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zu Sippar (V R 60) thront der Gott als langbärtiger Mann in seinem Heiligtum, das den Gott umfließende Licht deuten die Wellenlinien seines Gewandes an. Vor ihm auf einem Tisch steht die Sonnenscheibe, auf welcher ein Stern von vier spitzen Strahlen angebracht ist. Zwischen diesen sind vier Bündel gewellter Linien zur Darstellung der von der Sonne aus sich ergießenden Lichtflut. Die Sonnenscheibe wird von zwei Personen an einem Seile in die Höhe gezogen. Neben der sitzenden Gestalt sehen wir an der Wand nochmals die Sonnenscheibe neben den Emblemen Sin's und Ištar's. Aus beiden Darstellungen ersieht man, daß den Babyloniern die Vereinigung des Gestirns mit der Person zu einer Einheit nicht gelungen ist, beide Vorstellungen sind nur äußerlich zusammengefügt. Die Darstellung des Sonnengottes als bärtiger Mann mit Hörnerkrone und Strahlen ist uralt; wir finden sie schon auf den hier reproduzierten Siegeln aus der Zeit Naram-Sin's 1. Auf einem Siegel ohne Beischrift trägt der auf einem Throne sitzende Sonnengott lange gezackte Strahlen an beiden Schultern. Vor und hinter ihm ist der achtstrahlige Stern auf einer in einer Vase stehenden Stange angebracht Auf zahlreichen Siegelzylindern der alten und späteren Zeit ist die Gottheit als Person abgebildet, daneben sind ein oder mehrere Sterne als Hinweis auf den astralen Charakter der Gottheit zu sehen.

Die aufgehende Sonne wird auf einem altbabylonischen Siegelzylinder des Britischen Museums 3 als ein Mann dargestellt, der zwischen zwei Bergspitzen hervorschreitet. Rechts und links steht je ein einen Torflügel haltender Gott. Der Sonnengott tritt durch das östliche Himmelstor. Von jeder Schulter gehen drei Strahlen aus. Eine wesentlich gleiche aber noch altertümlichere Darstellung des Sonnenaufgangs ist auf einem grünen Jaspis, der sich im Louvre befindet,

1) Abbildg. 1–3. De Sarzec, Découvertes 284-286. Dazu E. Meyer, Sumerier und Semiten 60 ff.

2) Abb. 4. Déc. pl. 30 bis Nr. 14 und p. 295. E. Meyer, Sumerier 62.

3) Nr. 89110; Abb. 5. A. Jeremias, ATAO? 21; Hommel, Memnon I Taf. nach S. 208.

eingeschnitten. Auf einem Siegelfragment aus der Zeit Naram-Sin's ist noch ein Berg zu sehen, über den der aufgehende Sonnengott, ebenfalls mit Strahlen an den Schultern, hinwegschreitet?

Auch der Mond wird als menschliche Persönlichkeit dargestellt. Die Mondsichel wird einfach als Emblem beigefügt. So finden wir ihn auf einem Zylinder aus der Zeit Ur-engur's 3 mit langem Bart, auf einem Thron sitzend, und mit Mantel und Kappe bekleidet. Eine Göttin führt eine Schutzbefohlene herbei. Vor dem Mondgotte zeigt die Mondsichel den astralen Charakter des Gottes an. Ebenso sitzt Sin nach der Darstellung eines Siegelzylinders aus der Zeit Bursins II 4 auf einem durch ein Gerüst erhöhten Polstersitz, vor ihm die Mondsichel, darin die Vollmondscheibe mit achtstrahligem Stern.

Bei Ištar bemerken wir auf den ältesten Darstellungen das Bestreben, eine Verbindung von Persönlichkeit, Stern und der Tätigkeit der Göttin in der Natur herbeizuführen. Auch sie wird mit Strahlenbündeln an den Schultern dargestellt. Auf der Felsskulptur Anubanini's R steht Ištar vor dem Könige, bekleidet mit einem langen Mantel, auf dem Haupte eine hohe Krone. Von jeder Schulter der Göttin gehen drei Stengel aus. Die auf der linken Seite endigen, wie es scheint, in Blüten, die der rechten in Knospen? In der erhobenen Rechten hält die Göttin, die in der Inschrift ausdrücklich als Ištar erwähnt wird, einen Stab, an dem oben ihr gewöhnliches Einblem, der fünfstrahlige Stern, befestigt ist.

Auf einem Siegel eines Beamten Naram-Sin's aus Tello 8

A

1) Abb. 6. Menant, Recherches sur la Glyptique orientale t. I, 123 Nr. 71. G. Maspéro, Hist. anc. de l'Orient 1895 p. 656.

2) S. Abb. 3. Découv. 286; Meyer, Sumerier 61.

3) Menant, Glyptique t. I pl. IV Nr. 2; Maspéro, Hist. anc. 655; Jeremias, ATAO? 101; Meyer, Sumerier 63f.

+) Berliner Museum VA 2720; E. Meyer, Sumerier 64 Nr. 16, dazu S. 65. 5) Berl. Mus. VA 542 vgl. 579.

6) Abb. 7. Reproduziert bei E. Meyer, Sumerier 25; daselbst 24 ff. die Beschreibung.

?) E. Meyer erwähnt nichts von diesem Unterschiede, er ist aber deutlich bemerkbar. Auf eine Beschädigung des Reliefs geht der Unterschied kaum zurück. 8) Abb. 8. Découv. 287; E. Meyer, Sumerier 27.

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