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Phöniziern verehrt wurde, ob der Name ,,die Göttin" zat' {om. bezeichnen sollte und etwa an die Stelle des speziellen Namens derselben getreten ist, läßt sich aus den späten Inschriften, die nichts weiter über sie berichten, nicht feststellen. Folgerungen für ursemitische Gottesvorstellungen lassen sich aus ihrer gelegentlichen Erwähnung keinesfalls ziehen.

c) Die Aramäer. Für die Beliebtheit von 1x in der Bildung von Personennamen bei den Aramäern ist schon die Tatsache bezeichnend, daß die im A. T. erwähnten Aramäer mit Vorliebe ēl-haltige Namen tragen.

Gen. 22, 21 ff. sind Qemūēl und Bethūēl als Söhne Nahor's genannt. Bekannt ist der König Hazaēl von Damaskus; i Kön. 11, 23 finden wir den Syrer Rezon, Sohn Eljada's, Jes. 7, 6 den Aramäer Tābēl. Die Aufzählung der aus den aramäischen Inschriften bekannt gewordenen Namen mit ēl würde hier zu weit führen 1. In den assyrischen Urkunden sind die aramäischen Namen mit ēl gleichfalls eine sehr häufige Erscheinung. Ein Fürst von Arpad, der mit Ašurnirari IV. (754—45) einen Vertrag schließt?, heißt Ma-ti-'-ēl Wann, o Gott?", Tiglatpilesar IV. empfängt Tribut von E-ni-ēl („Mein Auge ist Gott“) von Hamāth II R 67, 58; III R 9, 51, ein Statthalter von Damaskus zur Zeit Sanherib's 3 heißt Ilu-ittiia „Gott ist mit mir", was an das biblische 'Immānūēl erinnert.

Wenn sich auch aus diesen Namen an sich nicht erschließen läßt, ob man 3x als besondere Gottheit gedacht hat oder nicht, so fällt doch für die erstere Annahme ins Gewicht, daß bei den Aramäern 5x als besondere Gottheit wirklich verehrt wurde. Auf der Hadad-Inschrift Z. 2 f. (doppelt), II und 18f. werden „Hadad und Ēl und Rešeph und Rekubēl und Šemeš aufgezählt, Z. 11 ist noch ein ’Arq-Rešeph hinzugefügt. Auf der Inschrift Panammu's erscheinen Z. 22 ,,Hadad und El und Rebubēl, der Hauspatron, und Šemeš und alle Götter von Ja'di. El ist demgemäß im 8. Jahrhundert bei diesen Aramäern eine besondere Gottheit, aber aus der Zusammenstellung geht

1) S. die Zusammenstellung bei Lidzbarski, NE 214.

2) Peiser, MVAG 1898, 6, i ff. 3) CT XXVI, 37, 88. Hehn, Gottesidee.

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hervor, daß er nicht etwa die Einheit des Pantheons darstellte und als „der Gott“ xai įfo%. verehrt wurde, von dem die anderen Götter nur Erscheinungsformen gewesen wären, sondern er ist ein Gott neben anderen. Welche konkrete Vorstellung man sich von ihm machte, ist nicht bekannt; aus der Allgemeinheit des Namens zu schließen, war er jedoch ein sehr farbloses Wesen, das möglicherweise erst dem vielfachen Gebrauch des Elementes ēl in den Eigennamen seine Sonderexistenz verdankte. Am besten wird dieser Sx verständlich, wenn man ihn analog dem sa bei den Phöniziern, der ebenfalls bald als Appellativum bald als Nomen proprium erscheint, beurteilt.

d) Die Nordaraber. Wohl nirgends tritt bx in den Eigennamen häufiger auf als bei den Nordarabern. In den Inschriften der Safā sind die meisten theophoren Eigennamen mit 3x zusammengesetzt, das in der Schrift wiederholt zu bloßem 3 verkürzt ist, einige Namen sind auch mit nx und dessen Verkürzung n gebildet?. Diesen 38 der Safā halten Dussaud - Macler für identisch mit dem Zɛùs Xaqaùnvós, den Clermont-Ganneau auf einer griechischen Inschrift von Bosra erkannt hat? Diese Identifikation ist jedoch ebenso fraglich wie seine Ansetzung als Sonnengott. Lidzbarski führt die Vorliebe für 3x in den safaitischen Eigennamen darauf zurück, daß die Beduinen, die keine festen Wohnsitze haben, mit bestimmten Gottheiten nicht so dauernd in Beziehung traten wie die ansässige Bevölkerung, „daher waren Namen, in denen sich derartige Beziehungen kundtaten, selten und erhielten sich nicht lange. Sie gingen ganz verloren oder schwächten sich zu Bildungen mit dem farblosen, indifferenten 3x ab“4. An dem unbestimmten Charakter von 3x ist nicht zu zweifeln, jedoch werden für die Wahl des kurzen se vor allem praktische Rücksichten maßgebend gewesen sein; findet

.Vgl .סערלה ,סלמלה ,חיאלה ,והבלה Littmann, A. a. 0. 121 erwähnt (2

1) Zusammenstellung bei E. Littmann, Semitic Inscriptions 121 ff., Lidzbarski, Eph. II, 38 Anm. 4.

