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Mitteilungen und Nachrichten.

Die diesjährigen deutschen Ausgrabungen in Ägypten.

Von Ludwig Borchardt.

Ausgrabungen bei Abusir el meleq. Zwei und einen halben Monat zu Anfang des Jahres wurde unter Leitung des Herrn Dr. Rubensohn, dem Herr Dr Möller zur Seite stand, in der ausgedehnten Nekropole bei Abusir el meleg vor dem Eingange in das Fajum für das preußische Papyrus-Unternehmen gegraben. Das Stück des Totenfeldes, welches durchforscht wurde, hat eine ungefähre Länge von 1 km bei einer durchschnittlichen Breite von 1/2 km. Es ist dicht mit Gräbern der verschiedensten Epochen und von allen Formen besetzt. Die ältesten Anlagen gehen bis ins Ende des neuen Reiches zurück, die spätesten Begräbnisse dürften 3. nachchristliches Jahrhundert sein. Doch sind gelegentlich auch einzelne noch spätere Stücke gefunden worden.

Der Zweck der Ausgrabungen, die Gewinnung von Papyrus aus Kartonnagesärgen scheint dieses Mal vollständig erreicht worden zu sein. Es wurden im nördlichen und zuletzt auch im südlichen Teile des Feldes Särge aus PapyrusKartonnage in beträchtlicher Anzahl und in guter Erhaltung gefunden. Diese Art von Särgen scheint hier von der ärmsten Klasse der Bevölkerung wohl der Billigkeit des Materials wegen benutzt worden zu sein. Sie lagen daher auch in den einfachsten Gräbern, in rohen Löchern, zu denen höchstens 2 m tiefe, gleichfalls sehr roh ausgeführte Schächte führten. Die Särge hier stammen aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert – Grenfell und Hunt nahmen bisher an, daß Kartonnagesärge stets ptolemäisches oder höchstens Material aus der ersten Kaiserzeit ergeben. Was die hier gefundenen Papyrus-Kartonnagen enthalten, wird sich erst nach der sehr mühevollen Ablösung der Lagen ergeben, die zurzeit bereits in Berlin in Angriff genommen ist. Bei einigen der Funde sahen unter der Stuckschicht bereits literarische Fragmente heraus.

Neben den Papyrusfunden brachten die Ausgrabungen aber auch reichliche Ausbeute an Ägyptologischem. Das Wichtigste ist hier wohl eine große Grabanlage der Harsaphis-Priester von Herakleopolis. Diese Priester scheinen sich mit Vorliebe hier im nördlichen „Abydos“ ihre Grabstätten angelegt zu haben, trotzdem diese Totenstadt an 15 km von Herakleopolis entfernt ist.

Mehrere große Grabaplagen dieser Priester waren bereits im vergangenen Jahre gefunden worden, aber sämtlich ausgeraubt. In diesem Jahre wurde nun eine noch unberührte aufgedeckt. Ein tiefer Schacht führte senkrecht hinab, unten öffnete sich ein langer Korridor, zu dessen Seiten 21 Kammern lagen, die nach den Beisetzungen vermauert worden waren.

Der Inhalt der Kammern war aus verhältnismäßig später Zeit, jedoch sind Anzeichen vorhanden, daß die Funde nicht von der ersten Benutzung des Massengrabes herrühren. Die Anlage scheint in saitischer Zeit schon bestanden zu haben.

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Die Särge, sämtlich aus Holz, waren von den verschiedensten, zum Teil seltenen Typen.

Von den zahlreichen Einzelgräbern mag hier nur ein besonders gut ausgestattetes Grab erwähnt werden: das einer Tänzerin aus saitischer Zeit. Unter den Beigaben, die neben dem Sarge sich fanden, waren mehrere wohlerhaltene Musikinstrumente, eine Reihe von Getäßen aus blauer Fayence, einige Kopfstützeu aus Holz und endlich zwei zierliche Statuetten.

