Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

lichen Urkunden über das Herkommen (Abkunft) Eurer Grossmutter, nach denen man den verlangten Ausweis hätte zusammenstellen und attestiren können, nicht mitgeschickt habt, und so unfleissig und nachlässig mit dieser Sache umgehet. Doch wenn Ihr jene Urkunden an die Regierung zu Dresden gesendet werdet haben, soll Euch die Legitimation daselbst verfertigt und hernach von Uns Euch zu Gnaden vollzogen werden.

Doch scheinen beide Brüder eine bedeutende Erbschaft nicht erhoben zu haben, denn Eitel Fritz, welcher in der Theilung Schönewerda erhalten hatte, kam in seinen Vermögens-Verhältnissen so herunter, dass er sich am 10. August 1584 für bankrott erklärte und seine Güter seinen Gläubigern, deren hauptsächlichste seine Neffen gewesen zu sein scheinen, abtreten musste.

3. Die Vettern Hans Friedrich, Georg Philipp and

Georg Friedrich von Witzleben.

Von den vier oben besprochenen Brüdern hatten nur zwei, nämlich Hans Friedrich und Georg, Lehnserben. Die Söhne des Erstern waren Hans Friedrich und Georg Philipp, während Georgs Sohn Georg Friedrich hiess. Alle drei Vettern besassen Wolmirstedt und Schönewerda derart gemeinschaftlich, dass Georg Friedrich die eine Hälfte, seine Vettern aber die andere Hälfte, wie sich ihre Väter getheilt, inne hatten.

Das Vermögen der Einzelnen, namentlich der beiden Brüder, war nicht sehr bedeutend, deshalb nahm Georg Philipp Kriegsdienste und liess sich 1587 von dem Kurfürstlich Sächsischen Rittmeister Wolf von Carlowitz in dessen 300 Reiter auf Wartegeld*) anwerben.

Hans Friedrich scheint ruhig in Wolmirstedt geblieben zu sein. Am 4. Juni 1591 wurde er aber auf offener Landstrasse zwischen Buttstedt und dem eine Stunde nördlich davon gelegenen Hardisleben durch einen Büchsenschuss meuchlings getödtet. Sein Bruder Georg Philipp leitete nun in seinen Gerichten zu Wolmirstedt gegen den Mörder, für den er seinen Vetter Georg Friedrich von Witzleben hielt, einen peinlichen Prozess ein und liess die betreffende Citation in Wolmirstedt Ende Juli öffentlich an

*) Wartegeld wurde, wenn ein Frieden geschlossen war, der voraussichtlich nicht lange dauerte, gegeben, damit die Wartegeld-Empfänger sich nicht anderweit anwerben liessen.

schlagen. Beim Kurfürsten klagte er seinen Vetter Georg Friedrich direct der Entleibung Hans Friedrichs an. In Folge dessen erhielt der Schösser zu Eckartsberga am 11. September den Befehl, sich bei dem Schösser zu Hardisleben genau nach den näheren Umständen zu erkundigen und besonders bei Georg Philipp nachzuforschen, wo Georg Friedrich von Witzleben, der nach der That geflohen zu sein scheint, anzutreffen sei. Nachdem der Prozess noch lär gere Zeit gespielt hatte, müssen sich doch mildernde Umstände für Georg Friedrich herausgestellt haben, da von einer Bestrafung desselben nirgends die Rede ist, er vielmehr ungehindert im Besitz seiner Güter blieb.

Georg Philipp verliess aber Wolmirstedt und lebte 1593 in Stassfurt, wo er sich mit Maria von Hitzacker, der Wittwe Albrechts von Halk *) auf Gatterstedt, vermählte, die ihm ein Salzgut in Stassfurt zubrachte. Später jedoch begab er sich wieder nach Wolmirstedt, obgleich sein Theil dieses Gutes bereits seit 1577, also noch von seinem Vater her, unter Sequestration stand.

Mit der anderen, Georg Friedrich, (welcher 1594-95 zu Schönewerda wohnte,) zugehörenden Hälfte war dies noch nicht der Fall, obgleich derselbe auch oft wegen Schulden verklagt wurde, so u. a. von dem Kurfürstlichen Hauptmann Philipp Wilhelm Münch zu Weimar (dem Stiefvater Wolf Dietrich’s von Witzleben zum Wendelstein).

