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sich, dass der Herzog Erich den Herzog Georg zu Sachsen um seine Vermittelung anging, die Fehde beizulegen.

Die Nachrichten über Siegmund enden mit der Angabe, dass er bei dem glänzenden Turnier, welches Kurfürst Joachim I. von Brandenburg und Herzog Heinrich von Mecklenburg Ende Februar 1509 zu Neu-Ruppin abhielten, als Stabelherr *) fungirte. Später finden wir ihn als Schwarzburgischen Rath und Rentmeister zu Arnstadt, wo er 1556 starb.

Seine Gemahlin war Maria von Dachröden, die vor ihm gestorben sein muss; es überlebten ihn nur seine beiden Töchter Catharina und Anna Maria, von denen erstere an Christph von Dürfeld, Dr. jur., Fürstlich Sächsischen Hofrath und Professor zu Jena, später Assessor des Kammergerichts zu Speier **), letztere an Valentin Voigt zu Salzburg ***) vermählt war.

c. Christoph von Witzleben

und seine Nachkommen.

Von Christoph von Witzleben wissen wir weiter Nichts, als dass er 1514 und 1516 über Wölfis mitbelehnt wurde und 1519, wie sein Vater, Amtmann zu Weissensee war. Sein Sohn war

Benedict von Witzleben,

gewöhnlich nur ,,Dictus" genannt, welcher 1530 zum Gefolge des Kaisers Ferdinand auf dem Reichstage zu Augsburg gehörte, 1547 aber unter dem Herzoge Moritz von Sachsen mit 6 gerüsteten Pferden und 1 Tross (Rüstwagen), die das Amt Weissensee stellte, in der Schlacht bei Mühlberg focht. Er besass das Gut Dorfgriefstedt im Amte Sachsenburg (wohl zu unterscheiden von der Kommende Griefstedt) und starb 1569 mit Hinterlassung einer Wittwe Anna, eines Sohnes und dreier Töchter. Von den

*) Der Stabelherr (mit einem Stabe versehen) hatte bei den Turnieren auf Ordnung und strenge Befolgung der Turnier-Gesetze zu sehen.

**) S. eine Urkunde von 1564 im Archiv zu Sondershausen, und Dreyhaupt, Saalkr. II. Beil. B. p. 38. Nach letzterem wäre sie des Professors dritte Gemahlin gewesen, dem aber die angeführte Urkunde widerspricht.

***) Salver, Proben des hohen teutschen Reichsadels p. 562, Hattstein I. p. 1751.

letzteren war eine im Jahre 1580 an Wolf Schieferdecker*) zu Dorfgriefstedt vermählt. Der Sohn,

Hans von Witzleben, war zu West-Greussen angesessen (1584) und starb 1595 mit Hinterlassung einer Wittwe.

2. Die Söhne Gangloffs von Witzleben,

Rapbael und Christoph.

1544—1552.

Raphael von Witzleben.

Raphael und sein Bruder Christoph hatten ihren Vater verloren, als sie noch unmündige Knaben waren. Die Heimburgen (Schulzen) zu Wölfis benutzten die Zeit der Unmündigkeit der Jungherren, sich Felder der Herrschaft anzueignen, weshalb die Brüder 1547 Klage bei den Herzögen Johann Friedrich d. M. und Johann Wilhelm von Sachsen führten und Regulirung der Aecker erbaten. Diese Streitigkeiten und vielleicht auch andere Gründe mochten die Veranlassung sein, dass beide Brüder um 1567 Wölfis an Wolf von Lichtenberg verkauften. **)

Für Raphael war diese Lossagung vom väterlichen Erbe weniger nachtheilig, als für seinen Bruder Christoph, denn Raphael war Amtmann zu Ilmenau und hatte also eine gesicherte Stellung.

Wir haben von Raphael nur noch eine Nachricht aus dem Jahre 1565. Am 23. Februar dieses Jahres schrieb er nämlich an den Herzog Johann Friedrich d. M. von Sachsen. „Asmus vom Stein zum Liebenstein hat meine Muhme Sibilla, Hans von Harras Tochter, zu Schanden gemacht und sich damit nicht begnügt, sondern auch seinen Sohn Georg gegen mich so weit angereizt, dass dieser gesagt, er wolle mir den Leib entzwei schlagen und eine Kugel durch mich schiessen. Obwohl ich mich nun seiner Person allein nicht fürchte, so ist er mir doch alletage zu stark geritten. Es ist mir auch wegen meines Weibes und eilf lebender Kinderlein ungelegen, so ich ihm, oder er mir einen Schaden zufügerr oder Einer

*) Adliches Geschlecht im Amte Sachsenburg.
**) Gleichenst. Tab. d. v. Lichtenberg in Rud. Gotha Diplom.