Diese kurze Aufzählung einiger der Hauptfunde wollen wir nicht schließen, ohne ein merkwürdiges Stück erwähnt zu haben, das nicht in einem Grabe, sondern innerhalb einer Ziegelummauerung, wenige Centimeter unter der Oberfläche gefunden wurde. Es ist ein siebartiges Alabastergefäß mit seitlicher Öffnung. Daneben wurde eine der bekannten Vogelformen aus Kalkstein, sowie mehrere rinnenförmige kurze Hölzer gefunden. Das Stück könnte man für ein Sieb mit Einlauf halten, das vielleicht irgendwie zum Gipsgießen Verwendung fand.

Durch diese Ausgrabungen scheint die Nekropolis von Abusir el meleq voch nicht erschöpft zu sein. Eine Fortsetzung der Arbeiten hätte aber wohl vorerst eine längere Reihe von Tastversuchen zur Vorbedingung.

Ausgrabungen in Eschmunejn. Im Anschluß an die oben beschriebenen Grabungen wurde noch für das Preußische Papyrus-Unternehmen wenige Tage in Eschmunejn gegraben. vorgerückte Jahreszeit verbot eine länger ausgedehnte Arbeit. Nennenswerte Resultate konnten in der kurzen Zeit der Grabungen nicht erzielt werden.

Ausgrabungen bei Abusir. Die Arbeiten der Deutschen Orient-Gesellschaft bei Abusir, welche bereits 2 Jahre gedauert haben, erstreckten sich in ihrer dritten Kampagne auf die von den früheren her noch zu erledigenden Punkte. Zu untersuchen waren die Pyramide und die noch fehlenden Teile des Totentempels des Königs Ne-woser-re'. Es blieb außerdem noch einige Zeit übrig, eine weitere Arbeit, die Ausgrabung des Ziegeltempels vor der Pyramide des Nefer-er-ke-re in Angriff zu nehmen. Auch hier hinderte aber die vorgerückte Jahreszeit, welche die Arbeiter zu ihrer Feldarbeit zurückrief, die völlige Beendigung dieses neuen Teiles von Abusir. Die Leitung der Ausgrabungen führte wie bisher der Berichterstatter, dem dieses Mal Herr Regierungsbaumeister Dotti und die Herren Regierungsbauführer Boehden und Decker zur Seite standen.

Die Öffnung der Pyramide, die nach den Vorarbeiten des letzten Jahres ziemlich schnell von statten ging, ergab nicht das gewünschte Resultat. Die Grabkaminer war derart zerstört, ihre Deckenkonstruktion hing so vollständig in der Luft, daß jedes weitere Suchen unter den Schuttbergen die arbeitenden Leute gefährdet haben würde. Trotzdem ist das Ergebnis, das durch die genaue Aufnahme des Innern der Pyramide erzielt wurde, die Arbeit wert gewesen. Neben Korrekturen der Perring-Vyseschen Aufnahmen, die leider durch diese Nachprüfung viel an ihrem guten Ruf verloren haben, ergaben sich zahlreiche für den Bau der Pyramide wissenswerte Einzelheiten.

Der Grundriß des Totentempels war eigentlich in Vorjahre schon völlig herausgeholt. In diesem Jahre waren noch die Ecken des Pyramidenhofes zu untersuchen. Es kamen dort zwei massive Eckbauten zu der bisher frei gelegten Aplage hinzu. Sie scheinen beide rein architektonische Bedeutung, etwa als monumentale Abschlüsse der vorderen Umfassungsmauer, zu haben. Hinter dem südlichen dieser Eckbauten lag eine kleine, völlig zerstörte Pyramide, die bisher

auf keinem Plan angegeben war. Man darf sie wohl als die der Königin ansehen. Ein Statuensockel mit dem Namen der Königin wurde im Laufe der Ausgrabungen

allerdings nicht bei der kleinen Pyramide gefunden. Nach diesem Fund wären also von der Familie des Königs Ne-woser-re jetzt namentlich bekannt: die Königin und zwei Prinzessinnen.

