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Südwärts von Caeciliana setzt sich, um dies hier gleich einzuschalten, der Weg der tab. Peut., vermutlich immer am Euphrat entlang, in folgender Weise fort: ,,Caeciliana - 14- Bethamali – 13 -- Serre --8-- Apammari „

--18-Eraziha". Auf dieser Strecke findet sich auf den Karten eine Strasse nicht verzeichnet, und so können wir nur vermutungsweise die Zwischenstationen in den auf der tabula genannten Entfernungen längs des Euphratufers abtragen, wobei dann ,,Betha mali“ (= Bethammaria ) bei Ptol. V 15) etwa mit Ķara Menbig,') wo CHESNEY (siehe seine Karte I) und Sachau Ruinen sahen, oder mit den auf CHESNEYS 3. Karte und R. KIEPERTS Karte ein wenig nördlich davon aufgezeichneten römischen Ruinen zilsammenfällt, während für Serre (l'éoon Ptolem. I. c., wohl das Néoon des Hierokles S. 713 Wess.) 3) und A pa m maris ('Apiuapa bei Ptolem. I. c.) keine Ruinenstätte namhaft gemacht werden kann.

Era giza (so Ptol. I. c., tab. Peut. Eraziha)') endlich fällt dann ungefähr auf die Ruinen von Abě ļIanājā, wo es bereits auf Sachaus und und R. KIEPERTS Karte lokalisiert wird.

Die Wegstrecke der tabula am Euphrat also, wie sie sich aus den beiden Teilwegen Caeciliana-Zeugma und Caeciliana-Eragiza zusammensetzt, geht von Zeugma über (Europos), Caeciliana, „Bethamali“, Serrhai, Apammaris nach Eragiza. Ganz ähnlich ist die beim geogr. Rav. II 15 S. 87, 11-14 beschriebene Strecke: ,,Europa-Celciliana-Pamanari -Ierapolis“, nur dass sie von Pamanari (= Apammaris) aus westlich sich

, in einer scharfen Rechtsbiegung nach Hierapolis wendet. Auch Ptolemaios (V 15.14) bezeichnet durch die Ortschaften Zevyua, EŬownOS, Καικιλία, Βηθαμμαρία, Γέρρη, 'Αρίμαρα, Εραγίζα dieselbe Strecke.

Über das Euphratthal auf dieser Strecke ist nach Herrn Sachaus persönlicher Mitteilung nachzutragen, dass es hier breit und wiesenreich ist und von Arabern, die Schafzucht treiben, bewohnt wird. Die Berge, die nach Plutarch“) das Ufer begleiten, findet man auch auf den Karten

1) Ob der Ort „Bemmari Canna“, den das itin. Ant. S. 190, 3 Wess. zwischen Zeugma und Edessa nennt, nur zufällig an Bethammaria anklingt oder ob diese Namensähnlichkeit besondere Gründe hat, weiss ich nicht.

2) Über frühere Identifizierungen von Bethamalis siehe S. 471 Anm. 4; AssEMANI, Bibl. or. II cap. 9 s. v. identifizierte es mit Amoria.

3) Die Stadt dürfte richtig Serrhai heissen (so schon Ritter, X. Abt., S. 1000) und ich vermute, dass sie wie so viele andere (siehe oben S. 455 f.) nach der gleichDamigen makedonischen Stadt benannt worden ist, die sich allerdings erst in später Zeit nachweisen lässt. (Vgl. Forbiger in Paulys Realencykl. VI I S. 1079 s. v.)

4) Vgl. Ritter, Abt. X, S. 1000; den heutigen Ort Rajik, mit dem er Eragiza gleichsetzt, findet man auf R. KieperTS Karte nicht. Die auf der tab. Peut. ferner noch angegebene Entfernung Hierapolis-Eragiza m. p. XXV = km 37,5 stimmt zu der durch Nachmessung auf der Karte gewonnenen nicht, es sind mindestens 50 km. Wie Benzinger bei P. W. I Sp. 2666 dazu kommt, Eragiza auf die Strasse von Hierapolis nach Zeugma zu verlegen, verstehe ich nicht.

5) Crassus c. 21: απωτάτω του ποταμού και των υπωρειών.

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angedeutet. Von Veskene an wird das Ufer unfruchtbar und unwirtlich. Auf den nach der Ostbiegung des Euphrat am Südufer des Flusses sich hinziehenden Strassenzug mit seinen meist als Flussübergang wichtigen Orten Barbalissos, Obbanes (S. 475 Anm. 7), Thapsakos und Sura habe ich meine Untersuchungen nicht ausgedehnt; das Ziel desselben ist die wieder am Vordufer des Flusses liegende Stadt Nikephorion.')

