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.אלהים ,אלאה אֵל namen

, , . Das Wort bezeichnet gewiß nicht das Ziel" katexochen, wie Delitzsch BB I mit de Lagarde annimmt, vielmehr nehmen wir mit Zimmern an, daß il wie an Bezeichnungen des Nordpols des Himmels sind, s. S. 45 und Monotheistische Strömungen S. 19'.

Von Kultorten des Anu kennen wir in Südbabylonien Erech, „Wohnung Anus und der Ištar" in der sog. DibarraLegende genannt (Tempel E-ana); in Nordbabylonien Durilu Dêr?

Bel. Bel, dessen ,,sumerischer" Name In-lil 3 lautet, ist Herr der „Länder" d. h. der Erde und zwar sowohl der himmlischen Erde, d. i. des Tierkreises, als auch der irdischen Erdet. In diesem wie jenem Sinne heißt er šadû rabû, denn sowohl das himmlische als das irdische Erdreich ist als Berg gedacht (harsag-kurkura), oder bel matâti ,,Herr der Länder" (nämlich der himmlischen wie der irdischen bewohnten Länder im Gegensatz zu Luft und Meer).

Sein besonderer Kultort war in Südbabylonien Nippur mit dem Tempel E-kur. Dieser E-kur entspricht dem kosmischen Ort, der den eigentlichen babylonischen Olymp, den Gotteswohnsitz darstellt.

Ea. Ea, wohl umgekehrt A-e gelesen (dos bei Damascius) ,,sumerisch" En-ki. Der Name E-a drückt seine Beziehung

!! Ob der Gott der Sepharwiter 752033 2 Kg 17, 31 den Gottesnamen Anu enthält, ist unsicher, s. z. St.

2) Nebukadnezar I. nennt Dêr ,,die Stadt des Anu“ (KB III, 1, 165), und in der Eponymenenliste für 834, 815 und 786 (KT : 766.) heißt es: ilu rabû, der große Gott, zog aus Dêr aus.

3. Was der Name bedeutet, wissen wir nicht. Wenn Hommels Erklärung „Herr der Luft“ richtig ist, so ist jedenfalls Bel nicht „Herr der Luft“ im Gegensatz etwa zu En-ki als „Herr der Erde“, s. unten S. 96. Die Ausführungen Zimmerns KAT 3 S. 355 kombinieren in nicht glücklicher Weise die von Hommel, Jensen und Winckler aufgestellten Theorien. Insbesondere ist nicht richtig, daß vom Bel- Kult in Nippur viel auf Marduk übertragen sei. Daß die Schreibung In-lil auch In- lil ausgesprochen wurde, also nicht nur Ideogramm ist, zeigt die Wiedergabe "Tilivos bei Damascius; in den alten epischen Texten aus der Hammurabi-Zeit (Cun. Texts XV, 1-6) heißt er Lillu, Lellu, vgl. IV R 27, 56 f.

+) Vgl. Sintfl. 36f.: „Weil Bel mich haßt, will ich auf der Erde (kaķkar) Bels nicht länger weilen, zum Ozean will ich hinabgehen, bei Ea, meinem Herrn zu wohnen.“

5) Als ,,Herr der Länder“ besitzt er auch gelegentlich die Schicksalstafeln, s. S. 46.

6) Vgl. Hilprecht, Die Ausgrabungen im Bel-Tempel von Nippur.

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zum Wasser aus, der Name En-ki vielleicht seine indirekte)
Beziehung zur Unterwelt (s. S. 14). In Ergänzung von Anu
und Bel ist er Herr des apsû, sowohl des Himmelsozeans als
auch des irdischen Ozeans, der die Erde umgibt und unter der
Erde strömt. Der apsû selbst wird deshalb als ZU-AB ,,Weis-
heitshaus" gedeutet, denn aus ihm steigt die Weisheit Eas
empor'. Als Schöpfergott, aus dessen Reich der Äon der jetzigen

Welt hervorstieg (s. S. 8f.), ist er auch ,,Vater
der Götter"