Sehr wesentliche Aufschlüsse ergaben die Untersuchungen am Aufweg, der zumn Totentempel führte und an der Stelle des nach weißen herumliegenden Scherben bereits vermuteten Portalbaues. Der Aufweg erwies sich noch von sehr guter Erhaltung. An der untersuchten Stelle stand er noch an 10 nu hoch an. Er war beiderseitig mit sauberem Kalksteinmauerwerk gehöscht. Die Anlage muß einen imposanten Anblick gewährt haben. Der Aufstieg auf einer solchen Riesenrampe, von der man einen weiten Blick auf die Ebene neben sich und auf das PyramidenPlateau vor sich hatte, muß eineu erhebenden Eindruck gemacht haben, aber die ägyptischen Architekten haben sich diesev Effekt verdorben, vielleicht aus religiösen Gründen verderben müssen, indem sie auf die Rampe einen engen, allseitig geschlossenen Gang legten. Die Zweifel, die von den Grabungen in Abu Gurab her hierüber noch bleiben konnten, sind durch die Funde dieses Jahres gehoben: ein schmaler, bedeckter, mit Reliefs geschmückter Gang führte vom Torbau im Tale über den Aufweg zum Tempel vor der Pyramide.

Der Torbau selbst war bei der jetzt untersuchten Anlage vorzüglich erhalten. Er stand 30 m breit und 20 nu tieť auf einem mannshohen Sockel, den ein niedriges Geländer krönte. In der Ostfassade liegt eine vorn offene Vorhalle mit 8 großen Granitsäulen. Von dort tritt man in einen längeren Raum, in dessen Hinterwand drei Nischen für Statuen einschneiden. Von diesem Raum gelangt man rechts in den Vorraum zum Aufweg, links zu einem hinteren Ausgange. Das Portal liegt heute und lag wohl auch in alter Zeit gerade an der Überschwemmungsgrenze. Es ist daher wohl anzunehmen, daß bei den Totenfeiern die Leiche, die Opfergaben und die Grabausrüstung in Booten bis an das Portal gefahren und von dort auf Schlitten, deren Spuren sich noch fanden, zum Tempel gezogen worden sind. Die Reste der Dekoration, die sich noch am und im Portalbau fanden, lassen erkennen, daß wir hier eines der besten Werke dieser Epoche vor uns haben. Eine fein ausgeführte Papyrusbündelsäule wurde fast intakt gefunden. Die Reliefs gaben an Feinheit dem großen Relief aus dem ersten Grabungsjahre nichts vach. Hervorzuheben ist darunter das Bild einer löwenköpfigen Göttin, die den König säugt.

Vollständig neu für das alte Reich sind die Bilder, mit denen das untere Ende des Ganges auf dem Aufweg zu beiden Seiten geschmückt war.

Hier war zu wiederholten Malen der König als Löwe dargestellt, wie er Herrscher fremder Völkerschaften niederwirft. Leider sind nur der untere Streifen dieser Darstellung und ein oder zwei Bruchstücke aus oberen Teilen erhalten. Dies genügt jedoch, um eine Vorstellung von der Feinheit der Arbeit zu bekommen. Der Kopf eines bärtigen Asiaten, den die eine Vorderpranke des Löwen niederdrückt, daneben der Unterkörper eines zusammensinkenden Libyers mit seinem im feinsten Detail ausgeführten Schmuck: diese beiden Stücke finden sich z. B. auf einem dieser Fraymente. Sie zeigen uns wieder, daß die Typen, welche wir aus der späteren ägyptischen Kunst kennen, in der älteren bereits besser vorhanden waren. Die älteste Darstellung dieser Art war bisher die aus Daschur, also 500 Jahre jünger. Auch Bruchstücke eines Statuentypus, der bisher nur aus einem Exemplar aus Rammessidenzeit bekannt war, fanden sich hier unter den Ruinen des Torbaues, nämlich die Reste der Statue eines Gefangenen mit rückwärts gebundenen Armen, wohl von einer Gruppe herrühreud, die den Feinde erschlagenden König darstellte.

Die Untersuchung der nächsten Umgebung des Totentempels ergab noch einige Gräber des mittleren Reiches, auch einige unbedeutende griechische Gräber. Der griechische Friedhof, der vor 2 Jahren die Timotheos-Handschrift brachte und dem noch im vorigen Jahre eine Anzahl interessanter Särge entnommen werden konnte, scheint nunmehr erschöpft zu sein.

