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terisirt und stehen am Anfange dieser beiden Parabelkapitel – 15 und 16 — als yoyyúčovtes über den Sünderliebenden Heiland. Olshausen meint, die Wohlthätigkeit, die barmherzige Liebe solle empfohlen werden: allein das ist viel zu allgemein geredet. Meyer, welchem Godet in der Hauptsache beitritt, berücksichtigt die Verbindung und meint, der Herr wolle den Pharisäern zeigen, wohin der Reichthum führe, wenn er nicht, auf die V. 9 vorgeschriebene Weise, zum atoleiv čavrò pilovs verwendet werde. Allein, wenn dieses die Absicht Christi gewesen wäre, hätte er den Abraham gar nicht gut reden lassen; der weist ja mit keiner Silbe auf die unterlassenen Dienste der Liebe hin. Neander lässt diese Parabel anschaulich machen, dass der im Weltlichen versunkene Geist durch keine neuen Offenbarungen, keine Wunder zur Busse und zu einem nachhaltigen Glauben, der ohne wahrhaftige Sinnesänderung nicht möglich sei, geführt werden könne.“ Allein hier werden Nebenpunkte der Parabel zur Hauptsache gemacht. Bleek findet den Hauptzweck der Parabel in der Ermahnung an Alle, die in Gottvergessenheit dahinleben, namentlich an die reichen Weltmenschen, in sich zu gehen, ihren Sinn auf Gott und sein Reich zu richten, Busse zu thun, während es noch Zeit sei, und, um sich dazu bestimmen zu lassen, nicht auf besondere Zeichen und Wunder zu warten, sondern sich nur an das Wort Gottes in der Schrift zu halten, welches sie das Rechte werde erkennen lassen.“ Die Pharisäer hatten sich als Männer ohne alle Liebe und Barmherzigkeit geoffenbart. Kapitel 15 hält ihnen der Herr vor: die Barmherzigkeit Gottes des Sohnes - im Hirten, Gottes des heiligen Geistes -- im Weibe, Gottes des Vaters — im Vater des verlorenen Sohnes. Kapitel 16 mahnt: seid klug und macht euch durch Barmherzigkeit Freunde in diesem Leben der ungerechte Haushalter; denn von dem rechten Gebrauche dieses Lebens und seiner Mittel hängt Alles ab – unsere Erzählung.

V. 19. Es war aber ein Mann reich und kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.

Dieser Mann, welcher als reich prädicirt wird, denn, was gegen die gewöhnliche Uebersetzung Ewald und Bleek mit Recht einwenden, noúolos ist nicht Subjekt, sondern Prädikat, bewies es mit der That, dass er im Vollen sass. Seine Kleidung und sein ganzes Leben waren darnach. Seine Bekleidung war noggúga nai Búocos, welche Zusammerstellung die hebräischen Frauen auch liebten, vgl. Proverb. 31, 22: den Purpur trug er oben und die Leinwand drunter: der Purpur war roth, der Byssus weiss und so entstand, wie Bengel bemerkt, colorum pulchra temperies. Er zeigte in seiner Kleidung einen feinen Geschmack und suchte zu ihr die feinsten, kostbarsten Stoffe. Purpur ist für aus Wolle gearbeitete, purpurroth gefärbte Oberkleider gesetzt, wie die Fürsten und die Vornehmsten im Lande sie zu tragen pflegten; der Byssus, die feinste Art von Leinwand, vornehmlich von Baumwolle, ward zu Unterkleidern benutzt. Aegypten lieferte den feinsten Byssus; als Pharao den Joseph erhöhete, legte er ihm, Genes. 41, 42 Gewänder von feinem Byssus an; die aegyptischen Priester trugen ebenfalls nach Plinius Hist. nat. 19, c. 1, s. 2, solcherlei Kleider, die vornehmen Römerinnen hatten ihre Freude an ihnen, ib. s. 4. Die Israeliten legten auch einen grossen Werth auf sie, Exod. 28, 39. Proverb. 31, 22. Die Seligen in dem Himmel sind nach der Apokalypse 19, 8 und 14 ebenfalls mit