Sein besonderer Kultort ist Eridu, d. i.
Abu Šahrein, südlich (!) von Ur. Der Tempel
in Eridu heißt E-apsû „Haus des Ozeans“.
Aus den Kultvorschriften, bei denen das
Wasser an der Mündung der Ströme" eine
große Rolle spielt, darf man entnehmen, daß
in uralten Zeiten Eridu am Meere lag und
daß Euphrat und Tigris dort ursprünglich
getrennt in das Persische Meer mündeten.
Bei den Schilderungen des Heiligtums in den
religiösen Texten ist in jedem Falle zu
unterscheiden, ob das irdische Eridu oder
das entsprechende kosmische Heiligtum des
Ea gemeint ist. Mit dem kosmischen Eridu

wird irgendwie der Eridanos am südlichen Abb. 32: Ea-Oannes-Relief Sternhimmel zusammenhängen. Der Tempel aus Kujundschik

von Eridu heißt Esagila (s. KT 99) wie später

der Marduk-Tempel von Babylon. Ea begegnet als der Gott der Weisheit und Kunst, als Schutzgott der Handwerker und als Gesetzgeber 4. Insbesondere ist er der Herr aller magischen Kräfte: „Der große Herr Ea hat mich gesandt, seinen Zauberspruch hat er mir in den Mund gelegt.“

Regelmäßig ist sein Kult mit der Vorstellung von heiligem Wasser verbunden. V R 51 tritt in einem kultischen Texte der Priester in einem „Gewande aus Linnen von Eridu“ an der Schwelle des „Hauses der Reinigung“ dem Könige entgegen und grüßt ihn mit dem Spruch:

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?) S. 6 f. 43 f.. Zu Ea Oannes (Abb. 32) s. S. 43 f.
2) King Nr. 12.

3) Auch in Šurippak, Girsu, dem Kultort des Nin-Girsu, und in Erech hat Ea besondere Heiligtümer.

+) S. 43.

Ea möge sich über dich freuen,
Damkina, die Königin der Wassertiefe, erleuchte dich mit ihrem

Angesichte,
Marduk, der große Aufseher der Igigi, möge dein Haupt erheben'.

Von Ea als ilu amelu Gott Mensch und von MardukAdapa als Sohn des Gott Menschen war bereits S. 9 die Rede. Als Ursprung aller Zeugung ist er Ea sa nabnîti oder Mummu bân kâla, der alles gestaltende Mummu?.

Der „Sproß der Menschheit“ (zer amelûti), den Ea in Eridu schafft und der als Heros Adapa heißt, erscheint in der Göttergenealogie als Marduk, Sohn des Ea? Als solcher ist er Herr der neuen Welt. Die Mythologie drückt diese Lehre dadurch aus, daß alle Götter ihre Gewalt in seine Hände legen und Ea sagt: dein Name sei wie der meine Ea. Daruin ist er in dem Kap. III wiedergegebenen Schöpfungsbericht der Demiurg und in den Beschwörungstexten Helfer und Bannlöser, der alles Leid heilt und der es liebt, „von den Toten zu erwecken“. Als solcher ist er einer der Götter mit dem großen Ohrt. IV R 17a, 38—42 heißt es: „Der Gott - Mensch um seines Sohnes willen ist er dir in Demut zu

Diensten, der Herr hat mich gesandt, der große Herr Ea hat mich gesandt“ 5.

Bei den Beschwörungen entwickelt sich zwischen Vater und Sohn ein Zwiegespräch, das dem Sohne das gleiche Wissen und

?) Man beachte die Anklänge im aaronitischen Segen 4 Mos 6, 24 ff. 2) Vgl. S. 6 f. 83, Anm.

3) S. meine Monographie über Marduk in Roschers Lexikon der Mythologie II, Sp. 2340 ff., wo ich aber die ursprünglich selbständige Bedeutung dieses Marduk von Eridu gegenüber dem Marduk von Babylon noch nicht klar erkannt hatte. Auch Hehn, Hymnen und Gebete an Marduk (AB V, 279 ff.), der zuletzt gründlich über Marduk geschrieben hat, hat den Unterschied nicht erkannt. Über die Einsetzung Marduks an Stelle von Nebo, dem eigentlichen „Verkünder“ der neuen Zeit, s. S. 67. 83.

*) Diese Vorstellung eignet sich zur Illustrierung der Tatsache, daß die Ideen gewandert sind. Abb. 33 stellt Marduk mit dem großen Ohr dar. Abb. 34 eine ägyptische Weihetafel mit dem Ohr der Gottheit. Dazu vergleiche man, daß Buddha stets mit dem großen Ohr dargestellt wird. Die Buddhabilder aus griechischer Zeit zeigen auch sonst babylonischen Einfluß.