Die Arbeiten vor der Pyramide des Königs Nefer-er-ke-re' konnten nur teilweise erledigt werden, so weit jedoch, daß man das allgemeine Schema des Totentempels bereits sehen kann. Der innere Kern des Tempels war aus Kalkstein erbaut, aber nicht bis zur Vollendung gediehen. Er bestand aus einer Cella, zu der man auf ziemlich gewundenem Wege vom Haupteingange aus gelangte. Vor der Cella, aber ohne direkte Verbindung mit ihr, lag ein längerer Raum mit fünf Nischen. Der Kern des Tempels ist von einem Ziegelbau umhüllt, von dem wirklich klar bisher nur der große Hof mit den umgebeuden Säulenhallen in Holzkonstruktion, sowie davor ein längerer Vorhof gleichfalls mit Säuleustellungen herausgekommen sind. Die seitlich von der Hauptachse liegenden Räume sind zwar klar aufnehmbar gewesen, aber wegen der vielen Einbauten noch nicht genügend zu erklären.

Ausgrabungen im Gisel. Die im letzten Jahre von Professor Steindorff geleiteten Grabungen bei Giseh ruchten dieses Mal: sie werden jedoch im kommenden Jahre wieder aufgenommen werden.

Deutschland war also an 3 Stellen mit Ausgrabungen in Ägypteu in diesem Jahre tätig. Im Ganzen wurde von allen Nationen zusammen im Jahre 1903 04 in Ägypten an 31 Stellen gegraben.

Die angebliche Abdankung Euergetes' I.

l'on Ulrich Wilcken. Eine der aus Magdôla im Faijûn stammenden Bittschriften schließt nach der Publikation von Jougnet und Lefebvre (Bull. Corr. Hell. XXVI S. 119 n. 14) mit den Worten: Torror yag gyeronivor, Beolei, oiz idian 11010401 7. Joies zei 601 zei toi σοι πατρι αμίμπτως παρεχόμενος. Da las Prisens παρεχόμενος neben άδικηθήσομαι nur auf die Gegenwart und Zukunft, nicht aber auf die Vergangenheit bezogen werden kam, so habe ich kürzlich hieraus den Schluß gezogen, daß Euergetes I.. der Vater des hier angeredeten Philopator, zur Zeit der Bittschrist noch am Leben war, daß also Energetes ähnlich wie einst Soter bei Lebzeiten zugunsten seines Sohnes abgedankt haben müsse (Archir für Papyrusforschung III S. 308; 318,9). So nötig der Schluss an sich war, so wird er doch hinfällig, da, wie ich soeben gesehen habe, seine Voraussetzung, die Richtigkeit der obigen Lesung, eine irrtümliche war. Von Mr. Jouguet auf das freundlichste zum Studium seiner MagdôlaPapyri in Lille zugelassen, habe ich daselbst konstatiert, daß das Schlußwort nicht AQ.QEZópurvos, sondern re08024uiros zu lesen ist. Damit fallen natürlich die aus dem Präsens gezogenen Konsequenzen. Wie die sehr verstümmelte Inschrift, die ich a. a. (). zur Stütze jener Annahme heranzog, pupmehr zu interpretieren ist, bleibt weiter zu untersuchen. Da die „Abdankung“ des Euergetes, wie ich aus Zuschriften ersehe, in weiteren Kreisen Interesse erweckt hat, hielt ich es für meine Aufgabe, so bald wie möglich den obigen Sachverhalt klarzustellen, damit der Irrtum nicht weiteren Schaden bringt.

Paris.

Aus und um Kreta.

Von C. F. Lehmann.

Unter den neuesten Funden auf Kreta beanspruchen die im Palaste zu Knossos aufgefundenen Figürchen einer Schlangengöttin und ihrer Begleiterinnen ein besonderes Interesse. Sie überraschen durch ihre selbst im Vergleich mit den Frauentrachten der Fresken des Palastes noch hypermoderne Toilette, wie das Salomon Reinach, der sie auf Grund des ihm von Evans überwiesenen Materials in der Gazette des Beaux-Arts behandelt, betont und des Välieren ausführt.')

