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namen als Gottesname findet, und zwar nicht nur in der auch in israelitischen Namen gebräuchlichen Kurzform 7 (Faû), sondern auch in der vollen Form (Fa’ve)". Wenn Jau oder Jahu babylonischer Gottes name gewesen wäre, so hätte Moses den Namen für den israelitischen Nationalgott gar nicht brauchen können; denn der Name sollte und mußte für das zu begründende Volk etwas Besonderes sein.

Aber wir können uns die Gedankengänge, die zur Verwendung des Elements jau als Gottesname geführt haben, vielleicht doch noch einigermaßen durch die keilinschriftlichen Hilfsmittel rekonstruieren. Wir haben gesehen: 1. daß die auf ja endigenden hypokoristischen Personennamen besonders in Palästina in der Amarnazeit sehr zahlreich sind, 2. daß hier ebenso wie im Babylonischen die Endungen ja und jau den Gottesnamen (ähnlich wie ilu-el) vertreten, 3. daß das Pronomen jau ursprünglich etwas wie Wesen, Person, Gegenwart, Dasein bedeuten muß.

Wenn nun der Stifter der israelitischen Religion an dieses den Gottesnamen in Eigennamen vertretende ja und jau angeknüpft und den Gott, den er den verschiedenen vereinigten Völkerschaften zu verkünden hatte, damit benannt hätte? In der Wahl dieses allgemeinen Namens wäre seine Absicht zu erkennen, die Benennung des Gottes Israels möglichst wenig konkret zu gestalten, ihn nicht nach Art der verschiedene Natur- und Kulturerscheinungen repräsentierenden Gottheiten zu benennen, sondern ihn schon durch seinen Namen möglichst von der Natur loszulösen. Das in den Eigennamen vorhandene ja, jau verband sich nun sehr leicht mit jau, jāti Wesen, Person, Gegenwart oder adjektivisch: (irgend) einer, vorhanden, gegenwärtig. So ließen sich dann schon verschiedene Namen init ja nach Analogie der mit Gottesnamen zusammengesetzten erklären. Wie leicht diese Deutung war, ersieht man daraus, daß auch die heutigen Forscher das hypokoristische Affix vielfach für einen Gottesnamen hielten! Ein strenger Unterschied zwischen Jau, Jahu und Jahwe läßt sich nicht feststellen", außer das Jau die nominale Form des Namens wäre, während die verbale in die nominale im Sinne einer gewissen Betätigung für Israel deutet. So wäre das ganz unbestimmte Wort jau durch die verbale Umgestaltung, wie wir sie Ex. 3, 14 vorfinden, gerade für Israel aktuell gemacht worden.

1) H. Grimme, OLZ XV, 12f., dem P. Leander das. 151 ff. im Wesentlichen zustimmt, schließt aus dem Vorkommen des Gottes on neben

So würde sich auch das Nebeneinanderbestehen der beiden Namen Jahu und Jahwe ohne Schwierigkeit erklären: wir hätten dann, wie schon bemerkt, mit einer leichten Umgestaltung der Form eine speziell für Israel bestimmte Deutung. Jahu wäre dann wohl die ältere und populärere Form des Gottesnamens; wie lange und in welcher Ausdehnung sie für sich vor Jahwe bestanden hat, darüber läßt sich nichts mehr ausmachen. Spuren eines altkanaanäischen Gottes Jahu aber sind nicht nachzuweisen.

Es möge hier noch eine kurze Bemerkung zum Verständnis dieses Gottesnamens beigefügt werden. Wir haben bei der Erklärung des Namens Elohīm auf den Sprachgebrauch der Amarnabriefe verwiesen, in denen wir den Plural ilāni als geläufige Bezeichnung einer einzelnen Person verwendet finden. ilania = ,,meine Götter", „mein Pantheon“, wird der Pharao genannt. Der Name Elohīm will den Gott Israels als die über den Göttern stehende höhere Einheit kennzeichnen. Auch er hat die Tendenz, die Gottesvorstellung von den einzelnen Naturerscheinungen loszulösen.