Ich wende mich nunmehr zu den von Hierapolis aus ins Innere des Parallelogramms führenden Routen. Das itin. Antonini bietet folgende zwei Ansetzungen:

S. 191, 8—192, 3 W'ess.: Hierapoli 10 — Thilaticomum 15 Bathnas (Bathas, Bathanas vv. ll.) — 15 — Edissa.

S. 192, 4–193, 1 Wess: Carris — 30 — Bathnas (Bathas, Bathanas, Btlinas vv. ll.) — 22

- 22 - Thilaticomum – 31 — Hierapoli. Es werden also zwischen Hierapolis—Thilatikomum und Thilatikomum-Bathnai (in Osrhoene, Serūỹ, siehe oben S. 450-453) in jeder der Routen verschiedene Entfernungen angegeben; richtig können nur die an zweiter Stelle angegebenen sein, da die Entfernung von Menbig Hierapolis bis Serūğ Bat(h)nai nach der Karte in Luftlinie fast 70 km ist, die Entfernungen des Itinerars nach der ersten Route hierfür nur 25 m. p. = 37, km ergeben, während die Entfernung nach der zweiten Route, 31 + 22 = 53 m. p.= 79,5 km, zu einer Luftlinie von 70 km passt.

Um mit dem Itinerar von Hierapolis nach Batnai (Bathnai) zu gelangen, ist eine Überschreitung des Euphrat notwendig. Auf diesem Wege liegt am passendsten zum Übergange Caeciliana -ķal at in Nüğm (vgl. oben S. 472), und wenn wir über diese Stadt den Weg HierapolisBatnai leiten, so stimmt die auf der Karte nachgemessene Entfernung (80 km) auch vorzüglich zu den Angaben des Itinerars (79,5 km), und wir vermögen Thilatik om u m?) seiner Entfernung von Hierapolis und Batnai entsprechend einzutragen, wobei es etwas nordöstlich von ķal'at in Nism auf das östliche Euphratufer zu liegen kommt.) Die Route des Itinerars zieht sich also, den Euphrat vermutlich bei ('aeciliana überschreitend, jenseits in nordöstlicher Richtung durch das Land Anthemusia-Serūğ über Thilatikomum bis Batnai hin, wo sie den oben (S. 448 ff.) beschriebenen Weg Zeugma-Karrhai kreuzt.

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1) Vgl. über sie oben S. 467f.

2) In der notitia dign., or. XXXV werden Tbillazamana (Z. 21), Thillacama (Z. 27) und Thillaamana (Z. 32) erwähnt; einer von diesen Orten dürfte Thilatikomum sein, vgl. Böcking zu den citierten Stellen der notitia und Wesseling, itineraria S. 192.

3) MANNERTS Identifikation von Anthemusias mit Thilatikomum ist bereits oben S. 455 Anm. 1 abgewiesen; Riiter Abt. X S. 997 hat es dagegen richtig auf das linke Euphratufer in einiger Entfernung vom Flusse gesetzt. H. KIEPERT (Karte von 1858) hat es ebenda, aber seiner nördlicheren Ansetzung von Caeciliana entsprechend zu weit nördlich eingetragen.

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Den eben geschilderten Marsch legte der Kaiser Julianus auf seinem Perserkriege im Jahre 363 zurück 1): von Antiochia nach Hierapolis gelangt (siehe oben S. 471), überschritt er auf einer Schiffbrücke, vermutlich bei Caeciliana, den Euphrat ?) und gelangte nach wenigen Tagen ) nach Batnai, von wo er sich nach Karrhai und weiter nach Nikephorion begab (s. oben S. 460, 461 mit Anm. 1).“)

Ähnlich ist der Weg von Syrien nach Babylon, den Strabo XVI 748, vgl. oben S. 454 Anm. 4, andeutet, nur dass der Euphratübergang hier nicht bei Caeciliana, sondern weiter nördlich an einer 4 schoeni von Hierapolis entfernten Stelle des Ufers, also etwa beim Einfluss des Sağūr in den Euphrat unweit Oscherije, stattfindet.

