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und kommt in den sumerischen Eigennamen der alten Zeit wiederholt und zwar in Anwendung auf die Gottheit vor: Lugalhi-li= šarru kuzbu,,der König (=Gott) ist üppigkeit (Pracht)“, Nin-hi-li = bēlit kuzbi2 „die Herrin ist üppigkeit“, Nin-hi-li

bēlit kuzub šamē „die Herrin ist die Pracht des Himmels“3. Nebukadnezar läßt das Heiligtum der Şarpanit in Esagila hi-li-sir4 mit der Erklärung bāb kuzbu „Tor der Üppigkeit" oder der Pracht 5 glänzend herrichten. Der Lasurstein (aban ugnü) ist der Prachtstein (aban hi-li-bu V R 30, 66gh). hilibū ist demgemäß ebenfalls sumerisches Lehnwort und bedeutet ,,Uppigkeit“, „üppige Pracht“, „Herrlichkeit“ u. ä. Auch diese Bezeichnung entspricht durchaus der sumerisch-babylonischen Auffassung von der Gottheit.

Für qadmu, das andere Synonym für „Gott“, läßt sich leichter eine sichere Deutung gewinnen, da ihm ohne Zweifel der gemeinsemitische Stamm op zugrunde liegt, der „vorn sein“ bedeutet. sap erscheint in Anwendung auf Zeit und Ort; als Synonym für „Gott" geht es wohl von der örtlichen Vorstellung aus und bezeichnet Gott als den, der vorausgeht, also als Führer, Lenker. Im A. T. haben wir bei Eșra und Nehemia den Eigennamen 1977, was wohl bedeutet: „vor mir ist Gott“ im Sinne von „mein Führer ist Gott“. Qadmu temporal als ,,Vorderstes“, „Frühestes“ = „Ursprung“, „Anfang“ zu deuten, ist wohl nicht unmöglich, wenn auch weniger wahrscheinlich. Es ist dann noch zu verweisen auf den nabatäischen

, , . Wie bereits Halévy bemerkt", begünstigt der Name qadmu als Synonymum für „Gott“ die Ableitung des Wortes 3x von 37x „vorn sein“, sodaß es „Führer“, „Herr“ bedeuten würde, eine Ableitung, die besonders durch Nöldekes Autorität gestützt

.6 יקדמאל CIS II

, 467 , sowie auf das sabaische קדמו Kurznamen

1) Huber, PN 132. 2) Huber, a. a. O. 145.

3) Vgl. dazu den Namen aus der Zeit der ersten Dynastie von Babel Ili-ba--ti „Gott ist Fülle“; Ili-du-um-qi „Gott ist Schönheit“ BE VI 1,58b.

4) Straßmaier AV 3324 bu; Winckler (KB III 2, 14 f.) liest hi-li-šud und übersetzt kuzbu rapšu; St. Langdon, Die neubabylonischen Königsinschriften, übers. v. R. Zehnpfund (VAB IV), kaduglisug (vgl. Index 304).

5) I R 54, 51 a parallel 60, 51 a, vgl. 65, 31 a; VR 34, 49 a.
6) Vgl. Zimmern, KAT477; Ges.-Buhl s. v. 389937p. 7) ZA III, 196.

wird1. Es ist auch gar kein Zweifel, daß die aus der Wurzel 3-2 „vorn sein“ sich ergebende Ableitung von 3x der semitischen Gottesvorstellung sachlich durchaus entspricht, womit aber keineswegs bewiesen ist, daß diese Etymologie gerade auch sprachlich die einzig richtige ist.

Die Übersetzung „Führer“, „Herr“ trifft m. E. im wesentlichen den in 58 enthaltenen Gedanken. Einen weiteren Hinweis auf die assyrisch-babylonische Denkweise finden wir in einem Verzeichnis, das zahlreiche dem assyrischen Schriftzeichen für šarru ,,König“ entsprechende Synonyma aufführt?. Zuerst (mal]ku, (ma)liku, [mallik, Z. 8 folgt das Zeichen für Gott AN mit der Glosse di-me-ir als Äquivalent von šarru, Z. 9 findet sich nochmals dieselbe Gleichung, jedoch ohne Glosse. Die Verwandtschaft zwischen „Gott“ und „König" im Denken der Assyro-Babylonier erhellt wohl auch daraus, daß beide in der Literatur, besonders in den magischen Texten, häufig zusammen genannt werden 3 z. B. Šurpū II, 92; V/VI, 76. 96. Gilgameš - Epos Taf. II Col. IIIb, 30 f. (KB VI 1, 138) steht ilūtu ,,Göttlichkeit" im Parallelismus zu šarrūtu „Königsherrschaft". Häufig wird ein Gott als König, Fürst oder Herrscher gepriesen, was gleichfalls darauf hinweist, daß zur Gottheit die Herrscherwürde gehört 4.

