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stifts zu Querfurt eine Aufzeichnung aus dem Todtenbuch oder Mortuarium jenes Stifts, in der die Verluste, die Protz, edler Herr zu Querfurt und andere, darunter Dietrich von Witzleben (10), auf dem Zuge nach Aussig erlitten haben, detaillirt angegeben werden, und diese beginnt: Anno domini M. CCCC. xxvi am Suntage negst nach viti ist vnsser lieber Vater (der von Querfurt) leyder ausse vnd todtt blieben vor vssigk vnd hett vorloren etc.“ Der Sonntag nach St. Vitus war aber der 16. Juni.

In dieser Aufzeichnung finden wir auch die Angaben über den Verlust Dietrich's von Wiizleben (10), die wir hier folgen lassen.

Dietrich von Witzleben seeliger hat zuerst verloren einen braunen Hengst, den die Seinen auf 70 Fl. geschätzt haben, ferner einen blassen Hengst für 50 Fl. und ein rothes Pferd, das er selbst kaufte für 36 Fl. einen mailändischen Panzer für

15 einen Schurz

3 einen Eisenhut und eine Brust (Harnisch)

4 einen Beinharnisch

3 Vorstoln (Stulpen), Handschuhe und Koller

3 Jacke und Schwerdt

5 einen schwarzen gestickten Mantel

100 einen grünen mit Silber beschlagenen Mantel .

20 eine rothe Kogel (Rock mit Kaputze), worauf vier löthige Mark Silbers

20 einen doppelten Harrass - Mantel

6 einen grauen zweifachen Mantel

4 Hans Hesse, sein Knecht, hat verloren: einen Panzer

16 eine Harnisch - Kappe.

5 einen Brustharnisch und Eisenhut

3 einen Schurz und Koller

3 ein Schwerdt

1 eine Jacke und Vorstoln

5 einen rothen Harrass-Mantel und „ein bogschiess unter Jopen“ 5,

Hans Eberhard, sein Knecht, hat verloren: Jacken, Panzer, Schurz, Armbrust, Hut und Brust (Harnisch) 18 Fl.

Ciriacus, sein Knecht hat verloren: eine Jacke, Eisenhut und Armbrust 8 Fl. Auch haben seine anderen Knechte verloren Mäntel, Röcke und was sie sonst hatten. Die Summe des Verlustes wird auf 411 Fl.

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angegeben, wonach also die Mäntel, Röcke etc. der anderen Knechte zusammen 8 Fl. werth waren.

Ein Jahr nach dem Tode des Kurfürsten Friedrich des Streitbaren (4. Januar 1428), waren die Hussiten abermals in Meissen eingedrungen, verheerten das Land an den Ufern der Elbe bis in die Gegend von Magdeburg und eroberten viele Städte, darunter auch Alt-Dresden. Da ermannte sich endlich der Landgraf Friedrich der Friedfertige und es gelang ihm, mit 1000 Reitern die Hussiten wieder aus Alt-Dresden zu vertreiben, die aber nun um so grössere Verwüstungen im Lande anrichteten. Bei Leipzig, wo der Landgraf Friedrich, dessen Vetter der junge Kurfürst Friedrich II. (der Milde), der Erzbischof Günther zu Magdeburg *) und viele Grafen und Herren zusammengekommen waren, wurde nun ein grosses Heer versammelt. Trotzdem zogen die Hussiten, im Dezember 1429, über die Elbe und Mulde vor die Stadt Grimma. Der Landgraf Friedrich entsandte von Leipzig den Ritter Dietrich von Witzleben (11), den Sieger in der Feldschlacht von Brüx, mit einem Theil des Heeres zur Kundschaft aus, wobei Georg von Witzleben, Kerstan d. Ä. zu Berka Sohn, das Heerbanner trug.

Diese Schaar hoffte die Böhmen während des Futterns zu überfallen, wurde aber selbst von ihnen so überraschend angegriffen, dass Alle, die nicht auf der Wahlstatt blieben, als Gefangene in die Hände der Hussiten fielen. Diese stachen, wen sie erreichen konnten, von den Pferden, unter andern auch „den gestrengen Ritter er Ditherich von Witzceleibin (11), dez lantgrafin von Doringin rad, unde wart iemerlichen zcu houbin (zerhauen) unde dy ougin uz gestochin, unde er bleib den tag tod, als ein beddirman unde bie yme (bei ihm) Jorge von Wangeheym, Friderich Vitztum, unde andir vil Erbar man uss Doringin, unde Jorge von Witzceleibin von Berka der bestunt gar erbarlich mit syme banyr, unde wart gafangin.“ So erzählt Joh. Rothe in seiner thüringischen Chronik.

Den Tag des Gefechts bei Grimma haben wir nicht ermitteln können; es fand entweder in den letzten Tagen des Dezember 1429 oder in den ersten Tagen des Januar 1430 statt.

Dietrichs (11) Leichnam wurde nach Rossleben gebracht und in der dortigen Kapelle, an der Seite seiner Gemahlin, einer Vitzthum von Apolda, welche ein Jahr vor ihm gestorben und am Sonntag den 2. Januar 1429 begraben war, beigesetzt **).

*) In dessen Begleitung Christian d. J. (9) von Witzleben. **) Dominic. post Circumc. dom. 1429 beigesetzt. Stammtafel z. Wolmirstedt.

