurojata vd. 7, 5 (Spiegel) = phl. zür-zat, pavan adinäih, also: nicht nach Recht, mit Unrecht getödtet, in den Jašts Bezeichnung des Syāvaršan-, des Siyavus Firdusis, der, der Verläumdung zum Opfer fallend, ohne Schuld, also mit Unrecht getödtet wurde; altpers. zura (sprich zūra) Beh. IV, XIII: naiy draujana āham, naiy zūrakara aham ich war kein Lügner, kein Unrecht-thuer, und weiter hin: naiyzūra akūnavam ich that kein Unrecbt (,Gewalt“ passt hier dem Sinne nach nicht). Das Wort ist zu unterscheiden von zd. zāvare (zavare) Kraft, Macht phl. paz. zõr, np. zõr Kraft, Macht, arm. zaur Heeresmacht.

[ocr errors]

Bemerkungen zum neuarabischen Tartuffe.

Von

Albert Socin.

a. Allgemeines. Im 45. Bande unserer Zeitschrift S. 36—96 findet sich ein Artikel von Vollers; in demselben werden uns die Transscription und einige Erläuterungen des Lustspiels es - sēh matlūf vorgelegt.

Schon während der Correctur, die ich theilweise zu besorgen hatte, 5 gewann ich grosses Interesse für diese Arbeit. Vollers hat S. 40

mit Recht hervorgehoben, dass ein Commentar zu diesem ,arabischen Tartuffe“ zu einem ganzen Bande anschwellen würde. Ich bin weit davon entfernt, diese Arbeit des Commentators nun etwa selbst zu

übernehmen diese Aufgabe kann bloss im Orient gelöst werden; 10 ich möchte nur einige Bemerkungen zur Transscription liefern.

Die Transscription, die Vollers bietet, erleichtert das Verständniss des arabischen Textes wesentlich; ohne dieselbe würden noch viel mehr Stellen, sowohl was Aussprache als Sinn betrifft, dunkel

bleiben, als jetzt thatsächlich der Fall ist. Aber unser gelehrter 15 Freund hätte sicher der Wissenschaft einen noch grösseren Dienst

erwiesen, wenn er der Transscription auch noch eine deutsche Uebersetzung beigefügt hätte; ihm selber war ja der Sinn der Verse klar, sonst hätte er sie nicht transscribiren können, oder er

legte wenigstens einen bestimmten Sinn hinein. Als , Uebungsstück 20 für Beflissene des Neuarabischen“, wie Vollers meint, möchte der

šēh matlūf doch zu schwierig sein; er setzt unseres Erachtens zum mindesten voraus, dass der Leser die Prosatexte Spitta's schon durchstudirt habe, ja in der ägypto-arabischen Grammatik ordentlich

bewandert sei. Die Arbeit steht uns überhaupt höher; sie gehört 25 zu den schätzenswerthen Transscriptionstexten, deren man zur ein

gehenden wissenschaftlichen Bearbeitung der arabischen Volksdialekte, besonders was die Fragen der Vocalverhältnisse betrifft, kaum je genug haben kann. Ob nun etwa gar noch erwünscht gewesen

wäre, den Text auch in arabischen Lettern abzudrucken, dies 30 zu entscheiden bleibe Andern überlassen, die weniger an Trans

scriptionstexte gewöhnt sind, als der Schreiber dieser Zeilen.

ich er

Ganz abgesehen von diesen nebensächlichen Desideraten bleibt die Thatsache bestehen, dass Vollers mit seiner Arbeit einen sehr geschickten Griff gethan hat; die Lectüre des Stückes kann auch vom culturhistorischen Standpunkt aus angelegentlich empfohlen werden. Der Bearbeiter der Molière'schen Lustspiele laube mir gleich von allen den vieren (S. 39) zu reden, die nun vorliegen hat seine Aufgabe in der That trefflich gelöst: die Uebertragung des Tartuffe in einen muslimischen Scheinheiligen ist stellenweise brillant; meines Erachtens ist freilich dieses Stück das beste der Sammlung. Ausserordentlich anerkennenswerth bei einem 10 „gebildeten“ Aegypter ist auch der Umstand, dass er es gewagt hat, das herkömmliche Hocharabische beinahe ganz auf der Seite liegen zu lassen und sich der Volkssprache zu bedienen; das ist für den, welcher mit Spitta's beherzigenswerthen Worten S. XIV ff. der Grammatik einverstanden ist, hocherfreulich. Ein Riss, ein 15 gewaltsamer Bruch mit dem Hocharabischen muss meines Erachtens früher oder später doch einmal erfolgen; dass dann auch manches alte mit weggefegt wird, liegt in der Natur der Dinge. Vollers hat sich in dieser Beziehung ZDMG. 41, 369 scharf gegen Spitta ausgesprochen; so sehr ich aber seinen Conservativismus begreife 20 und achte, so frage ich mich doch immer wieder: Für wen sollen denn die modernen Schriftsteller schreiben, als für's Volk? und diesem ist das hergebrachte Hocharabisch eben doch unverständlich und fremd. Deshalb ziehe ich gerade naturwüchsige Werke, wie das vorliegende in der That eines ist, den sich in den alten Geleisen 25 des Hocharabischen bewegenden vor im Vertrauen darauf, dass sich, wenn einmal die arabische Literatur wirklich eine Renaissance erleben sollte, das Werthvolle aus den alten Classikern dennoch erhalten bleiben wird. Ich behalte mir übrigens vor, anderswo auf diese Frage eingehender zurückzukommen.

