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Pompeius innerhalb seines Rückblicks auf die ältere Geschichte von Byzanz etwa sagte: „Byzanz ist von Pausanias erobert worden; er hat sich in der Folge dort gegen den Willen der heimischen Behörden festgesetzt, und erst sieben Jahre nachher – so lange hat der Konflikt mit der Regierung gedauert! -- ist er verurteilt worden und gestorben“. Das konnte dann ein Justin, der in seiner grenzenlosen Flüchtigkeit gleichzeitig den Pausanias zum Gründer von Byzanz avancieren lässt'), leicht genug so verstehen, als sei Pausanias die ganzen 7 Jahre lang in Byzanz gewesen, während ihm doch Kimon (bevor er Eion und Skyros eroberte 476/5) Byzanz und Sestos genommen hatte (476). Winter 478/7 war Pausanias aus Byzanz zurükberufen worden, 477 begab er sich auf der Triere von Hermione nach Byzanz zurück. 7 Jahre danach ward er schuldig befunden und starb, also 471. Ich glaube, damit ist eine von Trogus gegebene Datierung zurückgewonnen worden, die direkt in das für Themistokles' Flucht überlieferte Jahr 471/70 führt und so dieses Datum stützt und die vermutete rasche Aufeinanderfolge beider Katastrophen bestätigt.

Wie ich nachträglich sah, hat schon BUSOLT III 97 A. eine derartige Rekonstruktion der Trogus-Nachricht befürwortet. Aber er betrachtet als Ausgangspunkt den Fall von Byzanz 478. Möglich ist das natürlich auch. Aber dann fehlt die innere Beziehung zwischen Byzanz und Pausanias' Ende und damit im Grunde auch der Anlass für Trogus, letzteres in der Geschichte von Byzanz zu erwähnen. Immerhin würde auch das eine verständliche zur sonstigen Überlieferung passende Datierung (472) ergeben.

Für die schon ins Altertum zurückgehenden unbewussten und bewussten Bemühungen, den Zwischenraum zwischen Themistokles' Flucht und seinem Auftauchen in Susa 464 zu verringern auch BELOCH II 460 betrachtet 471 als Jahr von Themistokles' Ostrakismos, aber ohne Justin heranzuziehen sehe ich keine innere Berechtigung. Der in der Heimat Geächtete, der sich verborgen hielt, hatte gewiss zu Xerxes, dem er die grössten Schädigungen zugefügt hatte, kein Zutrauen, auch wenn dieser ihm hätte entgegenkommen wollen. Erst nach Xerxes' Tode konnte er ernstlich daran denken, am persischen Hofe eine Zuflucht zu suchen.?)

C. F. L.

Zur Atthis. WILAMOWITZ hat uns die von den Exegeten geführte attische Lokalchronik, die Ur-, Atthis“ würdigen gelehrt, aus der die Atthidographen schöpften (Ar. I 276 ff.). Den ersten, der - nach Hellanikos, dessen Atthis, als gründlich anders geartet, nicht in Betracht kommt das von der Chronik gebotene Material „in den Tagen des Platon und des Isokrates“ litterarisch zu einer Atthis verarbeitete, sucht WILAMOWITZ in den Kreisen der Exegeten. Aber ihn zu benennen, hält er nicht für möglich (S. 286).

Ich glaube doch, hier können wir der ars nesciendi entraten. Kleidemos,

1) Oder hätte etwa Byzanz dem Pausanias (wie Amphipolis dem Brasidas) als seinem Befreier die Ehren des Gründers der Stadt, bei Lebzeiten oder nach seinem Tode, verliehen? (Vgl. auch Thurii!). Korr.- Zusatz.

2) Wilamowitz hat hierüber m. E. 1893 im Allgemeinen richtiger geurteilt als jetzt im Griechischen Lesebuch (1902) Tect, S. 51, wo er den Themistokles zu Xerxes kommen lässt. Man kann die Belagerung vor Naxos, für die wir nur eine Befristung keine sichere Bestimmung (nach der Eroberung von Karystos und vor der Eurymedorschlacht, Thuk. I 98, 100) haben, früher oder später setzen und erhält danach einen kürzeren oder längeren geheimen Aufenthalt des Themistokles an der kleinasiatischen Küste. Letzterer würde entbehrlich für den, der wie Wilamowitz 1893, die Nachricht, dass Themistokles an dem attischen Geschwader vor Naxos vorbeigekommen für unbegründet halten oder der etwa „Naxos“ als uralten Fehler für , Thasos“ ansehen wollte. Dass Themistokles erst unter Artaxerxes an den Hof von Susa gekommen ist, darin hat Thukydides und die lampsakenische Tradition, der er folgt, gewiss Recbt. nach Pausanias (X 15, 5) der älteste der Schilderer der einheimischen attischen Geschichte, ist, worauf WILAMOWITZ (I 28636) nach E. ROHDE (Rh. Mus. 37, 467) selbst verweist, von den Athenern mit einem Ehrenpreise belohnt worden: Tertullian, de anima 52 (wahrscheinlich nach Soranus): Nam etsi prae gaudio quis spiritum exhalet, .... etsi prae glorir ut Clidemus Atheniensis dum ob historici stili praestantiam auro coronatur (so der von OEHLER hergestellte Text).

