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der Aškuza neben dem Königreiche Ararat (Urartu), Minni (ass. Mannai) und Medien und ruft sie alle gegen das verhaßte Land auf. Hier sind die indogermanischen Horden beisammen, die seit Sargons Zeiten gegen das assyrische Reich anstürmten. Das Orakel muß also aus assyrischer Zeit stammen, nach dem Fall Ninives war die Aufforderung gegenstandslos.

Togarmal sind die Bewohner von Tilgarimmu, das bei Sargon neben Kammanu im nördlichen Taurus genannt wird ?, und bei Sanherib neben den Leuten von Hilakki?; an beiden Stellen wird Tilgarimmu vom assyrischen König erobert. Die Taurusgegend, in deren Nähe Kammanu und Togarma zu suchen sind, heißt bei Salmanassar I. und bei Tiglatpileser I. Mușri 4.

Von hier bezog Salomo seine Pferde. Es heißt 1 Kg 10, 28 = 2 Chr 1, 16f.: „die Ausfuhr der Pferde für Salomo (fand statt) aus Musri und ķuë, die Händler des Königs kauften sie aus ķuë um den Kaufpreis“ 3. Ez 27, 14 stimmt dazu. Hier wird unser Togarma speziell als Pferdemarkt genannt: „Die vom Hause Togarma brachten Gespanne und Reitpferde und Maultiere auf deinen Markt.“ Noch in persischer Zeit ist Cilicien die Gegend für Pferdeausfuhr.

10, 4: Und die Söhne Favans: Eliša, Tarsis, die Kittim und die Rodanim.

Elisa. Nach Septuaginta ist die Gegend von Karthago gemeint. Das stimmt zu der historisch-geographischen Situation der Stelle. Jedenfalls hat Karthago einen älteren Namen gehabt, und man erinnert sich an die Legende von der Gründung Karthagos durch Dido-Elissa. Elissa ist dann hier als Repräsentant der phönizischen Kolonien an der Küste und auf den Inseln Nordafrikas gemeint?.

Wenn Ez 27, 7 sagt, daß Tyrus seinen Purpurstoff von den Inseln Elišas holt, so bleibt das auffällig, da Tyrus die uralte Heimat des Purpurs ist, an der auch die Sagen von der Auffindung der Purpurschnecke hängen. Es müßte sich um einen besonderen Stoff handeln, wie er auf der Insel

1) Sept. Thergama, Thorgama, Thorgoma. Die Stellung des kleinen Togarma neben den mächtigen Kimmeriern und Aškuza bleibt auffällig.

2) KB II, 63.
3) Nicht Cilicien, sondern Gegend am Halys, vgl. S. 257 f.

4) Bei Salmanassar II. neben dem südlich davon gelegenen Kuë, unserm Cilicien, genannt.

5) Die Stelle wurde später auf das für Pferdezucht ganz ungeeignete Ägypten bezogen is. Winckler, Altt. Untersuchungen, S. 172 ff., der Ausgangspunkt seiner Mușri - Forschung; S. 172 ib. ist wohl betr. der Lage von Musri nördlich vom Taurus statt südlich vom Taurus einzusetzen).

6) S. Ed. Meyer, Geschichte I, 282 Anm.
?) Nach H. Grimme, Lit. Rundschau 1904, S. 346

Alasia der Amarnabriefe Cypern. S. dagegen unten unter Kittim.

Meninx südöstlich von Karthago gefunden wird. An sich könnte die Ezechielstelle für die Erklärung von Eliša auf ein anderes Küstengebiet führen, das auch durch Purpur berühmt ist und ebenfalls zur Situation passen würde: auf Süditalien. Das Targ. zu Ez 27, 7 versteht in der Tat unter Eliša eine Stadt Italiens. Aber das kann auch auf späterer Umdeutung beruhen, wie i Mak i, 1 und 8, 5 Kittim-Macedonien als Ausgangspunkt Alexanders bez. als Reich des Perseus !.

