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nichts zu tun (gegen KAT 148). Massů, vgl. die Mas'ai bei Tiglatpileser, Asurbanipal, auch in einem Briefe vorkommend, ein nordbabylonischer Stamm. - Thémá, vgl. die neben den Mas'ai aufgeführten Temai. Es ist das heutige Taimâ in Nordarabien, woselbst neuerdings mehrere aramäische Inschriften gefunden wurden, auf deren einer (der größten) der Stadtname Taimâ wiederholt erwähnt wird.

1 Mos 25, 18, „wo man nach Aššur geht. Gemeint ist vielleicht die arah. Landschaft, s. S. 164. Glaser, Skizze II, 438f.; Hommel, vier neue arab.Landsch.

i Mos 26 (Isaak) s. S. 225, Anm. 3. i Mos 26, 34 S. S. 204.

i Mos 27, 21–23. Die Täuschung erfolgt durch die Haare (=Sonnenstrahlen, s. S. 235) von Ziegenböckchen, die um Hände und Hals gelegt sind, so daß sie behaart erscheinen. Isaak betastet ihn und wird getäuscht. Die Täuschung verursacht, daß Esau dem Jakob dienstbar wird. Stucken, Astralmythen IV, 342 ff. weist auf das gleiche Motiv in der durch Vorderasien und Europa gehenden Polyphemsage?, wo der blinde Zyklop durch Widderfell, das er betastet, getäuscht wird, und auf das verwandte Motiv in der Kronossage (Hesiod, Theog. 467 ff.): Rhca hüllt einen Stein in Windeln, Kronos betastet ihn und hält ihn für seinen Sohn; diese Täuschung verursacht Vertauschung der Herrschaft. Zeus erlangt die Weltherrschaft; die Titanen (der „feindliche Bruder“) werden ihm dienstbar.?

i Mos 27, 28 s. S. 60, Anm. 3.
i Mos 28. Der Traum ton der Himmelsleiter.

Zwei Erzählungen sind ineinander gearbeitet, s. S. 27. Bei J erscheint Jahve selbst im Traum. E sieht die malkê, die Engel Gottes. Wie i Mos 32, 2 u. a. St. zeigen, gehören sie für den Elohisten zum Gefolge Jahves. Er erweist sich auch hierin als der ältere gegenüber J, der nur einen Engel Jahves kennt, und der sonst, wie es scheint, in der Erwähnung der Engel heidnische Anklänge und eine Herabsetzung der Würde Jahves sieht (gegen Gunkel, Genesis 170, der umgekehrt konstruiert). Zimmern KAT 3 456 f. (vgl. Gunkel 289) sieht in den biblischen Engeln Spuren ,,depossedierter Götter“. Das entspricht der Grundanschauung Zimmerns, nach der die israelitische Religion (und schließlich auch die christliche) verfeinerte Mythologie sein soll.

Wir erkennen in der Engellehre der altisr. Religion (vgl. S. 82, Anm. 3) auf Grund der Erfahrung christlicher Weltanschauung

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1) S. Wilhelm Grimm, Die Sage von Polyphem, Abh. der Kgl. Akad. der Wissenschaften, Berlin 1857.

2) Derartige Beobachtungen sind für die wissenschaftliche Erforschung der Geschichte des Mythus von hohem Wert. Die Frage nach dem historischen Kern der Jakobsgeschichte wird durch den Nachweis angehängter Sagenmotive nicht berührt, vgl. S. 255. Es beruht auf einem Fehlschluß, wenn Stucken in seinen Astralmythen nach dem Vorgange von Volney und Nork die biblischen Gestalten in Mythen auflöst.

cine religiöse Wahrheit, die auch den außerisr. altorientalischen Religionen nicht verschlossen gewesen ist. Gott macht Winde zu seinen Boten und Feuerflammen zu seinen Dienern“, aber er hat auch andere dienstbare Geister“ (Hbr 1, 14), um seinen Willen an die Menschen kundzutun. So ist es nicht fern von religiöser Wahrheit, wenn die assyrischen und neubabylonischen Texte von dem „Gnadenboten“ (amelu apil šipri ša dunku) der Gottheiten reden, der mit dem König ins Feld zieht (K 523) oder von dem „Wächter des Heils und des Lebens, der dem König zur Seite steht“ (K 948), s. Delitzsch, BB 1 + 71 und vgl. unsre Abb. 34. 42, zu Jes 6 und Ez i. Die „Formenlehre" des A. T. muß anerkennen, daß die Engel des A. T. ,,babylonisch“ sind. Aber die Sache liegt tiefer. Die nachexilische jüdische Theologie, wie sie schon in den Apokryphen sich zeigt, hat hier von neuem Elemente aus der babylonischen und der babylonisierten parsischen Religion aufgenommen, die sich zu den besprochenen religiösen Vorstellungen wie Zerrbilder verhalten. Hier spielen die „depossedierten Götter“ eine Rolle. Die Schriften des Neuen Testamentes knüpfen an die altisraelitische Engelvorstellung an und haben (mit Ausnahme gewisser Stellen der Apokalypse) nichts mit der nachexilischen Engellehre zu tun.