Besonders wichtig aber scheint mir, daß sich in der altbabylonischen Zeit die Könige von Sargon I. und Naram-Sin ab „Gott“ nannten und das Gottesdeterminativ vor ihren Namen setzen ließen. Hilprecht5 führt diese Vergöttlichung des Königs darauf zurück, daß die Priesterschaft von Nippur den König infolge des gewaltigen Aufschwungs seiner Macht als getreue Inkarnation der Gottheit erklärte. Sicher ist, daß damit die besondere Macht zum Ausdruck gebracht werden sollte. Naram-Sin nennt sich ,,der mächtige Gott von Akkad".

1) MBA 1880 (erschienen 1881), 774.
2) CT XVIII, 29, i ff. ab (=VR 30, 8 ab).
3) Vgl. Dhorme, Religion ass.-bab. 171.

4) Vgl. Wellhausen, Reste? 145: „Der wahre Inhalt des Gottesbegriffs ist bei den Semiten überall die Herrschaft“.

5) The earliest Version of the Babylonian Deluge Story 24 ff.
6) da-num ilu Akkadim ki

Siegel A 2f. (Th.D. 168 f.); vgl. auch die folgenden Siegel.

Er trägt auf seiner berühmten Siegesstele 1 die Hörnerkrone, die sonst Auszeichnung der Gottheit ist und wohl als Symbol der Kraft und Macht gedeutet werden darf. Hammurapi nennt sich in seinem Gesetzbuch Vs. III, 16 ilu šarri „Gott der Könige“; das soll zweifellos nichts anderes bedeuten als „Herr oder König der Könige", wie er sich denn in der Tat Vs. II, 55 ušumgal šarri „Machthaber (Monarch) der Könige“ nennt. Vs. III, 70 steht dementsprechend etel šarri „Herr der Könige", IV, 23 ašarid šarri „Fürst der Könige". Daraus geht deutlich hervor, daß die babylonischen Semiten ilu noch geradezu als Äquivalent für „König“ oder „Macht haber" gebrauchten.

Es kommt weiter in Betracht, daß 5s ,,Herr" bei den Westsemiten, besonders bei den Phöniziern, in demselben Sinne wie ilu Gott" im Gebrauch ist. Auch bei den Israeliten vertrat der Name = in der älteren Zeit den Namen Jahwe oder Gott wie sich aus Hos. 2, 18 und den Eigennamen 3soux,

, , , . Die babylonischen Semiten setzen an die Stelle Enlil's von Nippur den Bēl, den „Herrn" rat' ÈFOX., und die Babylonier der späteren Zeit sprechen von Marduk als dem Bēl schlechthin; man nennt also den Hauptgott kurzweg den „Herrn". bēlu hätte so gut in Babel wie bs in Phönizien allgemeine Gottesbezeichnung werden können. Es ist hier noch beizufügen, daß die Juden, die sich scheuten, den Namen Jahwe auszusprechen, dafür 78 = „Herr" (eigentlich: „mein Herr") sagten und die LXX das hebräische nn in der Regel durch Kúolos wiedergegeben haben. Daraus ist deutlich zu erkennen, daß man der Überzeugung ist, „Herr" enthalte das wesentliche Moment der Gottheit.

Auch darf nicht vergessen werden, daß im A. T. der König einmal als „Gott“ angeredet wird Ps. 45, 7; der messianische Zukunftsfürst wird Jes. 9, 5 „Gottheld“ (non 5) genannt. Desgleichen findet sich für die Richter Ps. 58, 2 die allerdings sarkastisch gemeinte Anrede en 2 „Götter". Das

.ergibt מריב בעל ,ירבעל ,בעליה ,בעלידע neben אלידע

1) Délegation en Perse II, nach p. 52.
2) So ist zweifellos statt ex zu vokalisieren.

Richten war ja eine Hauptaufgabe der Könige. Nach Ps. 82 richtet Jahwe „inmitten von Göttern" (obs), die ungerecht richten (V. If.); er hatte zu ihnen gesagt: „ihr seid Götter und insgesamt Söhne des Höchsten“ (V. 6). Die Deutung auf die heidnischen Götter scheint mir ausgeschlossen, es sind darunter vielmehr ,,die heidnischen Fürsten und Gewalthaber“1 zu verstehen, die „wie (gewöhnliche) Menschen" sterben sollen. Nach Ex. 4, 16 soll Moses für Aron „Gott" (en) sein, insofern er angibt, was dieser reden soll.

Wie stark die Idee der Herrschaft in der semitischen Auffassung von der Gottheit ausgeprägt war, ergibt sich auch aus den zahlreichen mityba, milki „König“ zusammengesetzten speziell westsemitischen und vor allem phönizischen Namen. Hier ist 73direkt Synonymum von 383.

