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XIV. Joh. 14, 15–31. Heiliger Geist thut uns Noth. An

Pfingsten.

113–122

XV. Röm. 12, 11. 12. Priefierliche Werte und priesterliche

Empfindungen.

123-129

XVI. Röm. 12, 13–16. Die brüderliche Theilnahme . 130— 138

XVII. Röm. 12, 21. laß dich nicht das Böse überwinden,

sondern überwinde das Böse mit Gutem.

139-144

XVIII. Röm. 13, 1--10. Recht und liebe. .

145–152

XIX. Matth. 22, 15–22. Christi Antwort auf polit. Fragen. 153–164

XX. Luk. 16, 19–31. Warnung vor fleischlicher Sicherheit. 165—174

XXI. 3oh. 16, 23. Warum wir beten sollen und was wir zu
bitten haben. Bei Eröffnung des deutschen Parlaments in Frants
furt a/M.

175-186

XXII. Mart. 8, 1-9. Chriftus, der Selfer in der Roth. 187-195

XXIII. lut. 19,41–48. Die Zeit der Heimsuchung. . 196—205

XXIV. Matth. 12, 37. Aus deinen Worten wirft du gerecht-

fertiget, und aus deinen Worten wirst du verdammet werden. • 206-212

XXV. Luk. 6, 46. Was heißt ihr mid Herr Herr und thut

nicht, was ich euch sage?

213-218

XXVI. Joh. 7, 17. Das Streben, den Willen Gottes zu thun

der rechte Weg, Jesum als den Christ zu erkennen. . . 219-225

XXVII. Mark. 8, 36. 37. Der unendliche Werth einer Mens

ichenseele.

226-232

XXVIII. 306. 4, 10. 3esus Christus, der eingeborene Sohn

des Vaters, unser Erlöser. .

233-239

XXIX. Marf. 9, 23. Die Kunst des Glaubens.

240-247
XXX. Luk. 18, 8. Ob der Herr wohl Glauben findet auf Er-
den, wenn er wieder fommt?

248–255
XXXI. Das apoftolisde Terteswort Hebr. 1, 1-14 Doll-
metscher und Ausleger des weihnachtlichen Engeljubels. Am 2ten
Weihnachtstage.

256–266
XXXII. Apostelgesch. 6, 8–15 und 7, 54–59. Die Treue

gegen den Herrn im Wechsel der Zeit. Am leßten Tage des

Jahres 1848.

267-278

XXXIII. Offenbar. Joh. 2, 3. Die Arbeit, die nicht müde

macht. Am Schlusse eines akademisden Semesters.. 279-284

XXXIV. 1 Cor. 13, 1-13. Das lob der liebe. . 285-295

XXXV. Beichthandlung und Abendmahlørede bei der ersten

Communionfeier in der Universitätskirche, 1 Joh. 2, 14. . 296-306

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I.

Predigt zur Eröffnung des akademischen

Wintersemesters 1847-1848.

Ev. Job. 17, 17.
Heilige fie in Deiner Wabrbeit, Dein Wort ist die Wahrheit.

Aufs neue sind wir versammelt-im Heiligthume des Herrn, nicht blos uin anzubeten und das Wort des Evangeliums zu hören, was ia unsere jedesmalige sonntägliche Speise ist sondern noch in dem ganz bestimmten Sinne, den Anfang unseres besondern Berufsfreises zu weiben durch das Aufsehen zu dein, von welchem alle gute und alle vollfommene Gabe fommt. Uin seinen Segen bitten wir, um die Erfahrung seiner Gnade und Wahrheit, auf daß unsere Arbeit feine vergebliche werde, sondern ein Wert des Herrn, ihin zum Preise, uns zum Heile.