Bedenkt man, dass sich solche Ehrung und der tiefgehende Eindruck, den sie voraussetzt, gerade bei dem Schöpfer einer neuen literarischen Gattung am besten versteht; dass auch Herodot, der einst in Athen der gleichen Ehre teilhaftig wurde , !) etwas in wesentlicher Hinsicht neues geschaffen hatte: 2) so wird man unbedenklich den Kleidemos als den ersten Atthidographen betrachten dürfen. Dass die Griechen den, der etwas noāros númɛ zu ehren wussten, hat ja gerade WILAMOWITZ, Ar. I 15659, betont bei der Erklärung der auf Kimon und seine Kollegen bezüglichen Verse (Plut. Cim. 7): ... os notɛ Mýdov nalgiv ÅrHióvi .... Apõrou dvouevéov núdov dunyovinu. Seine Worte: ,wer sich überlegt,

πρώτοι ηύρον αμηχανίην. dass hier das hervorgehoben werden muss, was die besondere Auszeichnung der Feldherrn begründet, wird sich nicht wundern, dass sie etwas zuerst gethan haben sollen“ kann man mutatis mutandis und in der Umkehrung auch auf unsern Fall anwenden.

Dadurch werden denn auch etwaige Zweifel an der Richtigkeit von Pausanias Angabe, Kleidemos gehöre an den Anfang der Reihe der uns bekannten eigentlichen Atthidographen, entkräftet.

Im übrigen stimmt alles: Kleidemos war wie Antikleides und Philochoros (KÖHLER, Hermes 26, 45) Exeget und schrieb über seine Kunst (?£yyntixós), wie Melanthios über Mysterien. Und wenn Kleidemos (wie WILAMOWITZ aus den 100 Symmorien, deren Kleidemos gedenkt, schliessen möchte) die Atthis um 394-80, zur Zeit der ersten Versuche zur Neubildung der Flotte oder kurz danach verfasste (vgl. GA. V $ 909), so kämen wir auch zeitlich so nahe an Hellanikos (nach 404) heran, wie nur zu wünschen.

Doch sollte er auch erheblich näher an Androtion zu rücken sein: an dem Ergebnis, dass Kleidemos der Schöpfer der Atthis als litterarischer Gattung ist, werden wir festhalten dürfen.

C. F. L.

a.

Ptolemaios II. und Rom. Die 273 a. C. von Ptolemaios II. nach Rom gesandte und von dort erwiderte Gesandtschaft wird mit Recht als eine Folge des Sieges über Pyrrhos und als erste Anerkennung Roms als einer Grossmacht im Kreise der Mittelmeerstaaten betrachtet. Dass die so begründete societas nicht blos commerzielle sondern auch eigentlich politische Ziele hatte, ist anerkannt (MOMMSEN, RG. I? 429). Die, gewiss im Stillen öfter aufgeworfene Frage, welche unmittelbaren Vorteile sich der Lagide, der doch den ersten Schritt that, gerade im Jahre 273, zwei Jahre nachdem Pyrrhos Italien verlassen, verspruch, lässt sich beantworten, seit

1) Um 442. Dass Eusebius' Angabe ungefähr das richtige treffe, wenn sie auch auf Kombination beruhe (vgl. Diels, Hermes 22, 439), giebt auch Rin (s. Phil. 41, 71 ff.) zu. Die Annabme, der Antragsteller Anytos sei mit dem Ankläger des Sokrates identisch (En. Meyer, Forsch. I 200, II 229; GA. V $ 583), bleibt mir trotz der Seltenheit des Namens Anytos mehr als bedenklich. Weder dass die Ehrung Herodots in den archidamischen Krieg falle, noch dass sie etwa andere als litterarische Gründe habe, kann ich zugeben.

2) Das kann auch schon von den Akroasen gelten, die damals zu Gehör kamen und Bestandteile des nachmals in seiner Anlage wesentlich veränderten Werkes bilden sollten.