Was Jakob nach E sieht (28, 13-16), ist der himmlische Palast, das altorientalische Weltbild, der das Vorbild für alle vorderasiatischen Tempelbauten, auch für den Tempel zu Jerusalem, geworden ist. „Hier steht der göttliche Palast! Hier ist das Tor des Himmels." Bethel (wohl eine alte heilige Kultstätte) erscheint ihm im Traum als der Nabel der Erde (Gunkel 291). Hier ist der Zugang zum himmlischen Palast. Stufen führen hinaufa: im Weltbild die 7 Stufen des Planetenhimmels, die zum obersten Ilimmel führen.

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1) Ps 104, 4, vgl. Ps 148, 8. Luther übersetzt merkwürdigerweise umgekehrt: „Du machst deine Engel zu Winden und deine Diener zu Feuerfiammen.“ Wenn man das buchstäblich nehmen wollte und nicht nur als poetische Redeweise, die sich der Mythologie bedient (s. S. 82 und zu Ez 8, 12), so käme man auf „babylonische“ Vorstellungen, vgl. den Götterboten Nusku-Gibil, d. i. das Feuer.

2) Die Treppe heißt sullâm, vgl. phoen. aso vielleicht Stufenrampe. Die Auffassung Wincklers als „Bogen“ MVAG 1901, 352 f. denkt wohl mit P. Rost an den bogenförmigen Tierkreis und an das sillu in den Bauinschriften, die Torbogen mit den auf- und absteigenden Genien, s. Abb. 75. Wenn volkstümliche Bilder die Leiter als Bogen malen, so spielt wohl Germanisches (s. S. 144) hinein. In der 2. Auflage hat Gunkel den oben zitierten Passus, der Bethel als Nabel der Erde ansieht, ge

Das Traumbild ist also ,,babylonisch“. Und es kann nicht anders sein. Es entspricht der Welt, die der Phantasie des damaligen Orientalen vertraut ist. Wenn heute Gott einem Menschen unter uns einen Trost im Traume zusprechen wollte, so würde es in einem deutschen, nicht in einem chinesischen Traumbilde geschehen.

Zu den Vorstellungen von der Himmelsleiter s. S. 12 und 144. Im Mithras-Kultus tritt an Stelle der 7 planetarischen Stufen eine Leiter aus 7 verschiedenen Metallen (vgl. die ziuag énuánvios bei Origenes contra Celsum VI, aus der die Seele herab- und hinaufsteigt und deren jede ein Tor hat; das 8. Tor führt zum höchsten Himmel, s. S. 12), s. Cumont, Die Mysterien des Mithra 108, vgl. aber Dieterich, Mithrasliturgie 89.

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Auch von den Ägyptern wird eine ähnliche Vorstellung berichtet: im Westen des Horizontes steht eine Himmelsleiter, von Hathor bewacht, an der die Seelen der Verstorbenen zum Himmel steigen (Gunkel S. 289).

i Mos 29 ff. s. S. 222. i Mos 3o, i ff. s. S. 220. i Mos 31, 32 s. S. 223 und vgl. Abb. 76.

i Mos 32, 10: Ich hatte nichts als diesen Stab. Dieser Jakobsstab, der im Zusammenhang der Geschichte ganz bedeutungslos ist (vgl. aber Hbr 11, 21, wo dem Stabe noch beim Tode Jakobs eine Bedeutung zukommt), bildet ein Sagenmotiv, dessen Spuren bis in unsre Zeit reichen: Die Gürtelsterne des Orion als Jakobsstab, der Aaronsstab in der Pflanzenwelt. Nach der außerbiblischen Sage hat Josef den Stab dem JethroReguel geschenkt. Er war aus Saphir, und der unaussprech

strichen (warum?). Ferner teilt Gunkel S. 280 eine Auskunft von Prof. K. Sethe mit, nach der die dem Osiris aufgestellte Leiter durch Zaubersprüche herbeizitiert werde, also wohl nicht beständig dastehe. Aber auch dann liegt natürlich die Vorstellung zugrunde.

liche Name Gottes war darauf zu lesen (Beer, Leben Mosis S. 56). Die Fortsetzung bildet der Stab Mosis und Aarons, 2 Mlos 4, 3 u. 6.

i Mos 32, 25 — 33. Der Jakobskampf ist im Sinne des Erzählers als leiblicher und äußerlicher zu denken; denn Jakob hinkt v. 32 hernach wirklich. Das ist die Art der naiven antiken Erzählung. Ursprünglich ist an eine Traumvision gedacht (wie bei der Jakobsleiter), die mit der religiösen Vorstellung eines heftigen Ringens im Gebet verbunden ist. W. H. Roscher, Ephialtes, Abh. der Kgl. Sächs. Gesellschaft der Wissenschaften, phil. hist. Kl. XX hat nachgewiesen, daß der Traum sämtliche Kennzeichen des Alptraums an sich trägt 1: der nächtliche Ringkampf, der Kampf bis zum Anbruch des Lichtes, die Verweigerung des Namens (mythologisches Motiv!)?, die Verrenkung (Lähmung) der Hüftpfanne, der versprochene Segen (nach 5 Mos 7, 13 f. besteht er in Fruchtbarkeit, Reichtum, Gesundheit und Sieg).

i Mos 35, 23 s. S. 226.

i Mos 36, iff. Edom, Esau, wohnt in Si'ir, dem Gebirgslande südlich von Juda (32, 3 vgl. 36, 8), gilt als Vater des edomitischen Volkes.

