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Wenn du nach Joppe hineinkommst“, berichtet spottend der Verfasser, „so findest du den Garten grünend zu seiner Zeit. Da dringst du ein, um zu essen und findest darin das schöne Mädchen, das die Weinberge bewacht, die schließt sich dir als Genossin an und gewährt dir ihre Reize.“

Ein Dieb benutzt die Stunde, um dem Mahar die Pferde vom Wagen zu schneiden und seine Waffen zu stehlen. Am Schlusse heißt es:

„Sieh dies freundlich an, damit du nicht sagst, ich hätte deinen Namen bei andern Leuten stinkend gemacht. Sieh, ich habe dir ja nur geschildert, wie es einem Mahar ergeht; ich habe Syrien für dich durchlaufen, ich habe dir die Länder zusammen vorgeführt und die Städte mit ihren Gebräuchen. Sei uns gnädig und sieh es mit Ruhe an."

Aus dem ägyptischen Material' ist noch eine überaus wichtige von Flinders Petrie entdeckte Inschrift aus der Zeit um 1250 hervorzuheben, die ,, Israel" als Landesbewohner, die zu Kanaan gehören, nennt, und in der Merneptah als ein König verherrlicht wird, der Länder erobert und beruhigt“ hat (Abb. 105):

Die Fürsten sind zu Boden geworfen und sagen šalôm ?, niemand unter den Fremdvölkern erhebt sein Haupt. Verwüstet ist Libven, Cheta ist zur Ruhe gebracht, das Kanaan ist erobert in allem Bösen (:), fortgeführt ist Askalon, überwältigt ist Gezer, Y-nu-'m3 ist vernichtet, Y-si-r-'-1' ist verwüstet (?) ohne Frucht 5; alle Länder insgesamt sind in Frieden; jeder, der umherschweifte, ist durch den König Merneptah .... ge

züchtigt worden. Es lässt sich nicht mit Sicherheit entscheiden, in welchem Verhältnis das hier genannte Israel zu den unter Moses und

) Abb. for f. stellen Gefangene aus dem Amoriterlande dar.

2) Semitisches Fremdwort im ägyptischen Text (Spiegelberg). Der bekannte Gruß, hier um Frieden bitten, assyr. ša’alu šulmi.

3) Ist wohl das Janoah Jos 16,6f., das heutige Janûn, südöstlich von Sichem. Ist es dieselbe Stadt, deren Eroberung durch Sethi auf der Außenwand des Säulensaales in Karnak verherrlicht wird? S. Abb. 109 links oben.

) „Israel“ mit Determinativ für Menschen.

6) Die letzten Zeilen nach der Übersetzung Steindorffs. Spiegelberg 1. c. S. 39: „Palästina ist eine Witue vg!. Klagel 1, 1 für Ägypten geworden.“

Jeremias, A Test. 2. Aufl.

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Josua aus Ägypten gewanderten Stämmen steht. Merneptah soll nach einigen der Pharao der Unterdrückung sein (s. S. 407). Wenn das richtig ist, so sind die hier erwähnten Israeliten Hebräer in dem S. 313 angedeuteten Sinne, mit denen sich die aus Gosen einwandernden Stämme auf Grund alter Zugehörigkeit hernach verbanden, oder sind die aus Gosen ausgewanderten bene Jisrael selbst. Irgendein Zusammenhang mit den Israeliten der mosaischen Zeit, die im Streit mit dem Pharao standen, dürfte bestehen 1.

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Die wichtigsten Auskünfte über die Zustände Kanaans in vorisraelitischer Zeit gewähren uns, wie bereits angedeutet, die im Jahre 1887 in den Ruinen von Chut-Aten,

Abb. 106: Amenophis III.

Relief aus einem thebanischen Grabe. Berlin. dem heutigen Tell-elAmarna aufgefundenen Tontafeln. Es sind Staatsurkunden aus der Regierung der Pharaonen Amenophis III. und vor allem Amenophis IV. (Chuenaten, s. Abb. 106 und 107), also aus der Zeit um 1450 v. Chr.2, bestehend in Briefen vorderasiatischer

1) Vgl. Erbt, Ebräer S. 1 ff., der bestimmte Beziehungen nachweisen zu können glaubt.

2) Soweit sie bisher bekannt geworden sind (ca. 300 Bruchstücke), werden sie im Berliner Museum, im Museum von Gizeh Kairo) und im Britischen Museum aufbewahrt, einige sind in Privatbesitz. Den in Berlin und Kairo befindlichen Teil veröffentlichten Winckler und Abel, „Der Tontafelsund von el-Amarna“ 1889–90; die Tafeln des Britischen Museums gab C. Bezold heraus: „The Tell-el - Amarna Tablets in the British Museum“ 1892. Transskription und Übersetzung gab H. Winckler KB V. Eine neue vollständige kritische Ausgabe in Transskription, Übersetzung

Könige (von Mitanni, Babylonien, Assyrien), die erkennen lassen, daß man Ägypten als dominierende Macht anerkennt, und in Berichterstattungen der kanaanäischen Amelu (Fürsten und ägyptischer Rabis (Verwaltungsbeamte, Statthalter) an den ägyptischen Herrscher; außerdem enthalten sie einige mythologische Stücke und das Rundschreiben eines unbekannten vorderasiatischen Herrschers an die Statthalter von Kanaan.

