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11. Ergebnis. Auf Grund der vorstehenden Untersuchungen ergibt sich das nachfolgende Bild von der Ordnung der Olympischen Feiertage für die Zeit nach Ol. 77 (472 v. C.): 11. Monatstag: Agon der Trompeter und Herolde. Eidesleistungen

und andere Vorbereitungen. 12. Monatstag: Die gymnischen Agone der Knaben. 13. Monatstag: Vormittags Pferderennen. Nachmittags Pentathlon.

Am Abende (der bereits zum 14. gezählt wird), Enagismos der

Heroen, des Achilleus in Elis. des Pelops in Olympia. 14. Monatstag: Heiliger Tag, Vollmond. Die Hekatombe der Eleier.

Abends Festmahl der Opfergenossen im Prytaneion. 15. Monatstag: Vormittags Dolichos, Stadion, Diaulos. Nachmittags

Ringen, Faustkampf, Pankration, zum Schluß Hoplitenlauf. 16. Monatstag: Morgens Kränzung der Sieger im Tempel. Abends

Bewirtung der Gekrönten im Prytaneion. Neben diesen, so zu sagen amtlichen, Veranstaltungen der Staatsgemeinde von Elis liefen jeden Tag vormittags die von Privatleuten veranstalteten Opfer, abends die dazu gehörigen Opfermahle, desgleichen abends die privaten zvuoi der Sieger des Tages.

Pindar hat die große Änderung von 01. 77, die zuerst bei der Panegyris von 01. 78 durchgeführt wurde, erlebt, aber wahrscheinlich nicht die Verlegung der Knabenwettkämpfe auf den 12. und sicher nicht die Einrichtung des Agons der Trompeter und Herolde. Als er das Siegeslied auf Psaumis von Kamarina dichtete, der Ol. 83 (448 v. C.) mit dem Maultiergespanne siegte, 1) gab es also nur zwei Agonentage, den 15. und 13. des Monats. Dazu kam am 14. die Opferung und am 16. die Siegesfeier. Wenn man den 12. für einleitende Akte des Festes und wohl auch für private Opferdarbringungen hinzurechnet, kommen die fünf Tage heraus, von denen der Dichter Olympien 5, 8 redet: éograīs Jeov μεγίσταις υπο βoυθυσίαις αέθλων τε πεμπαμέρoις αμίλλαις. Der Ausdruck dé92wv Quizais ist nicht wörtlich zu nehmen, sondern die fünf Tage sind auf die ganze Feier zu beziehen, Vorbereitung, Opfer, Kränzung und Bewirtung mit eingeschlossen.)

Die Scholien legen ihrer Berechnung offenbar die später geltende Ordnung, welche die Verlegung der Knabenkämpfe auf den 12. voraussetzt und den Agon der Bläser und Herolde am 11. mit einschließt, zu Grunde. Wenn es freilich Schol. Vet. Ol. 5, 136 Drachm. heißt: neuπταμέρους αμίλλαις: επεί επί πέντε ημέρας ήγετο αυτα τα αγωνίσματα, 3) mit

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1) Über die Olympiade s. Robert Hermes 35, 1900, S. 282.

2) Schol. Vet. 01. 5, 10 a Drachm.: zei tri nÍNTE huions iyor the cootiv Bore θεσίας ποιoύντες και αγώνας επιτελούντες.

3) Für αυτά τα αγωνίσματος hat Rec. τα 'Ολύμπια.

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dem Zusatz einiger Handschriften anò légis is', so ist das schon darum falsch, weil bei dieser Rechnung sechs Tage herauskommen. Daher hat Vrat. A: lé, d. i. TEVTE ZAIDexéuns und ebenso Tzetzes Lyc. 41: τα δε Ολύμπια πέντε ημέραις ετελείτο από ια της σελήνης μέχρι της όλης ιέ. Beide lassen den Tag der Preisverteilung außer acht.