2) , a, , , . auch R. Dussaud, Les Arabes en Syrie avant l' Islam, Paris 1907, 98 s.

3) R. Dussaud et F. Macler, Voyage archéologique au Safâ, Paris 1901, 23. +) Eph. II, 38 f.

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sich ja doch die Ilat, die Hauptgottheit der Safatener, auch kaum in Eigennamen. Der von Lidzbarski angeführte Grund würde zunächst bloß für die lokalen Gottheiten gelten, aber es waren doch vor allem auch astrale Götter, mit denen die Beduinen in dauernde Beziehung traten. Außerdem zeigen die Namen", daß die Beziehungen der Safatener zur Gottheit sehr innig und mannigfach waren: Gott schenkt, Gott ist gnädig, Gott liebt, hilft, belohnt, heilt, befreit, bewahrt. Also auch hier ist alles von der Gottheit durchdrungen und belebt. Wenn das Pantheon nicht reicher entwickelt war und nur eine Gottheit besonders verehrt wurde, so lag die Beziehung des bx auf diese am nächsten.

Die häufigste Erwähnung in den safatenischen Inschriften findet die Ilat?, deren Name, wie verschiedentlich angenommen wird, aus Ilahat kontrahiert ist; mit Artikel lautet der Name Allāt, entstanden aus Al-ilāt wie Ilah mit dem Artikel Allāh wird. Allāt ist also „die Göttin". Herodot setzt III, 8 die 'Alát der Ovqavin, I, 131 aber die Aphrodite Urania der assyrischen Mylitta und der arabischen ’Alírta gleich 3. Man identifiziert sie deshalb mit dem Venusstern“, der bei den Südarabern als männliche Gottheit namens 'Attar verehrt wird; sie würde also ihrem Wesen nach der assyrisch-babylonischen Ištar, die gleichfalls im Venusstern in die Erscheinung tritt und deren Name schon in der Hammurapizeit für „Göttin“ gebraucht wird, entsprechen. Wie schon bemerkt, hält sie Nöldeke mit Wellhausen für die Sonne; für diese Ansicht spricht neben anderen Gründen der Umstand, daß die Sonne im Arabischen und den meisten semitischen Sprachen Femininum ist und wow speziell im Südarabischen geradezu in die Bedeutung von „Göttin" übergeht. Wie alt die Zusammen

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2) S. die Liste bei Littmann, a. a. 0. 121.

2) Dussaud-Macler, Mission 55 ss.; Lidzbarski, Eph. II, 38; Littmann, Sem. Inscr. 113 n. 6 bemerkt, daß sie in diesen Inschriften ungefähr 6o mal vorkommt.

3) Vgl. EI I, 314 Artikel Alilat von F. Buhl.
4) Dussaud-Macler, Mission 55 ss., Littmann, Sem. Inscr. 113.

5) Oben 139.

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stellung der Töchter Allah's Allāt, Uzzā und Manāt (Qur'ān Sure 53, 19–21) ist, bleibt ungewiß.

Allāt's männliches Gegenstück ist Allāh. In den wenigen Fällen, in denen er außerhalb der Eigennamen vorkommt, ist er immer mit dem vokativen a= nbn geschrieben, das wohl Kontraktion aus atabx ist. Durch die Inschriften der Safā wurde erwiesen, daß Allāh als besonderer Gott bei den Arabern schon Jahrhunderte vor Muhammed verehrt wurde 1. Mit diesem Namen verknüpften sich zwar keine monotheistischen Vorstellungen, aber der fast ausschließliche Gebrauch dieses so allgemeinen Namens weist doch auf eine monotheistisch gestimmte Atmosphäre hin. Es wurden auch andere Götter verehrt, die jedoch gleichfalls sehr allgemeiner Art waren. (Ruda oder Redū)=Gunst 2 (bis), ferner opn-sv „Beistand der Leute“, srx oder an (Jathi), 15- (Gad-'Awidh) = Túyn des Stammes 7-9, ;»7-05x und 720-by= (Beʻel-semin) „Himmelsherr“3. Die frische, konkrete Auffassung der alten Zeit fehlt; wie bs so bezeichnet auch nx eine gewisse Farblosigkeit, eine Indifferenz bezüglich der speziellen Gottheit. ?x und abx sind weit entfernt, einen Schluß auf Monotheismus zu rechtfertigen, sie zeigen nur, daß die scharfen Unterschiede zwischen den einzelnen Göttern verwischt sind und die sie unterscheidenden Namen so auch ihre Bedeutung verlieren 4.

