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stellung und im Hinblick auf die Absorptionskraft Ašur's in Assyrien wird man hier eine bestimmte Absicht nicht verkennen können. Ašurbanipal will Ašur in der Tat als sein Pantheon bezeichnen.

Obiges ilānia der Amarnabriefe ist höchst bedeutungsvoll I. weil der Plural auf eine einzelne Person angewendet ist entsprechend dem hebräischen obx; die einzelne Person wird dadurch als Pantheon, als Träger des in den einzelnen Göttern zerteilten göttlichen Gesamtwesens dargestellt. Sie ist die Zusammenfassung der Götter.

2. Weil dieser Plural in Phönizien und Palästina, wo man den dem Hebräischen nächstverwandten kanaanäischen Dialekt sprach, nicht als gelegentliche Hyperbolie eines Einzelnen auftritt, sondern im Sprachgebrauch völlig eingebürgert ist, und zwar zu einer Zeit, da die Israeliten nach den Berichten der Bibel in Kanaan eindrangen.

Dieses ilāni darf demgemäß als die babylonische Entsprechung des hebräischen unbx gelten.

Auf einer aus der Amarnazeit stammenden, in Boghaz-köi, der alten Hettiter-Hauptstadt, gefundenen Tontafel! haben die Götter Mithra und Varuna das Determinativ im Plural bei sich:

ilāni mi-it-ra-as-ši-il ilāni u-ru-w-na--ši-il; Variante:

a-ru-na-as-ši-il; dagegen: ilu in-dar na-ša-a[t-ti-ia-a]n-na; Variante: in-da-ra na-šľa]-at-ti-ia-an-na.

Ist das il am Ende von Mitraššil und Varunaššil vielleicht = ilu, also Mithragott, Varunagott??

2. Elim bei den Phöniziern. Um dieses Thema gleich ganz zu erörtern, möge im Anschluß an dieses ilāni der Keilschriften auf jene phönizischen Inschriften hingewiesen werden, in welchen dbx in singularischer Bedeutung auftritt. Wir dürfen wohl vermuten, daß diese auf späten Inschriften nachweisbare Ausdrucksweise mit jener der

1) Winckler, MDOG Nr. 35 (Dez. 1907), 51.
2) Vgl dazu Rekubēl.

Amarnabriefe in irgend einem Zusammenhang steht. CIS I n. 119 wird vor Nergal obs gewissermaßen als Determinativ gesetzt „Hoherpriester des Gottes (3x) Nergal“ 1.

Auf einer Inschrift aus Memphis, vermutlich aus dem 2.- 1. Jahrhundert?, deutet man bør im Sinne von ,,Göttin": „Meiner Herrin, der mächtigen Göttin Isis, der Göttin Astarte (onowy DBA ON 778 DR3 ans) und den Göttern, welche ...." (wx d23x37). Es steht kein Hindernis im Wege, b>x auch hier als Gottheit im zusammenfassenden Sinne zu nehmen, zumal ja Isis in der Tat als Inbegriff der verschiedenen Gottheiten gedacht wurde. Das Adjektiv im Singular 778 zeigt, daß Isis trotzdem als Singular empfunden wurde.

Auf der ersten neupunischen Inschrift von Maktar heißt es Z. 4: ...3 w7pm D3x3, was Clermont-Ganneau übersetzt 4: „dem heiligen Gotte

Es wäre dann weiter der Name des Gottes zu erwarten.

Es ist dann noch eine in Pozzuoli gefundene griechische Inschrift", auf die bereits gelegentlich hingewiesen wurde 6, zu erwähnen, auf der 'Hlalu x in singularischer Bedeutung „Gottesbild“ gebraucht ist. Das Bild wurde am 29. Mai d. J. 79 n. Chr. nach Puteoli überführt.

Entsprechend der Tatsache, daß für ,,Gott“ im allgemeinen Sinne Singular und Plural wechseln, finden wir auf der Opfer

רב הכהנם In CIS I, I19

1) Vgl. G. Hoffmann, Über einige phön. Inschriften. Abh. d. Gött. Ak. XXXVI, 1, 17. Grimme, OLZ XII, 207 ff. sucht nachzuweisen, daß osx in den phönizischen Inschriften zwar in den meisten Fällen dem hebräischen abstrakten Plural 13x entspricht, an anderen Stellen aber der Übersetzung durch Gottheit widerstrebt. Er schlägt vor, es mit „Astrolog“, „Tempelastrolog“ zu übersetzen.

I, 119 323 ozx kann nach seiner Meinung ein Oberkohen stecken, der zugleich Elym des Nergal(tempels) war. Ich halte diese Deutung von ebx nicht für sehr wahrscheinlich.

