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Der neue Fund bestätigt vortrefflich, was Dessau (Syll. I, 789) zu den beiden gleichfalls bei S. Adriano im 16. Jahrhundert und 1874 gefundenen, von demselben Präfecten gesetzten Basen für Valentinian II. (CIL. VI 3791 a 31413) und Arcadius (CIL. VI 3791 b = 31414) bemerkt: extitit sine dubio tertius titulus dedicatus Theodosio. Der neu gefundene Stein hat mit dem des Arcadius die Eigentümlichkeit gemein, dass das obere und untere Profil nicht um alle vier Seiten umläuft. Die Neben- und die Rückseite sind vielmehr glatt, so dass es scheint, als hätten beide Steine nebeneinander im Inneren eines Gebäudes an der Wand gestanden: Nichts liegt näher, als an die Kurie denken. Dass der römische Senat sich beeiferte, den siegreichen Kaisern Theodosius und Valentinian seine Devotion zu bezeigen, ist nach dem kompromittierenden Entgegenkommen, welches er gegen den Usurpator Maximus gezeigt hatte, sehr erklärlich. Man erinnert sich leicht an die Schicksale des Symmachus, des Führers der Deputation, die zu Neujahr 388 in Mailand dem Maximus die Glückwünsche des Senats ausgesprochen hatte, und nur mit Mühe durch die Fürbitte des Bischofs Leontius der Verurteilung als Hochverräter entging. S. Seeck in den Proleg. zu Symmachus p. LVII.

Auf Valentinian I. oder II. oder Valens bezieht sich das folgende von mir in der Basilica Aemilia abgeschriebene Fragment (35) einer grossen Marmortafel (0,34 zu 0,27 m; Buchstabenhöhe 0,06):

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Dem vierten Jahrhundert gehören die fünf in das mittelalterliche Mauerwerk der Thür von S. Adriano verbauten Fragmente (36) einer grossen Marmortafel an, welche wahrscheinlich ihren Platz im Inneren der Kurie hatten (Gatti, Not. d. scavi 1900, p. 49):

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impe RIO PATRIS MEI Restitut ...

SENATVS AMPLISSI Mi
conservator I BVS VR bis AETER Nae

Mancherlei andere Bruchstücke später Kaiserinschriften können hier übergangen werden. - Über die Inschriften des Petronius Maximus s. u. n. 47–49.

Beiträge z. alten Geschichte II 2.

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(2) M. Barbatius Pollio | aed(ilis) cur(ulis) | Iuturnai sa

crum<rest(ituit) | puteal>.
Auf dem Rande der Mündung ist wiederholt:

M. Barbatius Pollio aed(ilis) cur(ulis) Iuturnai sacrum. Dass auf der Vorderseite, Zeile 3 am Ende REST getilgt, Zeile 4 PVTEAL später hinzugefügt ist, bemerken mit Recht Bonn und Vagi

GLIERI a. a. 0. Zu dem Namen des Barbatius Pollio haben die italienischen Herausgeber sowohl wie PETERSEN (Röm. Mitteilungen 1900, S. 340) an die Stelle des Cicero Phil. 13, 3 erinnert: naufragia Caesaris amicorum, Barbas Cassios, Barbatios Polliones, wo in den bisherigen Ausgaben der Name des Pollio von dem vorhergehenden Gentilicium fälschlich durch Interpunktion getrennt wurde. Da die Inschrift dem Schriftcharakter nach in den Anfang der Kaiserzeit m. Er. nach eher in die Epoche des Augustus als die des Claudius, – gehört, so kann man zweifeln, ob der Dedicant des Puteals mit Caesars Freunde identisch, oder ein gleichnamiger Sohn desselben gewesen sei. Ausgeschlossen scheint mir jedenfalls, was PETERSEN a. a. O., wenn auch zweifelnd, annimmt, dass nämlich das Puteal des Barbatius dargestellt sei auf den bekannten Denaren des L. Albinus (BABELON, Mon. de la Rép. 2, p. 377 f.). Denn dann müsste, da diese um 90 v. Chr. geprägt sind, auch das Puteal ein Werk spätestens der sullanischen Epoche sein, was sowohl wegen des Materials — weisser, wohl italischer Marmor - wie des Schriftcharakters unmöglich ist; abgesehen von der Unwahrscheinlichkeit, dass der nach PETERSENS Ansicht um 120 v. Chr. geborene Pollio noch eine hervorragende Stellung unter den aktiven Parteigängern des Antonius eingenommen haben sollte. Die später hinzugefügten Worte restituit puteal mögen dem Ductus nach aus dem 2. Jahrh. n. Chr. stammen. Sprachlich bemerkenswert ist das Vorkommen von Iuturnai zusammen mit aed(ilis).