Das Südland ist das Land der Sonne (s. S. 15). Abb. 76: Assyrisches Die Sonnenstrahlen gelten in der mythologischen

Götzenbild für den Haus

gebrauch aus Niniveh Sprache als Haare (s. S. 232), darum liebt es die Er

(Louvre). zählungskunst, die gern astral-mythologische Motive anklingen läßt, die Worte hervorzuheben, die an die „haarige“ Sonne erinnern. Der haarige Esau 1 Mos 27, 21–23 (s. S. 232) heißt Edom. Edom heißt nicht nur rot, sondern auch haarig. Schon bei der Geburt i Mos 25, 25 kam er heraus admônî, d. h. behaart (nicht rot, s. Winckler, F. I, 344 f.). Auch bei dem geographischen Namen Seir soll der kundige Leser an die „Haare" denken.

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1) Übrigens sind die Alpträume oft so lebhaft, daß sie mit Erlebnissen des wachen Zustandes verwechselt werden. Moderne Beispiele kennt jeder Arzt. Antike Beispiele bringt Roscher 1. c. S. 40. 45f.

2) Roscher führt aus Veikenstedt, Litauische Mythen, ein Beispiel an: Wer durch den Wald geht, dem kann es begegnen, daß ihn die Waldfrau zwingt, mit ihr zu ringen: bleibt er Sieger, so wird er reich belohnt, läßt er sich aber besiegen, so frißt sie ihn auf.

Die Edomitori, assyrisch Udumu, haben in der geschichtlichen Zeit ihre Sitze im Gebirge Seʻir, von wo sie nach i Mos 36, 20 die Urbevölkerung verdrängt haben. Seʻiriten werden unter Ramses III. genannt. i Mos 36, 31 ff. nennt eine Liste von 8 Königen, die gelebt haben sollen, che in Israel ein Königtum bestand. 1 Kg 11, 14 ff. berichtet den Sieg Davids über den „edomitischen“ König Adad im Salztale (vgl. Ps 60), den auch die Königsliste nannte?, und die Niedermetzelung „alles Männlichen in Edom“. Auch Salomo hatte Edom in der Gewalt i Kg 9, 26, Edom blieb 200 Jahre Provinz Judas. Es war auch religiös ein wichtiger Besitz; denn der Sinai lag im Gebiete von Edom! Unter Joram um 850 wurde Edom frei, 2 Kg 8, 20, von neuem ein selbständiges Königtum. Tiglatpileser III. nennt 733 auf den Tontafeln von Nimrud einen Fürsten ķauš-malak von Edom neben Ahas von Juda. Amos redet von der Feindschaft Edoms gegen Juda. Später, als Judas Macht sank, ist diese Feindschaft verhängnisvoll geworden. Im Jahre 701 nennt Sanherib bei seinem Feldzug gegen Jerusalem unter den Tributträgern Malik(?)-rammu, König von Edom (KT S. 44). Assarhaddon und Asurbanipal nennen neben Manasse von Juda ķauš-gabri von Edom unter den 22 westländischen Fürsten, dic Frohnarbeiten und Heeresfolge bei den ägyptischen Feldzügen leisten müssen. Bei dem Zug Nebukadnezars gegen Jerusalem trat Edom wic Moab und Ammon auf die Seite der Babylonier und rächte sich an Juda (vgl. Ez 25, Ps 137, 7, vgl. Obadjas „fliegendes Blatt gegen Edom“). Die ferneren Geschicke der Edomiter sind noch dunkel. Sie sind jedenfalls von arabischen Mächten (Nabatäerreich) aufgesogen worden.

Von der Kultur der Edomiter wissen wir fast nichts.. Sie standen im Rufe der Weisheit (Ob 8; Jer 49, 7; Ba 3, 22f.). Das Buch Hiob ist vielleicht edomitischen Ursprungs (s. zu Hiob), Eliphas von Teman Hi 2, II ist Edomiter.

Zur Beurteilung ihrer Religion sind wir auf die theophoren Namen angewiesen. Die Namen Adad und ev. Malik stimmen zu der S. 23 skizzierten „westländischen“ Religion. Josephus nennt Ant. XV, 7, 9 als Gott der Edomiter Koçe oder Kobai. Es ist der Gewittergott ķos (Bogen) oder ķuzaḥ, wohl ihr eigentlicher Nationalgott, s. KAT3 472 f. Ilommel, Grundriß

1) S. die erschöpfende Behandlung bei Buhl, Edomiter, Leipzig 1893; Baudissin RPTh 3; Winckler, Gesch. Isr. I, 189 ff.; Noeldeke in Enc. Bibl.

2) 1 Sam 14, 47 ist Aram statt Edom zu lesen, s. Winckler, 1. c. 143. 193.

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