2) Mitgeteilt von Lidzbarski, Eph. I, 155. 3) Vgl. oben 149.

4) Rec. d'Arch. III, 330. 335. Lidzbarski, Eph. I, 49 erklärt gleichfalls: „dem heiligen Gotte“, wobei er als möglich annimmt, daß 07120 wnpa sei und D3x dem binba entspreche. Vgl. auch Lagrange, Études? 72 n. 4.

5) Besprochen von Clermont - Ganneau, Rec. d'Arch. IV, 226 ss.; Lidzbarski, Eph. II, 88 f.

6) Oben 171 Anm. 2.

tafel von Marseille CIS I 165, 13. 16 und auf dem Fragment der Opfertafel von Carthago CIS I 167, 8 DÍN POD = „vor Gott“ 1. Ähnlich ist wohl d’s op- CIS I 227. 260. 261. 262. 377 als „Aufsteller (eines Bildes) Gottes“ und s3x nia auf der Opfertafel von Marseille Z. 16 im Sinne von Gottes (d. h. zu Ehren von Göttern veranstalteter) Gesellschaft“ 2 zu erklären.

Auch einige phönizische Eigennamen 3 bieten ox in der allgemeinen Bedeutung, für die das Babylonische zwischen Singular und Plural schwankt. ox-CIS 194. 363 neben xana 406 „Geschenk Gottes“; D38-733 7. 87 „Knecht Gottes“ (ABdnhquos), 38-ab49. 702 Z. 3f. „Hund Gottes“, ex-aba 257. 258. 259. 588 „Haarscherer Gottes“ d. h. des Tempels, D3s also hier = 380093 entsprechend dem Babylonischen, wo auch „Gott“ für „Gotteshaus“ gebraucht wird *.

Clayó meint, es solle auch durch die Doppelsetzung des ilu vor Martu Amurru „Gott“ im allgemeinen Sinne bezeichnet werden. Anstatt „Götter von Amurru“ müsse man deshalb El-Amurru lesen. Wenn tatsächlich ilāni Amurru zu lesen wäre, dann wäre der Gott Amurru als Zusammenfassung der Götter des Westlandes gedacht. Es läge damit eine frappante Parallele zu 3 mm vor. Allein diese Verbindung des generellen ilāni, die ihre Parallelle in ilāni Mitraššil und ilāni Varunaššil der Tafel von Boghaz-köi hätte, muß doch als fraglich bezeichnet werden, weil sich die Schreibung daraus, daß ·Amurru ursprünglich Landesname ist, einfacher erklärt?.

3. Die Siebengottheit bei den Babyloniern. Die Bezeichnung Gottes als „sieben“ im A. T.

Wir sehen also, daß sich die babylonische Gottesvorstellung zu einem merkwürdigen Gemisch von Einheit und Vielheit entwickelt. Ein inneres Verständnis für den verschiedenen Gebrauch von ilāni mit dem Singular des Subjekts oder Verbums erschließt sich uns, wenn wir uns an die babylonische Siebengottheit erinnern, die bereits als zusammenfassende Bezeichnung des gesamten Pantheons aufgeführt wurde 1. Die Siebengottheit ist die Zusammenfassung der Götter, die Universalgottheit, das Pantheon, aber zugleich besondere Gottheit und darum Einheit und Vielheit. Das zeigt die merkwürdige Verknüpfung von Singular und Plural an mehreren Stellen?. il Si-bit-te ilāni qar-du-ti ina kakke-šun[u ....)-ku-nu liš-kun „die Siebengottheit, die starken Götter (Plur.!) möge (Sing.!) mit ihren Waffen eure [Niederlage] herbeiführen". Die Stelle ist aus dem schon mehrfach angezogenen Vertrage zwischen Asarhaddon und Baʻal von Tyrus und steht, wie mir scheint, stark unter dem Einflusse des westsemitischen Stils. In der folgenden Zeile (6) wird der Gott Ba-ai-ti-ilēpl. angerufen, Z.9 die Götter von ebir nāri „die Götter jenseits des Stromes" d. h. der Länder westlich vom Euphrat 4, Z. 10 il Ba-al-sa-me-me, il Ba-al-ma-la-gi-e, il Ba-alșa-pu-nu, Z. 14 il Mi-il-qar-ti (Melqart) und il fa-su-mu-nu.

1) Vgl. G. Hoffmann, Abh. d. Gött. Ak. XXXVI, 1, 17. 2) Clermont-Ganneau, Rec. d'Arch. III, 22 S.; Lidzbarski, Eph. I, 47f. 3) Vgl. Hoffmann a. a. 0. 17. 4) S. oben 155f. 5) Amurru 124 n. 1.