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den Andern unter die „geul" schiessen sollte. Ew. Fürstl. Gnaden bitte ich deshalb unterthänigst, Georg Ernsten vom Stein zu bedeuten, dass er sich gegen mich und die Meinen an Gleich und Recht genügen lasse. Hat er mich alsdann zu besprechen, will ich ihm zu Gleich und Recht vor E. F. G. stillestehn.“

Raphael vermählte sich um das Jahr 1540 mit Catharina von Dachröden, der am 4. August 1525 gebornen Tochter von Wittich von Dachröden auf West-Greussen und Catharina von Brühl aus Gangloff-Sömmern, *) aus welcher Ehe, wie er selbst sagt, 1565 eilf Kinder lebten.

b. Christoph von Witzleben.

Christoph war ein unruhiger aber tapferer Geselle.

Im Jahre 1547 war er dem Kurfürsten Johann Friedrich mit 5 Pferden gefolgt und hatte sich als tapferer Kriegsmann erwiesen, aber auch schweren Verlust erlitten. Deshalb schrieb er am 27. August 1547 an den Kurfürsten Johann Friedrich und den Herzog Johann Wilhelm von Sachsen: dass er dem Kurfürsten in diesem Jahre mit 5 Pferden gedient und keine Besoldung empfangen und bisher auch nicht begehrt habe. Er sei aber durch das unvorhergesehene Ende des Krieges (Schlacht von Mühlberg) in grossen Schaden und Schuld gerathen und an dem Tage, als er aus der Besatzung von Gotha nach Haus geritten, sei ihm ein Gaul „uffstützig“ geworden und bald darauf gestorben, was ihm als einen armen jungen Gesellen sebr schädlich sei. Er bittet nun nicht um Ersatz, sondern um die bereits erwähnte Regelung der gutsherrlichen Felder in Wölfis mit den Heimburgen und verspricht dagegen, dem Kurfürsten mit einem gerüsteten Pferde und auch sonst mit Leib, Ehr und Gut alle Zeit willig zu dienen.

Die Angelegenheit muss aber nicht nach Wunsch ausgefallen sein, denn Christoph sah sich genöthigt, seine Güter auf etliche Jahre „auszuthun“ und bat nun am 25. Januar 1550 den Herzog Johann Friedrich den Mittlern, ihm mit etlichen Pferden dienen zu dürfen oder zu erlauben, dass er sich bei einem andern Fürsten Unterhalt suche. Das Letztere muss ihm gestattet worden sein, denn wir sehen ihn 1552 als niedersächsischen Kreisoffizier unter dem Grafen Vollrath von Mansfeld.

*) König Ad. Hist. I. 170 u. 182.

Wir erkennnen aus diesem Fall, wie wir auch später bei Georg Philipp (aus der alten Wolmirstädter Linie) sehen werden, dass im 16. Jahrhundert Einzelne aus dem Witzleben'schen Geschlechte gleich vielen andern ihrer Standesgenossen sich als Söldner ihren Unterhalt zu erwerben suchten.

Wie lange Christoph im Dienst des Grafen von Mansfeld blieb, wissen wir nicht. Wir finden ihn im Jahre 1553 wieder und zwar in guter Gesellschaft, als er mit gewaltthätiger Haud den Kaufmann Johann Schrötter aus Chemnitz anfiel und ihn seiner Kaufmannsgüter, seines Wagens und seiner Pferde auf der Strasse nach Erfurt, unweit des Ortes Heubach, beraubte. Das betreffende Actenstück ist im Weimarischen Archive leider nicht mehr vorhanden, und aus dem Dresdener Archiv erfahren wir nur, dass der Kurfürst August sich seines Unterthans annahm und die Sache untersuchen liess. Christoph bat dagegen am 11. November 1554 um Verschiebung des Termins, worauf endlich der Kurfürst seine Vettern, die Herzöge von Sachsen, Ende 1558 ersuchte, dem Kaufmann zum Ersatz seines Schadens zu verhelfen.