So lasset uns denn in unsern innersten Gedanken, mit unserm tiefsten Herzen uns sammeln, um das verlefene Texteswort. Heilige fie in Deiner Wahrheit, Dein Wort ist die Wahrheit.“ So spricht, so betet Chriftus, unser Heiland. Jin Angesichte seines bald vollbrachten Werfes, im Angesichte seines erlösenden Todes, im Vorausblicke auf die ewige Frucht desselben betet er für seine Jünger, die sein Wort verfünden und verbreiten sollen. Ges liebte, was fann uns erwünschter sein, als uns in die Nähe des betenden Erlösers zu stellen und mit Jüngerfinn, Jüngerdemuty, Jüngerfreudigkeit von dem Odern seines Gebetes uns berühren zu lassen? . Giebt es eine herrlichere Bezeichnung für alles, was wir

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arbeiten und wirfen, in weldem Gebiete des Lebens es auch sei, als wenn wir dasselbe einen Jüngerdienst nennen, einen Dienst, der da ausgebe von dem Geiste unseres Erlösers und Gott dars gebracht werde zu einem süßen Geruch des Opfers ? Giebt es einen freudigeren Eintritt in unsern neuen Arbeitsfreis, als wenn wir uns sagen dürfen: nicht Angehörige und Freunde allein bitten und wünsden für uns, ach er selbst, der und durch sein Kreuz zu einem tbeuern Eigenthume fide erworben hat, der als das verflärte Haupt seiner Gemeinde zur Redsten des Vaters thront, er felbft tritt uns nabe in seinem Worie, nabe als der für uns fles bende Hohepriester? Giebt es insbesondere für diejenigen, welde zum erstenmale in die Bahn des afademischen Lebens treten, eine föstlichere Begleitung vol Kraft und Muty, voll Freude und Friede, voll Bewahrung und Ermunterung, als dieses Wort des betenden Heilandes?

Nun denn, Herr Jesu, so mache du uns dein vetendes Wort: Heilige sie in Deiner Wahrheit, Dein Wort ist die Wahrheit“ zu der rechten Einweisung in den neu beginnenden Arbeitsfreis! Was du regnest, gnadenreicher und mitleidiger Hohepriester, das ist gesegnet ! Amen.

I. Das Feld, Geliebte, auf welchen wir uns in unsern bestimmten Kreisen vorzugsweise bewegen, ist das Feld des Wissens. Es bandelt sich um Kenntnisse, die da geschickt machen, den bestimms ten Beruf, dem jeder Einzelne fich widmet, zu vollziehen. Darum stehen offen die Lehrsäle, darum bieten sich reichliche Schätze der Wissenschaft, Hülfsmittel der Erfenntniß dar, und es ergeht von ihnen die Einladung, zu fommen und zu schöpfen zur Begründung und Ausrüstung des wissenschaftliden und fittlichen Lebens. — Aber, Gel., es verlangt etwas in uns, es verlangt unser innerftes und tiefstes Sehnen doch noch etwas anderes. Wir fönnen uns, so wir anders ganze Mensdjen sein wollen, nicht begnügen mit einer aud nod so großen Summe nur äußerlicher Kenntnisse und Fertigkeiten. Was ist es denn, was in uns allen brängt und treibt, so wir nur einınal Herren geworden sind über den flüchtigen Augenblick? . Wornady dürftet unser Mensdenherz - von Anfang an und wird nicht eher zur Ruhe fommen, bis es die Quelle gefunden hat, woraus es seinen Durst löscht? Es ist die W abrbeit, nach welcher es in uns verlangt; das Angesicht der Bahrheit zu schauen, das ist Gesundheit der Seele. So sollte es wenigstens sein; wer nie eine Frage hat nach der Wahrheit, der wird auch nie zu der Wahrheit fommen, der ist ein unglüdlicher, ein verlorener Mensch. Wer die Frage nad der Wahrheit ver: gessen hat in dein Taumel der Lüfte; wem sie entschwunden ist unter der Decke der Gleichgültigkeit und der Trägheit: führt solcher ein lebenswerthes Leben? Wohl giebt es ein Jagen nach Kenntnissen, daß man wohl leicht jenem Taumel oder jener Trägbeit vorzieht, und doch müssen wir von solchen Kenntnissen zulegt befennen: fie tragen nichts aus für die Wahrheit und ihren Ges winn! Giebt es doch ein Einsammeln von Wissenswerthem, nach welchem man strebt, nur um den äußerlichen Zweck seines irdisden Berufes zu erreichen, da man sich begnügt mit dem Nothdürftigsten des Wissens, nur um die Noth des Lebens daturd zu bezwingen, da man in scheinbarem Eifer das Inentbehrliche von Kenntnissen zusammenrafft, nur um desto schneller in die träge Gewohnheit und den weiteln Wandel nad väterlicher Weise", als in einen Hafen der Ruhe und Bequemlichfeit einzulaufen. Wo aber bleibt da die Wahrheit? Sie, die ewige und göttliche? Wo bleibt da die löbliche Ungeduld des Fragens und Ringens nach dem, was in allen Kenntnissen die Erkenntniß bewirft, was über aller Mannigfaltigfeit der menschlichen Berufsfenntnisse und Fertigkeiten als der ewig gleiche Himmel schwebt, an welchen man binaufblidt, um den Lauf in dieser Mannigfaltigfeit richtig einzus balten? Wo bleibt das begeisterte Suchen, das vor allem des Jünglings Brust heben roll, das süße Werben um den Besiß eines Höchsten und Ewigen, das den (Jönsten liebeszauber über die Zeit der Jugend ausgießt? Nimm aus allein deinem Erwerben und Suden der einzelnen Kenntnisse das Suchen nach Wahrheit hinweg und du baust dir nicht ein festes, wohlgefügtes Haus, in welchem du wohnen fannst, sondern nur eine fünstliche Ruine. Nur daß in und über allem unserem Wissen eine Wabrheit sei, das ist die Freude, die bei dem Betreten eines neuen Arbeitsfeldes die Seele durchdringt und ihr feine Mühe und Anstrengung zu schwer werden läßt. Nur daß in und über altei unserm Wissen eine Wahrheit sei, das hält alle einzelne Zweige unseres Wissens zusammen, das macht es möglich, daß es eine Gesammtheit unseres wissenschaftlichen Lebens giebt, das macht einen jeden zu ei: niem Mitstreiter und Mitarbeiter, wenn auch das besondere Ger biet der Arbeit ein anderes ift.