Später müssen sich Georg Friedrich von Witzleben ziemlich bedeutende Hülfsquellen eröffnet haben, denn er begann seinen Grundbesitz durch Ankauf neuer Stücke zu vergrössern. Im Jahre 1595 kaufte er von Barthel Lauterbach zu Bucha 11 Hufen Land in der Nähe von Bucha und bald darauf noch 5 freie Höfe zu Wolmirstedt.

Im Jahre 1596 vermählte sich Georg Friedrich von Witzleben mit Magdalena von Hessler, deren Bruder Hans Heinrich von Hessler Georg Friedrichs Schwester Maria geheirathet hatte.

Während es Georg Friedrich gelang, seine Vermögensverhältnisse zu ordnen, war Georg Philipp nicht so glücklich. Er versuchte es, da bei der seit 26 Jahren stattgefundenen Sequestration seines Antheils von Wolmirstedt seine Gläubiger keine Befriedigung gefunden, 1603 mit der Verpachtung desselben, aber auch dieser Weg rettete ihn nicht. Nach und nach musste er zur Befriedigung der Gläubiger seine letzten Mittel, selbst die aus

*) Von ihm soll der im 30jährigen Kriege bekannte Holk (Holk'sche Jäger) abstammen.

stehenden Ehegelder seiner Gemahlin anwenden; und als auch diese nicht ausreichten, den vollständigen Ruin abzuwenden, trat er in einem am 23. October 1609 von dem Kurfürsten Johann Georg I. zu Sachsen bestätigten Vertrage seine sämmtlichen Güter zu Wolmirstedt seinem Vetter Philipp Heinrich von Witzleben zum Wendelstein ab. Er zog sich nach Reinsdorf zurück, woselbst er wahrscheinlich durch seine Verwandten, denen von Eberstein und Bendeleben, ein Gut erworben hatte, und wird in sämmtlichen Lehnbriefen über Wolmirstedt und Wendelstein bis zum 1. Mai 1623 nur Georg Philipp von Witzleben zu Reinsdorf genannt.

Nach der alten Wolmirstedter Stammtafel starb er am 6. September 1626 mit Hinterlassung von zwei Söhnen, Philipp Christoph, der im Kriege in den Niederlanden gestorben ist, und Georg Dietrich, der 1634 im Schwedischen Kriege in einem Dorfe bei Augsburg gefallen und in Augsburg begraben ist. *)

Georg Friedrich von Witzleben, welcher wahrscheinlich auch dadurch, dass die verhältnissmässig vielen auf Wolmirstedt und Schönewerda beleibdingten Wittwen nach und nach gestorben waren, so wie durch Sparsamkeit und gute Wirthschaft in immer bessere Vermögensumstände gerathen war, verkaufte, um sich völlig zu arrangiren, Schönewerda, mit Ausnahme des Weinberges vor dem Holze zu Schönewerda, einiger Aecker neben demselben, des freien Winzerhäuschens und 40 Acker Wiesen, im Schönewerder Rieth gelegen, was Alles früher zu Wolmirstedt gehört hatte, im Jahre 1611 an Georg von Geusau, und kaufte statt dessen von seinem Vetter Philipp Heinrich von Witzleben zum Wendelstein jene Hälfte von Wolmirstedt, die dieser 1609 von Georg Philipp erstanden hatte, im Jahre 1611 wieder zurück.

Durch Contrakte vom 16. April 1611 und 8. Februar 1612 kaufte er ferner von Philipp Heinrich noch einige Gehölze bei Allerstedt, Zeisdorf und am Wetzelshain, so dass er mit Hinzurechnung der sogenannten Lauterbach'schen und Heinitz'schen Güter, welche jedenfalls früher zu Wolmirstedt gehört hatten, im Drange der Umstände aber von seinem Vater und dessen Brüdern nach und nach hatten veräussert werden müssen, nun das ganze Gut Wolmirstedt, wie es 100 Jahre früher der alte Ritter Dietrich von Witzleben innegehabt hatte, besass.

*) Wahrscheinlich hing das Gefecht, in welchem Georg Dietrich fiel, mit der Schlacht bei Nördlingen, in welcher Bernhard von Weimar von den Kaiserlichen geschlagen wurde (27. Aug. 1634), zusammen.