weissen Byssusgewändern angethan. Dieser Kleidung entsprach die ganze Lebensweise des Mannes: ευφραινόμενος καθ' ημέραν λαμπρώς. Er führte ein lustiges, frühliches Leben, machte sich keine Sorge und kannte auch keine Mühe und Noth des Lebens, er führte aber dabei kein Schand- und Lasterleben, sondern haungos ging Alles her, glänzend, herrlich wie Luther es übersetzt. Calvin hat gewiss ganz Recht, wenn er sagt: primo dives inducitur purpura et bysso vestitus et splendidis lautitiis quotidie indulgens; quibus verbis notatur delicatior vita, luxuque et pompis referta. non quod Deo omnis vestium elegantia et ornatus per se displiceat vel omnis victus mundities sit damnabilis, sed quia raro contingit, in his rebus servari temperantiam. Dass von diesem reichen Manne nichts weiter ausgesagt werden kann, als dass er in Purpur und köstliche Leinwand sich kleidete und alle Tage herrlich und in Freuden lebte, ist das Gericht dieses Mannes; der Mensch ist schon verloren, von dem sich nur sagen lässt, er genoss das Leben, ohne grobe Sünden sich zu Schulden kommen zu lassen. „Das Evangelium, sagt Luther, schilt den reichen Mann nicht, dass er Ehebruch, Mord, Raub, Frevel oder irgend etwas begangen habe, das die Welt oder Vernunft tadeln möchte. Er ist ja so ehrbarlich in seinem Leben gewesen wie jener Pharisäer Luk. 18, 11 f., Denn wo er solche grobe Knoten hätte gewirkt, würde sie das Evangelium haben angezeigt, weil es ihn so gar genau sucht, dass es auch sein Purpurkleid und Essen anzeigt. Sondern man muss ihm in's Herz sehen und seinen Geist richten; denn das Evangelium hat scharfe Augen und sieht tief in des Herzens Grund, tadelt auch die Werke, die die Vernunft nicht tadeln kann und sieht nicht auf die Schafskleider, sondern auf die rechte Frucht des Baumes, ob er gut oder nicht gut sei. Matth. 7, 17. Denn dieser reiche Mann wird nicht darum gestraft, dass er köstliche Speise und herrliche Kleider gebraucht hat, sintemalen viel Heilige, Salomo, Esther, Daniel, David u. A. herrliche Kleider getragen. Sondern darum wird er gestraft, dass sein Herz darnach gestanden, solches gesucht, daran gehangen und erwählt, alle seine Freude, Lust und Gefallen und gleich seinen Abgott daran gehabt hat. Das zeigt an Christus mit dem Wort alle Tage, dass er täglich also herrlich gelebt hat; also nicht dazu gedrungen, oder Zufalls oder Amts halber, oder seinem Nächsten zu Dienst, sondern nur seine Lust damit zu büssen, als einer, der all seinen Datum auf den Bauch und das gute Leben gesetzt. Daran spürt man seines Herzens heimliche Sünde, den Unglauben, als an der bösen Frucht. Denn wo der Glaube ist, der fragt nicht nach herrlichen Kleidern und nach köstlicher Speise, ja nach keinem Gut, Ehre, Lust, Gewalt und Allem, das nicht Gott selber ist; sucht, trachtet und hangt an nichts, denn an Gott, dem höchsten Gut alleine, gilt ihm gleich köstliche und geringe Speise, herrliche und schlechte Kleider. Aber wo Unglaube ist, da fällt der Mensch darauf, klebt daran, sucht es und hat keine Ruhe, bis er's erlange und wenn er es überkommt, so weidet und mästet er sich darin, fragt nichts darnach, wie sein Herz zu Gott stehe und was er an demselbigen haben und gewarten soll, sondern der Bauch ist sein Gott, und wenn er es nicht haben kann, dünkt es ihm, es gehe nicht recht zu. Das ist die heimliche Sünde, die das Evangelium straft und verdammt, aber dieser reiche Mann nicht sieht. Mit Namen wird der reiche Mann im Evangelium nicht genannt. Euthymius sagt: γέγραπται γάρ περί των πονηρών οι μη μνησθώ των ονομάτων αυτών διά χειλέων μου. ψ. 16, 4. Bengel bemerkt ihnlich: Lazarus nomine suo notus in coelo: dives non censetur nomine ullo, genealogiam tantum habet in mundo. Das ist besser, als wenn man mit Maldonatus noch hinzunehmen will, dass Jesus den Namen verschwiegen habe, um sich nicht Unannehmlichkeiten zu bereiten.