Tarsis ist der Name des Bergwerksdistriktes im südlichen Spanien. Es bezeichnet den äußersten Westen?, wie Gog den äußersten Norden. Der „alte Orient“ hat vorläufig zur Lösung der Tarsis - Frage nichts beizubringen.

P. Haupt hat in einem Vortrage auf dem Hamburger OrientalistenKongreß 1902 dargelegt, daß die im Alten Testament erwähnten TarsisSteine Zinnober-Kristalle aus Almaden in Spanien sind, aus denen Tätowierungsfarbe fabriziert wurde, und daß die Stelle HL 5, 14 sagt, die gebräunten, bronzefarbenen Arme seien mit Zinnoberrot tätowiert und der vor der Sonne geschützte elfenbeinerne Leib mit Lasurfarbe. Tätowierung vermutet schon Winckler, F. I, 293. – Jes 60, 9; Ps 72, 10 erscheint Tarsis wie hier neben den „Inseln“.

Kittim. Die Deutung des Namens auf Cypern 3 ist aufzugeben. Der griechische Name der Hauptstadt Kition ist nicht beweiskräftig. Die Stadt heißt in den assyrischen Inschriften Karthadašt (Karthago), nur in den aus persischer Zeit stammenden phönizischen Inschriften heißt sie Kiti. Die Insel selbst nennen die Amarnabriefe Alašia, ägyptisch Alas oder Asi, unter Sargon heißt sie Ja’ und Jatnana. Jes 23, 1 und 12 ist Kittim ein Ziel der Tarsis - Schiffe. Bei Da 11, 30 ist Kittim speziell Rom. Gemeint ist also unter Kittim Süditalien, besonders Sizilien, das dann als Hauptvertreter der westlichen Inselwelt gilt und mit Eliša-Afrika das Hauptgebiet phönizischer Kolonien darstellt.

Dodanim. i Chr 1, 7 (Abschrift von i Mos 10, 4) steht Rodanim. Da es ebenfalls zu den Kindern Javans gehört, also zur Welt der westlichen Länder und Inseln, so ist an Rhodos zu denken, das in alter Zeit eine große Bedeutung hatte. Eine andre Konjektur, die i Chr unberücksichtigt lässt, ist: Dorânim = Dorer. Es würde dann das eigentliche Griechenland als Sohn Javans genannt sein, was der naiven geographischen Auffassung entspräche, der die Jonier, die kleinasiatischen Griechen, näher liegen.

) S. hierzu und zum folgenden Kittim H. Winckler F. II, 422, 564ff.
2, Vgl. Jon 1, 3; +, 2, wonach es zu Schiff erreicht wird.
3, So noch bei Kautzsch zu Jes 23, 1 und 1 Mak 1, 1.

10, 5: l'on diesen (von Eliša-Karthago, Tarsis-Spanien, Kittim-Süditalien, Rodanim - Rhodos ? swoigten sich ab die Inseln der Heiden, d. h. die Inseln und Kolonien des Mittelmeerbeckens. Das ergibt ein klares geographisches Bild.

10, 6: Und die Söhne Hams waren Kuš, Misraim, Put und Kanaan.

Kuš entspricht dem antiken Begriff Äthiopien, das heutige Nubien und ein Stück des Sudan bis etwa Chartum umfassend 1. Erst zu Sanheribs Zeit ist das Gebiet durch das Auftreten Tirhakas in den deutlichen Gesichtskreis Israels getreten, Tirhaka Jes 37, 9 ist König von Kuš. Die vorderasiatischen Völker nannten so aber auch den Strich Arabiens, den man auf dem Wege nach dem dunklen afrikanischen Hinterlande passieren musste, so wie sie den nördlichen Landstrich Arabiens, wo es nach Ägypten ,,durch“ geht, Musri nannten, indem sie Arabien in Zusammenhang mit den gegenüberliegenden Teilen Afrikas stehend sich dachten? Die Nomenklatur entspricht den unklaren geographischen Begriffen des Altertums, wobei noch zu bedenken ist, daß wenigstens Ägypten im Altertum zu Vorderasien gerechnet wird; der schwarze Erdteil begann erst jenseits der Wüste. Daß hier zugleich an die arabische Landschaft Kuš gedacht ist, wie zuerst Glaser ausgesprochen hat, zeigen die von Kuš abgeleiteten Söhne, von denen einige als arabische Landschaftsnamen identifiziert werden können. Auch die Gattin Mosis, von der 4 Mos 12, I spricht, ist in diesem arabischen Sinne ein Weib von Kuš; der Kušit Zerah 2 Chr 14, 9 ist ein arabischer Häuptling. Besonders deutlich ist die Deutung des Namens Kuš Jes 45, 14, wo neben dem Handelsvertrag von Kuš die ,,Sabäer, die hochgewachsenen Männer“ genannt sind. Vielleicht ist auch Hab 3, 7 Kušan als Schreibfehler für Kušzu fassen; es steht hier parallel zu den Zeltdecken der Midianiter

