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schajde getban, dē selben durch mich vnd annder ein genügen zuthun, vnd hab pisz her weder prüdern noch frewndñ wollen getrawn, Nu hab ich sollich grosz hoffnūg vnd getrawa zu dir empfanga durch die liep vnd freuntfehafft die du zu mir hast vnd mir erzajgst, Das ich die selbā sechzig tag mit dir tağlen wil, das du fie halb mit mir wollest fastā, zu wafser vnd prot, als ich bab gesagt, Damit wir dester ee lieplich vnd freuntlich bey ein ander mügñ gesein, das foltú mir verhayflen, on betriegi, als ich des ein getrawū zu dir hah, vnd dich inlieb wil ergetzū, Die fraw ward verdriessen die lange zeyt die fie erharren solt, doch do fie höret dỹe fülle wort, die ir der doctor gab, vnd gantz in seiner liebe entzundet begire der vpkeufchait ward kranck vnd legt fich in das pett, aller erst ward fie bedencken, die wejszheit vnd bescheydigkeit des doctors, das er ir mit auffhaltung vnd melligkeit wolt erweren vad uertrejbī die vnkeuscheit, Am affterletzsten tag, kam zu ir der doctor, vnd fand fie ligū an dem pette, vnd sprach, mein liebe marina wie majnstu das, es ist noch ein kurtzs tag vorbandi, Do ward im marina vallen in dje rede, und sprach lieber Dagmane ich ih, das du mich haft lieb gehabt, ausz rechts, vnd nit aufz schnöder vnordenlicher vnd vnerbar lieb, als ich mir hett furgenommē, ich wil dich allzeit lieb vnd am allerliebstī ausz rechter lautts lieb babū, das du mein keuscheyt, mein erberkejt, mein vnd mejnes hauszwirts ere haft behalten, vnd gelert fürbas zubebalten, Mein man ist weỹsz gewest, vnd ich hab recht gethan, das ich seiner lere geuolgt han, vnd hab mir erwelet ey weyin man, Wann ein wejser mag die vnweýszbeit vntt'komen vnd peinigen, gee mein lieber Dagmane, Du allerweysla doctor, vnd jungling, allezejt mit fäligkeỹt, mit frewdā, vnd gefunthejt, mir, meinē hauszwirt, vnd allen vnfrñ freundū, ist nit müglich, das wir dir foliehs guts genüglich danck fagā mügn, Der doctor Dagmanus, als er höret vnd sahe, das sein lernūg, an der frawen erfpoffen helt, ward er fie trösten, ermanen vnd lernen, das fie ire keuschajt, mit mesligkeyt folt vnd mocht behaltū, Als das Therenci9 beweyst vnd spricht, das die vnkeuscheit kalt vnd vnfruchtpar sey, on wol ellen, vnd trinckñ, wie auch oben gemelt ist, vnd ist die erst staffel vnd grade guter starcker wein zu der uerpotten vnkeufchait, die sollē frawē vnd mann meydī mit vleöfs, Wann die vnkeufcheit als Ambrofius schreibt, ist ein pittere fawre frucht mer daū die galle, wer fie uersucht, den rajtzt fie, vnd wer sy trinkt den tottet fie, Sie ist scherpffcr vnd schedlicher dann eyn schwert, nympt die genad, verseret den leömunt, macht trawrig die engel, schendet den nechstñ, erzurnet gott, vnd erfrewet den tewffel, mag nit gutig gesein, vnd sucht rachsal, den rejchtum verzeret fie, vnd kurtzt das leben, des menschen, Sie Schadt dem geficht, und mynndert die lynne, zerpricht vnd krenckt den gantzā leichnam vnd vsdümmet die sele in ewigkeit,

