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Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier und

ihre kulturhistorische Bedeutung.

Von F. K. Ginzel.

II. Sonnen- und Mondlauf und Gang der Gestirne nach babylonischer

Kenntnis und deren Einfluss auf die griechische Astronomie.

Das Auftauchen einer (derzeit noch zweifelhaften) Anzahl von Planetenund Mondstationen in der keilinschriftlichen babylonischen Überlieferung aus sehr alter Zeit deutet darauf hin, dass die astrologische und astronomische Verfolgung des scheinbaren Laufes der Hauptgestirne, der Sonne, des Mondes und der Planeten, bei den Babyloniern ebenfalls in sehr alte Zeit zurückreicht. Während bei den Griechen kaum vor Plato's Zeiten sämtliche fünf dem freien Auge sichtbare Planeten als unzweifelhafte Wandelsterne bekannt waren') und die Anordnung derselben im 4. Jahrh. v. Chr. noch wenig klaren Vorstellungen unterlag, treffen wir bei den Babyloniern schon in der Zeit Assurbanapals (7. Jahrh.) auf markante, die einzelnen Planeten charakterisierende Planetennamen und auf eine bestimmte, wie es scheint, immer wiederkehrende Reihenfolge derselben. Nach JENSEN?) lauten Namen und Reihe der Planeten wie folgt: 1. Agû Sin = Mond, 2. Bisibi Šamaš = Sonne, 3. Dāpinu

Umunpauddua (der aufstrahlende Herr, der Schreckliche) Jupiter (auch Sag-mi-gar, Nibiru und Kakkabu Šarru = Königsstern genannt), 4. Dilbat (Morgenstern) = Zib (Abendstern) Venus, 5. Kaimūnu (der Beständige, Ewige) = Lulim (Leitschaf) = Saturn, 6. Bibbu =

Gud-(ud) Karradu (der Krieger) Mars, 7. Mustabarru-mūtunu („Der sich mit Tod Sättigende“) Merkur (auch Nakaru = Feind, Lumnu das Böse, u. a. genannt). Deutlich für die frühzeitige Erkenntnis der Planeten als selbständige, von der Bewegung des Sternhimmels unabhängige Gestirne spricht die Bezeichnung des Mars „bibbu(idib-bat), denn bat bedeutet „sich entfernen“, bibbu = das sich entfernende, frei weidende

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1) J. K. SCHAUBACH, Geschichte d. griech. Astronomie, 183, 395.

2) Kosmologie, 111—133. Beiträge z, alten Geschichte I 2.

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(unter den Sternen seinen eigenen Gang gehende) Schaf;-) oder der für Merkur vorkommende charakteristische Name Balum = ,,Nicht-da“ (mit Beziehung auf die öftere Unsichtbarkeit dieses Planeten).2) Nach HOMMEL") ist die oben angeführte Reihe der Planeten nicht die ursprüngliche, sondern geht vielmehr auf die folgende uralte Anordnung zurück: Mond, Sonne, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Die Planeten werden nämlich schon in sehr alten Keilschriften bestimmten Göttern gewidmet, wobei religiöse und astrologische Momente massgebend gewesen sind; und zwar Merkur dem Nabū oder Nebo (Boten der Götter, auch Gott der Fruchtbarkeit), Venus der Göttin Ištar (Astarte), Mars dem Nindar (Kriegsgott) (nach JENSEN und Ev. Schrader dem Nirgal, Gott der Seuchen, des Krieges, des Totenreiches)], Jupiter dem Gotte Merodach (Marduk), und Saturn dem Nírgal (nach JENSEN dem Ninib, Gott der Morgensonne, Sturmsonne, Kriegsgott")]. Später aber hat man (etwa von Kambyses an) infolge der nahezu gleichen Attribute der Götter Nindar und Nirgal die Namen der Planeten Mars und Saturn, und als man die Planetenreihe nicht mit Nabū, sondern mit dem babylonischen Hauptgotte Merodach beginnen wollte, auch die Namen von Merkur und Jupiter miteinander vertauscht und so ist die Anordnung Jupiter, Venus, Saturn, Mars, Merkur entstanden; die ursprüngliche Reihenfolge ist aber von den Babyloniern zu den Griechen und Arabern übergegangen.) Angesichts der Thatsache, dass die Babylonier bisweilen für ein und denselben Planeten verschiedene Namen gebrauchen, bedarf die Identifizierung der Planeten gewisser Vorsicht. Epping hat sich (meist auf rechnerischem Wege) überzeugt, dass

1) Überhaupt heissen die Planeten Bibbu - Sterne" (sich entfernende Schafe) (Kosmologie 254). 2) Kosmologie, 99, 124.

. 3) „Ausland“ 1891 (II. Die Planeten und Nachträgliches zum Tierkreis, 381 ff.) 4) Kosmologie, 135, 484. 5) Kosmologie, 136, 457 ff.