V. 20 und 21. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor des Reichen Thür voller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brosa men, die von des Reichen Tische fielen, doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären.

Arme habt ihr alle Zeit bei euch, spricht der Herr, Joh. 12, 8. Arm und Reich wohnt hart neben einander. Warum? Der Reiche soll seine Lindigkeit kund werden lassen dem Armen: Gott ordnet diese Unterschiede, damit die Liebe ein reiches Arbeitsfeld finde und der Glaube sich im Werk beweisen könne. Der Arme führt einen Namen, das Gedächtniss des Gerechten soll im Segen bleiben, ihre Namen sind eingeschrieben in das Buch des Lebens. Certe in populo, sagt Gregor, plus solent nomina divitum quam pauperum sciri. Quid est ergo, quod Dominus de paupere et divite verbum faciens, nomen pauperis dicit et nomen divitis non dicit, nisi quod Deus humiles novit atque approbat et superbos ignorat? Der Arme hiess dátapos. Theophylaktus spricht schon von solchen, welche aus der Angabe des Namens schlossen, dass dieser Arme keine gedachte und gemachte Person sei; er sagt aber, dass diess ávoitws sei. In unseren Tagen hat Hengstenberg in seiner Auslegung des Johannesevangeliums diese alte Ansicht in der Weise aufgefrischt, dass er in diesem Lazarus den Lazarus abgespiegelt findet, welcher als der Bruder der Maria und Martha bezeichnet wird und von dem Herrn von den Todten auferweckt wurde. Martha (die Herrin) waltet in dem Hause Simons des Aussätzigen, eines selbstgerechten Pharisäers, Maria Magdalena und Maria zu Bethanien und die Sünderin in der Stadt Luk. 7, 36 ff, ist eine Person; sie hat in dem Hause ihres Schwagers, nachdem sie Gut und Unschuld verloren hat, eine wenig erfreuliche Heimath gefunden. Lazarus ist ähnliche Wege wie seine verlorene, aber von Christus wieder gefundene Schwester gegangen; sein Schwager Simon freute sich auch nicht seiner Gegenwart. Jesus soll nun mit dieser Parabel dem Simon den Standpunkt vollkommen klar machen und für Lazarus, den er lieb hat, eintreten. Wir lassen uns auf eine Beleuchtung und Widerlegung dieser seltsamen Combinationen nicht ein: sie haben zudem auch nicht die geringste Zustimmung erhalten. Der Arme heisst dátapos, der Spruch: nomen et omien habet, gilt hier, man mag den Namen so oder so fassen. Die älteste Auffassung von Adcagos ist adiutus, so dollmetscht schon Augustinus, Gregor der Grosse, Luther, Melanthon, Beza, Grotius, Lightfoot, Wetstein, Kühnol, Olshausen, Meyer, Bleek, Godet u. A. Matapos ist darnach gleich bx, Deus auxilium, woher es sich erklärt, dass Tertullianus und der Dichter Prudentius diesen Lazarus Eleazarus heissen. In späterer Zeit wurde der althebräische Name in abgekürzt; so schreibt der hierosolymitanische Talmud sehr häufig den 'Rabbi Eleazar, wie Wetstein zu diesem Orte angibt, ohne Aleph, Lazar. Andere machen aus diesem „Gotthelf" einen Hilflos“, 1985, so der Syrer, Capellus, Baumgarten-Crusius; allein diese Ansicht hat das gegen sich, dass bei den Hebräern ein solcher Rufname gar nicht als existirend nachgewiesen werden kann. Dieser arme Lazarus séparto nos ròv_avlõva avtoū. Die erbärmliche Lage des Armen wird auf ergreifende Weise geschildert. Luther trifft mit seinem ,lag vor der Thür" den vollen Sinn des Béarto nicht. Der Arme hatte sich selbst nicht in das Portal, welches in das Haus, den Pallast des Reichen hineinführte, schleppen können, er war so elend, dass er sich selbst nicht mehr mit Stock und Krücke bewegen konnte. Es fehlten ihm aber auch Pfleger in seinem Elende, keine Menschenseele erbarmte sich seiner, denn selbst die, welche sich seiner noch einiger Massen annahmen, gingen nicht zart mit dem schmerzensreichen Dulder um, sie brachten ihn allerdings an das Haus des Reichen, aber statt ihn vorsichtig niederzulassen und ihm, so gut es ging, dort auf dem Steinpflaster eine Lagerstätte zu bereiten, warfen sie ihn wie eine Last, die ihnen zu schwer geworden war, wie eine Bürde, vor der sie sich ekelten, hart auf