was,

gedacht fie, wie sollich tag der vasten auch ein end wurdī nemen, vnd gelohet im das mit frolichē mut, vnd sprach, dises vasten, das ich fur dich thun sol bekümert mich nicht, funder allajn die zeyt die ich warten musz, doch geet ein tag nach dem andern hin, vnd fag dir das zu, so wir doch nach den selbñ taga bej einander sein werdū, Alfo schied Dagmanus der doctor von ir, vnd Marina ving an zu vasten mit wasser vnd prot, als fie im vofproch" hett, Nach dreyen tagñ kom der doctor zu ir vnd sprach, liebe marina heltestu auch das vasten, lasz dich nichts verdriessen, die weil wir bald abrichten, vnd mit mer anden worten schicd er von ir Als nü die fraw fibū tag geuastet helt vnd fich die naturlich hitze in ir wardñ schwecbā. ward sye an thun Rawhe wintterröcke, die fie dennoch nicht erwermē mochten, Als der funfftzebende tage v gangā was kam aber der doctor, do mocht fie im nit wol entgegū geen vnd thett doch des gleichñ nit, Do sprach zu ir der doctor liebe Marina, du pist etwas schwach vnd plaich ich merk wol das du heltest die vasten, Mein liebe susze Marina wir habī hewt halbñ zeit auszgericht, Ich bitt dich du wollest vest fein, vnd überwindă die natur, vnd mir haltū den glaubn, als du mir hast zugesagt, Es sein noch kurtz füffzehen tag vor hanndā, die wöllen wir enndıī mit freudū, noch vername die frawe nit was des doctors majnung was, do fie nun Sechsvndzwaintzeg tag gefastet helt do ward ir die naturlich hitz entweichū, Vnd die bubsche gestalt des leibs, vnd entgeen aller luste vnd

Hierauf folgt Das lob der ee.

Albrecht von Eib war beider Rechte Doctor, Archidiaton zu Würzburg und Domherr zu Bamberg und Eichfiedt, wie er in der Vorrede selber sagt, womit er sein Buch Ob ainem manne sey zunernen ein eelich weyb ods nicht dem Rat und der ganzen Gemeine Würzburge, aufz befunder lieb guten willn vnd zunaygung zueignet und sendet zum neuen Jar 1472: dises püchlein tzu wolgefallen vnd zu lesen mit frewden Amen. In demselben Jar ist es zu Nürnberg und Augsburg gedruckt; dann in Augsburg 1474; Blaubeuren 1475; Augsburg 1475. 82. 95. Eine Ausgabe 0. J. u. 0. hålt Panzer für die älteste, der noch eine o. J. u. D. (mit der Schrift Günther Zainers in Augss burg, von dem auch die eine von 1472 gedruckt ist) anführt*). Er verfaßte außerdem einen ,,Spiegel der Sitten" (Augsburg 1511), und übersekte zwei Lustspiele des Plautus (Augsburg 1518). Laut feiner Margarita poetica (Basel 1495) war er auch Kammerling bei Papst Pius II, und starb 1485 **).

In dem Ehebüchlein hat er sich zur sterckung irer (der Nürns berger) pollicej vnd regiments furgenumen auff die furgelegten frage zu schreibñ vnd diefelbñ mit vil hübschen wortti, zuuallendē stucken, hýstorien vnd materien zu weýttern vnd zu zieren frolich vnd lüstig gebñ zu lesen, vnd zu hörā. Außer vorstehender Erzálung, ist ebenso eingeflochten: Tancredus und Sigmunda aus Boccatius***), und eine mit der Dedipus legende vom H. Gregor sehr nahe verwandte Erzálung von H. Albanus, womit das Büchlein schließt (Bl. 46-52).

Eben diese drei Erzálungen stehn zusammen in der Heidelbers ger Papiers Handschrift 119. 4. im J. 1444 in Wien geschrieben, welche zuvor noch die Lebensgeschichte von Eurialus und Lucretia, nach Aeneas Sylvius verdeutscht, enthålt, hinter den beiden ersten noch die Geschichte des Markgrafen Walther und der schönen Gris seldis (nach Boccaccio Lateinisch ,von Petrarca), dann die Legende von H. Gregorius, und endlich das Gedicht vom Jungherrn und

*) Panzers Annalen der D. Litt. bis 1520. Bd. 1, S. 67 ff. und zufäße S. 23. 32. Panzer verzeichnet auch die beiden anderen Büder Eibs.

**) Vergl. über und aus ihm nod): Spangenberg Adelspiegel II, 186; Frieß Würzburg. Chron. zunı F. 1462; Falkenstein Gerch. von Eidistet II, 52. Maro chand dictioppaire hist.; L. Meister Beitr. 139—59; Kods Deutsche Litteratur: Gerd), I, 61.