Doch war er nicht lange im Genuss dieses Besitzthums, da er bereits im Jahre 1618, kaum 50 Jahre alt, starb.

In einem im Besitz des Pastors Ragotzky zu Triglitz (eines bedeutenden Heraldikers) befindlichen Stammbuch des Caspar von Hanstein aus dem Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts befindet sich ein Blatt mit dem Wappen und der Unterschrift Georg Friedrich's von Witzleben vom Jahre 1608. Caspar von Hanstein hat ein Kreuz und die Notiz hinzugefügt: „Ist in der Under Pfaltz geblieben.“

Bei welcher Gelegenheit jedoch Georg Friedrich von Witzleben in der Unterpfalz blieb, ist nicht zu ergründen gewesen. *)

4. Georg Friedrich's von Witzleben Kinder und das

Aussterben der alten Wolmirstedter Linie.

1618—1651.

Georg Friedrich hinterliess vier unmündige Söhne, nämlich Wolf Dietrich, Georg Friedrich, Conrad Heinrich und Wolf Friedrich, und zwei Töchter, von denen Anna Magdalena 1617 an Franz von Trotha auf Würdenburg und Teutschenthal, Sachsen Eisenachschen Rath und Oberhauptmann zu Gotha, und Elisabeth Maria 1622 an Wolfgang Heinrich Bose auf Benkendorf und Delitz am Berge vermählt wurde.

Nur von Georg Friedrich können wir den Geburtstag: 8. Januar 1601, genau angeben: danach mögen also Wolf Dietrich etwa 1599, Conrad Heinrich 1602 und Wolf Friedrich 1603 geboren sein. Der Letztere war Cornet in dem Heere des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar, und wurde am 6. November 1632 in der Schlacht bei Lützen erschossen.**)

Fünf Jahre darauf, 16:37, wurde Conrad Heinrich „schändlicher Weise von einfallenden Reitern erschossen.“

1649 starb Wolf Dietrich, so dass nun Wolmirstedt wieder ganz in einer Hand, der des Rittmeisters (wie er bereits am 2. September 1641 genannt wird) Georg Friedrich von Witzleben, sich befand.

*) Einen Beweis, welchen Werth manche ältere u. selbst berühmte Werke für unsere Geschichte haben, liefert Peccenstein. Theatr. Sax., wo es p 303 heisst: „Jetziger Zeit (also um 1608) besitzet das Haus Wendelstein George Friedrich von Witzleben, ein junger männlicher Held. Statt George Friedrich muss es Philipp Heinrich heissen, und ist dies wohl nicht als Druck- oder Schreibfehler anzusehen.

**) Nach der alten Wolmirstedter Stammtafel.

Im Jahre 1651 starb endlich auch, 50 Jahre alt, der letzte Besitzer von Wolmirstedt aus der alten Wolmirstedter Linie, der Rittmeister Georg Friedrich von Witzleben, ohne Leibeserben*). Ueber den Verbleib der Lehnsgüter wird das Nähere in der folgenden Abtheilung gesagt werden. Das hinterlassene Allodial - Vermögen erbte Georg Friedrich's Schwester Anna Magdalena, verwittwete von Trotha, welche mit dem Vermögen aber auch die Schulden übernehmen musste. Sie gerieth deshalb mit den Lehnserben Georg Friedrich's in Streitigkeiten wegen von ihr zum Wiederanbau des Guts Wolmirstedt vorgeschossener Auslagen und wegen Separirung der Erbstücke; doch wurden beide Partheien durch den Schösser und Amtshauptmann zu Eckartsberga 1652 in Güte verglichen.

Zu der alten Wolmirstedter Linie gehört auch noch Sibylla Dorothea von Witzleben, welche sich in einem Schreiben d. d. Rossleben, den 21. Mai 1638, von der Kursächsischen Regierung ihren Vetter Philipp Heinrich von Witzleben zum Wendelstein zum kriegerischen Vormund erbittet, ,, damit er sich seiner nahe verwandten Muhme annehme.“ Wahrscheinlich war sie eine Tochter Georg Philipps von Witzleben zu Reinsdorf.

war verheirathet, wenigstens findet sich nirgends

') Keiner vier eine darauf bezügliche Notiz.

« ͹˹Թõ
 »