Hinter dem Puteal erhebt sich eine kleine, für das Bild der Göttin bestimmte Kapelle aus Ziegelwerk (ähnlich der aedicula Vestae zwischen Tempel und Atrium); zu ihr gehörte ein Epistyl mit Bronzebuchstaben, welches, in zwei Stücke gebrochen, in der Nähe gefunden ist (Boni, Not. d. scavi 1900, p. 293; 1901, p. 74 mit Facsimile; VAGLIERI, Bull. comun. 1900, p. 295): (3)

IVTVRNAT/SAcrum Auf einem zweiten in der Nähe gefundenen Epistyl von ähnlichen Dimensionen (1. 1,80) liest man den Rest eines gleichfalls ursprünglich mit Bronzebuchstaben (h. 0,14) ausgelegten Wortes (VAGLIERI, Bull. comun. 1900, p. 73; Boni, Not. d. scavi 1901, p. 131): (4)

PEVIAE

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Linke Kolumne. Das Tribunenkollegium des Jahres 374 d. St. = 380 v. Chr. hat bei Livius (VI 27) sechs, bei Diodor (XV 50) acht Mitglieder. Die Zahl neun, welche das neue Fragment bietet, ist bisher überhaupt unerhört. Ich setze die drei Listen zum Vergleich her: Fasti Capitolini:

Livius :

Diodor: 1. L. Valerius Poplicola (V.] 1. L. Valerius V. 1. Λεύκιος Ουαλέριος. 2. P. Valerius Potitus Popli- 2. P. Valerius III. 2. Tlórhios.

cola II. 3. Ser. Cornelius Maluginen- 6. Ser. Cornelius sis IIII.

Maluginensis. 4. Licinus Menenius LanatusII. 4. Licinius Mene- 5. 1úzios Mɛvývios.

nius II. 5. C. Sulpicius Peticus.

6. Γάϊος Σολπίκιος. 6. L. Aemilius Mamercinus VI.

8. Λείκιος Αιμίλιος. 7. Cn. Sergius Fidenas Coxo III. 3. C. Sergius III. 8. Ti. Papirius Crassus. 5. P. Papirius.

7. Τίτος Παπίριος. 9. L. Papirius Mugillanus II.

3. "Ayyos.
4. I'vaios (so cod. Meer.

mann und Coislin.,
Γάϊος Τερέντιος

Patm.). MOMMSEN (Staatsr. II 1, 189) hält die sämtlichen achtstelligen Tribunenkollegien für unhistorisch und glaubt, dass sie ,, auf einer Zusammenrechnung sechsstelliger Konsulartribunen mit den zweistelligen Censorenkollegien beruhen". Evident ist dies der Fall beim Jahre 351 d. St. = 403 v. Chr., wo die sechs Namen, welche Diodor hat, bei Livius erweitert sind durch die Gentilicia der beiden Censoren desselben Jahres. Aber für 374 = 380 hat, wie wir jetzt sehen, der Redaktor der kapitolinischen Fasten sogar noch einen Namen mehr als Diodor – und der von ihm aufgeführte Sulpicius führt ein anderes Cognomen als der Censor des Jahres, C. Sulpicius Camerinus.') Es wird angesichts dieser Thatsache zweifelhaft, ob wirklich die echte Überlieferung für dies Jahr bei Livius und eine in doppelter Weise erfolgte Interpolation bei Diodor und in den kapitolinischen Fasten gesehen werden darf. Von den sechs Namen bei Diodor sind zwei leider arg verderbt; was den vierten anbelangt, so scheint mir in diesem Falle der Patmensis mit raios Tepévtios sich von der richtigen Überlieferung weiter zu ent