5) S. Winckler, F. III, 299 und oben S. 9. 43. Dazu vgl. IV Esr 13, 25f. (Kautzsch, Pseudepigr. 396): „Wenn du einen Mann aus dem Herzen des Meeres hast emporsteigen sehen: das ist der, durch den er die Schöpfung erlösen will." Nach Enuma eliš Taf. VII hat Marduk, der Drachenkämpfer, „ die Menschen geschaffen, sie zu erlösen", s. S. 169 f. Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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die gleiche Macht zuschreibt. Zur Illustration seien einige der Texte in Übersetzung mitgeteilt: Beschwörung. Ein böser Fluch hat wie ein Dämon einen Menschen

befallen, Jammer, Schmerz

hat ihn befallen, unseliger Jammer

hat ihn befallen, ein böser Fluch, Bann, Seuche! Jenen Menschen schlachtete der böse Fluch wie ein Lamm dahin, sein Gott wich von seinem Leibe, seine fürsorgende Göttin

stellte sich abseits,

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Schmerzensjammer verhüllte ihn wie ein Kleid und überwältigte ihn.
Da erblickte ihn Marduk,
zu seinem Vater Ea trat er ins Haus und sprach:
Mein Vater! Ein böser Fluch hat wie ein Dämon einen Menschen

befallen. Zum zweiten Male erzählte er es ihm. Nicht weiß ich, was jener Mensch begangen, und wodurch er ge

nesen wird. Ea antwortet

seinem Sohne Marduk: Mein Sohn! Was wüßtest du nicht, was könnte ich dir noch mehr

sagen; Marduk! Was wüßtest du nicht, was könnte ich dir noch weiter

sagen? Was ich weiß,

das weißt auch du.

Geh aber hin, mein Sohn Marduk!
Zum Hause der heiligen Besprengung bring ihn,
seinen Bann brich,

seinen Bann löse ?! Das quälende Übel seines Leibes, ob ein Fluch seines Vaters, ob ein Fluch seiner Mutter, ob ein Fluch seines älteren Bruders, ob ein Fluch der Mörderin, die dem Menschen unbekannt, der Bann werde durch die Beschwörung Eas wie eine Zwiebel abgeschält, wie eine Dattel abgeschnitten, wie eine Palmenrispe aufgebrochen! Bann! Beim Himmel sei beschworen, bei der Erde sei beschworen! In einem andern Texte der Šurpu-Serie heißt es:

Den Kranken zu heilen", vermagst du,
den Gefallenen aufzurichten, vermagst du,
dem Schwachen auszuhelfen, vermagst du,

ein böses Geschick zu (wenden], vermagst du usw.
Einmal wird von ihm gesayt 3.
Weiser, Erstgeborener Eas, Schöpfer der Menschheit insgesamt!
Ja, der Herr bist du, wie Vater und Mutter* unter den Menschen (3)

bist du, ja du, wie der Sonnengott erleuchtest du ihr Dunkel!

Ein andermal heißt es, sein Zürnen sei wie eine Sintflut, sein Versöhntwerden wie ein barmherziger Vater.

Aus den Hymnen geht klar hervor, daß der Kult des Marduk von Eridu seinen Sonnencharakter betonte. Die Wirkungen des Sohnes Eas offenbaren sich in der Frühsonne und Frühjahrssonne, die täglich und jährlich aus dem Ozean hervorsteigt und neues Leben bringt. Sein Charakter als Gott, der im Planeten Jupiter seine Wirkungen zeigt, scheint erst im Kult von Babylon, wie die Verbindung mit Nebo (Merkur) von Borsippa und Nergal (Saturn) von Kutha zeigt, im Vordergrunde zu stehen.

Zu Marduk von Babylon s. S. 121 ff.

1) Als besonderes Beschwörungsmittel gilt der Name der großen Götter. Dies ist zu beachten bei der Erklärung des religionsgeschichtlichen Ursprungs des Begriffes Schem „Name":, s. BNT 104 ff.

2, Builuţu, eig. „lebendig zu machen“; vgl. noch die jüdische Redeweise Jo 4, 50: „dein Sohn lebet“, d. h. er ist genesen.

3, King, Babylonian Magic Nr. 12.

*) In dem vorhergehenden Texte der Sammlung von King, der auf Marduk von Babylon sich zu beziehen scheint, heißt es: „Dein Herz, wie das des Vaters, der mich erzeugte, und wie der Mutter, die mich gebar, erheitere es sich.“ 5, King, Babylonian Magic Nr. 11.

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