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380 a. u. 374 v. C. Prisco et Cominio

383 371 Mamertino et solo. Dass der Chronograph sich diese fünf Kollegien nicht aus den Fingern gesogen habe, ist bei der unglaublich mechanischen und verständnislosen Art, mit der er seine gute alte Quelle epitomiert hat,') von vornherein anzunehmen. Charakteristisch aber ist, dass unter den fünf ,, Kollegien“ zwei nur je einen Eigennamen enthalten (die Note illo solo oder et solo kommt nur, und da aus erklärlichen Gründen, in den Jahren 702 und 709 wieder). Der Chronograph wird also in den betreffenden Noten nur je einen Eigennamen (oder was er dafür hielt) gefunden haben denn dass es mit dem „Bacchus“ z. J. 379 nicht seine Richtigkeit haben kann, liegt auf der Hand,?) – den er dann zum Eponymen des Jahres stempelte. Beispielsweise könnte die Note zu 383, 371 (unter Vergleichung von Plinus XVI 235) gelautet haben:

hoc anno L. Aemilius ... Mamercinus postquam flamen factus est

aedem Junonis Lucinae, quam quinquennio ante vovera]t, dedicavit. Was das „Kollegium“ von 381/373 anbetrifft, so macht das sonst nie vorkommende Cognomen Sacraviensis stutzig. An sich wäre dasselbe zwar nicht unmöglich (s. MOMMSEN, Röm. Forschungen II 291), aber dass es zusammen mit einem anderen lokalen Cognomen vorkommt, lässt doch die Frage berechtigt erscheinen, ob in der betreffenden Jahresnote nicht vielmehr von den beiden benachbarten Bezirken der Sacravienses und Caelemontani (vgl. Festus, p. 178 s. v. October equus: de cuius capite non levis contentio solebat esse inter Suburenses et Sacravienses) die Rede gewesen sei. Über die vier den Jahren 380,374 und 382/372 beigeschriebenen Namen will ich mich jeder Vermutung enthalten, und nur auf das auffallende Faktum hinweisen, dass von ihnen drei Gentilicia sind darunter das für die Fasten der frührepublikanischen Zeit ganz beispiellose Vibius), statt der sonst beim Chronographen ständigen Cognomina.

Was endlich die oberste Lage der zweiten Tafel betrifft, so ist der Anfang ziemlich sicher gegeben, da das Jahr 364 den Schluss der ersten Tafel, und das Jahr 408 annähernd den der ersten Spalte der zweiten Tafel bildet. Demnach müssen in der linken Kolumne die Eponymen von 365–37:3, in der rechten etwa die von 410—122 gestanden haben. Diese umfassen etwa 26 — 30 Zeilen und können auf einer Quader von 44-48 cm Höhe Platz gehabt haben. Mir ist das geringere Höhenmass,

1) Vgl. darüber Mommsen, CIL. I? p. 81 und 85; Cichorius, de fastis Rom. antiq. p. 244, der nachweist, dass er z. J. 631= 123 aus dem Namen des Q. Caecilius Metellus qui postea Balearicus appellat. e' st) ein Konsulnpaar Metello et Appellate gemacht hat!

2) Man könnte allenfalls an Vaccus denken (vgl. den Vitruvius Vaccus Praenestinus nobilis bei Liv. VIII 19, 4); doch ist auch dieses Cognomen in römischen Patriziergeschlechtern der älteren Epoche nicht nachzuweisen.

44 cm, wahrscheinlicher, einerseits wegen der Symmetrie mit der tabula prima (s. o.), andrerseits weil sich auf diese Weise eine Übereinstimmung mit dem ersten Triumphalparastaten herstellen lässt: worauf aber hier nicht näher eingegangen werden kann.

Ich wiederhole zum Schlusse die Übersicht der Tabula secunda consulum, wie sie, zur Berichtigung der CIL. I, p. 9 gegebenen, sich nunmehr gestaltet (Fragment VIIIA a b bezeichnet den neuen Block):

TABULAE SECUNDAE PAGINA PRIOR.