***) BI. 27 --30. If su „Gerammtabenteuer" Bd. I, S. CXXIII. nach: outragen.

seinen getreuen Knecht Heinrich, welches in Gesammtabenteuer LXIV steht*). Die Legende stimmt völlig mit Hartmanns von Aue Ges dicht vom H. Gregorius, wie schon der Name anzeigt, und rührt aus der Lateinischen Quelle desselben her. Ebenso sind die beiden anderen mit Eib völlig übereinstimmenden Erzålungen nicht etwa nach oder aus diesem, sondern aus der gemeinsamen Lateinischen Urschrift. Die in Rede stehende Erzálung von der Kaufmannsfrau zeigt dieses Latein auch schon in den Namen .Aronus Januenfis, Marina, Dagrianus, der in Bononia studirte u. f. w. Auch sonst gibt sich Uebersegung tund, welche von der Eibschen ganz unabhån: gig, ist weitläuftiger, und wol der noch unbekannten Urschrift náher.

Die einzige Handfchrift des Ehebüchleins ist freilich nicht ålter als 1472 und die ältesten Drucke, scheint jedoch in dieser Zeit des Ueberganges der Bücher von Handschriften zur neuen Erfindung der Druckkunst, in naher Beziehung zum Verfaßer, aus dessen Heimat sie mir auch zugekommen ist. Vergl. Minnesinger IV, 902.

Ihre und des Drucks von 1472**) Vergleichung mit Goethe's Bearbeitung dient wieder nur zur Anerkennung des Lattes und der hohen Meisterschaft, mit welcher Goethe die alte Ueberlieferung umbildete und sich aneignete.

v. d. Hagen.

4. An Goethe.

Ew. Ercellenz überreiche ich hier eine Art Bittschrift, welche ich in einer heitern Gesellschaft in einer anmuthigen Gegend, wo nicht mårfischer Sand, sondern frisches Wasser und frische Wiesen waren, bei einer Nach: feier Shres Wiegenfestes vortrug. Thren Geburtstag selbst hatte ich in einer Gesellschaft, worin auch Langbein und Gdding waren, zugebracht. Unter anderen war bei jener Nachfeier Hr. Kraukling aus Kurland, der sich früher hier, jest in Dresden aufhalt, und welcher Luthers Gedichte in einiger Zeit herausgeben will. Er bes

*) Bergl. dort das Quellenverzeichnis 47.

**) Welchen Meister a. a. D. wiederholte, und auf deffen Bergleichung ich schon bei meiner ersten Erneuung des Nibelungentiedes (1807) S. 475 hinwies.

nußt diese Gelegenheit, En. Ercellenz um die Erlaubniß zu bitten, Shnen diese Ausgabe zueignen zu dürfen.

Mit Freuden denke ich noch des Besuchs im Jahr 1816, den Sie mir Ihnen in Weimar abzustatten erlaubten. Kann sein, daß einige Erinnerung aus jenem Gespräch in dies Gedicht übergegangen. Mit ausgezeichneter Hochachtung

Ew. Excellenz
Berlin, den 6. Sept. 1823.

inniger. Verehrer

Zeune.

A 3. W. Goethe.

28 1823.

1.
Uns hat Dein Meistersingen die alte Zeit erneut,
Wo Meister und Gesellen des Sanges rich erfreut;
Ja selbst die muntern Burschen, fie stimmen lustig ein:
Im ganzen deutschen Reiche muß frisch gesungen sein.

2.
So höre, liebster Meister, anjezt ein freundlich Wort:
Vereine Deine Jünger in eine Zunft sofort!
Mag auch fast aller Orte Gewerbefreiheit sein,
Der Zünfte ziemend zähmen fieht Adelung schon eint.

3.
Du hast und Straßburgo Münster so finnig bargelegt,
Das sich im tiefften Herzen die frobe Soffnung regt:
Die leßte Sängersdule, die Straßburg noch gesehn,
Sie werde durch Dich, Meister, schön wieder auferstehn.

4.
Und hast Du nicht auch selber zum Froschpful die verbannt,
Die ihren Meistersänger mit frechem Hohn verkannt?
Drum frisd an Wert geschritten, das Schurzfell umgethan,
Der Bau ist bald vollendet, entwirfst Du erst den Plan.

5.
Du kennst der Nibelungen gebeimnisvollen Sort,
Wo er in Rhein verborgen, Du findest leicht den Ort;
Der Schaz dedt alle Rosten zu diesem Sanges Dom,
Und würd’ er auch nodi größer als Peterø Kirch' in Rom.

6.
Wie einst in Hellas Mitte zum frohen Kampfes Spiel
Alljährlich sich vereinten der Griechen Sänger viel,
So famml in Deutschlands Herzen um Dich von fern und nab
Die Sänger in dem beitern Weimar.Dlympia!

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