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„Diener (1P)1 Il's und 'Attar’s“ genannt. Außerdem finden wir 3x Hal. 149, 3. 82, vielleicht auch Hal. 349, 12f.3 und auf zwei anderen Inschriften

Daß bu hier sogar 'Attar vorangeht, scheint auf die Erklärung D. H. Müllers, 3x sei „Name eines, wahrscheinlich sogar des höchsten Gottes, welchen die Sabäer aus ursemitischer Zeit herübergenommen haben und welcher, wie es scheint, früher an der Spitze des Pantheons gestanden hat", hinzuführen. Allerdings in den uns bekannten Epochen „spiele 5x in ihrem Kultus nur eine geringe Rolle und sei schon längst besonders von ‘Attar und Almaqah und ... auch Provinzialgottheiten niederen Ranges verdrängt worden“5. Aus dem häufigen Vorkommen El's in den Eigennamen schließt D. H. Müller auf dessen einstige hohe Bedeutung. Hommel® glaubt sogar annehmen zu dürfen, „daß die südarabische Namengebung in ältester Zeit eigentlich nur mit ilu ,Gott' zusammengesetzte Eigennamen kennt“ und schließt auf eine Zeit, „wo diese ohnehin teilweis von außen importierten Götter noch nicht verehrt wurden, sondern noch eine reinere Gottesanbetung herrschte, die einen unwillkürlich an das im A. T. von Melkişedek Berichtete erinnert“. Auch Lagrange hält Ēl in diesen Gegenden für einen ,,souverain dépossédé“, „dessen ehemaliges Reich nicht bezweifelt werden kann".

Der Schluß aus den Eigennamen auf die Stellung des Gottes Ēl konnte damals, als D. H. Müller seine Abhandlung verfaßte, noch leicht gezogen werden, jetzt, da die vielen mit ilu zusammengesetzten babylonischen Eigennamen bekannt

ואל התמר כל תמ (3

1) O. Weber, MVAG 1907, 2, 43.

2) 1781 x „Il heilte ihn" und 1071817BxD „Da heilte sie Il". Vgl. übrigens die Erklärung Grimmes, OLZ IX, 260. 3)

P083 „Und Il ließ gedeihen alle Früchte, die nicht getränkt waren"; vgl. D. H. Müller, ZDMG XXX, 687.

4) Die eine, veröffentlicht von Rehatsek, ist besprochen von D. H. Müller, ZDMG XXX, 681 ff. (Z. 7), die andere ist von D. H. Müller, ZDMG XXX, 675 veröffentlicht und besprochen. Z. 5: COX SXD XD.

5) Actes 467. 6) Altisr. Überlieferung 80.
7) Études ? 75.

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sind, wird man anders urteilen müssen. Es wird von dem südarabischen 5x genau dasselbe zu gelten haben wie von dem aramäischen. Er ist eine blasse Abstraktion neben den anderen Göttern und verdankt sein selbständiges Dasein erst seiner auf praktischen Gründen beruhenden Verwendung in Eigennamen, d. h. da bu wegen seiner Kürze in den Eigennamen so häufig wie eine besondere Gottheit gebraucht wird, betrachtete man ihn schließlich wirklich als solche. Daß 3x die ursprüngliche Einheit des Pantheons darstelle, ist eine durchaus unerweisbare Meinung, die jene Zeit vom Standpunkte der monotheistischen Denkweise aus wertet.

Übrigens gebrauchten die Sabäer neben £x auch noch obx (= :SI) = ,,Gott" und nnbx = „Göttin“, aber nur im appellativen Sinne. Auch der Gebrauch dieser beiden Nomina neben 5, das, wie wir weiter unten sehen werden, wahrscheinlich die kürzere Form von 73x ist, spricht gegen die Annahme, daß die Sabäer mit 3x den Begriff ,,Gott" im absoluten Sinne verbunden hätten.