den Boden nieder und überliessen ihn unbekümmert seinem Schicksale. Der Reiche musste den Armen sehen, er konnte die Schwelle seines Hauses nicht überschreiten, ohne an ihm vorbeizukommen, aber er fühlte kein menschliches Rühren in seinem Herzen. Und doch war Lazarus eine Jammergestalt, mit Schwären bedeckt, von den schärfsten Schmerzen gepeinigt. Der Reiche hat für ihn kein Wort des Mitleids; er lässt ihn liegen, wo und wie er liegt, und denkt: du gehest mich nichts an. Sehnsüchtige Blicke wirft der arme Lazarus aus dem Portale hinein in das Innere des prächtigen Hauses, er leidet Hunger, er sieht den Ueberfluss im Hause an Speise und Trank, er denkt an die Brosamen, die von des Reichen Tische fallen, welche zertreten oder von den Hündlein gefressen werden. Wenn er sie nur hätte, so wäre er schon zufrieden. Die Genügsamkeit des Armen sticht wohlthätig ab gegen die Ungenügsamkeit des reichen Mannes, der nicht köstliche Kleider und Speisen genug haben kann, aber auch seine Geduld strahlt hell hervor aus diesem namenlosen Elend. Hat der arme Lazarus die Brosamen erhalten, nach denen er sich sehnte? Kühnöl, Paulus, Bornemann, welcher mit Valckenaer nach diesem Satze vor αλλά και supplirt: ου μόνον εχορτάσθη, nehmen das an: Ewald sagt: „wohl bisweilen“. Die altkirchliche Ansicht dagegen ist, dass der arme Lazarus nichts erhielt. Luther sagt: „dennoch lässt er ihn liegen und gibt ihm nichts. Wenn er es selbst nicht hätte thun wollen, hätte er es nur seinen Knechten befehlen können, so wäre es etwas gewesen. Calvinus sagt geradezu: iam inde satis convicta erat ferrea divitis immanitas, quod tam miserabile spectaculum ad sympathiam cum non flectebat. nam si qua humanitatis gutta in eo fuisset, saltem mandare debebat, ut aliquid ex culinae suae reliquiis misero homini daretur. So Grotius, Meyer. An und für sich sagt éri Juuõv keines von beiden bestimmt aus: der ganze Zusammenhang winkt aber darauf hin, dass die Begierde unbefriedigt blieb. Doch das Elend des Armen ist noch nicht bis zu seiner letzten Spitze gezeichnet; das Bild vollendet sich erst dadurch, dass die Hunde kamen und seine Schwären leckten. Nach Theophylaktus, Euthymius, Olshausen, Meyer ist hier die Verlassenheit, die hilflose Lage genauer beschrieben: Niemand war da, der die Hunde von ihm abgehalten hätte. Nach Euthymius, Bengel, Gersdorf, Stein, Godet wurden durch das Lecken die Schmerzen nur vermehrt, nach Meyer kommt zu dieser Schmerzvermehrung noch dieser Umstand, dass unreine Hunde an ihn herankommen und wie ein Cadaver ihn schon beschnobern und belecken. Hieronymus, Erasmus, Luther, Calvin, Wetstein, Kühnol, Paulus, Baumgarten-Crusius, Winer, de Wette, Ewald, Bleek finden dagegen in diesem Lecken der Hunde ein Zeichen ihres Mitleids und die Erweisung einer Wohlthat. Diese Hunde leckten mit ihren zarten Zungen den Eiter hinweg und linderten so die Schmerzen der Schwären. „Was soll man sagen, ruft Luther aus, die unvernünftigen Thiere Hunde kommen und erbarmen sich über den armen Menschen. Hätten sie Brod gehabt, so würden sie es ihm auch gegeben haben. Sie thun, was sie vermögen, nehmen das beste Glied, das sie haben, nämlich ihre heilsame Zunge, damit lecken sie seine Schwären und wischen ihm den Eiter ab.“ Die Hunde, welche in der Stadt frei herumlaufen und den Pallast dieses reichen Mannes gut kennen mochten, fallen nicht über den Armen her, der ihnen hier Concurrenz machte; die Hunde selbst, diese schamlosen Thiere haben Mitleid und dieser reiche Mann nicht! Es ist bekannt, dass das Herz des Hirten, der den jungen Cyrus aussetzen sollte, dadurch erweicht wurde, dass er eine Hündin in dem Walde das Kindlein säugen fand. Justinus hist. 1, 4 schreibt: motus est ipse misericordia, qua motam etiam canem viderat. Der reiche Mann, welcher nicht bloss wie der Heide ein menschliches, natürliches Herz in seinem Busen trug, sondern durch Moses und die Propheten noch ganz besonders an die Pflichten der Liebe und Barmherzigkeit ermahnt wurde, fühlte nicht eine Spur von Mitleid.

