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Er ist zu vergleichen mit dem von DRESSEL bei S. Cosma e Damiano abgeschriebenen Steine СIL VI 29823: Istu lapide fiscalem siqui voluer[it tollere o. ä. mit folgender Strafandrohung. Dass Grundstücke, die demFiscus Romae gehörten, durch Steine abgegrenzt waren, ist an sich verständlich, wenn auch bisher nicht bezeugt.

d. Magistratsdiener (apparitores). (60) Fragment einer Marmortafel mit Rand oben, gefunden hinter den Rostra (VAGLIERT, Bull. comun. 1900 p. 270):

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Z. 6, 7, 8 stehen auf Rasur. Das neue Stück ist nicht, wie die früher bekannten, ein Verzeichnis der jährlichen Vorsteher (sex primi curatorum), sondern wie es scheint eine vollständige Liste der Mitglieder des Kollegiums. Der Fundort bestätigt die Vermutung, dass das Amtslokal der scribue in der Nähe des Saturntempels gelegen habe.

(61) Zu den eigentlichen fasti des Collegiums gehört ein Stück, welches anfangs vorigen Jahres im römischen Kunsthandel aufgetaucht ist. Ich verdanke die Mitteilung des Steines Herrn Dr. L. POLLAK: das Original befindet sich jetzt im Thermenmuseum.

(Text s. S. 48.) Über die scribae quaestorii s. Mommsen, St. R. I 346 ff., Röm. Mitt. 1891, 157 ff. Die neuen Fragmente bestätigen durchaus, was er über den Charakter dieses wichtigen Subalternenkollegiums (dem bekanntlich auch der Dichter Horatius angehörte, der victis partibus venia impetrata scriptum quaestorium sibi comparavit) sagt. Die Namen in beiden Fragmenten sind von freibürtigen Leuten, mit Filiationsnote, die gentilicia

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1. calpurnio pisone

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sex primi

I AN 111

F: FRONTO
MF: ANTVLLVS
M·CRASSO · FRVGI: Cos p.Chr. 27
ÉNO PAETO: PR: AER
CVR

TF: TIRO
T:C:FIRMVS

CNF NIGER
P: SILIO · NERVÁ COs p.Chr. 28
AVILLIO PÁSTORE PRAER
CVR

P.F.POLLIO
L·F·LEPIDVS
Q.F.LVPVS

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im ersten Fragment (n. 60 durchaus von gut bürgerlichen Familien. Dass nach dem Consulat zunächst der fungierende praetor aerariï genannt wird, entspricht den bereits bekannten Fragmenten (C. VI 1496. 32270): weder [? Volus Jenus Paetus noch Avillius Pastor sind sonst nachzuweisen. – Der Titel der Vorsteher kann nicht, wie Mommsen nach Analogie des Fragments VI, 1439 = 32272 vermutete, einfach cursatores) geschrieben gewesen sein, sondern muss sex primi ]cur(atores) oder ähnlich gelautet haben. Auffallend bleibt, dass die Namen der Curatoren sehr weitläufig geschrieben sind, so dass man aus Gründen der Symmetrie eher drei als sechs Namen für jedes Jahr vermuten würde.

Die Fasten waren in sehr breiten und niedrigen Columnen geschrieben (Br. 0,60, Höhe 45-50 cm). Zwischen dem Fragment 32270, dessen erste Columne die Jahre 13—16, die zweite 18-20 enthält, und dem neuen n. 61 fehlt also etwa eine ganze und die obere Hälfte der nächsten Columne. Waren die Fasten bei der Reorganisation des Kollegiums im Jahre 731 aufzuzeichnen begonnen, so erforderten die Jahre von da bis 28 n. Chr. bereits einen Raum von ca. 7 m Länge, die Fortsetzung bis zum Jahre 81 das dreifache. Man möchte also annehmen, dass die Fasten an der Innenwand eines Raumes von beträchtlicher Ausdehnung (Cella des Tempels?) angebracht gewesen sind.

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er au

5. Priesterinschriften. (62) Fragment einer Tafel aus weissem Marmor, hoch 0,16, br. 0,20 m gefunden bei der Regia (Gatti, Notizie degli scavi 1899, p. 489).

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M VALERIO M F CORVIN

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Von den Fasten der Auguren waren bisher zwei Bruchstücke bekannt: das eine, gefunden 1811, nel costruire una chiavica che dal tempio di Antonino e Faustina, toccando quello di Castore e Polluce, volta verso la colonna di Foca (CIL. 6, 1976) bezog sich auf die Jahre 666 a. u. bis 7 n. Chr.; das andere gefunden 1884 im Atrium Vestae auf die Jahre 631,666 d. St. (Varron.).

Die Ergänzung der Consulate des neuen Fragments macht Schwierigkeiten. Der Herausgeber Gatti ergänzt das erste M. Valerio M. f. Corvino, Q. Caedicio Q. f. Noctua], 465/289, das zweite P. Corn]elio P. f. Sci[pione, P. Licinio P. f. Crasso] 549/205. Aber eine 84 jährige Amtsführung ist ebenso wenig denkbar wie eine lange Vakanz in einem der grossen Priesterkollegien. Ferner steht der Name des unter dem Consulat des Corvinus cooptirten Auguren in seiner Decurie als erster; es muss also die Priesterstelle in diesem Jahre neu eingerichtet sein. Dies führt uns auf das für die römischen Sacerdotien so wichtige Jahr 454 300, in dem Valerius Corvus (oder Corvinus: MUNZER, De gente Valeria p. 25 ff.) zum fünften Male und Q. Appuleius Consuln waren.