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dem ich nachgewiesen, dass im Frühjahr 274 der erste syrische Krieg im Gange war (B. Phil. Woch. 1892, 1466, Zeitschr. f. Ass. VII (1892, 354), s. KÖHLER, Berl. Sitzungsber. 1895, 969 u. 976). “) Dass er spätestens im Jahre 273 beendet ward, ergiebt sich aus den Nachrichten über die kurze Dauer des Krieges infolge des energischen, jetzt auch urkundlich belegten (KÖHLER S. 970) Vorgehens des Ptolemaios. Direkte termini ante quem ergeben: a) die Wiederaufnahme babylonischer Tempelbauten (KB. III 2, 1369, B. Ph. IV. a. a. 0.) 268, die im Jahre 274 unterbrochen worden waren [ZA. VI 236, 40: lies E-sag-gil [u E-zi-da), so Orig.]: sie erfolgte in Verbindung mit Vorbereitungen zu neuen in den Zusammenhang des chremonideischen Krieges gehörigen Aktionen; b) die den Frieden voraussetzende äg. Expedition ins arabische Meer (16. Jahr Ptol. II. = 270/69), KÖHLER, S. 971. Die danach denkbare, mir unwahrscheinliche An

, . nahme, der Krieg habe über 273 hinaus fortgedauert, ergäbe nur eine Stütze der folgenden Argumentation.) NIESES Annahme dagegen, der 1. syrische Krieg sei, soweit die Ostmächte in Betracht kommen, ohne formellen Friedensschluss in den chremonideischen Krieg übergegangen, lässt sich nicht halten.

Ptolemaios konnte nicht im Zweifel sein, dass sich die Kämpfe um seine syrisch-kleinasiatischen Besitzungen erneuern würden, u. 2. voraussichtlich auf weiterem, den Westen des ägäischen Meeres mit umfassendem, Schauplatz. Sein ehemaliger Schützling Pyrrhos musste ihm unbequem werden, als er 273 den Krieg gegen Antigonos von Makedonien in den Peloponnes verlegte. Kam auch eine Schwächung des Antigonos dem Ptolemaios an sich nicht ungelegen, so konnte es doch dem Lagiden nicht gleichgiltig sein, wenn sich Pyrrhos, als makedonischer König oder als Begründer einer Sonderherrschaft, im Peloponnes festsetzte, den resp. dessen Süden Ptolemaios als seine Sphäre betrachtete. Ein ev. Übergreifen des Pyrrhos nach Asien (Justin 25, 4, 1; NIESE, Gesch. d. griech. u. maked. Staaten II 562) aber hätte, wenn nicht eine direkte Bedrohung des ägyptischen Besitzes durch ein Bündnis des Pyrrhos mit Antiochos, so doch sicher eine bedenkliche Verschiebung der Machtverhältnisse herbeigeführt. So war gerade 273, da Pyrrhos, abwesend, Tarent noch hielt, die Interessengemeinschaft für Ägypten und Rom gegeben. Durch Pyrrhos' Tod 272 kamen die unmittelbaren Anlässe der Annäherung in Wegfall. Einer Spitze gegen Syrien wird die societas nicht entbehrt haben: daher (gegen NIESE II 1534) wohl glaublich, dass (Eutrop III 1 = Livius) die Römer später dem Ptolemaios Unterstützung im 2. syrischen Krieg gegen Antiochos II. angeboten hätten. Ich komme bei spezieller Behandlung des 1. syrischen und des chremonideischen Krieges auf Vorstehendes näher zurück.

C. F. L.

Aus Thera. In Thera war HILLER VON GAERTRINGEN während der Monate Mai und Juni damit beschäftigt, das dort neugegründete archäologische Museum einzu. richten. Für die Anordnung der Vasen und Skulpturen hatte er sich dabei der

1) Strassmaler und Epping, die mir in der Publikation und Ubersetzung des betr. astronomischen Textes zuvorkamen, behandelten das Historische überhaupt nicht (ZA. VI 236; VII 233 f., vgl. 354). Ennlich, de Callim. hymnis 1894, 20 f. ist von mir abhängig vom WILCKE bis Pauzw.Wissowap.2453 f.

