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Die Wendelsteiner Linie. 1338-1540 .

315

Tab.

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Erste Abtheilung.

Die Wendelsteiner von 1355–1525.

I. Abschnitt.

Christian von Witzleben.

Hofrichter der Landgrafen in Thüringen,
1338-1374.

hristian von Witzleben stammt aus dem Thüringischen, dem Uradel angehörenden von Witzleben'schen Geschlecht, welches nördlich von Arnstadt und südlich davon im Thüringer Walde vielfach begütert war. S. I. Thl.

Er ist der Stammvater der Wendelsteiner Linie und gehört unstreitig zu den bedeutendsten Männern unserer Familie. Sein Einfluss war Jahrzehnte hindurch entscheidend für die Geschicke Thüringens und sein Wirken und Schaffen ein segensreiches für seine Nachkommen. In richtiger Erkenntniss, dass nur ein umfangreicher Grundbesitz dem Adel Macht und Ansehen dauernd verleihe, strebte er mit Erfolg danach und wusste ausserdem durch Kauf und Tausch seinen Grundbesitz zu arrondiren. Er wurde. allerdings hierbei durch die Zeitverhältnisse begünstigt, aber er erkannte auch mit klarem Blick den günstigen Moment und erfasste ihn kühn mit männlicher Entschlossenheit.

Christian von Witzleben wurde zu Anfang des 14. Jahrhunderts geboren und erscheint zuerst in einer Urkunde vom 24. November 1338, worin er mit seinem Vetter dem Ritter Heinrich und seinem Bruder Conrad als Bürge des Grafen Günther zu Schwarzburg auftritt und dabei, wie sein Bruder,,, frommer Knecht" genannt wird, zur Zeit also noch nicht

Ritter war.
In einer späteren auf den Grafen von Gleichen bezüglichen
Urkunde vom 20. Dezember 1346 wird er noch famulus militaris, d. h.
Knecht, 1350 jedoch schon Ritter genannt.

Entscheidend für ihn war seine glückliche Partheiergreifung für den Landgrafen Friedrich II. von Thüringen in dem sogenannten Grafenkriege 1342-1346.

Die mächtigen Grafen von Orlamünde -Weimar, deren Herrschaft sich von Weimar aus über die goldene Aue bis zum Wendelstein und dem Städtchen Wiehe erstreckte, verbunden mit dem Grafen Günther von Schwarzburg, dem Grafen von Henneberg und vielen Thüringer Edlen, strebten dahin, sich der ihnen lästigen Oberhoheit des Landgrafen zu entziehen, fanden aber in dem Landgrafen Friedrich II. den Mann, welcher den erforderlichen Muth und die hinreichende Kraft besass, seine Gerechtsame zu schützen und zu wahren.

Aus diesem Ringen um und gegen die landgräfliche Oberherrlichkeit entspann sich ein mehrjähriger Kampf, welcher sich auf die Einnahme einzelner Burgen und Städte und auf die Verheerung des gegenseitigen Gebiets beschränkte.

Unter die Burgen, welche der Landgraf gleich beim Beginn des Krieges 1342 zerstörte, gehörte auch Witzleben, das Stammhaus unseres Geschlechtes. Rothe sagt in seiner thüringischen Chronik: „Also begannen sie den Krieg und der währte vier Jahre. In der Zeit gewannen und brachen sie Kobestet etc., Witzeleiben, und fingen auf diesem Schlosse, wen sie darauf fanden."

Es geht hieraus hervor, dass die auf Witzleben gesessenen Herren von Witzleben auf Seite des Grafen Günther von Schwarzburg standen, während ihr Vetter Christian von Witzleben sich im Gefolge des Grafen Heinrich von Schwarzburg auf landgrätlicher Seite befand und auf diese Weise in nähere Beziehung zum Landgrafen Friedrich II. trat, zu dessen vertrauten Räthen er auch bald gehörte.

Die Grafen von Orlamünde sahen sich 1346 zu einem harten Frieden gezwungen, in welchem sie einen grossen Theil ihrer Besitzungen, unter anderen auch die Herrschaft Wiehe, dem Landgrafen abtreten und ihm einen anderen Theil ihrer zahlreichen Güter zu Lehn auftragen mussten.

Ein Theil der auf diese Weise erworbenen Besitzungen wurde von dem Landgrafen benutzt, um die treu erwiesenen Edelleute zu belohnen, und so ward Christian von Witzleben 1347 mit dem Burglehn von Willer

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