6) S. oben 173.

7) Oben 88. 156 f.

Die andere Stelle findet sich King, Magic Nr. 52, 5 (Stichzeile, die den Anfang des folgenden Gebetes angibt):

šiptu. šar ilāni gaš-ru-u-ti ša nap-har ma-a-ti šú-pu-u i VIl-bi at-tu-nu-ma „Beschwörung. König der mächtigen Götter des gesamten Landes, glänzender, die Siebengottheit seid ihr“. Hier steht also der Singular šarru und šupū neben dem Plural attunu.

Die einzigartige Bedeutung, die der Siebenzahl in den alttestamentlichen Schriften zukommt“, steht jedenfalls auch mit der biblischen Gottesidee in ursächlichem Zusammenhang. Vor allem tritt die Wertschätzung dieser Zahl hervor in der bei den Hebräern von altersher beobachteten siebentägigen Woche und dem Sabbat, der in Beziehung zur Weltschöpfung und zum Auszug aus Ägypten gesetzt und dessen Heiligung im Dekalog anbefohlen wird. Die Siebenzahl als Zahl der Fülle, des vollendeten Ganzen ist zwar bei den Babyloniern ebenso zu finden wie bei vielen anderen Völkern,

) S. oben 17 f. 2) Vgl. Hehn, Siebenzahl 21 ff.
3) K 3500, 5 (Winckler, AOF II, 10f.).
4) Winckler, KAT 3 188; Zimmern 437; Schiffer, Die Aramäer 8off.
5) Vgl. Hehn, Siebenzahl 77 ff. 6) A. a. O. 60 Anm. 4.

aber wohl nirgends kommt ihr die beherrschende Stellung im Kultus zu wie im A. T. Auf der Woche baut sich ein System auf, das die ganze Zeit nach Hebdomaden ordnet und sie so heiligt, wie der siebente Tag die Woche heiligen soll. Besonders merkwürdig ist, daß das hebräische Wort für „schwören“ saus eigentlich bedeutet: „sich besiebnen“, also direkt aus der Bedeutung der Siebenzahl zu erklären ist?. Da diese die Zahl der Gesamtheit, des umfassenden Ganzen ist, so bedeutet samt ohne Zweifel die sieben d. h. alle Mächte Himmels und der Erde anrufen? Das weist darauf hin, daß man die Gottheit einmal als Siebenfaches im Sinne der alles umfassenden Kräfte auffaste.

In der Tat haben wir noch verschiedene alttestamentliche Namen, die Gott als „sieben“ bezeichnen. * Ex. 6, 23 [P] „mein Gott ist sieben“5, 2 Kön. 11, 2; 2 Chr. 22, II steht dafür natin? „Jahve ist sieben“6. Die Kurzform dieser Namen ist von 2 Sam. 20, if. 6f. 10. 13. 21 f.; i Chr. 5, 13; als Ortsname Jos. 19, 2. Das hier „sieben" in der Tat noch die von mir nachgewiesene Bedeutung „Fülle“ hat", ergibt sich besonders auch aus dem Namen yana Tochter der Sieben“ d. h. der Fülle, vgl. jowa Jes. 5, 1 ,,Sohn des Fettes" = ,,fett", „fruchtbar“ und die zahlreichen im Hebräischen als Ersatz für Adjektiva dienenden Umschreibungen mit ;= 8. Der Name ssuna reiht sich so in seiner Bedeutung an die die äußere Erscheinung des Kindes rühmenden Namen wie „Voll

1) A. a. O. 88. 2) A. a. 0. 83. 3) Das Nähere s. a. a. O. 85.

4) E. Littmann, Semitic Inscriptions 115, vergleicht diesen Namen mit dem safaitischen 3x330, für 3-0 nimmt er die Bedeutung ,to swear' an.

5) H. Grimme, Das israelitische Pfingstfest und der Plejadenkult, geht von der unzutreffenden Voraussetzung aus, daß die bei den Babyloniern und im A. T. so oft genannte Sieben auf den Kult der Plejaden zurückgehe. Er übersetzt deshalb diesen Namen: „Die Plejaden sind mein Gott“.

6) Grimme bemerkt dazu a. a. O. 62 f.: „Dieser (Name) scheint einen Protest der Jahvereligion gegen die Verehrung ,der Sieben' auszudrücken; jedenfalls lehrt er, daß die Zonen beider sich in Israel eng berührten, unter Umständen auch schnitten.

7) Siebenzahl 55f. 8) Ges.-Buhl 15 s. v. lit. 7. Hehn, Gottesidee.

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