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und seiner Gemahlin Aja, Adad's und seiner Gemahlin Šala, des Papsukal, des Ninib, des Nergal, der Ištar, der Nisaba, des Gira, des Marduk, des Nebo usw. aufgezählt und erklärt.

Dieselben Eigenschaften gehören teilweise einem einzigen Gotte zu, teilweise werden sie von mehreren Göttern ausgesagt. So bezeichnet z. B. ein Name den Mondgott Sin als Herrn Himmels und der Erde, ein anderer als Gott der Entscheidung, ein anderer als Gott des Gebetes, ein anderer als Gott der Opfergaben, ein anderer als Gott des Glanzes; dagegen kommen die auf seine Phasen bezüglichen Ausdrücke ihm ausschließlich zu: er ist der Gott der Königsmütze, des Gegenüberstehens, des Monats, des glänzenden Aufgangs usw. Der Sonnengott trägt fast dieselben Namen, die von Sin in der ersten Gruppe angegeben wurden: er ist der Gott des Glanzes, der Opfergaben, des Aufgangs, der Leute, der Scharen. Die Namen Adad's beziehen sich fast durchweg auf Blitz, Sturm, Regen, Überschwemmung, die Ninib's auf Kampf und Schlacht, die Nergal's auf Grab, Schwert, Zorn und Krankheit.

Die Liste Brit. Mus. 47 406, auf der die wichtigsten babylonischen Gottheiten Marduk gleichgesetzt werden, ist von ganz besonderer Art. Marduk erscheint hier als der Gott, der die anderen absorbiert. Es sind zwar nicht alle" Götter aufgezählt, das wäre ohnehin nicht gut möglich, außerdem ist die Liste am Ende abgebrochen, aber es sind die wichtigsten babylonischen Gottheiten, die Marduk nach einer bestimmten Seite hin gleichgesetzt werden. Wenn man von den anderen Listen ausgeht, so kann über den Sinn dieser Zusammenstellung kein Zweifel sein.

In der 1. Z. heißt es, der Gott Uraši sei „Marduk der Pflanzung (Marduk ša erišu), d. h. der Gott Uraš ist mit Marduk identisch, insofern dieser der Gott der Pflanzung ist. In der Tat ist Marduk der Frühlingsgott, der besonders in der Hymnen

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1) Nach Kings Kopie ȚU, das jedoch unbrauchbar ist. Ich vermutete, daß IB = Uraš, ein bekannter Flurengott, zu lesen sei, und diese Vermutung wurde durch Pinches, der die Tafel nochmals kollationiert hat, bestätigt (ET XXII, (Jan. 1911), 165 Anm. 5). Die Vermutung von Pinches, daß ein sprachlicher Zusammenhang zwischen Uraš und erišu bestehe, dürfte zutreffen.

literatur häufig als Flurengott gefeiert wird, der das Leben der Pflanzungen bewirkt. Schon der erste Name Marduk's am Anfang der 7. Tafel des Weltschöpfungsepos il Asari wird erklärt als: „der schenket die Pflanzung, festsetzt die Saaten(?), der Getreide und Kraut schafft, hervorsprießen läßt das Grün". Vgl. ferner die Stellen in den Marduk-Hymnen K 3459 Vs. I, 8 ff.; III, 8 ff. (BA V, 319ff.); K 3505 Vs. 5 ff. (BA V, 325); IV R 57, 30f. DT 109 Vs. I, 2 (BA V, 375 f.) heißt Marduk murriš merištu „der die Pflanzung pflanzt“. Im Zusammenhang damit wird Marduk in den Hymnen häufig als Eröffner der Quellen und Wasserläufe gefeiert. In unserem Verzeichnis folgt dementsprechend in der 2. Zeile: Lugal-a-ki-a-ta(?)2 ist Marduk als Gott der Quellen. Lugal-a-ki-a-ta(?) bedeutet „König des Wassers in (?) der Tiefe“ oder „in () der Erde". Das ist an sich ein Name Ea's, der als il BE = naqbu „Quelle“ bezeichnet wird. Marduk ist aber ebenfalls der Gott, „der lenket die Flüsse im Gebirge, der aufschließt die Tiefe der Quelle in den Bergen" 3. „Der lenkt Quellen und Flüsse, öffnet die Brunnen" 4. Vgl. ferner IV R 57, 28 f.

In der 3. Z. heißt es: Ninib ist Marduk der Pflanzung 5. Ninib ist in der Regel Kriegsgott, aber er ist auch Sonnenund Vegetationsgott und als solcher, wie schon erwähnt, verwandt mit Tamūz. Da auch Marduk Gott der Fruchtbarkeit

1) izrāti; King, STC: Founder of sowing; Ungnad, AOTB 22: Saaten (?). Wahrscheinlich besteht ein sprachlicher Zusammenhang zwischen Asari und izrāti.