1) Trotzdem hält Mommsen die Identität beider für wahrscheinlich. „C. Sulpicius M. f. Q. n. Peticus (schreibt er mir) stimmt zwar genau mit der Nomenclatur des von 388 bis 403 oft in den Fasten genannten Mannes; dieser kann aber unmöglich 374 tr. mil. gewesen sein. Vielmehr ist dies der bei Livius unter diesem Jahre aufgeführte Censor C. Sulpicius Camerinus, der in der alten Liste als C. Sulpicius stand und dessen Namen der Redactor der Capitolini falsch ergänzt bat.“

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fernen als die übrigen der guten Klasse, welche I'valos ohne Gentilicium haben. Im Archetypus mag I'vaios Ytoylos gestanden haben und das Gentilicium schwer leserlich gewesen sein; dann ist erklärlich, dass von den abgeleiteten Handschriften die einen es ganz ausliessen, der Schreiber des Patmensis aber die nicht fernliegende Schlimmbesserung TepévtiOS machte.') Noch ärger verderbt ist der an dritter Stelle stehende Name "Ayyos: will man ihn mit einem der noch übrigen Namen der anderen Listen identifizieren, so hat m. E. der des Ser. Cornelius Maluginensis die grössere Wahrscheinlichkeit, als der zum ersten Male auf dem neuen Steine vorkommende L. Papirius Mugillanus (es könnte etwa "Ayyos aus Ségylos verschrieben und das Gentilicium ausgefallen sein): doch ist natürlich sicheres nicht auszumachen.)

Was die einzelnen Personen betrifft, so begnüge ich mich, ohne Bekanntes zu wiederholen, mit einigen Bemerkungen.

1. Über L. Valerius Poplicola s. MÜNZER, de gente Valeria p. 36 n. 6. Frühere Tribunate kennt Diodor z. J. 365 389. 367 = 387. 371 = 383, Livius ausserdem ein erstes 360 = 394, welches, wie MOMMSEN (Hermes

= , V 276 = Röm. Forsch. II 229) gezeigt hat, apokryph ist. Die kapito

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1) Gatti, p. 209, behauptet mit Unrecht, das Gentilicium vor Mugillanus sei wegen Corrosion des Steines unleserlich, und will aus Diodor Terentius ergänzen. Aber die Stelle ist sicher nie beschrieben gewesen, und es handelt sich um einen der bekannten Fälle, wo von zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Gentilnamen dieser nur in der ersten Zeile ausgeschrieben und in der folgenden leerer Raum gelassen wird. Schon das Cognomen Mugillanus hätte verbieten sollen an ein andere gens als die Papiria zu denken. 2) Mommsen schreibt mir: ,Drei Namen stimmen in allen drei Listen:

L. Valerius,
P. Valerius,

Licinus Menenius.
Dazu kommt als vierter ein Papirius, den auch alle drei Listen haben, aber Livius
und Diodor mit ungleichem Vornamen, die Fast Cap. doppelt Ti. Papirius Crassus,
L. (Papirius) Mugillanus II. An diesen vier Namen haben wir also sichere alte
Tradition. Zwei Namen haben die Cap. und Diodor gemein:

L. Aemilius Mamercinus,

C. Sulpicius, zwei die Cap. und Livius:

C. Sergius,

Ser. Cornelius Maluginensis. Sicher auszuscheiden ist, ausser den Flicknamen bei Diodor (die zur Ausfüllung der Zahl acht eingesetzt sind: s. CIL. 12 p. 82) auch C. Terentius, welcher plebejische Name erst viel später auftaucht. Mir scheint es demnach evident, dass die alte Überlieferung zwei Listen kannte, denen vier Na gemeinschaftlich waren, die übrigen differierten. Daneben standen dann noch die Namen der beiden Censoren. Die Gesamtzahl differierte vielleicht nur in der Weise, dass neben sechs Tribunen zwei Censoren oder auch acht Tribune genannt wurden. Der Redactor der Cap. giebt mit seinen neun Namen eine aus beiden alten Listen zusammengestellte Klitterung.“

um ein öffentliches Denkmal von einiger Bedeutung gehandelt haben muss, geht daraus hervor, dass eine ganz ähnliche Basis zu Ehren des Kaisers, dessen censura vetus pietasque singularis sie feierte, auf dem Forum Romanum gesetzt wurde. Ein Bruchstück dieser zweiten ist bereits im Jahre 1852 in der Basilica Julia gefunden worden;) auch sie war aus einer von den fabri tignuariï gesetzten Basis zurechtgemacht, woraus ersichtlich wird, dass es sich um zwei gleichzeitige und als Pendants gesetzte Monumente handelt. Die Handlung, durch welche Maxentius seine Pietät zum Ausdruck gebracht hatte, könnte sehr wohl die Wiederherstellung des alten, seit Jahrhunderten vergessenen und verschütteten Romulusgrabes sein, welches an der Grenze von Forum und Comitium, kaum 20 Meter von dem Fundorte der obigen Inschrift, liegt. Und darauf, dass Maxentius in der That das Andenken des Stadtgründers kultiviert, ihn vielleicht sogar als seinen Ahnen ausgegeben hat, deuten mehrere Facta und Äusserungen zeitgenössischer Schriftsteller hin: z. B. dass er seinem Sohne und Thronfolger den Namen Romulus gab; dass auf seinen Münzen die früher auf Reichsmünzen sehr seltene Wölfin mit den Zwillingen äusserst häufig, fast möchte man sagen als Wappen, erscheint; endlich die Bezeichnung als falsus Romulus, die der Verfasser des Panegyricus in Constantinum ihm beilegt (18 p. 231 ed. BÄHRENS).

(9) Kleine Marmorbasis, gefunden in einem der Privathäuser an der sacra Via, etwa gegenüber der Constantinsbasilica. Unediert, meine Abschrift.

Dejo invicto Mithrae | . . U]lpius Paulus | ex | voto

déono) d(edit) | antistante L. Iustino (sic) | Augurio

p(atr)i et Melito. Das durch die Inschrift bezeugte Sacrarium des Mithras ist den von mir Nomenclat. topograph. p. 65 und Cumont, Monuments du culte de Mithra S. 193 ff. verzeichneten hinzuzufügen. Neu ist im Mithraskult das Wort antistare.

(10) Marmorbasis, gefunden bei den Ausgrabungen in der Basilica Aemilia (Gatti, Not. d. scavi 1899, p. 290, Bull. comun. 1899, p. 234):

Vestae donum pr[o salute) Imp(eratoris) M. Antonini Pii

Au[g(usti) pont(ificis) max(imi)] | trib(unicia) potest(ate) XVI, cos. IIII, (p(atris) patriae)] | Eutyches

lib(ertus) fictor cum fil[is] | voto suscepto. Die Inschrift bildet (wie Gatti a. a. 0. bemerkt) ein genaues Pendant

1) CIL. VI 1220, wo aber Henzen die Reste des Kaisernamens in der vierten Zeile übersehen hat: ich habe dieselben CIL. VI n. 31394a und 33857 nachgetragen.

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