Es sei zu der Eigenart des israelitischen Gottesnamens nur noch auf die Exklusivität und Intoleranz des isra

anderen Göttern in Elephantine auf einen inhaltlichen Unterschied zwischen 171779 und 17. Letzteres hält er für einen reinen Eigennamen, der irgend einen Gott bezeichnet, dagegen sei 717 mit der KollektivAbstraktendung versehen und Ausdruck der Gottheit schlechthin. Wenn die Juden von Syene den Namen 17" gebrauchten, so hatte das seinen Grund darin, daß dies eben der populärere Name war. Derselbe war auch in Palästina vielfach verbreitet. Daß man geglaubt hätte, 779 sei ein Gott neben andern, dagegen hinn der alleinige Gott, ist schon deshalb unrichtig, weil ja bekanntlich in Palästina, wo die Form 17a sicher bekannt war, ständig auch andere Götter verehrt wurden, die man Jahwe gleichzustellen suchte. Auch die Annahme Grimmes und Leanders, daß, wenn Jaho die Urform des Namens sei, der Gott ursprünglich unhebräisch, ja unsemitisch“ sein müsse, entbehrt jeder Grundlage.

elitischen Gottes gegenüber den anderen Gottheiten hingewiesen, worüber wir später noch weiter zu handeln haben. Der Name mußte nach der Intention des Stifters Jahwe scharf von den anderen Göttern unterscheiden. Um eine Verschmelzung Jahwe's mit diesen zu vermeiden, durfte er naturgemäß keinen bereits außerhalb Israels verbreiteten Gottesnamen wählen. Es mußte ein ganz allgemeiner Name sein, weil sonst die Gefahr der Verschmelzung des Gottes mit den Naturerscheinungen und den in diesen sich manifestierenden Göttern sehr groß gewesen wäre.

Israel war bei der Einwanderung in Palästina ein Konglomerat verschiedener Stämme. Die Gottheit sollte das alle umschlingende Band sein. Diesem Gott den entsprechenden Namen zu geben, war außerordentlich schwer. Er mußte allgemein sein und doch wieder unmittelbar wirksam für die nationale Idee. Deshalb wurde er interpretiert: Jahwe „ist der da ist“, der gegenwärtige, wirksame, derselbe Gott, der sich schon den Vätern geoffenbart hat. Im A. T. lassen sich freilich die Phasen der inneren Entwicklung des Namens schwerlich mehr feststellen.

.י"א"צבאות oder יהוה אלהי הצבאות "scharen

2. Jahwe Șebāõth. Ein vielfach gedeutetes Rätsel ist okay na „Jahwe der Heerscharen“ oder vollständig „Jahwe, der Gott der Heer

" .

Es ist nicht zu verwundern, daß die isolierte Betrachtungsweise eines Namens von so allgemeiner Art wie dieser, weil der sicheren Orientierung ermangelnd, leicht irre geht, während die wirklich sachgemäße Erklärung die ganze Eigenart der israelitischen Religion dabei im Auge behalten muß. Aber gerade hier scheinen sich auch aus der babylonischen Religion wichtige Gesichtspunkte für die Beurteilung zu ergeben, insofern dort zahlreiche Beiwörter ähnlichen Charakters vorhanden sind.

Das dem hebräischen 23 entsprechende Wort şābu fehlt auch im Babylonisch-Assyrischen nicht, wo es besonders häufig im Plural șābe ,,Leute" vorkommt, aber zur Bildung eines dem Jahwe Şebāõth parallelen Gottesnamens wird es nicht benutzt. Es ist deshalb anzunehmen, daß Jahwe jenen Beinamen unabhängig von babylonischen Einflüssen erhielt.

Der Streit um die Auslegung des Namens dreht sich um die Frage: Wer sind die Sebāoth? Sind es die Heerscharen Israels, oder ist es das Himmelsheer, oder liegt eine andere Beziehung vor?1

Die heute noch am meisten verbreitete Ansicht geht von den Stellen aus, an welchen Jahwe Șebāoth in Beziehung zur Lade erscheint i Sam. 1, 3. II; 2 Sam. 6, 2. Da die Lade als kriegerisches Heiligtum gilt Num. 10, 35 f.; Jos. 6, 4 ff.; 1 Sam. 4, 3 ff.; 2 Sam. 6, 2; II, II; 15, 24, so wird auch Jahwe Sebaoth als Benennung des israelitischen Kriegsgottes aufgefaßt?. Eine Parallele zu Jahwe Sebaoth als Kriegsgott läge vor in der Bezeichnung des Gottes Tišpak als Marduk ša ummani3 = Marduk der Leute, der Heerscharen. Tišpak ist Kriegsgott, und Marduk ist mit ihm identisch, insofern auch er Gott der Scharen ist. Es darf aber diese Parallele doch nicht urgiert werden, weil verschiedene Götter als Kriegshelden gepriesen werden. Auch Šamaš hat einen Namen, der ihn als Gott „der Leute", und einen, der ihn als Gott ,,der Scharen“ (ša ummani) + bezeichnet. Wenn Jahwe in den Erzählungen von Israels Kämpfen mehrmals den Beinamen Şebāõth führt, so folgt daraus noch nicht, daß er durch diesen Namen gerade als Kriegsgott charakterisiert werden soll.