V. 22. Es begab sich aber, dass der Arme starb und ward fortgetragen von den Engeln in Abrahams Schoss, der Reiche aber starb auch und ward begraben.

Jetzt wendet sich das Blatt schon, um endlich ganz umzuschlagen. Das Elend in dieser Welt dauert nicht ewig, der Genuss auch nicht; der Arme und der Reiche starben. Der Arme starb zuerst, schon diess war für ihn ein Vortheil, ein Gewinn, er kam nun früher aus seinem Jammer heraus. Er mochte ähnlich wie Philoktet nach Aeschylus gerufen haben (Nauck. p. 64. fragm. Aeschyl. Nr. 250):

ώ θάνατε Παιάν, μη μ' ατιμάσης μoλείν,
μόνος γαρ ει συ των ανηκέστων κακών

ιατρός, άλγος δ' ουδεν άπτεται νεκρού, und dem schwer heimgesuchten Dulder Hiob gleich mit seinen Nägeln in die Erde hineingegraben haben, um den Tod zu finden; es kommt die Stunde, welche ihn aus dem Leibe dieses Todes, aus dem Elende seines Lebens erlöst. Sie kam und Gottes Engel kamen mit ihr. Die Anschauung, dass die Engel Gottes in dem Jenseits gesessen und gewartet hätten, um den armen Lazarus, wie Thiersch sich ausdrückt, gleichsam als Diakonen mit heiliger Freude zu empfangen, emporzuheben auf ihren Händen, bis in jene Wohnungen des Lichtes zu tragen, hat in unserem Texte keinen Anhalt. Der arme Lazarus fährt nicht in eigener Kraft hinüber, sondern die Engel Gottes, welche ausgesandt werden zum Dienste derer, die ererben sollen die Seligkeit, kommen auf diese Erde nieder, um Lazarus Seele hinüber zu tragen in ein besseres Jenseits. Lazarus Seele, sagen wir absichtlich, mit den Vätern, mit den Reformatoren, Luther, Calvin, mit den Neueren, Grotius (ita passim Graeci quoque et Latini poëtae, animos corpore solutos hominum nominibus appellant. videat, si cui lubet, veníay Homeri et sextam Aeneidem), Bengel, Baumgarten-Crusius, Bleek, Godet u. A. Ewald und Meyer wollen diese Auslegung nicht gut

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