2 Die 2. penteterische rounń für Ptolemaios I. fand dagegen Spätherbst oder Winter 275/4 statt und giebt vielmehr einen terminus postquem für den Kriegsbeginn ab: Berichtigung zu P. M. Meyer, Heerwesen 28, zu der auch der Verfasser nach seiner Mitteilung inzwischen selbst gelangt ist (vgl. ib. S. 8). Ebenso gebört (P. M. Mereu) die Gründung der Militärkolonie im Fayyûm vor den 1. syrischen Krieg, da der ihr Bestehen voraussetzende Erlass Ptolemaios' II., nach Manaffy, Arch. f. Papyruskunde, I 283, aus dessen 11., nicht 14. Jahre herrührt.

wertvollsten Unterstützung seitens der Herren PFUHL und WATZINGER zu er

Ausserdem zeigte die griechische Regierung ihr Entgegenkommen durch Entsendung eines Vasenrestaurateurs und eines Sachverständigen für die Zusammensetzung der Skulpturen. Es ist ein kleines, aber geschmackvolles Gebäude, nur aus einem Erdgeschoss bestehend, dessen eine Hälfte von einem grossen, vorwiegend den Vasen bestimmten Saal eingenommen ist. Dort sind die grossen Pithoi und kleineren, teilweise sehr feindekorierten Gefässe der Kykladenkultur aufgestellt, welche Zahn und WATZINGER bearbeiten. Den grösseren Raum nehmen die geometrischen Vasen und gleichzeitigen Terrakotten ein, die den Ausgrabungen DRAGENDORFFS vom Jahre 1896 entstammen und von diesem Gelehrten im II. Bande von HILLER VON GAERTRINGENS Thera veröffentlicht werden sollen (ist bereits zum grössten Teile gedruckt). Dazu kommen die ebenfalls geometrischen Vasen, die PFUHL im Juni 1902 ausgegraben hat, und die besondern Wert haben dürften, weil sie einer räumlich eng begrenzten, durch keine späteren Einbauten entstellten Nekropole entstammen. Ihre Reinigung und Zusammensetzung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Vorn enthält neben dem Eingangsraum, in dem Architektur und einige Skulpturen stehen, das rechte Zimmer die Masse der Skulpturen, besonders eine Anzahl leidlicher Köpfe (meist in Thera I veröffentlicht; auch einen archaischen, 1899 gefunden); sodann einen archaischen Löwen vor der Agora von Thera (auch 1899), und einen erst jetzt entdeckten stark beschädigten nackten Jünglingstorso des VI. Jahrh., also einen neuen „Apollon von Thera“, den man seinem Fundort nach auch wirklich für einen Appollon Karneios halten darf. Links sind die Inschriften, unter denen die archaischen rohen und urwüchsigen Grabstelen wohl das meiste Interesse beanspruchen dürften; durch ihre Eleganz fallen die wenigen aber wichtigen Ptolemäertexte auf. In der alten Stadt auf dem Messayuno ist etwas aufgeräumt; unter der am Eingang gelegenen, elend zusammengeflickten, doch recht merkwürdigen Kapelle des H. Stephanos ist die ältere grössere Kirche des Archangelos Michael freigelegt, mit leidlichem byzantinischem Grundriss, und beim Ephebengymnasium hat man einen grösseren späten Cisternenbau gereinigt. Einige ganz willkürlich verschleppte, recht erfreuliche Inschriften des IV.-II. Jahrh. v. Chr., zumal zwei gute Dekrete, belohnten die Mühe. Zwei früher gefundene Urkunden sind durch neue Fragmente ergänzt, so IG Ins. III 328 durch 3 Stücke freilich kleinen Umfangs. Gegenüber am Eliasberg, und tiefer an der Zoodochos Pege, der Hauptquelle, wurden massenhaft archaische Namen , eingerizt im gewachsenen Fels, gefunden; manche davon 10–11 m über dem jetzigen Boden. Bei der Zoodochos bietet die Erklärung der 1900 von P. WILSKI gefundene antike Weg, der ehemals dort entlang führte; an der höheren Stelle dagegen muss man annehmen, dass die Jugend von Thera dort ihre Kletterkünste am steilen, oft überhängenden Fels hat zeigen wollen. Und nur der Findigkeit des altbewährten Aufsehers ANGELIS ist es zu verdanken, dass die nötigen Leitern und Gerüste gezimmert wurden, um diesen Graffiti nahe zu kommen. So haben wir hier ein neues, merkwürdiges Beispiel für die dorische Gymnastik der ältesten Zeit. Ob dagegen die Privathäuser von Thera die auf sie gesetzten Hoffnungen gelohnt haben, muss jedem, der Priene und Delos gesehen hat, äusserst unwahrscheinlich dünken.