0,80

10,65

supplenda sunt:
vers.: metr.:

extant: a. 365-373 trib. mil. a. 9

22

0,44 adde pro dictaturis a. 365. 369 41

0,44 6 0,10 fr. VIII a. a. 374. a. 375–378 trib. mil. 4

12 adde pro dictatura a. 374 1

pro censuris a. 374. 376 2
pro suffectis, cognomini-

bus datis cet.
pro annis solitudinis ma-

+
gistratuum fere
20

10,41 7 0,16 fr. IX a. a. 383–385. 34 0,55 fr. Xa. a. 385—396. 0,55

a adde pro dictatura a. 396 2 a. 397-404 anni 8

8 adde pro dictaturis a. 398. 401. $0,32 407. 408

8 censura a. 403

1
9 0,15 fr. XI. a. 404-408.

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(30) Fragment einer Marmorbasis (0,18 X 0,21 m) gefunden an der Ostseite von S. Adriano (Gatti, Not. d. scavi 1900, p. 49):

CONSTANTINO M A ximo

STATVAM CIVIL I habitu
EX AERARIO INST

Vielleicht bezog sich die Inschrift nicht auf den Kaiser Constantin selbst, sondern auf einen vornehmen Mann, dessen statua togata [rubente oder permittente – ] Constantino aus dem Aerarium in den Senat über

tragen wurde.

m

a

m

0

e

(31) Drei Fragmente einer Marmorbasis, verbaut in die Fundamente der mittelalterlichen Thür von S. Adriano. Herausgegeben von Gatti, Not. d. scavi 1899, p. 492, der aber die Zusammengehörigkeit nicht erkannt hat.

i P "IN Cipi i n d u 1

9

n tISSIMO domino ualenti NIANO TRI

umfatori semp ER AVGVSTO
5 c. ceio NIVS RVFIVS VOLusianus

v. c. pr4 EF VRbi iterum iud.
saRARVM C/ognitionum
SERENIT/ati eius dicatus

Zeile 5 sind die Buchstaben OL nicht auf dem Marmor erhalten, aber abgedruckt in dem Kalk der mittelalterlichen Mauer. Die Ergänzungen werden gesichert durch die ganz entsprechende dem Valens geweihte Basis CIL. VI, 1174, die 1548 vor S. Adriano ausgegraben ist.

(32) Marmorbasis gefunden zwischen Curie und Faustinatempel. Gatti, Not. d. scavi 1899, p. 333; Bull. comun. 1899, p. 227. Domino nostr[o] | Fl(avio) Valenti p(io) [f(elici)] | toto orbe victor[i] , ac triumfatori | semper Augusto | Placidus

i
Severus v(i)r C(larissimus) | algens) v(ice) praef(ecti)

praet(orio) i
d(evotus) n(umini) m(aiestati)q(ue) eius.

Linke Seite:
Petronius Maximus | vir) c(larissimus), iterum praef(ectus)

urb(i) | curavit. Der Vice-Praefect Placidus Severus (über die Charge s. Cuq, Nouv. revue historique du droit, 1899, p. 397 ff.) ist sonst nicht bekannt. Über die zweite Verwendung s. u. n. 49.

(33) Grosse Marmortafel, links und unten gebrochen, oben und rechts ganz (Höhe 0,74, Breite oben 0,90), gefunden vor der Front von S. Adriano. Die ganze, mit schlechten wenig tief eingehauenen Buchstaben geschriebene Inschrift steht auf Rasur: der Marmor trug früher eine Inschrift mit Bronzebuchstaben, deren Befestigungslöcher noch an mehreren Stellen sichtbar sind. GATTI, Not. d. scavi 1900, p. 49.