Misraim ist Ägypten. Es verhält sich hier wie bei KušNubien. Misraim ist ein geographischer Gesamtbegriff, der, wie H. Winckler erkannt hat, auch einen Teil Arabiens umfaßt und

1) S. Spiegelberg, Ägyptologische Randglossen S. 10.

2) Ähnlich unterscheidet man noch heute im Anschluß an die Benennungen des klassischen Zeitalters das rechte Nilufer als „arabische Wüste“ im Gegensatz zur libyschen Wüste.

3, Oder südarabische Bildung alter Artikel? vgl. Midian, ferner Musran von Musur.

* S. hierzu H1, Winckler, KAT 3 144, der das inschriftliche Material beibringt und vgl. Hommel, Aufs. und Abh. 208 ff.

zwar den Strich, bei dem es nach Ägypten „durch“ geht. Da unter Kuš wegen der arabischen Söhne sicher zugleich an die arabische Landschaft gedacht ist, und da sich das Reich Punt (Puț, s. unten) anschließt, so wäre von vornherein zu erwarten, daß auch hier das arabische Land gemeint ist. Aber der Verfasser von V. 13 denkt, wie die „Söhne“ zeigen, an das eigentliche Ägypten. Für Musri-Arabien würde die geographisch-politische Situation sprechen. Der betreffende arabische Landstrich heißt in den Keilinschriften Mușri (hebräisch also etwa Moşar), in den minäischen Inschriften Mușran immer mit Artikel). Hier befand sich eine Handelskolonie des Reiches Maʻin (Minäer), deren Haupthandelsartikel Weihrauch und Myrrhen gewesen sein mögen. Es ist das biblische Midian 1. Die „midianitischen“ Kaufleute der Josefsgeschichte sind Minäer, der midianitische Schwiegervater Jethros ist Minäer. In den Zeiten des Niederganges des minäischen Reiches ? wurde die Kolonie in Mușri unabhängig. Als im 8. Jahrhundert, also in der Zeit, in der der Verfasser unsrer Stelle schrieb, die assyrischen Könige nach Nordarabien kamen, war Musri unabhängig. In diese Zeit (nach Hommel ca. 1000 v. Chr.) gehört nach Winckler u. a. die berühmte Inschrift Glaser 1155 = Halévy 5353, die vom Statthalter von Mușran und den Minäern von Mușran spricht, die einen Handelszug nach Ägypten, A’šur (nach Hommel Edom) und Ibr naharan unternahmen und die uns die Sabäer (s. unten S. 265) auf dem Zuge nach dem Süden zeigt.

Put. Die Sept. gibt Put bei Ezechiel und Jeremia mit „Libyer" wieder. Gemeint ist das Reich Punt (ägyptisch Pwnt), das die Landstriche zu beiden Seiten des Roten Meeres umfaßtet. Es hatte bereits mit dem ägyptischen Reiche enge Handelsverbindung gehabt und stand im 8. und 7. Jahrhundert gleichwie Kuš in naher Beziehung zu Ägypten. Dieses Punt reichte weit nach Arabien hinein und auf afrikanischer Seite ziemlich weit nördlich über die Meerenge von Bab el Mandeb hinaus, wobei wiederum zu bedenken ist, daß dieser Teil Afrikas einschließlich Ägyptens im Altertum zu Asien gerechnet wurde.