Aber eine wichtige Erscheinung ist dabei, soweit ich sehe, wnbeachtet geblieben. Der Rock der einen Begleiteriu zeigt sieben übereinander fallende Volants oder Fallen, die wiederum in sich gefaltet erscheinen. Mir wurde sofort klar, daß wir hier ein wohlbekanntes altorientalisches Motiv in charakteristisch ägäischer Umgestaltung vor uus haben. Solche in Fallen oder Volants abgestufte Gewänder sind uns aus altbabylonischen und assyrischen Darstellungen wohlbekannt.

Sie sind besonders ein charakteristisches Merkmal der fürsprechenden Gottheiten (nicht „Priester“), die den Anbetenden vor den sitzenden Hauptgott führen

bekanntlich eine der auf den Siegelzylindern, aber auch auf Skulpturen der altbabylonischen Zeit besonders häufigen Darstellungen.

Aber nicht bloß diese Volants, sondern auch die vertikalen Fältelungen des Stoffes schienen mir in die gleiche Richtung zu weisen, und als ich, um mich dessen zu versichern, Heuzeys Abhandlung?) über den zevréans genannten altbabylonischen Stoff nachschlug, fand ich, daß leuzey bereits an dem großen mykenischer Goldringe, der eine Göttin der Fruchtbarkeit im Kreise ihrer Nymphen 3) darstellt, die Andeutungen sowohl der horizontalen Volants wie der feineren vertikalen Fältelungen erkannt hat, und so treffe ich denn mit meiner Beobachtung, daß die ägäische Frauentracht nach Stoff und Schvitt altbabylonischen Einfluß erfahren hat, mit einem der besten Kenner der orientalischen Archäologie zusammen. 4) Ob dieser Einfluß über den Bereich des Kultus hinausreicht, ob etwa der Siebenzalil der „Fallen“ eine besondere Bedeutung zukommt, muß vorderhand unentschiedeu bleiben.

Dieser Nachweis ergibt eine wertvolle Bereicherung der bisher wenig zalilreichen gesicherten Anzeichen babylonischen Einflusses auf die ägäische Kultur. Anerkannt dürfte bis jetzt nur sein, daß die Technik der für die ägäische und mykenische Kultur so bedeutsamen Steinschneidekunst und vielleicht gewisse ihrer Motive') vom Zweistromlande ihren Ausgang genommen hat und ferver

1) 565e Livraison. 3° Periode. Tome trente et unième. Jer Juillet 1904.

2) Une étoffe chaldéenne (le kaunakès). 1. Heuzey: Les Origines Orientales de l'art. I p. 120-129.

3 Vgl. zuletzt G. Karo: Archiv f: Religionswiss. VII 147.

4) Indien kann (gegen Reinach) in diesem Sinne wie stets (vgl. diese Beitr. II 166, IV3259) natürlich nur als von Babylonier beeinflußtes Gebiet, nicht als Ursprungsland in Betracht kommen. Vgl. schon Henzey a. a. 0.

5) Hier ist Vorsicht geboten. Ich wiederhole, was ich (oben Bd. III S. 332 ,,Zu den Goldbechern von Vaphio) schrieb: Daß die Babylonier und Assyrer in ihren, Beziehungen zu den Nachbarvölkern keine völlige Ausnahme von der Regel wechselseitiger Kulturbeeinflussung gebildet haben, kann nicht oft genug betont werden. (Beiläufig bemerkt, erscheint mir Bauers in der Berl. Phil. Wochenschr. 1904 S. 1424 gebotener Einspruch gegen Kellers von mir adoptierte Deutung der Darstellung auf den Goldbechern von Vaphio auf einem Fehlschluß zu beruhen. Frische echte Kunst belauscht das Leben. Daß die Jagd und die Zähmung des Wildstiers in der mykenischen Periode geübt wurde, lehren die Darstellungen. Es ist also absolut nicht abzusehen, warum dem Schöpfer jener Goldbecher die Darstellung der verschiedenen Phasen dieses Hergangs bis zur Domestikation fern gelegen haben soll.)

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