f) Schlußbemerkung. Der Satz also, den Lagrange in seinen Études sur les religions sémitiques 1 ausführlich zu beweisen sucht: „für sie (die Sémites primitifs) war El der Eigenname Gottes, und wenn dieser Name Appellativum geworden ist, so geschah es durch die Vermehrung der Personen, denen man seine transzendenten Eigenschaften zuteilte"?, ergibt sich nicht als Resultat einer die Inschriften aus dem Geiste ihrer Zeit heraus prüfenden Untersuchung, sondern auf Grund einer Betrachtungsweise, die den von anderswoher gewonnenen Begriff von Ēl in die Untersuchung hineinträgt. Sobald man ohne die Voraussetzung eines ursemitischen Ēl die Inschriften liest, ist er nicht mehr darin zu finden. Dasselbe gilt von P. Karge's Auffassung, der sich vielfach an Lagrange anschließt und zu dem Schlusse kommt 3: „Ilu, El würde also bei den Semiten die Gottheit als Einheit bezeichnet haben; bei fortschreitender Differenzierung des göttlichen Wesens wurde Ilu Gottesname wie die anderen nach und nach aufgekommenen Gottesnamen, wie Sin, Šamaš u. a., blieb aber gleichzeitig appellativische Bezeichnung für ,Gott“, wie wir es bei allen Semiten, wenigstens in den Eigennamen finden. Im Hebräischen ist hier später El durch Ja und Jo verdrängt worden“. Die Entwicklung ist in Wirklichkeit umgekehrt: aus der Vielheit der Einzelgottheiten entwickelt sich bei den heidnischen Semiten die Universalgottheit.

1) 2. éd. 70 ss.

2) p. 25 des zitierten Werkes heißt es: Après que les tribus sémites eurent ainsi partagé leur El en plusieurs dieux différents, la scission fut irréparable. 3) Bundesgedanke 150.

Das von Lagrange1 zitierte Argument Tertullians 2: Nam solum Deum confirmas, quem tantum Deum nominas, ut et cum illos (nämlich Saturn, Jupiter, Mars, Minerva) interdum deos appellas, de alieno et quasi pro mutuo usa videaris' charakterisiert nicht den historischen Entwicklungsgang der heidnischen Gotteserkenntnis, sondern will zeigen, daß auch der Heide in seinen unwillkürlichen Äußerungen eine monotheistische Denkweise bekundet. In Ausdrücken wie: Was Gott geben möge", „Wenn Gott will", „Gott sieht es“, „Gott vergelte es mir“ sieht er das testimonium animae naturaliter christianae (Apol. 17). Genau dasselbe hätte man auf Grund der oft monotheistisch klingenden Eigennamen zu den Semiten sagen können, die trotz solcher Aussagen von „Gott“ doch Polytheisten waren.

7. Etymologie von . Um in den Namen ilu-ēl nicht einen fremden Inhalt hineinzulesen, wird es sich empfehlen, bei einem Etymologisierungsversuche die sonstigen Bezeichnungen der Semiten für „Gott“ zum Vergleiche beizuziehen, um so einen Maßstab für die Richtung ihres Denkens zu gewinnen und den Weg zum Verständnisse des Inhalts des Namens ilu-ēl sicherer zu finden. Im voraus ist zu bemerken, daß derselbe Name zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten ebenso wie der Name ,,Gott" mit dem verschiedensten Inhalte gedacht werden konnte.

1) A. a. O. 70.

2) De testimonio animae c. 2 (ed. A. Reiferscheid et G. Wissowa CSEL XX, 136).

Aus der Darstellung der Grundauffassung der Babylonier vom Wesen der Gottheit und der Charakteristik der Hauptgestalten des babylonischen Pantheons war zu ersehen, das die mit den einzelnen Göttern verbundenen Vorstellungen recht verschiedenartig sind – Anu Hoheit, Ea Schöpfermacht, Enlil-Bēl Herrschaft usw. sodaß sich daraus eine Vorstellung von dem ursprünglichen Wesensbegriff der Gottheit bei den Babyloniern nicht ableiten läßt. Gott könnte ursprünglich ebenso gut der Hohe wie der Schöpfer oder der Herr genannt worden sein. Es ist darum ausgeschlossen, das mit der richtigen Etymologie von ilu-ēl der ursprüngliche und allgemein giltige Grundbegriff der Semiten von Gott überhaupt gefunden wäre, vielmehr wird ilu-ēl eben eine, wenn auch sehr allgemeine, Seite der semitischen Vorstellung von der Gottheit enthalten, die eben die spezielle Bezeichnung dieser bestimmten Klasse von Wesen wurde. Etymologisch ganz verschieden von ilu ,,Gott“ und seinem Femininum iltu ist das im Babylonischen gebräuchlichste Wort für ,,Göttin" ištar, das neben dieser allgemeinen Bedeutung eine bestimmte Gottheit bezeichnen kann, wobei der ursprüngliche Inhalt des Wortes an sich ganz in den Hintergrund getreten ist 1.