2) So nach Pinches a. a. O., bei King fehlt das letzte Zeichen; für den wesentlichen Sinn ist es nicht von Belang. ta ist die sumerische Postposition.

5) K 3459 Vs. I, 5 f. 4) K 3505 Vs. 7.

5) Vgl. Dhorme, Rel. ass.-bab. p. 99; Prince; Materials for a Sumerian Lexicon p. 353. Diese Übersetzung stützt sich darauf, daß II R 57, 32 cd il APIN (ú-rum) als il NIN.IB ša al-li erklärt wird. III R 67, 64 cd wird IB durch NIN.IB ša al-li erläutert. Da APIN Ideogramm für Pflanzen und Pflanzung ist, so ist es das Wahrscheinlichste, daß allu hier diese Bedeutung hat. M. Streck macht mich aufmerksam auf arab. ġallatun Bodenertrag, Getreide, syr. állethā fructus, reditus. Vgl. übrigens auch hebr. 671333 Nachlese, ferner 33x III.

8) Oben 37. 41; Zimmern, Tamūz 717.,

ist, so ist die Gleichsetzung der beiden Götter an unserer Stelle wohl verständlich.

Z. 4 sagt, Nergal sei mit Marduk identisch, insofern dieser Gott des Kampfes sei. Marduk, der Besieger Tiāmat's, wird häufig als Gott des Kampfes gerühmt1, sein Symbol auf den Kudurru's ist die Lanze. Nach Z. 5 ist Zamama gleich Marduk, insofern dieser Gott der Schlacht ist. Zamama ist eine Erscheinungsform des Kriegsgottes Ninib, daher ist auch diese Identifikation ohne weiteres einleuchtend. Enlil, heißt es dann Z. 6, ist mit Marduk identisch, insofern dieser der Gott ,,der Herrschaft und der Beratung" ist. Marduk übernimmt ja nach der Schöpfung die Herrschaft der Welt von Enlil und wird in der späteren Zeit, aus der unser Text stammt, häufig kurzweg Bēl, „der Herr“, genannt. Die Klugheit des Weitsinnigen unter den Göttern wird besonders häufig hervorgehoben. Sein zweiter Name auf der 7. Tafel des Weltschöpfungsepos Asarualim wird folgendermaßen erläutert: ,,Der hochangesehen ist im Hause des Rates, hervorragend an Rat“ und der dritte Name Asar-alim-nunna: „der Gewaltige, das Licht des Vaters, seines Erzeugers, der lenkt den Befehl Anu's, Enlil's und Ea’s“. Als Adu-nunna ist er ,,Berater Ea's" 2, er ist auch der Berater Enlil's und Ea's“ 3. Auch in den Hymnen wird er oft als der weise Ratgeber gepriesen: er ist ,,der sorgsame Berater“4, „der kluge Ratgeber“5, er „erteilt verehrungswürdigen Rat“ 6, „unter den Göttern ist sein Rat hochangesehen". Ähnliche Aussagen über den klugen, weisen Gottließen sich leicht noch mehr anführen.

In Z. 7 unserer Tafel folgt Nabium, der Marduk gleich ist, insofern dieser der Gott des Vermögens oder des Erwerbs ist. Auch dieser Eigenschaft Marduk's entspricht ein Lobpreis auf der 7. Tafel von Enuma eliš Z. 21f.: „Der Reichtum bereitet und schwere Fülle, Überfluß bestimmt, der alles Geringe in eine Menge verwandelt“. Ebenso ist der Frühlingsgott in den Hymnen der Spender des Überflusses: Er „erhält den Überfluß ohne Ende“1, „schützt den Besitz, den Erwerb“ 2, „er macht strotzen den Überfluß“3, er „teilt Besitztümer aus“ 4.

1) Eine Reihe von Stellen aus den Hymnen s. BA V, 281. 2) K 8519 Rs. 1 (King, STC 104 und 165). 3) K 2107 + K 6086 Rs. 20. 1) kunnu maliku K 7592 Vs. 5 (BA V, 309). 5) Das. 2. 7. 6) šitmara tamtalku K 3457 Vs. I, 2. 4.

Nach Z. 8 ist Marduk identisch mit dem Mondgotte EnzuSin, insofern er die Nacht erleuchtet. Marduk ist ja der Lichtgott, der das Dunkel der Nacht verscheucht, und besonders Überwinder der finsteren Unheilsmächte. Als Sonnengott kann er wohl kaum als Erleuchter der Nacht gelten, es wird darum hier wohl an den Stern Marduk's, den Planeten Jupiter, als nächtliche Erscheinungsform des Gottes gedacht sein 5. Jupiter ist bekanntlich der hellste planet. Der spätere Name Jupiters ist TE.UT (mulu-babbar) = Sonnenstern, ein Name, der wohl in dem hellen Lichte des Planeten seinen Grund hat. Von Marduk heißt es: „Du fürwahr, wie der Sonnengott erleuchtest du ihr (der Menschen) Dunkel" 6.