6) Die griechisch-römische Reihenfolge der Planeten 1. 'Eouis (Merkur), 2. A900dien (Venus), 3. "Aons (Mars), 4. Zevs (Jupiter), 5. Koóvos (Saturn) weist deutlich auf diesen babylonischen Ursprung, denn es entspricht Hermes dem Nabū, Aphrodite der Ištar, Ares dem Nindar, Zeus ist eine direkte Übersetzung von Bil (Herr) (Bil ist der Beiname des Marduk), Kronos kommt dem Totengotte Nirgal gleich. Vor Plato, also in der älteren griechischen Zeit, baben die Planeten nur Namen, welche die Farbe und Beschaffenheit charakterisieren: Merkur Stilbon, Venus Phosphoros,

Mars Pyroeis, Jupiter = Phaethon, Saturn Phainon (SCHAUBACH a. a. 0. 478); es scheint also auch die Idee der Verbindung der Götter mit den Planeten auf das babylonische Vorbild zurückzuführen. Dass manche der babylonischen Planetennamen in die Sprachen der Orientalen übergegangen sind, zeigen verschiedene bei den Mandäern, Syrern, Persern (auch Arabern) vorfindliche Bezeichnungen für die Planeten. EB. Schrader und Hommel haben sogar den Nachweis angetreten (Theol. Studien u. Kritiken 1874, 343, „Ausland“ 1891 II), dass unsere derzeit noch übliche Götterbezeichnung der Wochentage und auch deren Reibenfolge (Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn) auf die Babylovier zurückgeht. A. M.: JENSEN, Zeitschr. f. Deutsche Wortforsch. 1900, S. 150 ff.

in der Arsacidenzeit die Planeten folgende Namen tragen: Venus Dil-bat, Mars = An (Gott Anu, Himmelspol, Anu-Weg = Ekliptik), Merkur = Gut-tu (Gud-ud früher Mars), Jupiter = Te-ut, Saturn = Genna Mullalu.') Deuten schon die wenigen bisher gemachten Bemerkungen darauf hin, dass die Beobachtung der Planeten bei den Babyloniern in sehr alte Zeit zurückreicht, so wird dies zur Gewissheit erhoben durch mehrere Thontafeln mit Planetenbeobachtungen, aus welchen ersichtlich ist, dass die Babylonier des 2. Jahrh. v. Chr. bereits die grossen Perioden kennen, nach welchen die Planeten in ihre scheinbaren Stellungen am Himmel zurückkehren.) Da aber diese Planetenperioden bei einigen Planeten fast ein Menschenalter umfassen, so ist klar, dass nur eine vielhundertjährige Verfolgung der Planeten den Babyloniern schon damals zur Kenntnis jener Perioden verholfen haben kann.

Was die Beobachtung der Planeten durch die babylonischen Astronomen betrifft, so bestehen diese Beobachtungen – so weit man aus dem bisher aufgedeckten Materiale ersehen kann – in der Angabe roher Positionen der Planeten in den Sternbildern, und in der Notierung der heliakischen Auf- und Untergänge, der Oppositionen und Kehrpunkte. Von solchem Beobachtungsmaterial sind bisher folgende Texte transskribiert und übersetzt:

1. Heliakische Auf- und Untergänge und Kehrpunkte von Jupiter, Venus, Saturn und Mars im 7., 8. und 9. Jahr des Kambyses (523, 522, 521 v. Chr.) [No. 400 der Kambyses-Inschriften]:) z. B. „Im 7. Jahre am 22. Abu (523 v. Chr. 22. Aug.) Jupiter im ersten Teile von Sirû (Jungfrau) im heliakischen Untergange.“

2. Planetenkonjunktionen aus dem 7. Jahr des Kambyses.) Z. B. „Am 23. Tišrîtu (523 v. Chr. 22. Okt.) am Morgenhimmel Jupiter hinter dem Monde 3 Ellen.") Am 29. Tisrîtu (28. Okt.) am Morgenhimmel Venus auf der nördlichen Seite 2 Zoll vor Jupiter. - Am 2. Arah-šamna (30. Okt.) Saturn oberhalb der Venus 8 Zehner“ u. s. w.

3. Ebensolche Planetenbeobachtungen aus dem 3., 2. und 1. Jahrh. v. Chr. [Aus den Tafeln Rm 678 und S+1949 des Brit. Museum und No. 9 der Shemtob-Sammlung in Philadelphia]") z. B. „Jahr 72 des Seleucus des Königs (240 v. Chr.) am 14. Airu (9. Mai) Merkur am Morgen im Stier im heliakischen Untergange, noch eben gesehen.“ – „Jahr 115, welches

1) Astron. a. Babyl. 172.

2) Zeitschr. f. Assyr. V 342. Auf 3 Planetentafeln wird ein und dasselbe Jahr der seleucidischen Aera durch das Beobachtungsjahr plus einer Planetenperiode ausgedrückt; für Venus nehmen die babylonischen Astronomen 8 Jahre, für Merkur 46, für Saturn 59, für Mars 79 (oder 32, oder 47), für Jupiter 83 (oder 71) Jahre; dies entspricht durchaus dem thatsächlichen ungefähren Wiedererscheinen der Planeten in ihrer scheinbaren Bahn.

3) EPPING, Zeitschr. f. Assyr. V 284.
4) A. a. 0. 286.
5) Über das astronomische Maass s. später.
6) Epping, Zeitschr. f. Assyr. V 341, VI 89 u. 217.

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