Anders heißt es Schol. Rec. Pind. 0. 5, 8: noxeto de ý narnyrois κατα την δεκάνην του μηνός και ετελείτο μέχρι και της εκκαιδεκάτης, εν ή à sia didoro. Auch dies ist richtig. Denn die Masse der zu erledigenden Geschäfte wird in der Zeit der größten Ausdehnung des Festes auch schon den Zehnten, als Rüsttag, napaoxɛvý, mannigfach in Anspruch genommen haben, namentlich wenn

man private mitzählt, und so kann man diesen Tag hinzurechnen, obgleich er nicht zu den eigentlichen Feiertagen gehört.

Die wechselnden Zeitverhältnisse brachten es mit sich, daß die olympischen Spiele zeitweis gestört wurden oder herunterkamen und dann wieder einen Aufschwung erlebten. Immerhin bleibt die ungeheure Lebenskraft dieser Einrichtung zu bewundern. Agon und Gottesdienst haben sich bis zur 293. Olympiade (393 n. C.) gehalten. Im 16. Jahre des Kaisers Theodosius I, 394 n. C., erlosch das heilige Herdfeuer für immer und mit ihm das Hochfest des Zeus in Olympia.')

1) Die vorstehenden Erörterungen sind der Schriftleitung dieser Beiträge im Sommer 1903 zugesandt worden. Seitdem ist die Abhandlung von A. Körte Die Entstehung der Olympionikenliste, Hermes B. 39, 1904, S. 224 ff. erschienen, welche das überlieferte Verzeichnis der Sieger und den Bericht über die Reihenfolge der Wettspiele als ein Machwerk des Sophisten Hippias zu erweisen unternimmt, das für die ältere Zeit aller Glaubwürdigkeit entbehre. Es war nichts mehr möglich, die Darlegungen des Verfassers zu berücksichtigen. Über einzelnes soll später gehandelt werden.

δ' όπλων. ει δε μη βαθύμως ακούεις του κήρυκος, σρας ως επί πάντων κηρύττει λήγειν μέν τόν των άθλων ταμίαν αγώνα, την σάλπιγγα δε τα του ένυαλίου σημαίνειν, προκαλουμένην τους νέους είς όπλα. Der Waffenlauf war ein Diaulos.) Wenn das Pankration gelegentlich in die Abendzeit fiel, so mag dieser glänzende Schlußagon, zumal an dunklen Tagen, unter Fackelbeleuchtung vor sich gegangen sein.

8. Trompeter und Herolde. In der 96. Olympiade (396 v. C.) waren zu den vorhandenen Wettkämpfen die der Trompeter und Herolde getreten. 2) Trompetengeschmetter und Ausrufen gehören zu den Verrichtungen, welche in einem Zeitalter, in dem es weder Tageblätter gab, noch gedruckte Programme verteilt wurden, für das Gelingen eines Volksfestes von solchem Umfange kaum entbehrlich waren, und da diese Feste als gottesdienstliche galten, bekamen solche Verrichtungen eine Art von Weihe und die damit Betrauten ein besonderes Ansehen. Zur Agonistik gehören sie ursprünglich nicht; sie sind weder als gymnische, noch als musische Leistungen zu betrachten und wurden anfangs von Einheimischen besorgt. ) Die ersten Sieger in beiden Agonen waren auch noch Eleier, Timaios als Trompeter, Krates als Herold.4)

Der Agon dieser Leute fand weder im Stadion, noch im Hippodrom statt, sondern auf einer Art Altar, vielmehr einer altarähnlichen Tribüne, welche die Wettkämpfer über das Publikum emporhob, in der Nähe des Einganges zum Stadion, wo die Stoa Poikile, die nicht ohne Grund den Namen der Echohalle trug, einen akustischen Hintergrund bildete, auch vielen Festgästen Platz bot, und wo der weite Raum der Altis offen dalag.5) Dort ist ein 19 m langes Marmorbathron aufgedeckt worden, das für diesen Zweck wohl geeignet war und durch eine Treppe in einem auf der Vorderseite eingeschnittenen Halbkreise bestiegen werden konnte. Diese eigentümlichen Wettkämpfe ergaben sich von selbst aus Bedürfnis und Konkurrenz und der Neigung der Hellenen, überall, wo es anging, Agone zu veranstalten. Hier kam es darauf an, für das Ausrufen der Sieger, auf deren Namen alle begierig lauschten, aber keiner mehr als