Es wurde bereits darauf hingewiesen, daß das Zeichen für ilu, sumerisch dingir, in der archaischen Schrift ein achtstrahliger Stern ist?, ferner daß eben dieses Zeichen Anu, der Himmel, der Hohe, bedeutet, woraus zunächst hervorgeht, daß die Sumerer ,,Stern“ und „Himmel" als die entsprechendsten Ausdrucksformen für „Gott“ ansahen. Offenbar stehen beide Begriffe in naher Beziehung zu ihrer Vorstellung von ,,Gott". Von den Sumerern ist diese Schreibweise auf die babylonischen Semiten übergegangen, und wir dürfen annehmen, daß sie auch ihrer Gottesvorstellung entsprach. Die Bezeichnung Gottes im appellativen Sinne durch einen Stern kann in einer Religion, deren Seele der Gestirnkult ist, nicht auffallen. Die Sterne sind Götter, welches Zeichen hätte sich darum in der Bilderschrift als Zeichen für Gott besser geeignet als der Stern? Wie Anu und ilu zusammenhängen, wurde bereits be

1) Über die Ableitung s. oben 42 Anm. 1.

2) Vgl. oben 5.

sprochen 1. Anu bedeutet ,,der Hohe", er würde seinem Namen nach am besten durch 75 x 2 = „der höchste Gott“, úyiotos übersetzt; er ist der personifizierte Himmel. Die Gleichsetzung von „Gott“ und „Himmel“ ist eine leicht begreifliche und den späteren Stücken des A. T. nicht fremde Metonymie. Dan. 4, 24 heißt es: ,,Sobald du erkennst, daß der Himmel mächtig ist“. Vgl. 1 Makk. 3, 18 (toŨ Geoõ ist erklärende Glosse). 19. 50. 60; 4, 10.24 (tòy xúquoy ist sekundär). 40. 55; 9, 46. Auch die jüdische Literatur (Pirqē Aboth 4, 4. 11) und das N. T. bedienen sich dieser Ausdrucksweise.

Auf K 2100 (CT XXV, 16—18) Rs. II, 9f. werden neben verschiedenen ausländischen Bezeichnungen für „Gott“ als Synonyma für ilu angegeben: qadmu, digiru, hilibū. digirū ist nun ebenso wie das auf die Eme-Sal-Form zurückgehende dimmerū zweifellos sumerisches Lehnwort aus dingir3, dessen Bedeutung aber nicht sicher bestimmbar ist 4. Vielleicht hängt es mit t(d)in „Leben“ und gir „Macht“, „mächtig“ zusammen, wenigstens würde die etwa anzunehmende Bedeutung „Lebensherr“ gerade der sumerischen Auffassung von den Göttern als den in der Natur das Leben erzeugenden und beherrschenden Mächten durchaus entsprechen.

Auch hilibū ist nicht näher bekannt. CT XIX, 19, 28 ( II R 48, 26 ab) erscheint ein seltenes, kompliziertes Ideogramm mit der Glosse hi-li-bu ebenfalls als Synonym von ilu HI.LI (eventuell šár-gúb zu lesen) bedeutet kuzbu „üppige Kraft“ 6

1) Oben 19ff. 150 f.
2) Über diesen Gottesnamen handeln wir unten ausführlicher.
3) Vgl. Del., HWB 210.

4) dingir hat bereits Rawlinson, wie ich aus Lagarde (Abh. d. K. Ges. d. Wiss. z. Gött. 1880, 5) ersehe, damals schon vor längerer Zeit, mit mongolischem tenghri, türkisch Sprü señry zusammengebracht.

5) Vorausgeht Z. 26 ein, wie es scheint aus doppeltem gim bestehendes Ideogramm mit der Glosse zi-ga-rum ša-mu-i „Himmel“, der damit wohl als der „erzeugende“, „schaffende“ bezeichnet werden soll; ferner Z. 27 ein Ideogramm mit der Glosse zi-ku-ra = irși-tim Erde. Es folgt ein Ideogramm für il Ištar mit der Glosse gi-in-gi-ra. Vgl. auch Prince, Materials 365 s. V. zi-ga-ra und zi-ka-ra. Es kommen dann weiter Ideogramme für Anu, Enlil, Ea usw.

6) Del., HWB 324 b; vgl. auch Scheil RT XIX, 56; Thureau-Dangin SAKI 194, X, 11, wo H.LI mit Schmuckstück übersetzt wird.

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