Daß die Deutung auf die Kriegsscharen Israels nicht vollkommen befriedigt, ersieht man aus den anderen Deutungsversuchen. Der Name hat immer etwas Gehobenes, Feierliches an sich. Auch an den Stellen, die für den Nachweis der Beziehung auf Israels Heerscharen in erster Linie

1) Kaum irgendwo wird die „neue Ansicht“ Beifall finden, die Cheyne in seinem Buche The Two Religions of Israel 190 über Jahwe Şebāõth vorträgt. Darnach ist der Name parallel zu Gottesnamen wie Aštar-Kemoš, Melek-Aštart. Şebāūth „muß den Namen eines Gottes, oder vielmehr einer Göttin verbergen“. Er vermutet darin eine von den Israeliten ursprünglich neben Jahwe verehrte Muttergöttin 1933

she of Șibʻon, i. e. Ishmael Astarte. Sebāõth betrachtet er als a pious alteration von Şibʻonith (381 n. 3).

2) Kautzsch, ZAW VI, 20: ,"3"bedeutet zunächst den durch die heilige Lade repräsentierten Kriegsgott Israels“.

3) Brit. Mus. 47406 Vs. 11 (CT XXIV, 50), vgl. oben 62.
4) CT XXIV, 39, 33 f.; vgl. oben 58.

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geltend gemacht werden, erweckt der Name diesen Eindruck. Aber, so müssen wir fragen, ist es denn eine besondere Ehre für Jahwe, wenn er der Gott der Heerscharen Israels, d. h. doch seines Volkes, genannt wird? Da wäre es doch angemessener, ihn als Herrn der Kriegsscharen überhaupt, auch der feindlichen, zu denken. Auf die Heerscharen Israels bezogen scheint mir dieser Name doch ein etwas schwacher Lobpreis Jahwe's zu sein. Allerdings werden an einer Anzahl von Stellen des Pentateuchs die Heerscharen Israels şebāõth genannt Ex. 6, 26; 12, 17. 51; Num. 1, 3. 52; 2, 3; 33, 1, allein Borchert 1 bemerkt, daß alle diese Stellen dem Priesterkodex angehören, also spät sind. Außerdem sind da nicht eigentlich die Kriegsscharen, sondern die Scharen Israels überhaupt gemeint, „das von P stark übertriebene alsuos Israels". ,P liebt eben den Zusatz zebaoth, um beim Auszug aus Ägypten die ungeheure Zahl auszumalen, von der er bei dieser Gelegenheit zu reden weiß". Die Israeliten werden von derselben Quelle P als ,,Heerscharen Jahwe's“ bezeichnet Ex. 7,4; 12,41. — Ps. 44,10; 60, 12; 108, 12 bezieht sich mixy auf die Heere Israels, allein auch diese Stellen sind spät. Ps. 68, 13 sind die „Könige der Heerscharen" 1833 pe, Dt. 20, 9; 1 Chr. 27, 3 die mass die Truppenführer“, í Kön. 2, 5 38924 1923 i „die Truppenführer Israels“ erwähnt, allein daraus folgt nur, daß y auch die Kriegsscharen bedeutet. Jer. 3, 19 dagegen sind die 1833 „die Scharen der Völker", d. h. die große Masse derselben.

H. Greßmann 2 vertritt die Meinung, daß Jahwe in Verbindung mit der Lade nicht schlechthin als Kriegsgott, sondern als Pestgott erscheint. Als solcher „kämpfte er für Israel mit Sturm, Hagel, Gewitter, Erdbeben, Feuer und Pest", allein „da für diese göttlichen Schrecken niemals der Ausdruck nixx gebraucht wird, so ist es trotzdem unmöglich, die Entstehung des Namens Jahve Zebaoth von hier aus zu erklären“ (S. 76). Er hält den Namen ,,für uns für vollkommen unerklärlich" (S. 73). Greßmann gelangt zu diesem unbefriedigenden Resultat, weil er eine zu spezielle Beziehung in dem Namen sucht. Das

1) Der Gottesname Jahwe Zebaoth, TSK 1896, 626 f. 2) Der Ursprung der israelitisch-jüdischen Eschatologie 72 ff.

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