Z. 9 werden Šamaš und Marduk gleichgesetzt, insofern letzterer Gott des Rechtes ist. Es wurde bereits erwähnt, daß Marduk auch Sonnengott ist. Als Šamaš wird er direkt bezeichnet in dem Hymnus K 7592 etc. Vs. 34. Šamaš ist der Gott der Gerechtigkeit xar' ¿50%., aber auch Marduk hat den Namen mušēšir ketti „Lenker des Rechtes, der das Unrecht und .....“7 Ihm „soll Babel zujauchzen, Esagila sich seiner freuen, der (mit Recht]8 und Geradheit richtet und Entscheidungen entscheidet“ 9. „Er läßt Heil widerfahren dem Gehorsamen, verleiht Kraft dem Rechtschaffenen" 10.

Nach Z. 10 entspricht der Wettergott Adad dem Marduk als Gott des Regens. Marduk ist in der Tat auch in den Hymnen nicht bloß Öffner und Lenker der eigentlich dem Reiche Ea's angehörigen Quellen und Flüsse, sondern zu seiner Wirksamkeit als lebenschaffende Frühlingssonne hat man ihn

1) K 3459, III, 8 (BA V, 321f.). 2) Das, Z. 11.
3) K 3505 Vs. 8 (BA V, 325). 4) IV R 40 Nr. 1, 14.
5) Kugler, Sternkunde I, 8.
6) IV R 57,35 (BA V, 350).

7) Enuma eliš Taf. VII, 39f. Natürlich ist zu ergänzen bestraft oder überwindet.

8) abgebrochen. 9) K 7592 etc. Vs. 21 f. (BA V, 309 ff.).
10) K 3459 III, 4 (BA V, 321f.).

auch zum Gott des die Fruchtbarkeit bewirkenden Regens gemacht: „Du läßt regnen strotzende Regengüsse, massige Wasserfluten“: „Marduk, Herr des Überflusses, des Reichtums, der regnen läßt die Fülle“?. Dasselbe wird auch von Adad gesagt: „Adad, der Regen des Überflusses in meinem Lande regnen läßt“ 3.

Z. 11 folgt die Gleichsetzung Marduk's mit Tišpak, insofern er der Gott des Heeres ist. Tišpak ist eine Erscheinungsform des Kriegsgottes Ninib, der Marduk Z. 4 gleichgesetzt wird. Als Anführer im Kampfe der Scharen der Menschen und der Götter wird Marduk wiederholt gefeiert, daher ist auch diese Identifikation ohne weiteres verständlich.

Dagegen bietet die Gleichsetzung Z. 12 Schwierigkeiten: · Galt = Marduk sa kir-zi-zis. Z. 13 wird il Šuqamunu erklärt als Marduk sa pisannu „Marduk des Wasserbehältnisses“(?),

Marduk ša kullati „Marduk der Wasserleitungsröhre (?)".

Hier ist die Vorderseite abgebrochen. Die wenigen Zeilen der Rückseite stehen mit unserem Text nicht im Zusammenhang. Dieser ist vollkommen klar, ob nun noch einige Identifikationen mehr oder weniger erhalten sind.

Die Erklärung von Friedrich Delitzsch 6: ,,Der Gott Marduk wird Ninib geschrieben und genannt als Inhaber der Kraft?, Nêrgal bezw. Zamama als Herr des Kampfes bezw. der Schlacht usw.“, sodaß „die Namen Ninib und Nergal, Sin und

Z. 14

1) K 7592 etc. Vs. 23 (BA V, 310).
2) IV R 57,27 (BA V, 350). 8) I R 55, IV, 57f. = IR 61, IV, 57f.

*) il Gal wird als il A-a erklärt II R 57, 18 ab vgl. II R 61, 55 d. III R 67,612 = CT XXIV, 36, 41 ist ein il Gal erwähnt als utug Ba-u-ge „Aufpasser der Göttin Bau“. Vgl. Michatz, Götterlisten 26; Meißner, SAI 4883. Gal = rabū „groß“ ist an sich so allgemeinen Charakters, daß es wohl verschiedenen Gottheiten zugelegt werden konnte.

5) Lesung und Bedeutuug der Zeichen ist unbekannt. Pinches (ET XXII, 166) faßt es als ideographische Schreibung und schlägt vor: „enclosure of life“(?). Möglich, daß KIR hier für sahāru „umschließen“ steht, weil auch in den beiden folgenden Zeilen von Behältnissen die Rede ist. Allein eine sichere Deutung ist vorläufig nicht vorhanden.

6) Babel und Bibel I (17.-20. Tausend) 78.
7) Vgl. oben die Erklärung von allu Pflanzung

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