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Abb. 107: Amenophis IV. und seine Familie (Kalkstein). Berlin.

Relief aus Amarna.

Der Name Kanaan (Kinahni und Kinahhi, s. S. 309 f.) bedeutet hier, wie auch sonst in den ägyptischen Nachrichten', den südlichen Teil von Syrien, Phönizien und Palästina; der Name Amurrû ist auf das Libanongebiet beschränkt ?.

Der Brief des Burnaburiaš (KB V, 17) zeigt, daß die Bewohner des Landes Kanaan in Kampfzeiten eine politische Einheit bildeten. Es heißt dort:

und mit textkritischen und sachlichen Anmerkungen bearbeitet gegenwärtig Knudtzon; sie erscheint als Band der Vorderasiatischen Bibliothek (Leipzig, J. C. Hinrichs); in der Einleitung findet man ausführliche Angaben über die Geschichte der Tafelfunde.

1) Vgl. W. M. Müller, Asien und Europa S. 205ff. Bei den Ägyptern heißt es immer appellativisch p-K;-n'-n' „das Kanaan“.

2) Dieselbe Nomenklatur zeigen die ägyptischen Inschriften: Ken'ana ist der südliche, ’Emur der nördliche Teil des „oberen Retenu“, s. S. 298 Anm. 4.

Zur Zeit Kurigalzus, meines Vaters, haben die Kanaanäer (Ki-na-ha-ai-u) allesamt an ihn geschrieben: gegen die Grenze des Landes (also wohl gegen den Regeb bez. gegen Ägypten) wollen wir ziehen und einen Einfall machen; mit dir wollen wir uns vereinigen'.

Wenn Amos vom „Amoriterland“ und von den „Amoritern“ spricht, die vorher das Land besaßen, und wenn der Elohist die Ureinwohner „Amoriter“ nennt, und wenn es Ezechiel 16, 3 vgl. 45 satirisch heißt: „Du (Jerusalem) stammst aus dem Lande der Kanaaniter; dein Vater war der Amoriter und deine Mutter eine Hettiterin“, so bezeugt das also eine durchaus den Tatsachen entsprechende Kenntnis der alten historisch-ethnographischen Verhältnisse. Denn wenn auch vielleicht in den Keilinschristen Amurrû „Westland“ und Amurru „Amoriterland“ nicht immer identisch sind, so hängen doch beide Namen sprachlich wie politischgeographisch eng zusammen.

Später scheint mit Verschwinden der Amoriter in dem nördlichen Teile des „Westlandes“ der Name Kanaan' auch nördlichere Gebiete mit umfaßt zu haben und dann (vielleicht mit dem Aufkommen des Namens Palästina ? für den südlichen Teil) auf Phönizien eingeschränkt worden zu

Abb. 108: Motiv aus einer Wanddekoration sein. Eine tyrische Münzlegende

im Palaste Amenophis IV. (um 1450 v. Chr.). aus griechischer Zeit nennt eine Verwandtschaft mit japanischer Kunst! Stadt Laodicea „Hauptstadt in Kanaan“ (Em be-kanaan). Das ist doch wohl die Stadt Laodicea am Libanon, und Philo von Byblos nennt Phönizien Chna.

Die Bezeichnung Kanaan in dem 9. und 10. Kapitel von i Mos entspricht der Nomenklatur der Amarna -Zeit und ebenso die Bezeichnung der Ureinwohner als Kanaanäer beim Jahvisten, die also ebenso ihr

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1) Also ein Zusammenhalten der Kanaanäer wie zu Hiskias Zeiten gegen Sanherib.

2) Der Name Palästina (bei Herodot Palaistine, hebräisch Peleschet) bezeichnet seit der Einwanderung der Philister das Küstenland, das Judäa vorgelagert ist, die Ebene Saron bis in die Nähe von Jaffa. Die Griechen haben den Namen dieses Küstengebietes südlich von Phönizien auf das gesamte Hinterland ausgedehnt: Israel-Juda samt Edom, Moab, Ammon. Wie die Perser Griechenland Jonien nennen nach der ihnen zunächst gelegenen Küste Kleinasiens, so nennen die Griechen das ganze Land nach dem Küstenstrich. Noch heute bezeichnen wir mit Palästina das gesamte Gebiet des „heiligen Landes“.

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