Von Batnai aus setzt sich die nordöstliche Querroute nach Edessa fort, vgl. itin. Ant. 192, 2—3 Wess.") Diese Strecke des Weges benutzte der Kaiser Traianus im Jahre 115, als er von Batnai nach Edessa marschierte (vgl. oben S. 457 Anm. 2), ferner auch der Perserkönig Chosroes, als er nach der Einnahme Antiochias im Jahre 540 von Syrien her in Osrhoene einfiel.") Er hatte, von Apamea über Chalkis kommend, den Euphrat bei Obbanes") überschritten, war dann wohl am Euphrat entlang und erst etwa von Caeciliana an sich dem Innern zuwendend, vielleicht auf der eben besprochenen Strasse des Itinerars — bis Batnai gekommen und zog von hier in grösster Schnelligkeit, nämlich in einem einzigen Tagemarsche,) nach Edessa. Von hier wandte er sich dann“) auf bekannter Strasse 10) nach Karrhai, von hier aus nordöstlich nach Konstantine.

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1) Vgl. Zosimos III 12, Ammianus Marc. XXIII c. 2 und 3.

2) Mannert, S. 201 vermutete, Julian habe den Fluss bei Bethamalis überschritten, doch liegt dies zuweit südlich und würde einen grossen Umweg bedeuten.

3) Zosimos III 12 berichtet, von Hierapolis nach Batnai sei ein Tagemarsch (uóvas ñuépas), was wegen der Entfernung (53 m. p. nach der tab. Peut.) nicht angeht; es liegt wohl ein Irrtum in seiner Quelle, dem Tagebuche des Magnos von Karrhai, vor (vgl. S. 461 Anm. 1). 4) Den ganzen Marsch von Hierapolis nach Karrhai veran

anschlagt Sievers (Studien S. 243, wo durch Druckfehler Heliopolis statt Hierapolis gesagt ist) auf zwei Tage, offenbar viel zu gering, da es 83 m. p. sind.

5) Die dort angegebene Entfernung ist wie die übrigen in dieser Route - siehe oben S. 474 viel zu kurz (15 m. p. = 224, km statt etwa 40 km).

6) Vgl. Prokop, de bello Persico II 12.

7) Dieser anderwärts nicht genannte Übergangsort lag nach Prokop 1. c. 40 Stadien 7,2 km von Barbalissos entfernt. Da in dieser Entfernung von Barbalissos (= ķalat Bālis) das heutige Būlis liegt, mag hier vielleicht das alte Obbanes zu suchen sein.

8) Es sind nach der Karte etwa 40 km, welche nach Prokops Schätzung (de bello Vandalico I 10: ein Tagemarsch sei 210 stadia 37,8 km) einen starken Tagemarsch darstellen.

9) Vgl. Prokop, bell. Pers. II 13. 10) Siehe oben S. 449.

176 K. Regling, Zur histor. Geographie d. mesopotamischen Parallelogramms.

Nun noch ein paar Worte über die in arabischer und heutiger Zeit quer durch das Parallelogramm führenden Routen; der Weg des Ibn Sa'id bei Abulfeda ): Überschreitung des Euphrat bei Nadjm

kal' at in Vigm = ('aeciliana, dann à une forte marche“ nach Baddāya, das also etwa der Lage von Thilatikomum entspricht, dann nach Saroud; Serūğ= Batnai-Anthemusias, von dort nach Ilarran = karrhai, entspricht genau der antiken Route. Der Weg bei DE GOEJE) von Harran über Serūỳ nach ḥara-Venhiğ (= Betamalis?), wo der Euphrat überschritten wird, weicht hinsichtlich der Übergangsstelle etwas ab. Von modernen Reisenden ist Etting“) ebenso gereist wie Ibn Sa īd angiebt: Generalkonsul SCHRÖDER) überschritt (i. J. 1890), von Edessa über Eski-Serūs kommend. den Euphrat nördlich von ķal at in Nigm beim Gebel il Hammām und wendete sich dann nach Bumbuġ- Venbig Hierapolis. Freiherr v. OPPENHEIM zog auf seiner zweiten Reise.5) von Aleppo über il Bab (Hierapolis im Norden liegen lassend) zum Euphrat, den er bei Jas ūdije (südlich von ħ ara-Venbiġ) überschritt; von hier marschierte er am Flusse aufwärts bis Serin, von wo er auf bisher unbetretenem Pfade sich zur Belich-Quelle begab.