Im šeh matlūf sind namentlich die zahlreichen, augenscheinlich der gewöhnlichsten Volkssprache entnommenen Redewendungen und Wörter, unter denen eine Menge uns bisher unbekannter quadriliteraler Stämme auffallen, ganz besonders hervorzuheben; sie bilden die Hauptschwierigkeit für das Verständniss, da Dozy's Supplément 35 den Leser dabei häufig im Stich lässt. Zahlreich finden sich Belege für Wortbedeutungen, die wir bis jetzt nur aus Bocthor kennen, öfter auch Wörter, die in der Geschichte von Bāsim vorkommen. Hoffentlich wird Vollers in dem Wörterbuch des ägyptischen Dialekts, an welchem er eifrig sammelt, uns auch die zahlreichen Räthsel 40 lösen, die sich in diesen vier Lustspielen finden; die daraus zu holende Ausbeute für das Lexikon ist beträchtlich, wie ein Blick auf die zahlreichen Fragezeichen am Rande meines Exemplars beweist. — Uebrigens ist Mohammed el-Wanāi in seiner Schreibweise, besonders was vulgäre Wortformen betrifft, durchaus nicht gleich- 45 mässig verfahren; nur wird unten zu untersuchen sein, ob nicht einige auffallende Inconsequenzen, wie z. B. dass er einmal für Hand

30

As, das andere Mal til, ein drittes Mal sogar u schreibt, doch auf gewissen, nur nicht ganz durchgeführten Principien beruhen; vgl. dazu S. 344.

Ebenfalls sehr zu loben ist, dass sich Mohammed Bey nicht 5 sklavisch an seine Vorlage gehalten, sondern dieselbe in vielfacher

Beziehung frei reproducirt hat. Freilich beeinträchtigt dies für uns bisweilen das Verständniss; einzelne Stellen werden dem Leser zwar klar, wenn er das französische Original zu Hilfe nimmt,

andere aber, die frei übertragen sind, wiederum nicht, und auch 10 aus diesem Grunde wäre eine Uebersetzung wünschenswerth. Bis

weilen sind grössere Dialoge stark gekürzt; an einigen Stellen aber sind auch einzelne Verse, ja sogar kleine Scenen selbständig hinzugefügt, weniger im sēh matlūf, als in den anderen Lustspielen.

Im Ganzen hat sich Molière natürlich eine gewisse Vergröberung 15 gefallen lassen müssen; selten ist dieselbe so stark wie z. B. in der 1. Scene des 5. Actes der Femmes savantes, wo die Verse

Votre grâce et votre air sont les biens, les richesses
Qui vous ont attiré mes voeux et mes tendresses;

C'est de ces seuls trésors que je suis amoureux 20 im Arabischen (S. 1) charakteristischer Weise folgendermassen

wiedergegeben sind: (

(

والوجه تبيض والقوام السمهري والثغر والريق الزلال السكري ورد فک العادل مع الخصر النخيل اللي سبوا عقلي وخلوني عليل

„Und dein weisses Gesicht, dein lanzengerader Wuchs, dein Münd25 chen und dein süsser zuckriger Speichel, deine ebenmässigen (lies

wohl suhell) Backen nebst der schmächtigen Taille sind dasjenige, was meinen Sinn gefangen genommen und mich liebeskrank ge. macht hat.“

Natürlich hat sich der Bearbeiter nicht in die Zeit Molière's so versetzt; er schreckt deshalb nicht davor zurück, in der 4. Scene des 3. Actes der École des femmes das

il m'est dans la pensée Venue tout maintenant une idée pressée zu übersetzen mit

35

أحسن ورايا شغل والوابور دخل

ich habe jetzt nur ein Geschäft, da das Dampfschiff eben eingelaufen ist“.

Ganz vortrefflich ist andererseits in der 7. Scene des 2. Actes der Femmes savantes (S. 9) dargestellt, wie die gelehrte Dame

« ͹˹Թõ
 »