PERATORIBVS AE
VM TYRANNO
GNITATIS H

S NOS

STOPIISFE Der Herausgeber hat nicht bemerkt, dass dieses Stück mit einem um 1600 von G. B. Doni (cod. Neap. p. 83, 2, ed. 3, 6) ante ianuam ecclesiae 8. Hadriani in lapide rudi scabroque abgeschriebenen ') (CIL. VI, 1154; von MOMMSEN scharfsinnig, aber, wie sich jetzt zeigt, nicht richtig auf die Söhne Constantins d. Gr. ergänzt) zusammengehört. Aus beiden setzt sich der folgende Text zusammen (die bei Doni erhaltenen Worte sind unterstrichen):

Im]peratoribus ae[te]rnae urbis sua[e defensoribus
saevorjum tyranno[r]um domination[is depulsoribus

di]gnitatis honorumque (exemplis

domini]s nostris Fl. Valentiniano et
Fl. Theodo]sio piis felici[b(us)] invict(is) semper Aug(ustis)

rum

Die Inschrift feiert, wie die folgenden, die Niederwerfung des Magnus Maximus und Flavius Victor (388); sie ist gesetzt vor 392, dem Todesjahre Valentinians II.

(34) Basis gefunden zusammen mit n. 24 und 28 vor der Front von S. Adriano, wohin der Block im Mittelalter verschleppt war (s. 0. S. 2). GATTI, Not. d. scavi 1899, p. 491, Bull. comun. 1899, p. 222.

Extinctori tyrannorum , ac publicae securitati (sic)

auctori | dsomino) n(ostro) Theodosio , perpetuo ac felici semper Augusto | Ceionius Rufius Albinus v(ir) c(larissimus) , praef(ectus) urbi iterum | vice sacra iudicans d(evotus) n(umini) m(aiestati)q(ue) eius.

1) Donius, dessen gedruckter Text übrigens die Abschrift des Neapolitanus treu wiedergiebt, hat Z. 2 AVM statt RVM – 5 LICIS · INVICT.

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Der neue Fund bestätigt vortrefflich, was Dessau (Syll. I, 789) zu den beiden gleichfalls bei S. Adriano im 16. Jahrhundert und 1874 gefundenen, von demselben Präfecten gesetzten Basen für Valentinian II. (CIL. VI 3791 a = 31413) und Arcadius (CIL. VI 3791 b = 31414) bemerkt: extitit sine dubio tertius titulus dedicatus Theodosio. Der neu gefundene Stein hat mit dem des Arcadius die Eigentümlichkeit gemein, dass das obere und untere Profil nicht um alle vier Seiten umläuft. Die Neben- und die Rückseite sind vielmehr glatt, so dass es scheint, als hätten beide Steine nebeneinander im Inneren eines Gebäudes an der Wand gestanden: Nichts liegt näher, als an die Kurie denken. Dass der römische Senat sich beeiferte, den siegreichen Kaisern Theodosius und Valentinian seine Devotion zu bezeigen, ist nach dem kompromittierenden Entgegenkommen, welches er gegen den Usurpator Maximus gezeigt hatte, sehr erklärlich. Man erinnert sich leicht an die Schicksale des Symmachus, des Führers der Deputation, die zu Neujahr 388 in Mailand dem Maximus die Glückwünsche des Senats ausgesprochen hatte, und nur mit Mühe durch die Fürbitte des Bischofs Leontius der Verurteilung als Hochverräter entging. S. Seeck in den Proleg. zu Symmachus p. LVII.

Auf Valentinian I. oder II. oder Valens bezieht sich das folgende von mir in der Basilica Aemilia abgeschriebene Fragment (35) einer grossen Marmortafel (0,34 zu 0,27 m; Buchstabenhöhe 0,06):

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Dem vierten Jahrhundert gehören die fünf in das mittelalterliche Mauerwerk der Thür von S. Adriano verbauten Fragmente (36) einer grossen Marmortafel an, welche wahrscheinlich ihren Platz im Inneren der Kurie hatten (Gatti, Not. d. scavi 1900, p. 49):

VRT
ET MAGNIFICle
impe/RIO PATRIS MEI Restitut ...

$ENATVS AMPLISSIMI
conservator I BVS VR bis AETER Nae

Mancherlei andere Bruchstücke später Kaiserinschriften können hier übergangen werden.

Über die Inschriften des Petronius Maximus S. u. n. 47-49.

Beiträge z. alten Geschichte II 2.

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