1) Aristoph. . 291f.: αλλά μένιοι τις ποθ' ή λόφωσις ή των ορνέων; ή 'πι τον δίαυλον ήλθον; Paus. 2, 11, 18: Γρανιανός Σικυώνιος, ος νίκας ανείλετο (O1. 231 145 2. C.) ... διαύλου δ' αμφότερα, και γυμνός και μετά της ασπίδος. ΟΙ. 235 (161 n. C.) erlangte Mnasillulos den Sieg σταδίου και του συν τη ασπίδι διαύλου, P. 10, 34, 5.

2) Africanus p. 58 R.: προσετέθη σαλπιγκτής και ενίκα Τίμαιος 'Ηλείος, προσετέθη και κήρυξ και ενίκα Κράτης Ηλείος.

3) Pollux 4, 92: πρότερον δ' 'Ολυμπίασιν των επιχωρίων κηρυττόντων, οι ταϊς ιερουργίαις υπεδιηκονούντο, πρώτος των ξένων ηγωνίσατο τα ολύμπια 'Aρχίας Υβλαίος και τρεις ολυμπιάδας εφεξής ενίκα και Πύθια δε ενίκα και εικών τις ήν αυτώ Πυθική.

4) Vgl. die Inschriften Olympia B. V n. 232, 2; 243, 4; 237, 2.
5) Paus. 5, 22, 1. 21, 17. Ähnliche Einrichtung bei den Isthmien: Liv. 33, 32.

sie selbst und die Bürger ihrer Heimat, die allertüchtigsten Männer zu gewinnen. Der Wettstreit war dadurch von selber geschaffen: Dem siegreichen Herolde wurde diese Aufgabe übertragen, und der siegreiche Trompeter stand ihm zur Seite.?) Natürlich wurden die Sieger auch zu andern Zwecken verwandt, wie z. B. bei Beginn jeder einzelnen Kampfart zur Ankündigung. Vom Trompeter bezeugt das Pollux;2) für den Herold versteht es sich aus dem vaheī oder magazaleīv der Athleten und dem oxaleiv der Kampfarten. Es leuchtet ein, daß der Wettkampf der Trompeter und Herolde allen andern vorausging, da die Sieger eben bei allen andern Wettkämpfen verwendet werden sollten.) Demgemäß ist dieser Agon auf den 11. des Monats anzusetzen. Für den Morgen des 12. ihn etwa einzustellen, verbietet neben andern Bedenken der Umstand, daß er geraume Zeit in Anspruch nahm, und daß auch wohl nach seinem Abschluß eine sorgfältige Einweisung des siegreichen Trompeters und vor allem des Herolds in seine Aufgaben erfolgen mußte, ehe sie bei den andern Agonen allen ihr immerhin verantwortliches Amt, bei dem ein Mißgriff bedenkliche Folgen haben konnte, antraten. Dazu kommt dann auch, wie wir sehen werden, die Überlieferung, daß das Fest am 11. des Monats seinen Anfang nahm, und daß Herold und Trompeter es ansagen mußten.

Wenn es nicht schwierig ist, sich von dem Wettkampfe der Trompeter eine Vorstellung zu machen, so liegt in bezug auf die Herolde die Frage nahe, welchen Wortlaut diese Agonisten bei ihren Probeleistungen auszurufen hatten. Hierfür bietet sich trefflich der sogenannte évayovios nous, d. i. der anapästische Einleitungsruf, dar, von dem Bestandteile in der satirischen Schrift des Kaisers Julianus über die Caesaren (p. 318), untermischt unter die auf die früheren Kaiser bezüglichen Verse des den Herold spielenden Hermes, erhalten sind:4)

"Αρχει μεν 'Αγών, των καλλίστων
''Αθλων ταμίας. Καιρός δε καλεί
Μηκέτι μέλλειν" αλλά κλύοντες
Τάν αμετέραν κάρυκα βοάν
Ιτ', ες αντίπαλον ίστασθε κρίσιν

Νίκης δε τέλος Ζηνα μελήσει. 1) Die siegreichen Herolde selbst bedienten sich für die Abkündigung ihrer eigenen Namen anderer Herolde; vgl. Cic. ad fam. 5, 12: Accedit etiam, ut multi dicant verecundius esse, praecones ludorum gymnicorum, qui, cum ceteris coronas imposuerint victoribus eorumquo nomina magna voce pronunciaverint, cum ipsi ante ludorum missionem corona donentur, alium praeconem adhibeant. Missio ludorum“ bedeutet Abschluß der Spiele. Daß dem Römer Olympia vorschwebte, ist anzunehmen.