Auch 7şia, dem die Israeliten im Tale Ben-Hinnom opferten, bedeutet nichts anderes als „König“ und ist wohl auch jo zu vokalisieren. Möglich, daß sich teilweise aus dem Gebrauche dieses Namens für Gott die Abneigung der altisraelitischen Zeit gegen das Königtum erklärt. Jahwe sollte ursprünglich der einzige König seines Volkes sein und wird oft „König“ genannt, ebenso mehrfach die Götzen 4. Der Gott der 'Ammoniter obbe enthält in seinem ersten Teil den Namen König, mag der Name sonst wie immer zu erklären sein. Das Geez hat eine Pluralform des Stammes 732 nämlich amlāk als Be

zu ;(2) יְחִיאֵל Chr

.
29
,
I4
(
K
)
und

2 יחואל
.mit hebr יחומלך

.ferner phön

1) Baethgen, Psalmen 257.
2) Das Nähere s. bei Zimmern, KAT? 469 ff.
3) Vgl. z. B. Milkili, Ilimilku und 12h = „mein König ist Gott“;

. . 2 . , 14 () (Q; 7300x (Inschrift des Jehawmelek 1, 1) vergleicht de Vogüé 578; ferner 333-30 Lidzbarski, NE 310, insa CIS I 10, 2; 11, 2 und sonst oft in zypr. Inschriften. S. Lidzbarski, a. a. O. unter göra und inn und die entsprechenden Namen mit 3x und ins; vgl. 732733 CIS I 46,3; 670, 3 (phön.)

I , ; I , 3 moabitische Ba-wa- „Kemoš ist König“ der Mesa-Inschrift 2. i zeigt, daß 73genau im Sinne von 3x und abwechselnd damit gebraucht wurde. Auch die beiden Gottheiten von Sepharwajim 79778, das auch als Eigenname erscheint, und es gehören hierher.

4) Die Stellen s. bei Gesenius-Buhl 15 s. v. 1 lit. a.

Auch das ,נעמאל CIS I 40

,
3 und dazu נעמלכת ;6 ,14

CIS I עבדאל mit

zeichnung für „Gott", von welchem es einen weiteren Plural amälekt bildet.

Es kann demnach kein Zweifel bestehen, daß „Herr“ und „König“ beliebte Synonyma für „Gott“ sind und die Idee der Herrschaft und des Königtums das wesentlichste Moment der Gottesidee bei den semitischen Völkern bildet. Es darf dementsprechend auch eine Ableitung des Wortes ilu-ēl, die auf die gleiche Vorstellung zurücksührt, hohe Wahrscheinlichkeit Gewißheit gibt es hier nicht – für sich in Anspruch nehmen. Selbst wenn man aber eine andere Etymologie bevorzugt, bleibt die Bedeutung der Herrschaft und des Königtums in der semitischen Gottesidee ungeschmälert.

Die schon auf Aquila von Sinope zurückgehende Erklärung des Namens 3x durch io voós wird von Hieronymus 1 als geltend erwähnt und heute noch von Verschiedenen vertreten. Eusebius 2 berichtet, daß die Hebräer den Namen als ioxùv zal dúvauv interpretieren. Als Stamm wäre dann 5 ,,stark sein“ anzusetzen. Daß Gott stets auch als der ,,Starke" betrachtet wurde, läßt sich nicht bezweifeln; der Übergang zu „der Mächtige", „der Machthaber“, „der Allmächtige“ lag hier nahe. Auch die Heldenhaftigkeit konnte leicht mit dieser Auffassung verbunden werden. Der messianische Zukunftsherrscher ist ein ,,Gott-Held" (19 5x). Allein mir scheint, daß, abgesehen von den unten zu erörternden sprachlichen Gründen, ,,der Starke" eher als Eigenschaft denn als Wesensbezeichnung der Gottheit gegolten habe.

Nöldekes Etymologie 3 von 398 „vorn sein“ führt auf die

1) Epist. ad Marcellam XXV (S. Hieronymi Epistulae ed. J. Hilberg I, 218s. CSEL LIV]: Primum dei nomen est hel, quod Septuaginta ,deum', Aquila štvuoloylav eius exprimens ioxvgóv, id est ,fortem', interpretatur.

2) Praep. evang. XI, 6 CD (Migne PG 21,857) bemerkt er, die Hebräer nennen Gott 'Elwứu παρά το ήλ, ως έoικε. τούτο δε ερμηνεύουσι ισχύν και δύναμιν. δστείναι του Θεού τούνομα παρ αυτούς από της αμφί αυτόν δυνάμεως τε και ισχύος επιλελογισμένον, δί ής νοείται παντοδύναμος και πάντα ισχύων, ως άν πάντα συστησάμενος.

3) MBA 1880, 773; vgl. dazu SBA 1882, 1191, wo er an der Zuverlässigkeit der Etymologie zweifelt.

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