1) Nach Grimme, Lit. Rundschau 1904, 346 ist Midian vielmehr M-d-j der nachher erwähnten Inschrift Glaser 1155. Zur Mușri-Frage s. zuletzt MVAG 1906, 102 ff.

2) Im 7. Jahrhundert ist es von den aus Norden gekommenen Sabäern abgelöst, s. zu Saba S. 265.

3) WVAG 1898 Tafel zu S. 56 vgl. S. 20; AO III, 1.
+) S. W'. M. Müller, Asien und Europa, 106 ff.

Ed. Glaser, MVAG, 1899, 3, 51 ff. meint, daß unter Pwnt vom ägyptischen Standpunkte aus schließlich die gesamten Völker Südarabiens und der Ostküste Afrikas zu verstehen sind, und meint gerade deshalb, daß in der Bibel eher Kuš als Puț diesen Gesamtbegriff wiedergibt. Jedenfalls liegt dem Puț der Völkertafel ein allgemeiner dunkler geographischer, nicht ethnographischer Begriff zugrunde. Daraus erklärt sich wohl auch, daß die Völkertafel bei Puț auf Unterabteilungen verzichtet.

Und Kanaan. Kanaan steht hier wie auch sonst für Ham. Die Ham-Bevölkerung ist die Sklavenwelt, die der Sem-Bevölkerung dienstbar sein soll (1 Mos 9, 26 f.). Der Verfasser unserer Stelle setzt dafür Kanaan, d. h. die Bevölkerung, die im eigenen Lande als unterjochte Urbevölkerung diese Sklavenrolle spielen soll. Von diesem politischen Gesichtspunkte aus ist es vielleicht nachträglich hier bei den ,,Südländern“ eingeschoben.

10, 7: Und die Söhne von Kuš: Šeba, Hevila, Sabta, Racma und Sabtcha; die Söhne Raemas waren Šeba und Dedan.

Die Namen Šeba, Hevila und Dedan genügen, um zu zeigen, daß wir uns in Arabien befinden, nicht auf ägyptischem Boden, wie Holzinger, Genesis bei Šeba meint. Daß arabische Distrikte als „Söhne Kuš’s“ erscheinen, erklärt sich aus dem zu Misraim, Kuš, Put Gesagten, s. noch zu 10, 8f. Hevila vertritt die arabische Landschaft in Zentral- und Nordostarabien, s. Glaser, Skizze II, 323ff. Bei Sabta (Sabteha Variante?) denkt man an Sabota, die Hauptstadt von Hadramaut, der südarabischen Landschaft östlich von Jemen, deren Land und Ruinen neuerdings viel bereist und untersucht worden sind (Literatur bei Guthe,

, Bibelwörterbuch S. 244). Glaser, Skizze II, 252 denkt bei Sabta an das bei Ptolemäus erwähnte Eáqda am persischen Meere 1. Hadramaut (Haşarmaveth) wird zwar v. 26 besonders erwähnt, aber dort gehört es nicht hin, denn dort sind nicht mehr Völker und Stämme aufgezählt, sondern (mit Ausnahme der zwölf Söhne Joktans, s. unten S. 276 f.) Heroen; es ist vielleicht von hier nach v. 26 versprengt. Raema (i Chr 1, 9 Ragema, Septuaginta Regma) wird wie hier mit Saba zusammen genannt. Auf der oben erwähnten minäischen Inschrift Glaser 1155 wird bei Zeile 2 berichtet, daß die Götter sich den Statthaltern von Musr und vom musrischen Main (minäische Kolonie in Mușr, S. S. 263) erkenntlich erwiesen für den Bau eines Terrassenturmes und ,,sie bewahrten sie vor den Angriffen, womit sie angriff Saba' und

1) Anders Hommel, Aufs. u. Abh. 315.

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