Im Haurān und in Palmyra wurde Allāt später mit Athena identifiziert, weshalb der Sohn und Mitregent der Zenobia seinen Namen Wahballāt „Geschenk Allāt's" in Athenodorus verwandelte. Natürlich lassen sich auch aus dieser Identifikation für den Charakter Allāt's keine Folgerungen ziehen.

Sehr beliebt waren die Namen mit 4x auch bei den Nabatäern und Palmyrenern, wie ein Blick in die Verzeichnisse der Eigennamen lehrt 5. Auf einem nabatäischen Basaltrelief

1) Die nähere Ausführung bei R. Dussaud, Les Arabes en Syrie avant l'Islam 140 5. 2) Vgl. oben 140 f.

3) Vgl. Littmann, a.a. O. 113f, Dussaud et Macler, Mission 64; Lidzbarski, Eph. II, 38. 4) Wellhausen, Reste 2 215 ff.

5) Lidzbarski, NE 216; Eph. II, 412; Euting, Nabatäische Inschriften aus Arabien, Berlin 1885, 90. E. Littmann, Sem. Inscr. 225f.

6) Littmann, a. a. O. 93 f.

die gewöhnliche ,חניאל und צעד-אל finden sich nebeneinander

, Bezeichnung für „Gott“ war hier jedoch obx, x73x, die sich auch in den Eigennamen häufig finden.

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e) Südaraber. Auch bei diesen ist kein Mangel an Eigennamen, die mit 3x zusammengesetzt sind 1 und für den monotheistisch Denkenden ganz monotheistisch klingen. Sie enthalten die gleichen Aussagen von der Gottheit, die wir auch sonst finden. Einige Beispiele mögen als Beleg dienen: Jasma'il „Gott erhört“, Fadkur-il Gott gedenkt“ (Hal. 187, 2), in einer minäischen Inschrift haben wir Z. I den Namen 7833x (bab.: Ilu-naid) ? ,,Gott ist erhaben", Z. 2 5xp7„Gott ist gerecht"; in einer anderen gleichfalls minäischen Inschrift: finden sich nacheinander Waqahil (3x7p1) „Es befahl Gott“ (auch Z. 3), Wahabil (5x=n) „Es schenkte Gott" und Ratadil (5x757) „Es schützte Gott", auf einer sabäischen 4 Z. i haben wir den Namen Ilrabb (573x) „Gott ist Herr“, auf einer anderen $8935 „Kind Gottes“ (vgl. auch 71 ,,Kind des Wadd"), ein König von Saba heißt 3857 „Gott kennt" und ist der Sohn des 3x3a ,,Gott erweist Huld" 6.

Es ist nun in der Tat nachweisbar, daß 3x als selbständige Gottheit in Südarabien verehrt wurde?. Auf einer von Halévy 8 veröffentlichten Inschrift erscheint ein Liens ,,Priester Il's (3x/900) und Attar's“ (Z. 1–4). Ebenso ist Hal. 150, 4 ein

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1) Schon Osiander ZDMG X, 53 fand es bemerkenswert, daß die Zusammensetzungen mit 3x in den himjarischen Personennamen besonders zahlreich sind. Eine umfangreiche Sammlung bei Hommel, Altisr. Überlieferung 81f.; eine ausführliche Beurteilung daselbst 75ff., die aber vielfach von unserer Auffassung abweicht.

2) Lidzbarski, Eph. II, 383, 1; vgl. Ranke, PN 404.

3) Veröffentl. von O. Weber, MVAG 1901, 2, 2 ff.; besprochen von Lidzbarski, Eph. II, 98 ff.

4) ZDMG LX, 662 ff; Eph. II, 392.

6) Eph. II, 390 M2; zur Bedeutung des Namens s. O. Weber, MVAG 1907, 2, 66 ff.

6) Glaser 105, 1f.; CIS IV, 126.

7) Vgl. dazu D. H. Müller, Actes du VI. Congr. intern. des Orient. à Leide (1883) 465-73.

8) Hal. 144; JA 6. sér. XIX, 494.

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