F. v. H.

Uns liegt vor: Esplorazione Archeologica delle provincie occidentali di Creta [1899/1900] aus Monumenti Antichi (o. S. 166) XI, reich illustriert. In P. I Sp. 1/196 Topografia e Monumenti (L. SAVIGNONI) interessieren den Historiker als eigenartig bes. die kyklopischen Mauern, die an kleinasiatische und vorarmenische Anlagen erinnernden Felsenkammern (Gräber), sowie die

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genaue Wiedergabe des schon von REICHEL

angezogenen Felsen - Thrones von Phalasarna, den sein Standort in einer Nekropole wie der an einer Seite angebrachte Pfeiler (SAV. unabhängig von EVANS) als dem Kultus bestimmt erweist. — P. II (198 274) Iscrizioni (G. DE SANCTIS). Speziell historisch u. A.: n. 33: Frag. (Kantanos) Tocilavos Expertos ... — n. 74: Weiteres Proxenie-Dekret von Lappa. Hervorzuheben ferner: Facsimiles schon bekannter Inschriften (z. B. MICHEL 232, ferner die Magna Mater - Inschr. von Phaistos), sowie grössere metrische Inschriften.

C. F. L.

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In der von HausSOULLIER (Revue de philologie 1901, 8 ff.) veröffentlichten Laodike-Inschrift, die ROSTOWZEW und mich zu unseren Ausführungen über den „Ursprung des Kolonats“ in diesen Beiträgen (I 295, 424) veranlasst hat, liest jetzt HAUSSOULLIER (Revue de philologie 1902, 236: Rezension über Bd. I dieser Beiträge) auf Vorschlag von G. DE SANCTIS ohne Änderung des Textes, nur der Interpunktion v. 7 Η. : εί τινες ... λαοί μετεληλύθασιν είς άλλους

, v. τόπους, εφ' ώι ούθεν αποτελεί (scil. Laodike) εις το βασιλικών και κυρία έσται.... Dadurch wird meine Interpretation dieser Worte hinfällig; die auf Ägypten bezüglichen Ausführungen, die ich daran geknüpft, bleiben aber bestehen. In seinem demnächst erscheinenden Buche , Études sur l'histoire de Milet et du Didymeion" wird HAUSSOULLIER auf die Inschrift zurückkommen. P. M. M.

ff.:

ULRICH KÖHLER, ordentlicher Professor der alten Geschichte an der Universität Berlin, ist auf seinen Antrag aus Gesundheitsrücksichten dauernd von der Lehrverpflichtung entbunden worden.

EDUARD MEYER, ordentlicher Professor der alten Geschichte an der Universität Halle, hat einen Ruf nach Berlin erhalten und angenommen. Bd. V der Geschichte des Altertums (s. ob. Bd. I 489) ist erschienen.

Professor H. DRESSEL, Direktor am Münzkabinet der Kgl. Museen, Berlin, ist zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt worden.

Am 8. Juni 1902 starb zu Heidelberg der verdienstvolle Epigraphiker und Paläograph, DR. FRIEDRICH ZANGEMEISTER, Oberbibliothekar und ordentlicher Honorar-Professor an der Universität, Herausgeber der pompeianischen Wandinschriften (CIL. IV), des Orosius und (zusammen mit WATTENBACH) der Exempla codicum Latinorum litteris maiusculis scriptorum. Leider ist es ihm nicht vergönnt gewesen, der Inschriften von Germanien CIL. XIII 2 (von denen Ende 1901 der Druck bis Bogen 55 gefördert war, während das Manuskript für den Rest von Obergermanien nahezu fertig vorlag) zu vollenden. Wie wir hören, wird hier, wie an anderen Stellen, wo ZANGEMEISTERS Mitarbeit für das CIL. in Aussicht genommen war, Prof. A. V. DOMASZEWSKI für ihn eintreten.

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Vom Corpus Inscriptionum Latinarum sind im Jahre 1901 zwei Halbbände zur Ausgabe gelangt: XI, 2 fasc. 1, die Fortsetzung der Inschriften Mittelitaliens (BORMANN unter Mitwirkung Ihms) und XIII, 3 fasc. 1, die von HIRSCHFELD und ZANGEMEISTER gesammelten Gefässinschriften von Gallien und Germanien, bearbeitet von Bonn. Die Fortsetzung beider Bände ist im Druck.

Bd. III, 2. Supplement (MOMMSEN, HIRSCHFELD, v. DOMASZEWSKI und für die Nachträge auch DESSAU) ist im Juni 1902 erschienen, mit Karten und Indices von R. KIEPERT und K. REGLING. Die neuesten Funde, namentlich auch aus den Ausgrabungen in Baalbek konnten noch berücksichtigt werden.

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