Wie damals die Zahl der pontifices von vier auf acht, die der Augurn von vier auf neun gebracht wurde, erzählt ausführlich Livius X, 6-9. Am Schlusse heisst es: (c. 9, 2) pontifices creantur suasor legis P. Decius Mus, P. Sempronius Sophus, C. Marcius Rutilus, M. Livius Denter, quinque augures item de plebe: C. Genucius, P. Aelius Paetus, M. Minucius Faesus, C. Marcius, T. Publilius. Die Vermutung BARDTs (Priester der drei grossen Collegien S. 9), dass der Augur C. Marcius identisch sei mit dem Pontifex C. Marcius Rutilus, gewinnt durch das neue Fragment erhöhte Wahrscheinlichkeit: denn dass der Augur Rutilus etwa ein gleichnamiger, sonst nicht erwähnter Sohn des Pontifex gewesen sei, ist sehr wenig glaubwürdig. Und ebenso wenig wird man annehmen wollen, dass das neue Fragment mit denen der fasti augurum, trotz der grossen äusseren Ähnlichkeit, gar nichts zu thun habe, sondern zu einem Verzeichnis der

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Pontifices gehöre. Wenn die Reihenfolge bei Livius den Stellen im Collegium entspricht, so hatte C. Marcius die achte decuria: in der Zeit, wo die Fasten in Marmor eingegraben wurden, betrug die Zahl der Decurien fünfzehn. Unser Fragment wird also, obwohl (wie CIL. VI, 1976 zeigt) nicht jede Decurie eine eigene Columne einnahm, der rechten Hälfte der Tafel angehört haben: leider sind die Reste der ersten Zeile, welche die Überschrift des ganzen Verzeichnisses bildete, zu geringfügig, um eine Ergänzung zu gestatten.

Bei dem zweiten Consulate (Z. 7) erhebt sich die Schwierigkeit, dass wir einen Consul Scipio, der P. f. gewesen ist, zwischen 404/350 (L. Cornelius P. f.) und 549 205 (der ältere Africanus) nicht finden. Es muss also im Praenomen des Vaters ein Irrtum vorliegen, Die Scipionen, welche bald nach der Lex Ogulnia das Consulat bekleideten, sind L. Cornelius Cn. f. Scipio Barbatus 456/298 und dessen beide Söhne, L. Scipio cos. 495/259, Cn. Scipio Asina cos. 494 260. 500/254. Da Marcius Rutilus das Consulat des Barbatus lange überlebte — er war im J. 489 265, wie es scheint im höchsten Alter, zum zweiten Male Censor so ist vermutlich eines der Consulate der Söhne zu verstehen. Ich ergänze demnach:

decur[ia VIII?
C. Marcius C. f. Rutilus c[ooptatus
M. Valerio M. f. Corvin[o, Q. Apuleio cos.

post R(omam) c(onditam) an. CCC[cliii
Q. Mam]ilius Q. f. Turrinu[s cooptatus
L. Corn]elio [L] f. Sci[pione, C. Aquillio Floro cos.

post (Romam) c(onditam) an. cccclxxxxiu] oder: Cn. Corn]elio [L.] f. Sci[pione C. Duilio cos.

post R(omam) c(onditam) an. cccclxxxxiii]

Den Mamilius Turrinus Zeile 6 zu identifizieren mit dem Consul 615 239 C. Mamilius Q. f. Q. n. Turrinus geht nicht wohl an; eher dürfte es der Vater des Consuls gewesen sein. – Die geringen Reste der ersten Columne sind nicht sicher zu ergänzen, da das Cognomen Lentulus in den Fasten des fünften und sechsten Jahrhunderts sehr häufig vorkommt.

Da alle drei Fragmente der fasti augurum in der Nähe der Regia gefunden sind, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass das sonst nicht nachweisbare Amtslokal und Archiv der Auguren (Wissowa, R. E., I, 2323, Rel. der Römer S. 434) sich gleichfalls in der Regia befunden habe.

(63) Fragment der Arvalacten (m. 0,22 X 0,18) gefunden bei Fortsetzung der sacra via in der Nähe der Constantinsbasilica, jetzt im Museum der Diocletiansthermen. Beistelendes Facsimile nach einem Abklatsch, welchen der Direktor des Thermenmuseum, Herr Pasqui, freundlichst mitgeteilt hat.

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3

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VAGLIERINotizie degli scavi 1899, 267, hat erkannt, dass das neue Stück fast genau anschliesst an das 1867 in Vigna Ceccarelli gefundene CIL., VI 2109. Aus beiden ergiebt sich für die erste ('olumne folgender Text:

ati caespite ante ia[nuam coniunct lacte iocinfa...

anis super caespite fecer(unt); ite[m rever4 si . . . . .]tis irib praepant . deinde in [aedem intra

verdunt et 5 ollas precati sunt et contig(erunt) pul]tes praeca [t] i colleg(ae) et mag(ister) et f(lamen) [. . . bl duos a

ol]las (?) acc [e] p(erunt) et ianuis a[p]ertis per clivum [..... ]rlarum pe

. dejinde ost(i)is reclusis su[b]se[1]](is) marmor(eis) conseder(unt) 8 et panes laureatos per faðmil(iam) et offic(ium) di

vis'erunt); item de aede exie[r(unt) et] ante aram 9 thesauros dederunt et] flam(en) Donatus duos colleg(as)

su[mp(tis) a]d frug(es) peten10 das misit et m]ag(ister) et [f]lam(en)cum scyphis vin

rever]si cum fru11 gibus dextra dederunt, ljaeva frug(es) acceperunt).

deind(e) carm(en) (trip(odaverunt), dei]nde ad a(ram)

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