Von dem Kurfürsten Moritz hatte Christoph 622 Fl. geborgt, war aber in der Rückzahlung der Schuld so säumig, dass der Nachfolger Moritz's, der Kurfürst August, am 4. Februar 1556 den Befehl an den Amtsverweser zu Wachsenburg und Ichtershausen erliess, Christoph in Haft zu bringen. Die Angelegenheit wurde jedoch vorläufig dadurch erledigt, dass sein Schwager in Erfurt, wahrscheinlich ein Herr von Germar, sich mit 500 Fl. für ihn verbürgte, auf welche Nachricht Kurfürst August am 5. März 1556 wenig liebevoll schrieb: „Es wäre mir lieber gewesen, ihr hättet ihn handfest gemacht."

Noth und Sorge, vielleicht auch das wüste Leben mochte schädlich auf Christophs Gesundheit eingewirkt haben, wie wir aus einem Schreiben seiner Frau, Katharina geb. von Germar, vom 11. Februar 1559 an den Herzog Johann Friedrich d. Mittlern erkennen. Frau Katharina schrieb: ,,Mein lieber Hauswirth Christoffel von Witzleben ist leider Gott dem Allmächtigen sei es geklagt ein armer, lahmer, kranker Mensch geworden, deshalb bitte ich demüthiglich, E. F. G. wollen meinen armen kleinen unerzogenen Kindern, deren Anzahl durch des Allmächtigen Gnade ziemlich gross ist, Asmus von Stein und Veit von Wangenheim zu Vormündern gnädigst verordnen, bis Gott meinem Hauswirth seine Gnade wieder verliehen hat. Gott dem Allmächtigen sei es geklagt, dass etliche Personen meinen armen kranken Hauswirth um die Strümpfe, so noch

vorhanden sind, bringen möchten. Es ist auch mein Hauswirth neulich von etlichen Personen durch Richter und Landsknecht und Andere, als ob er ein Mörder und anderer Vebelthäter wäre, arg geplagt worden."

Die letzten Nachrichten über Christoph sind vom Jahre 1581 (s. II. Thl. S. 141); er überlebte daher seine Frau, welche bereits vor 1568 verstorben war, um viele Jahre.

Unter seinen nachgelassenen Kindern haben wir nur von Jobst Heinrich und Salomon Nachrichten, welche wir am Schlusse des Abschnittes mittheilen werden.

3. Die Nachkommen Raphael's von Witzleben,

des Amtmanns zu Ilmenau.

1582-1681.

Raphael hatte mit seiner Frau Katharina von Dachröden elf Kinder, von denen wir aber nur die auf der Stammtafel angegebenen kennen. Dass Hans Gangloff ein Sohn Raphael's .war, vermuthen wir, weil nach dem Tode seiner Söhne Philipp Dietrich und Hans Adam das von ihnen besessene Gut Höchstedt (in der Gegend von Wunsiedel gelegen) an Johann Casimir und Hans Albrecht von Witzleben fiel und diese Enkel Raphael's waren. Die Nachrichten über Hans Gangloff enden mit dem Jahre 1574. Acht Jahre später wurden die andern vier Söhne Raphael's: Raphael, Poppo, Heimart Daniel und Maximilian von Witzleben 1582 von Henneberg mit Martinrode, Neusis, Heida, Schmerfeld, dem grossen Spiegel- und Zirelberg belehnt, und erhielten so die Anwartschaft auf die im Besitz der Liebensteinischen Linie befindlichen Güter.

Von Maximilian und Poppo wissen wir Nichts, als was die Stammtafel angiebt. Heimart Daniel kaufte im Jahre 1594 von Jobst von Merlau „die Geba”, ein Dörfchen nebst Wüstung 2 Stunden westlich von Meiningen, und besass ausserdem 1603 das 1', Stunde westlich von Ostheim, an der Strasse von Kaltennordheim nach Würzburg gelegene Dorf Urspringen. Letzteres wurde 1608 Schulden halber gerichtlich verkauft, während Geba nach seinem kinderlosen Tode der Herrschaft Henneberg heimfiel. Heimart Daniel war mit einer verwittweten von Bastheim vermählt.

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