2) Pollux 4, 87: παρήλθε μεν εις τους αγώνας ή σάλπιγξ εκ της εμπολεμίου μελετής, εφ' εκάστη δε τη κλήσει των αγωνιστών επιφθέγγετο

3) Damit stimmt des Lukianos Darstellung, de morte Per. 32.

4) Vgl. Bergk, P. L. G.4 3, 659. M. Haupt, de pede a praeconibus recitato, Nuore Memorie dell'Instituto Arch. 1865 S. 209 ff. Agon und Kairos personifiziert auch bei Paus. 5, 26, 3. 20, 1. 14, 9.

10 Beiträge z. alten Geschichte IV 2.

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Die Auswanderung der Krieger unter Psammetich I. und der Söldneraufstand in Elephantine unter Apries.

Von Heinrich Schäfer.

a) Ägypten und Nubien bis auf Psammetich 1.1) Die Beziehungen Ägyptens zu seinem Hinterlande Äthiopien bilden einen ebenso wichtigen wie interessanten Teil der auswärtigen Politik des Pharaonenreiches. Die Ziele, die die ägyptischen Könige hier im Süden verfolgten, waren: der Schutz des eigentlichen Ägyptens gegen die stets unruhigen Nachbarn, nämlich die Nubier im Niltal und die kriegerischen Bedschastämme in der östlichen Wüste, dann die Sicherung der wertvollen Steinbrüche bei Elephantine und der Goldbergwerke östlich von Kubân in Nubien, nebenbei gewiß auch die Gewinnung neuen steuerkräftigen Landes, das ja besonders im Süden des zweiten Katarakts nicht zu verachten ist, vor allem aber endlich die Deckung des Handelsweges nach dem Sudân, auf dem Weihrauch, Ebenholz, Gold und Elfenbein, Straußenfedern, Pantherfelle, Sklaven usw. eingeführt wurden. Fast vom Beginn der ägyptischen Geschichte können wir Schritt für Schritt verfolgen, wie die Ägypter sich mit großer Zähigkeit immer weiter in das obere Niltal hineindrängen. Erst in der 18. Dynastie ist mit der Erreichung von Napata eine gewisse Sättigung eingetreten. Hier scheint von

von dieser Zeit an der südlichste befestigte Ort des geschlossenen ägyptischen Gebietes gelegen zu haben. 2) Weiter südwärts wird man sich höchstens einige Militärstationen zu denken haben, die den Karawanen und den gelegentlichen Razzien als Stützpunkte dienten. Mehrere Jahrhunderte lang ist Nubien in diesem Umfange ägyptische Provinz gewesen. Festungen und viele Städte mit reichen Tempelbauten bedeckten das Land, eine Menge von Zivil- und Militärbeamten, gewiß auch von Kolonisten und Kaufleuten, war angesiedelt, und so bekam das

1) Vgl. die betreffenden Teile in E. Meyers Geschichte Ägyptens und Geschichte des Altertums, Masperos Histoire ancienne de l'Orient classique sowie Schäfe Die äthiopische Königsinschrift des Berliner Museums, Regierungsbericht des Königs Nastesen, des Gegners des Kambyses.

2) Bestätigung dieser von Schäfer, Königsinschrift des Berliner Museums, ausgesprochenen Ansicht bei Breasted, Zeitschr. f. äg. Spr. 40 (1902/3) S. 106 ff. Vgl. aber auch schon Erman, Ägypten S. 666 und Brugsch, 7 Jahre der Hungersnot S. 29.

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