Daß es also eine Wahrheit giebt in allem Wissen, böher als alles einzelne Wissen, Seele aller unserer besonderu Berufsthätigkeit, das ist es, dessen Gewißheit uns mit Kraft und Muth erfüllt. D, wir fragen nicht mit einem Pilatusfinne: „Was ist Wahrbeit?", wir fragen so, weil wir wissen: es giebt eine Wahrheit, wir sind für sie bestimmt, sie ist für uns bestimmt; weil wir wisfen, es offenbart sich diese Wahrheit dem trenen Forschen, dem unablässigen, demüthigen und dod dringenden Sugen. Ja lapset es uns geradezu bekennen: unsere Frage nach Wahrheit ist eine und dieselbe init der Frage nad Gott selbst. Wahrheit läugnen heißt Gott läugnen, Er ist die Wahrheit. Darum betet der Heis land: „beilige sie in deiner Nahrbeit. Was fich sonst von Wahrheit ausgiebt und fann seine Abstammung nicht erweisen von Gott, der Quelle und dem Inbegriff aller Wahrheit, das ist nichts nüße. -- So thun wir wobl, Gel., daß wir in dem Augenblice, da es gilt, das Werk der Wissenschaft aufs neue anzugreifen, vor dem Angeficyte Gottes uns versammeln, vor ihm, der die Wabrheit ist, ihn anfleben, mit uns zu sein, ihn bitten, sich uns erfennen zu geben auch in dem besonderu Werfe, das wir zu fördern haben. Denn wahrlich, wir werden nichts zu Stande bringen, nichts wenigstens, was für die Ewigfeit etwas austrägt, und wofür lebten wir sonft? - wenn wir nicht auch diesen Gang im leben, in welchem wir uns jekt befinden, als einen Weg zu und in dem Tempel des Herrn anseben, wenn wir nicht auch diesen Dienst, in welchem wir iegt begriffen find, als einen Gottesdienst behandeln.

II. Aber, Gel., wenn es sich bei der Wahrheit um einen Dienst

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