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er Werth und die Bedeutung der Religions-Urkunden des Alterthums für die Cultur-Aufgaben der Menschheit sind jederzeit anerkannt worden, und das

Studium wie die wissenschaftliche Durcharbeitung derselben hat eben in neuerer Zeit wieder einen erfreulichen Aufschwung genommen. Es fehlt daher nicht an Uebersetzungen, Commentaren, Auszügen und einzelnen Abhandlungen vom religiösen, ethischen, polemischen, culturhistorischen oder archäologischen Standpunkte. Eine einfache, objektiv ausgewählte und übersichtliche Zusammenstellung der wichtigsten Anschauungen und Grundsätze der Lehre und des Lebens in den Religions-Urkunden der Gottgläubigen ist jedoch meines Wissens noch nicht vorhanden. Eine solche Zusammenstellung dem gebildeten Publikum aller Stände und Confessionen zu bieten, ist der Zweck des vorliegenden Buches.

Dasselbe soll zunächst

allen Fachmännern (Geistlichen, Predigern, Lehrern aller Confessionen) ein gewiss willkommenes reichhaltiges Nachschlagebuch; dann

allen Gebildeten eine interessante Lektüre und endlich eine mächtige Waffe gegen confessionellen Fanatismus und seine traurigen Auswüchse sein.

In letzterer Beziehung wird es jedem unbefangenen Leser bei eingehender Prüfung bald einleuchten, dass die Verschiedenheiten der Lehren und Anschauungen, wie sie in den einzelnen Religionsquellen sich darstellen, gegenüber den zahlreichen sittlich-religiösen Berührungspunkten keineswegs darnach angethan sind, eine gegenseitige Befeindung und Verfolgung zu begründen; vielmehr diese Lehren in ihrem einfachen Verständniss – frei von spätern Zusätzen und tendenziösen Entstellungen – wohl geeignet erscheinen, ein friedliches Nebeneinandergehen der Confessionen zu ermöglichen, in gegenseitiger liebreicher Belehrung und menschenfreundlicher Duldung. Ich gestebe gern, dass dieser Gedanke hauptsächlich es gewesen ist, der mich bei Abfassung des Buches geleitet hat.

Bei vielen der 45 Gruppen hätte allerdings die Zahl der angeführten Stellen wesentlich vermehrt werden können; doch glaube ich, dass die gewählten ausreichen, um ein treues Bild von dem Geiste der betreffenden Lehren und Aussprüche zu geben.

Wiederholungen sind fast gänzlich vermieden (ausgenommen den zweiten Teil: Sprichwörter etc., wo dieses unmöglich war), und ist am Schlusse einer jeden Gruppe auf diejenigen Nummern hingewiesen, die ebenfalls zu der vorliegenden Materie heranzuziehen sind. Ich glaube nicht, dass eine Stelle von höherer ethischer Bedeutung, die nicht etwa in einer ähnlichen Form oder mit demselben Gedankeninhalte schon angeführt, übergangen ist und bitte, wo man eine oder die andre vermisst, das dem Buche angehängte ausführliche Register zu Rathe zu ziehen, wo man die vermisste Stelle vielleicht unter einem andern Titel finden wird, als wo sie gesucht wurde.

Auf den als Anhang gegebenen zweiten Teil, der eine überraschende Fülle von Sprichwörtern, volksthümlichen Redensarten etc. bietet, glaube ich noch besonders aufmerksam machen zu sollen. In diesem Teile haben auch die Apokryphen des alten Testaments, die in dem Hauptteile unberücksichtigt geblieben, gebührende Beachtung gefunden.

Ausser dem Urtexte sind die besten Uebersetzungen und Commentare benutzt, und ist überall darauf gesehen worden, dass die Uebersetzung sich möglichst dem Wortsinne anschliesse.

Was die äussere Anordnung betrifft, so ist bei der Bibel innerhalb einer jeden Gruppe die gewöhnliche Reihenfolge der Bücher (beim alten Testamente die bei den Juden übliche) gewahrt. Beim Talmud, aus dessen überaus umfangreichem Schriftthum nur der Talmud im engern Sinne (Mischnah und Gemara) und die Midraschsammlungen Raboth und Jalkut berücksichtigt worden sind, habe ich die einzelnen Traktate etc. in alphabetischer Ordnung angeführt.

Möchte das Buch reichen Segen stiften und allen Lesern dieselbe reine Freude geben, die mir seine Bearbeitung in so hohem Masse gewährt hat!

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Blumenau.

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