Zum Schlusse will ich kurz den Verlauf und einige der wichtigeren Punkte meiner Untersuchung herausheben: von den beiden wichtigen Verkehrsadern des nördlichen Teiles unseres Parallelogramms, den Strassen Zeugma-Edessa und Zeugma-Karrhai ausgehend. rerweilte ich länger bei der Stadt Batnai - Anthemusias - Serūġ, um die Identität dieser drei Orte festzustellen. Dann zur Betrachtung der Strasse Edessa - Karrhai-Nikephorion übergehend, habe ich auf die Schilderung des Flusslaufes und der (ferstrecken des Belich und seiner Zuflüsse besonderen Wert gelegt. Dadurch auf die Satur des Landes zwischen Euphrat und Belich geführt, suchte ich an der Hand der neueren Berichte die Beschaffenheit dieser südlichen Strecke darzulegen. Sodann bildeten die westliche Zugangsstrasse - bei welcher Gelegenheit die vier verschiedenen Bathnai einer Sichtung unterzogen wurden - und die Wege von Hierapolis nach Zeugma und von Zeugma am Euphrat entlang bis Eragiza, wobei mir die Festlegung von Caeciliana besonders wichtig erschien, endlich die Querrouten von Hierapolis nach Batnai und Edessa den Gegenstand der Betrachtung

1. Übers. v. Renaud, Bd. II, S. 12.
? Bibl. geogr. II, S. 157.
3) Tagebuch einer Reise in Inner-Arabien, Leiden 1996, siehe die Karte dazu.

4) Seine Route eingezeichnet auf R. KIEPEBTs Karte, siehe dessen Bemerkungen in v. Oprennenms Reisewerk II, S. 39.2.

J! Vgl. Zeitschr. d. Ges. für Erdkunde XIIVI, 1901. S. 81 2 und die Karte dazu.

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Mitteilungen und Nachrichten.

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Praefecti Aegypti unter Commodus.

Von Paul M. Meyer. Im Journal of Hell. Stud. XXI (1901), 275 ff. veröffentlicht J. G. MILNE eine Inschrift aus Sakha (Xois), die sich jetzt im Gizeh-Museum in Kairo befindet (n. 9288). Die Schlusszeilen lauten nach seiner Lesung:

v. 15: [..... ..]ρινου επάρχου Αιγύπτου

επιστρατηγούντος Αυρηλίου 'Ιάσονος

στρατηγούντος 'Αρτεμιδώρου ν. 18: έτους και επείφι. Die Inschrift ist also datiert (wie v. 1 ff. zeigen) vom 10. Epiph des 21. Jahres des Commodus, also vom 25. Juni 181 p.

Chr. Der Name des praefectus Aegypti ist wie der des Kaisers eradiert.

Nun zeigt uns ein Papyrus (Griechische Urkunden des Berliner Museum [BGU] 847), der einen fragmentierten Auszug aus dem tóuos įrıxpigemv des praef. Aeg. enthält, als Präfekten in den letzten Monaten des 23. Jahres des Commodus (Mai bis August 183) Veturius Macrinus, den die vita Didii Juliani (7,5) als praef. praet. im Jahre 193 nennt (s. meine Ausführungen Berl. Phil. Wochenschr., 23. Febr. 1901). Sein Name ist v. 15 zu ergänzen:

επί [Ουετουρίου Μακρίνου επάρχου Αιγύπτου. Veturius Macrinus ist also praefectus Aegypti mindestens vom Juni 181 bis August 183.

Danach kann der CIG. 4683 Add. p. 1186 genannte Präfekt nicht, wie bisher angenommen, in diesen Jahren fungiert haben. SEYMOUR DE Ricci vermutet mit vollem Recht in einer brieflichen Mitteilung an mich, dass sein Name Tlourovíov Davoravoở zu lesen sei. Es ist also Pomponius Faustini)anus, Πομπωνίου Φαυστιανού der auch O.xyrhynchus Papyri II n. 237 VI, 32 ff.; VII, 6 (Januar bis Juni 186), BGU. 842 (September 187) und Amherst Papyri II n. 79 (c. 186) genannt ist.

Ebensowenig kann an der Datierung des Präfekten Flavius Priscus, den ich') in das Jahr 181 p. Chr. gesetzt, festgehalten werden. Die einzige Urkunde, die seinen Namen nennt, ist BGU. 12 aus dem 22. Jahre des Commodus 181/182 p. Chr. Hier wird v. 12 ff. ein Schreiben von ihm erwähnt, das an den Vorgänger eines in diesem Jahre amtierenden irrurnentńs gerichtet ist. BGU. 12 beweist also nicht im geringsten, dass Priscus damals noch praef. Aeg. war. Die oben behandelte Inschrift aus Xois zeigt, dass er es damals

1) Heerwesen der Ptolemäer und Römer, S. 146. Beiträge z. alten Geschichte 13.

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