Bodenstein, der Rector der Klosterschule Rossleben, singt von Dietrich (11):

,,Schwarzburgs fröhliche Jugend gehorchte seinen Befehlen
In dem Gewühle der Schlacht und in dem Rathe daheim.
Dann auch führt er Geschwader hinaus des feindlichen Muths voll,
Gegen den bremischen Feind, jenen zu schlagen bereit.
D’rauf den Hussiten entgegen in Mavors (Mars) blutiger Feldschlacht
Führt er als Feldherr kühn Meissens herrliches Volk.
Lieber wollt er im Tode der Helden erringen den Nachruf,
Als beflecken den Ruhm in der entstehenden Flucht.
Ihn beweinten die Cinciaden und Quecroniaden,
Wo der Mulde Strom Grimma die weise benetzt.
Aber seine Gebeine bewahrt Rossleben die Jungfrau,

Fordernd, dass ewiger Ruhm blühe dem herrlichen Mann.“
Bodenstein vermischt in seinen Versen augenscheinlich zwei Personen.
Die ersten vier Verse beziehen sich auf den bei Aussig gefallenen Feld-
obersten Dietrich (10), der dort die Meissner anführte, während die letzten
Verse dem Ritter Dietrich (11) gelten.

Ausser den erwähnten Witzlebens nahm noch Friedrich, der Sohn des Ritter Dietrich's, an den Hussitenkriegen Theil, so dass das ganze Geschlecht, so weit es mannbar war, in diesem Kriege unter den Waffen gewesen zu sein scheint. Hat aber auch in allen grösseren Kriegen Witzleben'sches Blut die Blachfelder getränkt, in keinem haben so viele geblutet als in dem Hussitenkriege, in welchem acht Witzleben ihre Ehre mit ihrem Tode besiegelten.

Kerstan von Witzleben, von dem Biedermann *) sagt, dass er ein

IV. Abschnitt.

1422-1506.
a. Kerstan von Witzleben (13).

Kerstan, Christoffel und Friedrich

von Witzleben. der Bruderkrieg und das Kloster Memleben.

tapferer Cavalier gewesen und bei vieler Herren Höfe in grossem Ansehen gestanden habe, wurde im Jahre 1422, zugleich mit seinem Vater, mit Gütern zu Auerstedt belehnt.

Im Jahre 1437 war er Obermarschall des Herzogs Siegmund zu Sachsen, gab jedoch diese Stellung auf, als der Herzog den geistlichen Stand **) ergriff und 1440 Bischof zu Würzburg wurde und trat als Rath in den Dienst des Kurfürsten Friedrich II. und Herzogs Wilhelm III. des Tapfern und kommt als solcher zusammen mit seinem Vetter Friedrich von Witzleben in vielen Urkunden vor.

War Kerstan nicht im Dienste seiner Herren beschäftigt, so hauste er auf dem Wendelstein, für dessen weitere Befestigung er eifrig bemüht

Wahrscheinlich versah er die Burg auch mit dem Geschütz, welches wir später darauf finden, was wir aus einem Contracte über eine Lieferung

war.

*) Röhn u. Werra Tab. CCC L III.

Aus Liebe zu einer Nonne im Kloster Mildenfurt. S. Miller Annal.

von 200 Ctr. Kupfer, den er mit 2 Bürgern zu Eisleben und deren Ehefrauen 21. Dezember 1414 abschloss, entnehmen.

Diese Fürsorge war wohl überlegt, denn bald brach der unselige Bruderkrieg über Thüringen herein, welcher S. 48 u. ff. im Zusammenhange erzählt werden wird, während wir uns jetzt nur mit der Mittheilung begnügen, dass Kerstan anfänglich auf Seite des Herzogs stand, später jedoch die Partei des Kurfürsten ergriff.

Im Jahre 1451 starb Kerstan mit Hinterlassung eines unmündigen Sobnes, Namens Christoffel.

b. Christoffel von Witzleben.

1451 -- 1506.

Christoffel von Witzleben (16), der Besitzer des halben Wendelsteins, befand sich beim Tode seines Vaters (13) 1451 noch im zartesten Kindesalter. Sein Vetter Friedrich von Witzleben (15), der die andere Hälfte des Wendelsteins mit Willerstedt besass und des Herzogs Wilhelm III. zu Sachsen getreuer Rath war, benutzte diese Stellung und erhielt am 9. August 1451 die Anwartschaft auf Christoffel's Güter, die sonst zu Folge des Lehnbriefs von 1404 nach seinem etwaigen Tode an Christoffel's Vettern zu Berka fallen mussten.

Diese Güter waren: das Schloss zu Wendelstein halb, das Kloster und Dorf Rossleben halb, Bottendorf halb, alles mit seinem halben Theil Zugehörungen und der vierte Theil von Memleben nebst dem betreffenden Zubehör

Friedrich verweigerte vielleicht in der Absicht, aus der Anwartschaft schon zu Lebzeiten des Besitzers ein Eigenthum zu machen, anfänglich den Vormündern seines jungen Vetters, den Brüdern Georg, Kerstan und Rinnewart von Witzleben zu Berka (s. Tafel II. 3.) die Auslieferung der Hälfte des Steins und erst in Folge energischen Einschreitens des Herzogs Wilhelm und nachdem ein Burgfrieden zwischen ihm und seinem Vetter zu Stande gekommen war, räumte er 1454 diesem sein Erbtheil ein.

Kaum mündig geworden vertauschte Christoffel am 4. März 1471 seinen Theil am Stein mit allen Zu- und Eingehörungen, Herrlichkeiten und Gerechtigkeiten an Bruno, Edlen Herrn von Querfurt gegen Schloss Scheidungen und seine Zubehörungen.

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